Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele aussehen?

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Chibiterasu
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von Chibiterasu »

Ich bin ja bei Konsolen in erster Linie gegen DRM weil ich einfach Angst habe, dass die Spiele in 20 Jahren nicht mehr spielbar sind.
Am PC gibt es immer irgendwelche Wege ein Spiel zum Laufen zu bringen, selbst wenn Valve die Spiele bei einem Bankrott nicht freigibt.
Bei der XBO erwarte ich mir das nicht.


Ansonsten bin ich durchaus der Meinung, dass man den Gebrauchtspielmarkt stärker regulieren kann. Die Frage ist aber wie.

In meiner kleinen Welt stell ich mir zb folgendes Szenario vor.


Neupreise sinken wieder (auf zb 40-50€). Gebraucht bekomme ich für die Disk aber nur mehr 5€ Euro (wenn ich es über Gamestop etc. mache).

Der Gebrauchthändler verkauft die Disk wieder für 10€ und der Käufer muss das Spiel dann für 20€ freischalten (15€ gehen an den Publisher, 5€ an Sony und Co.).

Gebraucht hat es den Käufer also 30€ gekostet (Ersparnis zum Neupreis 10 bis 20€) mit option die Disk samt Lizenz auch wieder für 5€ zu verkaufen.

Der Gebrauchthändler schneidet bei jedem Spiel mit, genauso der Publisher und die Konsolenhersteller. Und der Spieler gibt nicht sooo viel mehr Geld aus als vorher schon bei neu erschienen Games bei Gamestop und Co. Neukäufer haben durch niedrigere Preise mehr Geld für verschiedene Spiele.
Alle sind happy. :?:
Sobald Spiele auch neu billiger werden, muss die Freischaltgebühr natürlich angepasst werden.



Imho scheitert die Sache vor allem an der Gier. Bin aber auch kein Marktwirtschaftler. Ist vielleicht naiv die Ansicht.
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A Vile Saint
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von A Vile Saint »

THD04 hat geschrieben:
Nichts - aber auch gar nichts! - ist unendlicher als die Gier von Spiele-Publishern...
Ein gewisser Herr Einstein möchte Dich gerne sprechen. :wink:

@Kajetan: ach stimmt, das vergesse ich gerne. Leuten, die genug Geld haben, geht es nur noch um Macht. Über den Markt, aber am aller liebsten über den Menschen an sich. Die "Waffe" Kapitalismus eignet sich allerdings nur bedingt dazu, deswegen wird man wohl noch andere Saiten aufziehen müssen.

Ich entferne mich vom Thema, entschuldigung.

Im Moment könnte ich mir mal im Kopf ausrechnen, wenn ich mir statt einer neuen Konsole einen PC vom Mund abspare - um wieviel Geld ich Microsoft dann auch noch beraube, wenn ich für Windows nicht bereit bin zu zahlen...ach, herrlich.
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Exedus
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von Exedus »

Z.B. meint er das Onlinedienste wie Server kosten sind für die ein Wiederverkäufer ja nichts zahlt. Ich kann man zwar mit dem Argument an sich anfreunden, aber es ist auch selbst verschuldet wenn man keine Server Software anbietet für seine Kunden das diese selbst hosten können.
Ausserdem braucht auch nicht jedes game einen MP modus oder andere Onlinedienste
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greenelve
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von greenelve »

Ich bin gespannt auf die ersten, die einen Markt ohne Gebrauchtspiele verteidigen...
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von Wigggenz »

Der private Gebrauchtmarkt sollte schon von vorneherein unantastbar bleiben. Da bereichert sich auch in der Regel niemand.

Auch der kommerzielle Gebrauchtmarkt ist eigentlich nicht anzugehen, auch wenn die Publisher hier natürlich drunter leiden, wenn Gamestop ihr (auch für den Spieler nicht angenehmes) Programm abziehen. Andere Unterhaltungsmedien (Bücher/Comics, CDs/Platten, DVDs/BluRays) machen es aber vor, dass es auch mit kommerziellem Gebrauchtmarkt geht.

Es müssen mehr emotionale Anreize geschaffen werden, das vollständige Spiel in erster Hand zu besitzen. Bei Büchern, CDs und DVDs ist da einfach dieses "Habenwollen", was Spiele selten erreichen. Wieso? Weiß ich auch nicht, ich vermute es liegt an der schon völlig etablierten Kultur der Fließbandproduktion, die bei Filmen und Musik und Literatur nicht so penetrant durchschlägt.

Und Day1-DLCs für Erstkäufer sind keine legitime Maßnahme. Dort bekommen Erstkäufer nämlich ein anderes Produkt als Gebrauchtkäufer. Das Ziel muss sein, mehr emotionale Anreize zum Kauf des selben Produkts, nur aus 1. Hand, zu schaffen.

Lässt sich meiner Meinung nach bewerkstelligen, indem man vor allem weniger Spiele produziert, dafür aber mehr Herz reinsteckt (NICHT Geld, Spiele haben eh ein viel zu hohes Budget).
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ColdFever
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von ColdFever »

greenelve hat geschrieben:Ich bin gespannt auf die ersten, die einen Markt ohne Gebrauchtspiele verteidigen...
Sobald die Gebrauchtssperre ganz aus dem Sack ist, rekrutieren die entsprechenden Publisher dann ja vielleicht wieder einige Hundert Chinesen für Foren-Propaganda.

Es ist wirklich jämmerlich. Erst propagiert EA den Online-Pass und will alle Singleplayer-Spiele zu Multiplayer-Spielen machen, doch kaum geht dieser Schuss mit "Sim City" völlig in die Hose, gibt es die 180 Grad-Kehrwende. Nun soll es doch wieder Singleplayer-Spiele geben und der Online-Pass fällt weg, aber eine Gebrauchtspielsperre soll es richten, d.h. Micro$oft realisiert für EA und Co. eine Art Gebrauchtspiel-Pass: Vom Regen in die Traufe :roll:

So langsam sind die Koksnasen jedoch offenbar völlig auf Droge, denn selbst wenn sie damit in den USA durchkommen, gibt es in der EU immer noch Verbraucherschutzgesetze. Gegen diese XBone-Verbrauchervergewaltigung könnten die Milliarden-Bussgeldzahlungen gegen Micro$oft wegen des einstigen Netscape/IE-Browserkrieges am Ende zu Peanuts werden. Auf den Verbraucherzentrale Bundesverband kommt da nach der Klage gegen Steam mit der XBone noch viel, viel Arbeit zu. Immerhin ist der vzbv bereits im Bilde.
Zuletzt geändert von ColdFever am 29.05.2013 16:24, insgesamt 4-mal geändert.
SoftIceMan
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von SoftIceMan »

Bin mal gespannt, wann die Autohersteller den Gebrauchtmarkt stoppen...
Eigentlich unverschämt, den weiterverkauf von Spielen stoppen zu wollen.

Klar kann man nun sagen, dass man ja mit dem Kauf eines Spiels nur die Nutzerlizenz erwirbt.
Aber dann hab ich doch das Recht (Lizenz), es - wenn ich die Lizenz erworben habe - auf allen Systemen zu nutzen!
Dass ich mir, zB. die Nutzerlizenz für Diablo3 nochmal kaufen muss, um es dann auf der PS3 spielen zu können ist eine Frechheit!

Bitte korrigiert mich, wenn ich das mit der Nutzerlizenz falsch verstanden habe.
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King Rosi
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von King Rosi »

Wigggenz hat geschrieben:Es müssen mehr emotionale Anreize geschaffen werden, das vollständige Spiel in erster Hand zu besitzen. Bei Büchern, CDs und DVDs ist da einfach dieses "Habenwollen", was Spiele selten erreichen.
also da scheine ich wohl einer der wenigen zusein bei denen das durchaus auch auf spiele zutrifft.
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sYntiq
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von sYntiq »

Chibiterasu hat geschrieben:Ansonsten bin ich durchaus der Meinung, dass man den Gebrauchtspielmarkt stärker regulieren kann. Die Frage ist aber wie.
Du bist also dafür dass sich der Markt gefälligst stärker an die Fantasien der Publisher anpasst und nicht dass die Publisher evtl. mal ein wenig realitätsnäher kalkulieren? (Ja, auch Gebrauchtkäufer könnte man mit in die geplanten Absatzmengen etc. einkalkulieren!)
Gebraucht hat es den Käufer also 30€ gekostet (Ersparnis zum Neupreis 10 bis 20€) mit option die Disk samt Lizenz auch wieder für 5€ zu verkaufen.
Oder der Käufer wartet 2-4Wochen und bekommt es dann neu für 30Euro....
Mal ganz davon ab dass man gerade aus UK viele Spiele auch schon für ca 40Euro neu vorbestellen kann
Der Gebrauchthändler schneidet bei jedem Spiel mit, genauso der Publisher und die Konsolenhersteller. Und der Spieler gibt nicht sooo viel mehr Geld aus als vorher schon bei neu erschienen Games bei Gamestop und Co. Neukäufer haben durch niedrigere Preise mehr Geld für verschiedene Spiele.
Alle sind happy. :?:
Gamestop zB. nimmt keine Spiele aus UK etc. Es muss ein USK Siegel drauf sein. Wer aus UK kauft, bleibt also in Zukunft einfach auf seinen Spielen sitzen. Zumindest wenn man nach den derzeitigen XBoxHorst-Gebrauchtsystem-Gerüchten geht.
Ein reiner Privatverkauf (Flohmarkt, Freunden, Arbeitskollegen etc) ist dann auch nicht mehr möglich.
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Chibiterasu
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von Chibiterasu »

sYntiq hat geschrieben:
Chibiterasu hat geschrieben:Ansonsten bin ich durchaus der Meinung, dass man den Gebrauchtspielmarkt stärker regulieren kann. Die Frage ist aber wie.
Du bist also dafür dass sich der Markt gefälligst stärker an die Fantasien der Publisher anpasst und nicht dass die Publisher evtl. mal ein wenig realitätsnäher kalkulieren? (Ja, auch Gebrauchtkäufer könnte man mit in die geplanten Absatzmengen etc. einkalkulieren!)
Naja, aber wieso sollten sie? Es kommt ja nix vom Gebrauchtmarkt direkt zum Publisher zurück.
Man kann höchstens schätzen wieviel Geld, das durch Gebrauchtkäufe gespart bzw. wieder eingenommen wird über Umwege wieder in andere Spiele investiert wird.

Aber das macht ja kaum wer, weil es ein wenig russisches Roulette ist (starke Unterschiede zwischen Spielen).


Wenn es neu billiger zu haben ist, dann muss man den Freischaltpreis eben anpassen. Hab ich ja geschrieben.
Der Preisverfall ist für den Kunden natürlich super aber teilweise auch fragwürdig (Nintendo macht es zb anders und es scheint zu funktionieren - nicht das mir das immer gefällt).

Region-Lock ist ein anderes Thema über das ich nicht gesprochen habe. Finde ich scheiße und stimme dir zu.
Noeppchen hat geschrieben: .Das grundlegende Problem bei deinem Szenario ist, dass es kein Angebot geben wird, weil niemand sein Spiel für 5€ weggibt, da bleibt es bei 99,99% der Leute eher im Schrank liegen um es ggf. nochmal zu spielen. In diesem Szenario gibt es keinen Gebrauchtmarkt, weil die Nachfrage das Angebot um das 1000fache (oder höher) übertrifft :Hüpf:
Wird wohl so sein ja. Gutes Argument!
Da müssten halt die Gamer selbst dran arbeiten, dass das Angebot an Gebrauchtspielen vorhanden ist.
Weil man profitiert ja selbst auch vom niedrigeren Preis.

Aber das wird wohl wirklich nicht passieren und die Publisher freuen sich.



Ich hatte die Diskussion vor kurzem woanders. Nochmal. Ich bin nicht gegen den Gebrauchtmarkt oder will ihn abschaffen.
Aber ich verstehe, dass Publisher da was tun wollen weil einfach nix der Einnahmen aus dem gewerblichen Gebrauchthandel bei ihnen landet.
Und so ne Disk wandert leicht durch 10 bis 20 Hände ohne dass es große Abnützungserscheinungen gibt (anders bei Gebrauchtgegenständen, die auch im Preis anders kalkuliert sind).

Ich finde einfach, dass es auch im Interesse des Gamers sein sollte, dass sein Geld im Endeffekt nicht nur beim Gebrauchthändler liegen bleibt sondern beim Entwickler und Produzenten ankommen sollte. Schließlich will man ja evtl mehr davon.

Eine Kombination mit einer Freischaltgebühr wo auch die Hersteller der Spiele mitschneiden, finde ich daher theoretisch sinnvoll.
Wie man das im Detail aber gut in die Praxis umsetzt, weiß ich nicht.
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Max Headroom
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von Max Headroom »

@Armin:
(..) Aber bei niedrigen Preisen funktionierts doch ganz gut, (..)
Was man schon seit Jahrhunderten predigt, dass z.Bsp. die Tauschbörsenmentalität aufgrund der hohen Preise so floriert, und man liebend gerne Originale kauft, sofern sie auch günstiger angeboten werden würden, ist für uns Zocker nichts unbekanntes. Es ist nur eben "statistisch" nicht ganz bei den oberen Chefetagen durchgedrungen ;)
Kleinere Spiele, oder auch AAA-Titel auf GOG, zeigen, dass der Spieler gewillt ist, seinen Geldbeutel bei einem angemessenen Preis (oder DRM-Freiheit) gar mit Genuss zu öffnen und den Kaufpreis bezahlen. Bei ein solch vielfältiges Spieleangebot ist der Publisher niemals sicher, dass sein teures Grafikblenderprojekt mit 8 Stunden Spielzeit von 20 Millionen Käufern gekauft wird. Um zu verhindern, dass ein paar wenige "Fehlkäufe" dennoch die Runde machen und per Gebrauchtmarkt auch weniger interessierten Spielern näher gebracht wird, ketten sie die Spiele an. Damit soll ein Nichtvollpreiskäufer motiviert werden, einen (ihn nicht sonderlich interessierenden) Titel günstig zu kaufen? *facepalm*.
Der Großteil der Spieler tauscht oder verkauft ein Spiel wieder. Ich habe nur eine handvoll Spiele im Regal, die mir wirklich was bedeuten (zumeist aus sentimentalen Gründen ;)) und die man gezielt gekauft/geordert hat. Der Rest wird beim Dealer gebraucht besorgt, mit Leuten getauscht/geliehen u.ä. Manchmal braucht man sich nur 3 Monate mit einem RPG zu beschäftigen, und nach der Ablenkung gibt's so manchen Titel für max 20-30 Euro zu ergattern :P Wenn zukünftig ein Abschlag hinzugerechnet werden muss, schiebt man diese Kosten wohl auf den Käufer, der dann zum Preis nochmals 10+ Prozent draufzahlen muss.

Ich sehe es schon kommen und male mir mal ein Zukunftsszenario aus: Man gibt sich mit "genügsamen 10%" pro neu-verknüpftem Spiel zufrieden geben wird, sofern man es auf dem XBone-Marktplatz oder PSN "getauscht" hat und über die "Hausbank" die Bezahlung vornimmt. Das verknüpfte Spiel wird per internem Markt verkauft, das Geld transferiert und die Lizenz umgeknüpft. Dabei fallen x Euro "Verwaltungsgebühr" für den Publisher an, der sie direkt vom Account abkassiert. Das geht schnell und zuverlässig.
Zieht man stattdessen "andere Kanäle" vor, Gebrauchthändler, eBay, Freunde o.ä., und umgeht den internen Markt mit dem überblickbaren internen Konto, könnte man z.Bsp. den Verkaufspreis im internem Online-Shop auf 1 Euro festlegen, während die Scheibe für 20 den Besitzer wechselt. Die 10% Zuschlag auf 1 Euro fallen nicht so sehr in's Gewicht ;)
Um diesen Missbrauch zu verhindern, könnte man sich eine zweite Schicht vorstellen: Wer das Spiel ausserhalb des internen Shops erwirbt, muss bei der Reaktivierung eine Pauschale abdrücken. Nicht mehr 10%, sondern mind. 10 Euro "Online-Pass" für den Neukunden. Im argstem Fall gar den gesamten Neupreis.
Das Pauschalsystem gilt insofern nur, weil man per "Account-Beobachtung" den Gebrauchtpreis seit dem Neukauf (= Erstanmeldung) im Account rückverfolgen kann. Um den "Missbrauch" ausserhalb des Marktplatzes zu verhindern, kassiert man gleich für die Lizenz einen Fixpreis, der nach dem Wunsch des Publishers geht. Somit bindet man die Spieler an den Shop, da man nur dort den Überblick über den Wiederverkaufspreis besitzt und darauf prozentual zuschlagen kann. Money, money, money.

Ich glaub', ich muss mal auf's Klo und dort etwas ablassen, was meine persönliche Meinung dazu repräsentiert ... :|
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von gracjanski »

ohne Gebrauchtspiele hätte ich gar keine Spiele bei mir. Ich muss ja keine Spiele kaufen, ich kann sie mir ja auch saugen. 50€ mit DLC Verarsche mache ich nicht mit, die können mich. Und dann sind auhc viele Spiele bei Release nicht mal richtig fertig, v.a. MMORPGs sind eigentlich noch Betas. Gerade vor wenigen Tagen habe ich wieder für max. 10€ pro Spiel ordentlich zugeschlagen, natürlich nur bei top Spielen und nicht von E(lektronischer) A(bfall).
Mca90 hat geschrieben:Das Verrückte ist ja, dass die Spiele gleichzeitig teurer werden sollen.
ist nicht verrückt sondern logische Konsequenz und das verstehen die meisten naiven jungen Menschen nicht. Die brauchen erstmal Lebenserfahrung. Hast du die Macht, nutzt du sie aus. Konsolenspielen sind auch teurer als PC Spiele, obwohl sie doch einfacher zu programmieren sein müssten = weniger Kosten. Jedoch kann man offensichtlich die Konsoleros viel einfacher verarschen (wundert mich auch nicht)
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ColdFever
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von ColdFever »

Chibiterasu hat geschrieben:Ich finde einfach, dass es auch im Interesse des Gamers sein sollte, dass sein Geld im Endeffekt nicht nur beim Gebrauchthändler liegen bleibt sondern beim Entwickler und Produzenten ankommen sollte. Schließlich will man ja evtl mehr davon. Eine Kombination mit einer Freischaltgebühr wo auch die Hersteller der Spiele mitschneiden, finde ich daher theoretisch sinnvoll.
Warum sollen plötzlich für Videospiele andere Gesetze gelten als für alle andere Medien, z.B. Musik und Filme? Auch Filme kosten Millionen, ohne dass die Hersteller eine Gebrauchtfilmsperre fordern, die den Verleih und den Weiterverkauf kastrieren.

Und werden die "Entwickler und Produzenten" wohl durch einen kastrierten Gebrauchtspielmarkt im Endeffekt mehr verdienen? Wohl kaum, wie die Studie zeigt, denn die Kunden haben nicht auf einmal mehr Geld für Spiele. Alle Publisher die darauf setzen, durch einen kastrierten Gebrauchtspielmarkt einen höheren Umsatz zu bekommen, werden sich böse umschauen. Der Spielemarkt ist nämlich gesättigt und damit ein Nullsummenspiel geworden: All das, was man den Kunden auf der einen Stelle wegnimmt, werden diese an anderer Stelle nicht ausgeben.

In einem gesättigten Markt gewinnt nur der Innovative dazu, nämlich Marktanteile von weniger innovativen Anbietern. Wer dagegen darauf setzt,von den Kunden mehr Umsatz durch DRM-Tricks abzupressen, wird am Ende nicht mehr, sondern weniger bekommen, solange es noch Alternativen gibt: Wenn Sony bei der PS4 die Gebrauchtspielsperre von Micro$oft bei der XBone nicht mitmacht, ist das Konsolenrennen bereits vor dem Start entschieden.
Zuletzt geändert von ColdFever am 29.05.2013 17:41, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von Stormrider One »

Wen keine gebrauch markt mehr geben sollte, werden die Dinger halt illegal runder geladen ...Die Puplischer machen sich selber damit schaden!!


MFG
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Chibiterasu
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von Chibiterasu »

ColdFever hat geschrieben:
Chibiterasu hat geschrieben:Ich finde einfach, dass es auch im Interesse des Gamers sein sollte, dass sein Geld im Endeffekt nicht nur beim Gebrauchthändler liegen bleibt sondern beim Entwickler und Produzenten ankommen sollte. Schließlich will man ja evtl mehr davon. Eine Kombination mit einer Freischaltgebühr wo auch die Hersteller der Spiele mitschneiden, finde ich daher theoretisch sinnvoll.
Warum sollen plötzlich für Videospiele andere Gesetze gelten als für alle andere Medien, z.B. Musik und Filme? Auch Filme kosten Millionen, ohne dass die Hersteller eine Gebrauchtfilmsperre fordern, die den Verleih und den Weiterverkauf kastrieren.

Gelten eh nicht wirklich. Die Musikindustrie hat es nicht geschafft - dort zum einen weil die paar MB viel zu schnell im Internet ausgetauscht sind und sie auch versucht haben die Musik an einzelne Geräte (iTunes nur am IPod oder DRM geschützte CDs die nur am CD Player abspielbar sind) zu binden.
Das hat der Kunde einfach nicht angenommen. Beim Musik konsumieren ist Flexibilität sehr wichtig (am MP3 Player, Computer, Autoradio, CD Player usw).

Bei Filmen können die Studios zuerst über das Kino, dann den Verleih, dann die Kauf-DVD und dann im öffentlichen Fernsehen (bzw. Video on demand Diensten) Geld machen. Und Filme erreichen in der Regel eine viel größere Zielgruppe.
Der Gebrauchtmarkt, wo ein paar DVDs für 2€getauscht werden ist einfach viel zu uninteressant.
Online Streaming geht denen sicherlich viel mehr auf den Sack. Das Problem könnten sie aber zumindest teilweise angehen, wenn sie weltweit On demand Dienste anbieten würden (HBO zb). Da sind sie einfach zu lahm.


Ich finde man kann Spiele schlecht mit den anderen Medien vergleichen.

Und Konsolenspiele laufen so oder so immer nur auf der Konsole, daher ist auch die Bindung an einen Account imho viel leichter umzusetzen (hat ja sogar am PC geklappt mit Steam).