Den gestrigen Nachmittag/Abend habe ich mit diesen beiden Werken verbracht:
Es folgt eine kurze Einführung in das Projekt: Eine Band nimmt ein Konzert auf und schneidet es mit einer kleinen Filmhandlung zusammen. Grundsätzlich eine interessante Kiste.
Generell kann man wohl behaupten, dass das Hauptaugenmerk des Machwerks wohl auf dem Konzert liegt. Die 3 Urgesteine des Metals und ihr Gorilla haben sich nicht lumpen lassen und eine wahnsinnsgeile Bühne zusammenzimmern lassen. Bei jedem Stück geht irgendwas darauf ab. Die Songauswahl ist annähernd ausgeglichen, was die Alben angeht. Für jemanden, der ihre 90er Sachen zu schätzen weiß, ist sie vielleicht sogar richtig gut. Und jeder wird dankbar sein, dass nichts von der St Anger zum Besten gegeben wurde. Nach der Justice mag ich persönlich halt nur noch die Death Magnetic, die wenigstens mit einem Stück vertreten ist. Der Klang ist quasi pyramidal aufgebaut: Eine fette Bassbasis, vernünftige Mitten und leider etwas schwache Höhen. Das könnte etwas ausgeglichener sein. Die Basslastigkeit hat allerdings den Vorteil, dass man eben auch die Bassgitarre wahrnimmt. Das Stück Orion beispielsweise wird dadurch erheblich imposanter, als es auf der Platte von 86 ist. Allgemein sehr fette Abmischung.
Die Nebenhandlung, bzw. der Film, der das Konzert umspielt könnte alberner kaum sein. Ist quasi unsinnig und verursacht mehr Kosten als Nutzen. Aber die Jungs haben es ja. Ein Experiment, das auch mal schiefgehen kann.
88 Minuten meines Lebens weg. Einfach weg und sie werden niemals wieder kommen. Wahrscheinlich werde ich noch auf dem Sterbelager zurückdenken und mir überlegen, was ich in diesen Minuten alles hätte tun können. Ich kam mir ein bisschen wie im Deutschunterricht vor. Vor mir liegt ein bedeutungsloses "Kunstwerk", dem ich nun irgendeine Bedeutung beimessen soll. Was will der Autor mir damit sagen? Erstmal will mir Refn wahrscheinlich sagen, dass es ultra künstlerisch wertvoll ist, wenn quasi jedes Bild eines Film aus verschiedenen Grün und Brauntönen besteht. Wenn dann noch der Kontrast übelst hochgefahren und die Helligkeit in den Keller gedrückt wird, haben wir den Walhalla Rising Look. Ab und zu gibts dann noch kurze Einblendungen in Rot oder längere Einstellungen eines kalten, aber beeindruckend himmelblauen Himmels.
Die Zeit wird in diesem Film auf jeden Fall ebenso künstlerisch wertvoll zerschlagen, wie einige Menschlein in ihm. Aber es soll ja auch Leute geben, die es geil finden, wenn sie ein paar Kleckse auf einer Leinwand interpretieren können, angefangen bei der Frage, inwieweit sich das Verhältnis zwischen Künstler und Vater in diesem 3 cm langen Strich äußert und warum er wohl blau und nicht dunkelblau ist. Für mich war das hier zu viel "Kunst". Ich hab auch keinen Bock, mir jetzt nen Aluhut zu basteln, um auf Gedeih und Verderb irgendwas hier reinzuinterpretieren. Ich machs mir einfach und deklariere ihn als Schrott. Drive ist geil. Das hier ist für mich Kunstgewichse.
Fazit: Achmed, Du hattest Recht mit Deiner Warnung!