NeuerFreund hat geschrieben:
Mich würde mal die Meinung eines Homosexuellen hierzu interessieren, möchte man wirklich wie ein rohes Ei behandelt werden? Manchmal habe ich das Gefühl diese Grabenkämpfe werden gar nicht von Homosexuellen sondern von irgendwelchen Toleranzideologen ausgefochten die sich nur wieder an etwas stören wollen.
Wie ich gerne wie ein rohes Ei behandelt werden? Nein, denn im Grunde gehen "wir" durch eine harte Schule, immerhin müssen "wir" uns die Position entgegen des gesellschaftlich etablierten Normalzustandes hart erarbeiten, das ist weder leicht noch angenehm und in der Regel sehen die meisten Menschen nur das Resultat, nicht aber den Weg dahin. Ich habe dafür knapp 9 Jahre gebraucht. Mit gesundem Selbstbewusstsein steht man dann in der Regel eher über den rückständigen Meinungen anderer, ärgert sich aber extrem, weil es einem eben diese Meinungen so schwer gemacht haben, zu sich finden zu können. Von daher mischen "wir" uns auch gerne in die "Öffentlichkeitsarbeit" ein, nicht nur wegen "uns" selbst", sondern auch für andere Menschen, die immer noch unter dem Druck des gesellschaftlichen konstruierten "Normalzustandes" leiden. Auf Toleranzideologen kann ich dabei allerdings verzichten, Akzeptanz ist entscheidend und speist sich in der Regel schon aus persönlicher Erfahrung, nicht aus der Argumentation irgendwelcher Ideologen ...
Nur mal so ein paar Sätze, die ich schon zu oft und immer wieder gehört habe:
"Was? Du bist schwul? Du siehst aber gar nicht so aus!" (Wie sieht man denn dann aus? Was mache ich falsch?)
"Okay, Schwule finde ich Scheiße, aber dich finde ich gut!" (Wie viele kennst du denn noch?)
"Kennst du XYZ? Musst du kennen, der ist auch schwul!" (Nur weil ich ein Homo bin gehöre ich nicht einer homogenen Masse an, in der alle per Du sind!)
"Das T-Shirt sieht total schwul aus!" (Häh? Das T-Shirt ist also schwuler als ich?)