@Natanji:
Einspruch. Ich sehe das genau wie Hotohori.
Spiele wie Manhunt sind für das schlechte Image von Computerspielen verantwortlich, das ist doch wohl klar.
Einspruch stattgegeben !
Natürlich ist das Image der Computerspiele "dank" dieses Spieles befleckt. Aber erstens steht nirgends geschrieben, dass Computerspiele grundsätzlich ein bestimmtes Bild abgeben sollen, und zweitens steht es immer noch dem Designer frei, seine Ideen und Gedanken in die Softwareform zu pressen - wie im Filmbussiness eben auch. Denn wer hat denn die Regel geschrieben, dass "Ein Zombie hängt am Glockenseil" nicht verfilmt gehört ? Wer hat die Regel eingeführt, dass "Saw" nicht auf Zelluloid gebannt werden darf ? Ja, ist denn das Ausdenken und das Drehbuchschreiben von Filmen wie "Braindead" ein Zeichen für die geistige "Unschärfe" des Erfinders ? Schließlich ist der Regisseur nur deshalb an diesen Film rangegangen, weil er den Vorgänger "Meet The Feebles" selbst erdacht hat. Naja, und dieser Regisseur ist der selbe, der Michael J. Fox lustige Geister jagen und uns später mit der "leicht" erfolgreichen Verfilmung der Herr der Ringe Bücher erstaunen und den King Kong Klassiker wiederauferstehen ließ
Möglichst grausames Töten zum Spielziel zu machen ist dann doch auch wirklich unterhalb eines gesellschaftlichen Anspruchs, den wir an uns selbst stellen sollten. Das sind eindeutig perverse Reize, die klar Gewaltverherrlichend und Lebensverachtend sind.
Da gebe ich Dir natürlich Recht. In unserer, dank "Isch f*ck daine Mudda" Mentalität in der sogenannten "Hip Hop" Musikbranche, den immer brutaler werdenden Filmkultur, die sich in Hostel wiederspigelt, und neuerdings sogar mit dem Start der nächsten Staffel der masochistischen TV-Show "Big Brother", sind wir wirklich schon auf dem besten Wege uns selbst zu zerstören. Naja, zumindest hat auch Disney oft mit mangelnden Gewinnen zu kämpfen und nicht jeder ist ein Freund von volkstümlicher Schlagermusik

Es ist ja auch nicht Motivation des Entwicklers gewesen, ein möglichst anspruchsvolles Kunstwerk für die Gesellschafft zu schaffen. Er wollte eine bestimmte ausgedachte (!) Thematik in interaktiver Form verwirklichen. OB er damit gar finanziellen Erfolg haben wird, das steht in den Sternen oder in den Umfragewerten. Anscheinend gab es auf diesen Titel eine ..ähm.. positive Reaktion die einen Nachfolger rechtfertigt. Weshalb ? Sind die Käufer alles unmenschliche Kinderf*** und Massenmörder, die tagtäglich mit der Pumpgun in den Schulen Amok laufen ? Sind es Schüler, die ständig sitzenbleiben ? Ja, wer ist denn der durchschnittliche Käufer dieser Spiele bzw. dieser Filme ? Und in welcher Weise haben diese Produkte einen Einfluß auf diese Menschen ?
Ich erlebe tagtäglich Nachrichten von wirklich grausamen Taten. Kürzlichst ein Mord in einem chinesischen Imbiss (2 Frauen, 2 Männer). Haben sie nach Vorbild von XXXX gehandelt ? Oder die Entführung minderjähriger Kinder zwecks XXXX. Handelt der Täter deshalb, weil im Spiel die reale Ausübung der virtuellen Tat propagiert wird ? Wir haben genug schlimme Taten in unserem Alltag, vor denen wir weder flüchten noch auswählen können, ob und wann wir uns sie "geben". Dieses Game ist einfach brutal. Aber zumindest hat der volljährige Mensch die Auswahl, ob er sich an dieses Produkt "traut" oder ob er weiterhin zur Kirche gehen möchte. Dies kann man fast mit dem bekannten Zitat "bist du zu schwach, sind sie zu stark" darstellen. Spiele wie Manhunt und Filme wie Braindead sind schlicht und ergreifend Produkte für die "erwachsenere" Gesellschaft. Man hat die Freiheit sich auszusuchen, ob man sich solchen "brutalen Schwachsinn" reinziehen möchte, oder ob man sich lieber in eine Ausstellung begeht um sich Gedanken zu machen, weshalb der Künstler ein Pappbecher auf einer Tomate getackert und an die Pappwand geklebt hat, um das Leid der dritten Welt im Bezug zur wachsenden menschlichen Isolation darzustellen. Keiner hat ihn gefragt, ob dies nützlich sei oder ob dies erwünscht war. Vor kurzem habe ich erfahren, dass ein Kunststudent in Düsseldorf einen alten VW Lupo mitten in die Ausstellung gestellt hat. Einfach so. Der Besucher kann sich hinsetzen und sich "Gedanken über eine Reise ohne Fortbewegung" machen. Ich wiederhole... ein Auto nehmen, in die Ausstellung stecken, Sprit raus und fertig ist das kulturell auspruchsvolle Kunstobjekt. War dies eine wichtige Tat ? Hat er damit unser Leben beeinflusst ? Er handelte eben nur im Sinne der künstlerischen Freiheit und niemand zwingt ihn zu etwas, auch wenn seine "Erklärungsversuche" vor laufender Kamera genausogut von der kleinen 5-jährigen Schwester aus dem Kindergarten stammen könnten. Und dies steht noch, obwohl im Straßenverkehr jährlich tausendfach mehr Tote in der Statistik erscheinen, als alle Vogelgrippe-Infizierte Einwohner Deutschlands. Was hat sich dieser Künstler bloß dabei Gedacht ! Der war so respektlos und unmenschlich. DER Kriegt kein Gummibärchen von mir
Sorry, aber das ist ein Spiel das aus Prinzip nur für gewaltgeile Menschen entwickelt wurde. Es mag sein, dass ein paar andere Leute es sich auch so gekauft haben, aber die *Zielgruppe* ist ja wohl sehr klar.
Wäre nett, wenn du sie hier auch explizit niederschreiben würdest. Wer ist denn die Zielgruppe, bitteschön ? Vorschulkinder und Benjamin Blümchen Leser ? Hip Hop Teenies ? Mittzwanziger Zocker ? 30+ Oldschooler ? Gefängnisinsassen, die mal virtuell brutal zuschlagen wollen ? Die Auswahl ist grooooooß und ich bezweifle SEHR SEHR stark, dass Tetris und Super Mario für Menschen entwickelt wurden, die *nicht* gelangweilt waren. Schließlich dienen diese Spiele der "Tötung der Langeweile"
Und solche Spiele brauchen wir hier tatsächlich nicht; solche Spiele dürfen absolut nicht frei erhältlich sein. Genau wie Nazi-Literatur es nicht sein darf. Es ist dieselbe Ebene, mit dem Unterschied dass die Grausamkeiten im Spiel auch noch als *Unterhaltung* dienen.
Naja... die NAZI-"Software" hat eine vollkommen andere Motivation. Die "Rassenvernichtung" ist eindeutig kein Ziel in Manhunt. Das Propagieren der eigenen Partei ist in Manhunt nicht vorhanden. Das Stilisieren eines Führers wirst du in Manhunt dein Leben lang nicht finden. Aber Du hast Recht, das Töten in Manhunt dient der ..ähm.. Unterhaltung. Es ist ein Mittel zum Weiterkommen in dem Spiel. Wobei ich mich frage... ist das "ins-Gesicht-Schlagen" in Dead or Alive, auch wenn die Prügelfeen dicke Brüst...ungen für ihren Kampf benuten, nicht ebenfalls gewaltverherrlichend ? Schließlich ist Gewalt das alleinig EINZIGSTE Mittel um Erfolg. Ich kann mich NICHT im dunklem Verstecken, wie in Manhunt. Gut, es ist nicht mit der braunen Literatur vergleichbar, aber das ist Manhunt scließlich ebenfalls nicht, oder ?
Ich sage einfach... wer keine Motivation verspürt, diesen Titel mal anzuspielen, der soll einfach diesen Titel links oder rechts liegen lassen.
Natürlich spreche ich mich für eine Altersfreigabe AB 18 aus. Manhunt gehört *eindeutig* nicht in Unter-18 Hände. Wer es nicht schafft, seine Hose vernünftig zu tragen, der kann mit diesen Titel erst recht nichts anfangen. Und da finde ich es gut, wenn es hier eine gesetzlich-bindende Altersfreigabe existiert. Naja, man muss sich halt auch daran halten und die "Schuld" an all den Gewalttaten in unserer Gesellschaft nicht auf das nächstbeste ausgedachte "Blutspiel" schieben. Aber wir wissen ja, insbesondere unsere Volksvertreter handeln manchmal sehr fern des Volkes. Nur manchmal ?
