Bislang hat sich immer eine Faustregel bewährt: Bei Internet-Diensten, die den Kunden nichts kosten, ist der Kunde die Ware, die verkauft wird. Jede Beteuerung von Datenschutz und Privatsphäre seitens der Betreiber ist daher komplett hinfällig, weil dann ihr Geschäftsmodell nicht mehr in dem Maße funktionieren würde, wie es gewünscht ist.Sir Richfield hat geschrieben:Dreiköpfiger Affe:
Google: Hallo Nutzer, wir sind ganz doll lieb und eure Daten sind sicher.
Google: Hallo Werbeindustrie, wir forschen ganz doll danach, wie man in Zukunft keine Cookies mehr braucht, die die bösen Nutzer alle abschalten.
Dumm ist jetzt bloß, dass diese Faustregel immer weniger funktioniert. Immer mehr Firmen wollen nicht nur Produkte und Dienstleistungen an die Kunden verkaufen, sondern zusätzlich die Kunden selbst an Datenhändler verscherbeln. Und dabei muss ich gar nicht mal in die USA schauen. Nehmen wir United Internet, der mit Web.De und GMX zwei große Mail-Angebote betreibt. Sogar die Kunden, die z.B. Geld für einen Web.de-Clubaccount ausgegeben haben, werden als abbaubare Ressource verwendet, wenn sie ihre Mails über die Web-Oberfläche abrufen. Es wird getrackt, wann welche Mail auf welcher Plattform geöffnet wird, um das Versenden und Gestalten von Werbemails zu optimieren. Informationen, die man teuer weiterverkauft. Eine Möglichkeit seitens des Users dieses Tracking ohne Spezialkenntnisse abzuschalten, gibt es nicht.
Man wird verkauft, ohne dass man gefragt wird. Damit man noch besser mit Angeboten bombardiert werden kann, die man aber nicht sehen will. Und dann beklagen sich Werbefachleute, Firmen und beratende Pyschologen über Feindseligkeit seitens des Kunden, dass man sie am liebsten am nächsten Laternenpfahl aufknüpfen möchte? Ich weiß ein probates Mittel, um diese Klagen im Keim zu ersticken: Diese Leute tatsächlich am nächsten Laternenpfahl aufknüpfen!
