Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten von Spielern gestoppt

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SpookyNooky
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von SpookyNooky »

Sevulon hat geschrieben:Noch Fragen?
Nein, alles zu vollster Zufriedenheit beantwortet.
Wegtreten!
Hardy30680
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Hardy30680 »

Wigggenz hat geschrieben:
SethSteiner hat geschrieben:@Wigggenz
Wieso sollte Nationalstolz grundsätzlich falsch sein? Er lässt sich ja gar nicht verhindern. Menschen sind soziale Tiere, die sich mit Dingen identifizieren (vor allem wenn sie damit aufwachsen) und Nationalstolz ist nichts anderes als ein Wort genau dafür. Von daher kann falsch nur gleichbedeutend sein, wenn jemand es übertreibt, so wie überall anders auch.
Ich habe über das Thema schon oft nachgedacht, auch oft meine Meinung geändert. Momentan stehe ich aber einfach auf dem Standpunkt, dass man auf etwas, worauf man absolut keinen Einfluss hat, auch kein Recht hat Stolz zu sein, sich also von Anderen abzugrenzen.

Ich finde z.B., dass unser Rechtssystem in seiner Gesamtheit den meisten in der Welt, die ich bisher kenne, insbesondere den angloamerikanischen, in Sachen Funktionalität und Gerechtigkeit eindeutig überlegen ist, aber das gibt mir nur das Recht auf Zufriedenheit, nicht auf Stolz.

Stolz ist ein Gefühl der Selbstbelohnung.

Es spricht absolut nichts dagegen, z.B. "froh zu sein, hier zu leben" bzw. "hier geboren zu sein", aber ich wüsste nicht, warum man sagen sollte "Ich bin stolz darauf, hier geboren zu sein".
Genau. Wir sollten dankbar dafür sein, dass wir in einem Land wie Deutschland leben dürfen. Ist ja nicht so, dass wir Deutschen so schlau waren und uns Deutschland als Geburtsland ausgesucht haben und z. B. Nordkoreaner so blöd waren, in Nordkorea zur Welt kommen zu wollen. Wir Deutschen haben einfach nur richtig Schwein gehabt. Wir haben nichts mit den Stärken und Schwächen unseres Landes zu tun und deshalb sollten wir uns nicht zu überlegen/unterlegen fühlen. Leider gibt´s auf Youtube zu viele "Mein Land ist besser als deins und deshalb bin ich besser als du"-Wettbewerbe. Solche Sachen führen nur zu Überheblichkeit und Hass. Aber ein kleines bisschen Nationalstolz hat ja jeder von uns, sowas lässt sich nicht ganz abschalten. Wir alle würden doch jubeln, wenn Deutschland nächstes Jahr in Brasilien den Titel gewinnen würde.
Jim Panse
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Jim Panse »

Nationalstolz ist scheiße. Ein Überbleibsel von früher. Nützlich für den in Gruppen lebenden Menschen zur Abgrenzung der eigenen Gruppe. Dies verstärkt das Gruppengefühl und sorgt für gesundes Misstrauen gegenüber anderen Gruppen. Heutzutage ises so nützlich wie der Blinddarm. Im Besten Fall ist es nutzlos. Im schlimmsten entzündet sich ein Konflikt dadurch. Als Deutscher kann man froh sein, von diesem primitiven Quatsch größtenteils befreit zu sein. Naja bis auf einige Ausnahmen. Aber Intelligenz ist nun mal nicht gleich verteilt. Und primitive Reflexe unter Kontrolle zu halten ist mit Intelligenz deutlich einfacher. Schließlich belohnt einen das Gehirn ja mit so einem tollen Gefühl wenn man mit der deutschen Fahne im Autokorso durch die Straßen zieht. Aber wer hinterfragt dieses selbst generierte Belohnungs-Gefühl schon.

Man sieht doch gerade an diesem Beispiel mit CoH2 was Nationalstolz bringt. Wäre es den Russen egal, so wie es uns bei fast allen Nazi-Spielen egal ist, wäre dieser ganze Hass gar nicht aufgekommen. Was bringt es denn jetzt, Respekt für die russischen Veteranen ein zu fordern? Außer Hass: Nichts. Der Nationalstolz ist lediglich schädlich.

Wer sich über das zugrunde liegende Konzept schlau machen möchte. Da gibt es interessante Studien zu. Wer des Englischen mächtig ist, sollte sich mal diesen interessant geschriebenen Blogpost ansehen und dann die Linie zu Nationalstolz ziehen.: http://youarenotsosmart.com/2011/08/21/ ... c-insight/



Ansonsten bleibt zu sagen, das CoH2 kein Pay2Win ist. Es ist auch wesentlich Micro-Lastiger als z.B. StarCraft und dadurch fast schon eine eigene Genre-Unterart. Konzepte wie Deckung, MG-Feuer zum Niederhalten und das Konzept von Panzern, (Infanterie kann ohne spezielle Waffen gar keinen Schaden machen) finde ich persönlich reichhaltiger als das gegenseitige HP-Abziehen bei Einheiten von herkömmlichen RTS.
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OriginalSchlagen
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von OriginalSchlagen »

Troll4Life hat geschrieben:Ich kann sie wirklich verstehen. Relic hat anscheinend kein einziges mal auch nur ansatzweise in ein Geschichtsbuch geschaut, die einzigen Quellen für sie waren anscheinend der Film "Enemy at the Gates" und US-Filmproduktionen aus dem kalten Krieg.

Und ja, der Spiel hat damit beworben, historisch akkurat zu sein. Deshalb sehen wir auch im Jahre 1941 STG44, G43, Panzer 4 in einer späten Ausführung u.s.w.
Und wie bekifft waren die Entwickler eigentlich, als sie die Tiger Mission gemacht haben? 1941????

Die Krönung war dann wieder dieser Schwachsinn mit den unbewaffneten Einheiten. Wenn es damals ein Land gab, das eine Überproduktion an Waffen hatte, dann war es die Sowjetunion. Dieses Märchen stammt aus dem oben genannten Film.
ob das zwei mann ein gewehr szenario so stattgefunden hat wie im erwaehnten film darf man bezweifeln. nichtsdestotrotz steckt dahinter nicht nur ein fuenkchen wahrheit. es ist historische tatsache dass die rote armee zu beginn des krieges und einige zeit hinein ein schlecht organisierter und ausgeruesteter haufen war und die SU fuehrung selbst zivilisten gegen einen uebermaechtigen feind verheizt hat.

vonwegen ueberproduktion an waffen und den deutschen waffen ebenbuertig. 1941 bestand die russische panzerwaffe aus hauptsaechlich veralteten modellen. alleine in diesem jahr wurden ueber 20.000 russ. panzer zerstoert. einzig mit den KV und t34 konnte man etwas entgegensetzen. die waren sehr gut und effizient gepanzert, hatten ausreichend feierkraft... aber... eine vergleichsweise schlechte zieloptiken, schlechte ergonomie (innenraum des t34 war sehr beengt), schlecht ausgebildete mannschaften und nur wenige hatten funkgeraete. die ueberraschende invasion, die saeuberungen stalins, die rote armee und die industrie waren schwer angeschlagen. ohne das lend lease programm, die materielle unterstuetzung von seiten der briten und der amis haette es alt ausgesehen. tausende von panzern und flugzeugen, zigtausende von gelaendewagen, lokomotiven und trucks, hunderttausende maschinengewehre, weitere hundert tausende tonnen, kleidung, konserven, stahl und andere fuer ruestung wertvolle metalle, sprengstoff, munition, funkgeraete. die russische ari wurde ab einem punkt fast ausschliesslich von amerikansiche studebaker trucks getragen und gezogen. bis weit ins jahr 42 ging die panzerproduktion nur schleppend voran. viele panzerfabriken lagen in reichweite der deutschen invasoren. einige wurden zerstoert und erobert. oder sie wurden rechtzeitig demontiert und ins russ. hinterland geschaft. allerdings fehlte es an den fabrikarbeitern. so mussten frauen, kinder und alte, menschen ohne jegliche erfahrung ausbildung in unbeheizten, oft unbedachten fabrikhallen selbst bei minusgraden im zweistelligen bereich panzer bauen. das diese nicht von 1A qualitaet waren muss nicht extra erwaehnt werden... :roll:
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TheLaughingMan
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von TheLaughingMan »

Ich denke über eine Sache können wir uns einig sein!

Eine Bären Kavallerie wäre verdammt geil! :lol:

Zum Zustand der russischen Armee damals...

Ich bin jetzt kein Geschichts Nerd und kann nur wiedergeben was mein Großvater, der damals live dabei war (im Kaukasus, was rückblickend ein Segen war, genau so gut hätte er nach Stalingrad geschickt werden können) mir erzählt hat. Der meinte das die Russen es Ausrüstungstechnisch zeitweise echt schwierig hatten. Da sind die Panzer mit offener Rückseite ins Feld geschickt worden, und er musste dann einfach nur von hinten an das Teil ran und mit der MP reinhalten. Das war 41 bis 42. Danach sah es für die Russen allerdings wesentlich besser aus.

Allgemein muss es wirklich unvorstellbar gewesen sein. Die Leute, die Zivilbevölkerung eben, hatte echt nix zum essen. Und das was sie hatten haben sie sogar mit ihm und seinen Kameraden geteilt als er Kriegsgefangenschaft geriet.
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SethSteiner
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von SethSteiner »

@Jim Panse
Nur dummerweise ist das total überflüssig, denn Nationalstolz ist nichts weiter als ein Fandasein. Auf Extreme zu Zeigen ist ungefähr genauso sinnvoll, wie bei Fußball auf Hooligans zu zeigen und damit zusagen "Fandasein ist ein Relikt von früher um sich abzugrenzen, wie scheiße es ist kann man daran sehen, niemand sollte mehr einen Verein anfeuern!". Letzten Endes lässt es sich aber wie gesagt nicht verhindern. Menschen bauen zwangsläufig eine Beziehung zu ihrer Umgebung auf. Zu ihrer Straße, ihrem Bezirk, zu ihrer Stadt, zu ihrem Land und eben auch zu allem was sie mögen. Scheiße wird es erst, wenn irgendjemand es übertreibt.
Hardy30680
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Hardy30680 »

Jim Panse hat geschrieben:Nationalstolz ist scheiße. Ein Überbleibsel von früher. Nützlich für den in Gruppen lebenden Menschen zur Abgrenzung der eigenen Gruppe. Dies verstärkt das Gruppengefühl und sorgt für gesundes Misstrauen gegenüber anderen Gruppen. Heutzutage ises so nützlich wie der Blinddarm. Im Besten Fall ist es nutzlos. Im schlimmsten entzündet sich ein Konflikt dadurch. Als Deutscher kann man froh sein, von diesem primitiven Quatsch größtenteils befreit zu sein. Naja bis auf einige Ausnahmen. Aber Intelligenz ist nun mal nicht gleich verteilt. Und primitive Reflexe unter Kontrolle zu halten ist mit Intelligenz deutlich einfacher. Schließlich belohnt einen das Gehirn ja mit so einem tollen Gefühl wenn man mit der deutschen Fahne im Autokorso durch die Straßen zieht. Aber wer hinterfragt dieses selbst generierte Belohnungs-Gefühl schon.

Man sieht doch gerade an diesem Beispiel mit CoH2 was Nationalstolz bringt. Wäre es den Russen egal, so wie es uns bei fast allen Nazi-Spielen egal ist, wäre dieser ganze Hass gar nicht aufgekommen. Was bringt es denn jetzt, Respekt für die russischen Veteranen ein zu fordern? Außer Hass: Nichts. Der Nationalstolz ist lediglich schädlich.

Wer sich über das zugrunde liegende Konzept schlau machen möchte. Da gibt es interessante Studien zu. Wer des Englischen mächtig ist, sollte sich mal diesen interessant geschriebenen Blogpost ansehen und dann die Linie zu Nationalstolz ziehen.: http://youarenotsosmart.com/2011/08/21/ ... c-insight/



Ansonsten bleibt zu sagen, das CoH2 kein Pay2Win ist. Es ist auch wesentlich Micro-Lastiger als z.B. StarCraft und dadurch fast schon eine eigene Genre-Unterart. Konzepte wie Deckung, MG-Feuer zum Niederhalten und das Konzept von Panzern, (Infanterie kann ohne spezielle Waffen gar keinen Schaden machen) finde ich persönlich reichhaltiger als das gegenseitige HP-Abziehen bei Einheiten von herkömmlichen RTS.
Und wenn man´s noch etwas weiter spinnt, dann wäre sogar die persönliche Würde nutzlos. Ich meine, wie viele Auseinandersetzungen gibt es, weil jemand beleidigt wird und dann zurückschlägt? Würde ihn die Beleidigung nicht stören, weil er sich vielleicht sowieso nichts wert ist, dann würde er auch nicht zurückschlagen und es würde keine Auseinandersetzung geben. Aber so geht´s nicht.
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Kajetan
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Kajetan »

Hardy30680 hat geschrieben:Und wenn man´s noch etwas weiter spinnt, dann wäre sogar die persönliche Würde nutzlos. Ich meine, wie viele Auseinandersetzungen gibt es, weil jemand beleidigt wird und dann zurückschlägt? Würde ihn die Beleidigung nicht stören, weil er sich vielleicht sowieso nichts wert ist, dann würde er auch nicht zurückschlagen und es würde keine Auseinandersetzung geben. Aber so geht´s nicht.
Die persönliche Würde ist alles andere als nutzlos. Gewaltätig werden im Falle einer simplen Beleidigung hingegen schon. Da sollte man schon unterscheiden und nicht einfach Gewaltlosigkeit mit Würde- und Wertlosigkeit gleichsetzen.
Jim Panse
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Jim Panse »

SethSteiner hat geschrieben:@Jim Panse
Nur dummerweise ist das total überflüssig, denn Nationalstolz ist nichts weiter als ein Fandasein.
Was bringt denn das Fan-Dasein für einen Gewinn? Nichts als die Belohnung durch das Gehirn. = Ein gutes Gefühl.

Klar das ist mit Spielen (um den Bogen zurück zu schlagen) oder Sex (mit Verhütung) das gleiche. Und das man es nicht übertreiben sollte trifft eh auf alles zu. Deinem Sexualtrieb gibst du ja auch nicht ohne Rücksicht nach.

Mir ging es nur darum zu verdeutlichen, dass ein Urtrieb dahinter steckt. Und den muss man einfach nicht füttern. Erst recht nicht, wenn er einem nix bringt.
Jim_P.
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Jim_P. »

Ich komm mal ganz frech einfach auf den eigentlichen Artikel zu sprechen und musste schon irgendwie grinsen.
Während russische Spiele die Soviets buffen, loben und ihre Soldaten als Helden bezeichnen (während das Wort Held in bezug zu Krieg ja wohl immer mehr verpöhnt ist in der westlichen Welt), werden andere allierte schon als Idioten dargestellt und Deutsche waren (und SIND!!!) nur dreckige Nazischweine.
Siehe WoT und Warthunder.

In dem Spiel werden Sovjets nun Kriegsverbrechen unter die Nase gerieben und plötzlich gibts nen ganz grossen aufschrei. Es wird dann auch noch offziel ein link zu youtube gegeben wo der russische Kamerad Relic als Nazi defarmiert (müsste mal nen deutsches video sein, so schnell könnt man gar nicht den melden button drücken wie das Vid gelöscht wäre) und völligen unreflektierten murks von sich gibt. Völlige stolz- Vaterländischen mist und der wird dann auch noch bejubelt für den dreck. man man.

Sicherlich, im Spiel selber spielt man schon ganz schön mit klischees, hät so nicht sein brauchen. Aber unterm strich ist die reaktion völlig übertrieben. Aber was will man von einem Land mitlerweile noch erwarten was stolz ist die diktatur wieder einzuführen, offziziel zur Schwulen und leseben-jagd aufruft und verbrechen eigener Nazis tolleriert.
Die russische Reaktion auf das Spiel unterschtreicht richtig toll die derzeitige innen wie aussenpolitik die man in der Presse nachlesen kann. Evtl sollre Russland eher an diesen, aktuellen, klischees arbeiten.
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Sevulon
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Sevulon »

Patriotismus bzw. Nationalstolz ist für sich erstmal ein positives und verankertes Gefühl, das in Deutschland jedoch durch das dritte Reich negativ konnotiert war und noch immer ist. Ich sehe Patriotismus eher als ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe, dem Wunsch einer Gemeinschaft anzugehören, dem Wir-Gefühl. Im Falle des Patriotismus eben in Groß und auf der nationalen Ebene was im Kleinen sonst zunächst die Familie, die Clique oder der Dorfverein ist, dem man angehört. Auf Fanebene geschult freue ich mich entsprechend wenn mein Dorfclub gewinnt, feuer ich meinen Stadtverein und die Nationalmannschaft an, die ich alle als "meine" Vereine definiere, denen ich mich angehörig fühle, hauptsächlich aus regionaler Verbundenheit zu meinem Wohn/Geburtsort heraus. Es wird sicherlich auch immer eine Sehnsucht nach nationaler Identität und Wir-Gefühl geben. Mit dem Wunder von Bern hatten wir z.B. auch nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1954 ein nationales Schlüsselerlebnis, das die Möglichkeit einer neuen positiven nationalen Identität aufzeigt. Was, erneut, nicht unbedingt etwas schlechtes ist. Es ist gut für eine Gemeinschaft, wenn sich die Mitglieder mit ihr identifizieren. Das bedeutet in der Regel, dass sie selbst bereit sind etwas für die Gemeinschaft zu tun und andere Mitglieder zu unterstützen. Es legt den Grundboden für ein soziales Miteinander.

Auch so Abneigungen wie bspw. gegen die Franzosen würde ich nicht immer zwingend überbewerten oder gar als Rassismus werten. Eher als 'natürliche Rivalität', zwischen den Ländern wie man sie auch auf regionaler Ebene kennt, bspw. indem man als Dortmund-Fan keinen Schalker mag, bzw. ich als Badner eine 'natürliche' Abneigung gegen Schwaben und Pfälzer hege, was allerdings auch nur der "Gruppe" gilt und keine Einzelpersonen betrifft, die ich wegen ihrer Herkunft / Zugehörigkeit trotzdem nicht vorverurteilen würde.

Gleichzeitig gibt es natürlich auch - vor allem unter jungen Menschen - eine Sehnsucht nach Abgrenzung und Ich-Gefühl, das da ein bisschen entgegenwirkt. Auch das ist völlig natürlich. Selbst dem Patriotismus ablehnende Vereine wie die Antifa oder andere linke Gruppierungen sind nicht wirklich anders in ihrer Haltung, sie haben lediglich das Wir-Gefühl einer Nation mit dem Wir-Gefühl innerhalb ihrer politischen Gemeinschaft ersetzt, weil ihre Weltanschauung entsprechend orientiert ist. Im Grunde ist es aber das Gleiche in Grün, bzw. Rot, man definiert Zusammengehörigkeit nur anders. Das gab es damals im Zeitalter des zweiten Weltkrieges ja auch schon. Die Sowjetunion entstand so, als Zusammenhalt des Kommunismus. Genau wie Italien, Japan und Deutschland nicht grundlos eine Achse bildeten, sondern aufgrund ihres gemeinsamen faschistischen Weltbildes, weshalb hier auch Franco-Spanien unterstützt wurde und selbst England kurzzeitig mal drohte zugehörig zu werden [wobei sich hier der Faschismus nicht durchsetzen konnte, sonst hätte die Geschichte eventuell einen anderen Verlauf genommen].
Zuletzt geändert von Sevulon am 08.08.2013 11:54, insgesamt 1-mal geändert.
Hardy30680
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Hardy30680 »

Kajetan hat geschrieben:
Hardy30680 hat geschrieben:Und wenn man´s noch etwas weiter spinnt, dann wäre sogar die persönliche Würde nutzlos. Ich meine, wie viele Auseinandersetzungen gibt es, weil jemand beleidigt wird und dann zurückschlägt? Würde ihn die Beleidigung nicht stören, weil er sich vielleicht sowieso nichts wert ist, dann würde er auch nicht zurückschlagen und es würde keine Auseinandersetzung geben. Aber so geht´s nicht.
Die persönliche Würde ist alles andere als nutzlos. Gewaltätig werden im Falle einer simplen Beleidigung hingegen schon. Da sollte man schon unterscheiden und nicht einfach Gewaltlosigkeit mit Würde- und Wertlosigkeit gleichsetzen.
Natürlich ist die persönliche Würde nicht nutzlos. Und ich schrieb ja auch "Aber so geht´s nicht". Ich wollte nur Jim Panses Beispiel vom nutzlosen (National)stolz weiter spinnen. Und wenn mich jemand beleidigt, würde ich demjenigen doch keine reinhauen, auch wenn ich mich gekränkt fühlen würde. Handgreiflich würde ich nur in einer Selbstverteidingssituation werden oder wenn ich jemandem helfen würde.
Zuletzt geändert von Hardy30680 am 08.08.2013 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Billy_Bob_bean »

Jim Panse hat geschrieben: Ansonsten bleibt zu sagen, das CoH2 kein Pay2Win ist. Es ist auch wesentlich Micro-Lastiger als z.B. StarCraft und dadurch fast schon eine eigene Genre-Unterart. Konzepte wie Deckung, MG-Feuer zum Niederhalten und das Konzept von Panzern, (Infanterie kann ohne spezielle Waffen gar keinen Schaden machen) finde ich persönlich reichhaltiger als das gegenseitige HP-Abziehen bei Einheiten von herkömmlichen RTS.
DANKE! wenigstens irgendjemand. tolles spiel. und wie jemand das pay2win nennen kann, während andere teileweise ganze Hunnis in LoL pumpen, ist mir eh ein Rätsel. und ein graus.
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Kajetan
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten

Beitrag von Kajetan »

Hardy30680 hat geschrieben:Ich wollte nur Jim Panses Beispiel vom nutzlosen (National)stolz weiter spinnen.
Der Punkt ist aber ... Nationalstolz ist HEUTE nutzlos :)

Patriotismus ist ein Ausdruck politischer Entwicklungen in Europa auf dem Weg von Erbmonarchien & Königreichen zu Republiken und Nationalstaaten. Er ist geschichtlichtlich bedingt und war mit verschiedenen Mischformen und Übergangsstadien nötig, um den Menschen eine gemeinsame Identität zu geben, nachdem es keine Treue mehr zum Königs- oder Kaiserthron gab, weil Könige und Kaiser verjagt wurden oder sich freiwillig zurückgezogen haben. HEUTE ist Nationalstolz und Patriotimus ein Überbleibsel aus dem 19/20. Jahrhundert, welches in Zeiten einer immer umfassenderen Vernetzung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse weltweit nur noch hinderlich ist. Der Nationalstolz ist, wie der Nationalstaat selbst, ein Auslaufmodell. Es gibt keine Alleingänge mehr, sie sind nicht mehr möglich ohne massive Einschränkungen zu erdulden und daher nicht mehr gewollt. Patriotismus hat nur noch Platz im Sport, reduziert auf ein flaggeschwenkendes, friedliches Fan-Dasein. Was gut so ist, denn die Verheerungen & Kriege des letzten Jahrhunderts, die alle eine Folge von Patriotismus waren, sollten jedem eine Lehre sein. Zumindest in Europa.
AlbertCamus
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Beitrag von AlbertCamus »

@Kajetan: "AlbertCamus schrieb:
Nur ein Zitat will ich noch in die Runde schmeißen: "Immer schreibt der Sieger die Geschichte des Besiegten. Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge. Aus der Welt geht der Schwächere und zurück bleibt die Lüge." (Brecht) Das ist aber kein Argument, sondern dient in der Regel nur der weiteren Verschleierung, weil man einfach alles, was der Gegenüber sagt, inklusive belegbarer Fakten, als "Siegerpropaganda" abtun kann"

Deine Aussage ist nicht unwahr; jedoch auch nicht durch die meine Aussage explizit impliziert. Das Zitat Brechts sollte lediglich als Gedanke dienen und die teils "extremen" Positionen etwas relativieren. Streng logisch betrachtet handelt es sich, glaube ich, auch nicht um ein Argument, sondern vielmehr um eine Behauptung (einfache Aussage ect.), aber wir wollen ja nicht fachsimpeln :)