@Armin:
(..) Aber bei niedrigen Preisen funktionierts doch ganz gut, (..)
Was man schon seit Jahrhunderten predigt, dass z.Bsp. die Tauschbörsenmentalität aufgrund der hohen Preise so floriert, und man
liebend gerne Originale kauft, sofern sie auch
günstiger angeboten werden würden, ist für uns Zocker nichts unbekanntes. Es ist nur eben "statistisch" nicht ganz bei den oberen Chefetagen durchgedrungen

Kleinere Spiele, oder auch AAA-Titel auf GOG, zeigen, dass der Spieler gewillt ist, seinen Geldbeutel bei einem angemessenen Preis (oder DRM-Freiheit) gar mit Genuss zu öffnen und den Kaufpreis bezahlen. Bei ein solch vielfältiges Spieleangebot ist der Publisher niemals sicher, dass sein teures Grafikblenderprojekt mit 8 Stunden Spielzeit von 20 Millionen Käufern gekauft wird. Um zu verhindern, dass ein paar wenige "Fehlkäufe" dennoch die Runde machen und per Gebrauchtmarkt auch weniger interessierten Spielern näher gebracht wird, ketten sie die Spiele an. Damit soll ein Nichtvollpreiskäufer motiviert werden, einen (ihn nicht sonderlich interessierenden) Titel günstig zu kaufen? *facepalm*.
Der Großteil der Spieler tauscht oder verkauft ein Spiel wieder. Ich habe nur eine handvoll Spiele im Regal, die mir wirklich was bedeuten (zumeist aus sentimentalen Gründen

) und die man gezielt gekauft/geordert hat. Der Rest wird beim Dealer gebraucht besorgt, mit Leuten getauscht/geliehen u.ä. Manchmal braucht man sich nur 3 Monate mit einem RPG zu beschäftigen, und nach der Ablenkung gibt's so manchen Titel für max 20-30 Euro zu ergattern

Wenn zukünftig ein Abschlag hinzugerechnet werden muss, schiebt man diese Kosten wohl auf den Käufer, der dann zum Preis nochmals 10+ Prozent draufzahlen muss.
Ich sehe es schon kommen und male mir mal ein Zukunftsszenario aus: Man gibt sich mit "genügsamen 10%" pro neu-verknüpftem Spiel zufrieden geben wird, sofern man es auf dem XBone-Marktplatz oder PSN "getauscht" hat und über die "Hausbank" die Bezahlung vornimmt. Das verknüpfte Spiel wird per internem Markt verkauft, das Geld transferiert und die Lizenz umgeknüpft. Dabei fallen x Euro "Verwaltungsgebühr" für den Publisher an, der sie direkt vom Account abkassiert. Das geht schnell und zuverlässig.
Zieht man stattdessen "andere Kanäle" vor, Gebrauchthändler, eBay, Freunde o.ä., und umgeht den internen Markt mit dem überblickbaren internen Konto, könnte man z.Bsp. den Verkaufspreis im internem Online-Shop auf 1 Euro festlegen, während die Scheibe für 20 den Besitzer wechselt. Die 10% Zuschlag auf 1 Euro fallen nicht so sehr in's Gewicht

Um diesen Missbrauch zu verhindern, könnte man sich eine zweite Schicht vorstellen: Wer das Spiel ausserhalb des internen Shops erwirbt, muss bei der Reaktivierung eine Pauschale abdrücken. Nicht mehr 10%, sondern mind. 10 Euro "Online-Pass" für den Neukunden. Im argstem Fall gar den gesamten Neupreis.
Das Pauschalsystem gilt insofern nur, weil man per "Account-Beobachtung" den Gebrauchtpreis seit dem Neukauf (= Erstanmeldung) im Account rückverfolgen kann. Um den "Missbrauch" ausserhalb des Marktplatzes zu verhindern, kassiert man gleich für die Lizenz einen Fixpreis, der nach dem Wunsch des Publishers geht. Somit bindet man die Spieler an den Shop, da man nur dort den Überblick über den Wiederverkaufspreis besitzt und darauf prozentual zuschlagen kann. Money, money, money.
Ich glaub', ich muss mal auf's Klo und dort etwas ablassen, was meine persönliche Meinung dazu repräsentiert ...
