Obstdieb hat geschrieben:Brauche ich nicht.
Und was sagt uns das:
Du brauchst das nicht. Die Verkaufszahlen sprechen aber dafür, dass es immer noch sehr viele Leute gibt, die dankbar sind, für solche tollen Spielerlebnisse. Und ganz nebenbei: nur weil du kein Fan von Stories in Spielen bist, muss man nicht gleich pauschal einem Spiel, welches man sich nur auf youtube reingezogen hat, gleich jegliches Gameplay absprechen. Das wirkt doch eher etwas unreflektiert, passt aber in deine etwas bipolare Argumentationsweise dieses Thema betreffend.
Es wird bei der ganzen Flamerei gegen Publischer eines vergessen: Warum gibt es sie eigentlich? Es ist ja nicht mal jemand rumgegangen und hat Entwickler mit vorgehaltener Waffe gezwungen, Verträge mit einem Publisher zu unterzeichnen.
Publisher sind quasi dasselbe wie Buchverlage. Kaum ein Schriftsteller hätte von der Pieke auf das Geld, sein Werk zu drucken und in den Handel zu bringen. Dafür gibt es Verleger. Die nehmen aber nicht nur einen Schriftsteller sondern gleich hunderte unter ihre Fittiche und finanzieren die Verbreitung ihrer Werke. Der Schriftsteller bekommt Geld für sein Manuskript, der Verleger verlegt es (welch Überraschung), trägt dann aber auch das finanzielle Risiko, wenn das Buch floppt. Dieses fängt er aber dadurch auf, dass er Werke vieler Schriftsteller verlegt, wo hoffentlich immer mal wieder ein Bestseller dabei ist. So ähnlich funktioniert das mit Publishern und Entwicklern.
Dass etliche Publisher als Geldgeber auch oft enormen Einfluss auf das Produkt nehmen, weil sie das Risiko minimieren wollen, überhaupt auch nur einen einzigen Flopp in ihrem Portfolio zu haben, und auch oft mehr Geld in Werbung stecken als in die Entwicklung, sind selbstredend negative Nebeneffekte. Aber sollte auch nicht dazu führen, dass man außer Acht lässt, dass es ohne Publisher schon seit ewigen Zeiten kaum noch kleine Entwicklerstudios gäbe, weil diese sich in der Regel noch nicht mal den Flopp eines Low-Budget-Spieles leisten könnten.
Erst die Verbreitungsmöglichkeiten, die das Internet zur Verfügung gestellt hat, hat es nun auch möglich gemacht, dass Studios kleine Spiele mit geringem finanziellen Aufwand an den Endverbraucher bringen können. In Bezug auf die millionschweren Spieleentwicklungen ändert dies aber wenig bis gar nichts. Da wird man auch in der näheren und mittelfristigen Zukunft nicht ohne finanzkräftige Publisher auskommen.
Aber ich denke, es bringt nichts, diese Semi-Off-Topic-Diskussion hier noch weiterzuführen. Du hasst Rechteinhaber, solange es die bösen Publisher sind und wirst mit Sicherheit auf alles, was ich hier noch anbringen könnte, ein "Ja, aber..." entgegensetzen. Diskussionen sollen ja schließlich dem austauschen von Meinungen und Argumenten dienen, nicht aber zwingend zum Ziel haben, das einer den anderen von seiner Sichtweise überzeugt. Und Meinungen augetauscht haben wir glaub ich genug... :wink: