Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott prophezeit das Ende der Konsolen

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AlbertCole
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von AlbertCole »

Hahle hat geschrieben:[...]aber prinzipiell ist Cloud-Gaming durchaus eine tolle Sache. [...]
Das könnte ja durchaus sein, aber leider bedeutet Cloud Gaming vor allem eins: Totale Abhängigkeit mit allen erdenklichen Konsequenzen. Spiele werden zu Dienstleistungen degradiert, die jeder Zeit eingestellt werden können, das Verhalten des Konsumenten wird rund um die Uhr gespeichert und ausgewertet, jeglicher Umgang mit dem Spiel wird strikt von den Publishern vorgegeben. Und sobald eine Monopolstellung erreicht ist, fängt der Spass erst richtig an: Monatlichen Abokosten können nach Belieben (nach oben) korrigiert und Spiele in Einzelteile zerstückelt werden, die man einzeln zusammenkaufen muss usw. der Vorstellung sind keine Grenzen gesetzt. Und wie gesagt, wenn der Dienst dann irgendwann mal nicht mehr rentabel ist, wird er abgeschaltet. Schicht im Schacht.

Besonders Letzteres bereitet mir als Spieler am meisten Sorgen: Spiele sind doch viel mehr als Dienstleistungen. Sie mögen vielleicht nicht Kunst sein, aber sie sind Kulturgüter, die auf einer Ebene mit Büchern, Filmen und Musik stehen. Es ist ein wunderbares Medium, das uns Spieler wie kein anderes zu fesseln vermag. Dass irgendwann einmal profitorientierte Manager zu den Verwaltern unserer Kulturgüter werden könnten, ist eine wirklich unschöne Vorstellung. Weshalb sollten nicht auch Filme, Bücher und Musik komplett zu Wolken verdampfen?

Klar, ich betreibe gerade Schwarzmalerei und Gelegenheitsspieler wird das kaum stören, aber mir persnönlich liegt viel an meinem Hobby und es gefällt mir gar nicht, dass dieses wunderbare Medium immer mehr zu einem Spieball profitorientierter Anzugträger wird.
Zuletzt geändert von AlbertCole am 29.04.2013 15:27, insgesamt 1-mal geändert.
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sphinx2k
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von sphinx2k »

Kajetan hat geschrieben:
Nauglamir hat geschrieben:Und warum glaubt eigentlich immer jeder Spieler das diese Meinung idiotisch ist,
Ganz einfach: Weil sie idiotisch ist. Garriott ignoriert z.B. den Umstand, dass es weiterhin Leute geben wird, die nicht alles online und in der Cloud haben wollen. Für diese Leute wird es weiterhin Offline-Spiele und dedizierte Spielehardware geben. Ob diese Hardware von Sony, Nintendo oder einem anderen Hersteller kommt, spielt dabei keine Rolle. Den Nachfrage ist nämlich weiterhin vorhanden, also wird es ein Angebot dazu geben.
Die Frage ist welche Rolle werden werden diese Angebote spielen. Was sieht man an der Wii U, sieh verkauft sich schlecht weil die guten Spiele fehlen. Warum fehlen die Spiele weil keiner die Wii U kauft. Mal angenommen Spiele Streaming funktioniert in ein paar Jahren so gut das man wirklich keine dicke Hardware mehr Zuhause benötigt (Ich denke Lag wird weiterhin das KO Kriterium dafür sein). Und das neuste COD wird über Streaming Plattform XY angeboten. Wird Sony/MS sich die Arbeit machen Millionen in die Entwicklung einer neuen Konsole zu stecken wenn sie einfach einen eigenen Streaming Dienst starten können?

Ich bin mir ziemlich sicher das ich auch in Jahren noch Indie Spiele für den Pc bekommen werde, einfach weil man dort schön selbst entwickeln kann. Aber für eine Konsole würde ich die Hand nicht ins Feuer legen. Wie ich schon schrieb wird es aber so oder so nichts absolutes sein. Die Ouya ist schließlich auch ne Konsole, aber ob die PS/XBox bestehen bleibt steht auf einem anderen Blatt.
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Kajetan
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von Kajetan »

sphinx2k hat geschrieben:Die Frage ist welche Rolle werden werden diese Angebote spielen.
Richtig. Werden sie in 10 Jahren so dominierend sein, dass die Majors komplett auf Streaming setzen werden und den Offline-Bereich kleineren Nischenanbietern überlassen? Wird Streaming auf Konsolen nur ein zusätzliches Angebot sein, während die Masse des Umsatzes weiterhin offline über Retail abgewickelt wird? Man weiß es nicht. Die Erfahrung aus den letzten Jahrzehnten legt aber den Schluß nahe, dass Streaming und Cloud-Gaming nur eine Erweiterung des Angebotes darstellen werden. Weder ist das PC-Gaming verschwunden, weder haben sich SP-Spiele in Luft aufgelöst, noch gibt es nur noch MMOs oder nur noch reine MP-Spiele. Man schaue sich nur mal an, was für einen unglaublichen Aufwand Activision jedes Jahr mit der SP-Kampagne von CoD betreibt. Warum macht man das, wenn doch angeblich "jeder" CoD nur wegen des MPs kauft?

Schaut man sich zudem an, um welche Summen es sich hier handelt, dass z.B. im US-Markt monatlich (!) im Schnitt fast 1 Milliarde Dollar umgesetzt werden, davon der überwiegende Großteil über den klassischen Retailweg, so muss man Herrn Garriott schon fragen, wie er zu solchen Aussagen kommt.
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ZackeZells
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von ZackeZells »

Kajetan hat geschrieben: ...so muss man Herrn Garriott schon fragen, wie er zu solchen Aussagen kommt.
Ich denke er ist getrieben von iwelchen Aussagen die NC-Soft oder auch evtl. andre Majors gerne haben wollen, denn der digitale Vertriebsweg Spart jenen einiges an Ausgaben ( keine Presswerks Kosten, keine Kosten für die Retailboxen, keine Beilagen für die Hüllen (Früher Handbücher)) - hochgerechnet bei potentiellen Millionensellern macht das schon eine Ersparniss von einigen dickeren Brocken, die ein Publisher ja dazu verwenden könnte um einen "guten Entwickler in den Weltraum zu schießen"*scnr.
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Lebensmittelspekulant
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Kajetan hat geschrieben:
Nauglamir hat geschrieben:Und warum glaubt eigentlich immer jeder Spieler das diese Meinung idiotisch ist,
Ganz einfach: Weil sie idiotisch ist. Garriott ignoriert z.B. den Umstand, dass es weiterhin Leute geben wird, die nicht alles online und in der Cloud haben wollen. Für diese Leute wird es weiterhin Offline-Spiele und dedizierte Spielehardware geben. Ob diese Hardware von Sony, Nintendo oder einem anderen Hersteller kommt, spielt dabei keine Rolle. Den Nachfrage ist nämlich weiterhin vorhanden, also wird es ein Angebot dazu geben.
Ich denke schon, daß es eine Rolle spielen wird von wem die Hardware kommt. Was der gute Mann nicht erwähnt hat ist, daß nicht nur Clouds eine Bedrohung für den Bedarf an Konsolen-Rechenkraft darstellt, sondern auch mobile Rechenplattformen, die momentan sämtlichen stationären Privatrechnern die Marktanteile wegnehmen. Wenn man in Zukunft einfacher und umfangreicher auf dem Handy oder dem Tablett spielen kann, wofür braucht man dann noch eine Heimkonsole? Zumal der Trend der Spieleentwicklung sowieso Richtung Multiplattform, also ein Spiel für jedermann, geht. Da sind geschlossene Konsolensysteme eher kundenfeindlich. Der Kunde kauft lieber ein einziges System, auf dem er alles spielen kann, als 2-3 Systeme, auf denen er sich Exklusivspiele zusammensucht. Das universelle System bietet ein PC ohnehin schon. Diese Plattform kann durchaus eine Nische behalten. Mobile Plattformen entwickeln sich in die selbe Richtung. Clouds können das irgendwann sowieso anbieten. Gegenüber den starren Konsolen hat man in den anderen Bereichen der Unterhaltungshardware deutlich mehr Produktvielfalt und das trotz weniger Exklusiv-Deals. Wie will man dagegen in Zukunft konkurrieren können?
C.M. Punk hat geschrieben:http://www.vgchartz.com/

75 Millionen verkaufte Xbox 360 + 75 Millionen verkaufte PS3 + 100 Millionen verkaufte Wii
Unterm Strich 250 Millionen zahlende Kunden. So ein Geschäft gibt MS, Sony und N sicher gerne auf!

:cheer: :Häschen: :cheer: :Rentier: :cheer: :Schwein: :cheer: :Hase:
Ich verstehe dieses Argument nicht. Wichtig ist doch nicht, wieviel man an Stückzahlen verkauft hat, sondern wieviel Gewinn man damit gemacht hat. Gerade für Microsoft und Sony dürften die von dir präsentierten Zahlen alles andere als ein Hinweis auf ein gelungenes Geschäft sein. Anfänglich mussten beide Hersteller auf jede verkaufte Konsole sogar noch draufzahlen.

Die Entwicklung von Konsolenhardware wird immer kostspieliger. Noch schlimmer ist die Preissteigerung bei der Spieleentwicklung. Exklusivspiele, die notwendig sind um eine bestimmte Kundengruppe überhaupt zum Hardwarekauf zu überreden, werden davon in Zukunft noch weitaus härter getroffen werden, weil die im Umkehrschluss aufgrund der Plattformexklusivität weniger Gewinn erzeugen werden.
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Kajetan
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von Kajetan »

ZackeZells hat geschrieben: Ich denke er ist getrieben von iwelchen Aussagen die NC-Soft oder auch evtl. andre Majors gerne haben wollen, denn der digitale Vertriebsweg Spart jenen einiges an Ausgaben ( keine Presswerks Kosten, keine Kosten für die Retailboxen, keine Beilagen für die Hüllen (Früher Handbücher)) - hochgerechnet bei potentiellen Millionensellern macht das schon eine Ersparniss von einigen dickeren Brocken, die ein Publisher ja dazu verwenden könnte um einen "guten Entwickler in den Weltraum zu schießen"*scnr.
Hey, ich gönne Richard jede einzelne Sekunde Space-Trip von ganzem Herzen, so ist das nicht. Aber ich muss deswegen nicht alles gut finden, was er von sich gibt :)
Ellepak
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von Ellepak »

Nur irgendwie hat er die Rechnung ohne die Internetanbieter gemacht...
Denn es sieht ja danach aus, dass es Volumenbegrenzungen in Zukunft geben wird und das dann sicherlich nicht nur in Deutschland, denn das ist ja ein weltweites Problem, dass der Traffic zunimmt...
Ansonsten sehe ich das auch so, zwar nicht für Spiele, die eine schnelle Reaktion erfordern (z.B. Egoshooter), aber den Rest.
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ZackeZells
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von ZackeZells »

Ellepak hat geschrieben:Nur irgendwie hat er die Rechnung ohne die Internetanbieter gemacht...
Denn es sieht ja danach aus, dass es Volumenbegrenzungen in Zukunft geben wird und das dann sicherlich nicht nur in Deutschland

Nur weil die Telekom wieder meint das sie mit ihrem neuen Geschäftsmodell den großen Reibach macht, lässt jeder den Kopf hängen und meint das wir wieder ins 14.4er Zeitalter zurückfallen werden. Die Teleklom wird nichts begrenzen, sie verlangt einfach eine höhere Gebühr für ne Flatrate...die Leute sollten aufhören deswegen zu weinen.
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sphinx2k
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von sphinx2k »

Ellepak hat geschrieben:Nur irgendwie hat er die Rechnung ohne die Internetanbieter gemacht...
Denn es sieht ja danach aus, dass es Volumenbegrenzungen in Zukunft geben wird und das dann sicherlich nicht nur in Deutschland, denn das ist ja ein weltweites Problem, dass der Traffic zunimmt...
Ansonsten sehe ich das auch so, zwar nicht für Spiele, die eine schnelle Reaktion erfordern (z.B. Egoshooter), aber den Rest.
Nur mal so in Süd Korea haben die ISPs (Internet Service Provider wie z.B. Telekom) auch die Flatrates eingestellt. Hauptgrund ist dort das Smart TVs (Fernsehen via Internet) viel verbreiteter sind und auch die Bandbreite die jeder hat erheblich höher ist (nicht wie Deutschland das den Anschluss lange verpasst hat).
Was gibt es jetzt dort: Zeitunabhängige Volumentarife.

Warum die Telekom dieses Modell nicht in Betracht zieht zeigt das sie ganz andere Ziele verfolgen. Die Telekom versucht gerade ein unlauteres Spiel zu spielen wo ich mir sicher bin das sie nicht damit durchkommen.

Strom und Wasser zahlt man auch pro verbrauchter Menge warum soll es beim Internet anders sein. Und btw. Endkundenpreise sind pro Terrabyte unter 10 Euro. Die Telekom muss für die Kapazitäten noch weniger zahlen. Also sagen wir Grundgebühr + 1cent pro Gigabyte traffic. Und das wäre schon teuer. Aber hey dann würde die Telekom bei ganz vielen ja weniger verdienen die nur hier und da mal nachrichten lesen oder email schreiben. Mit einer der Gründe..aber gesehen von den Offensichtlicheren warum sie das gerate vor haben...weshalb sie keine Volumentarife anbieten.
Armin
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Re: Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues: Richard Garriott

Beitrag von Armin »

Kajetan hat geschrieben: Onlive, mit irrem Hype gestartet, musste geschlossen werden, weil man angesichts der enormen Größe des US-Marktes so gut wie keine zahlenden Kunden finden konnte.
Gibts anscheinend immernoch. Sieht eigentlich ziemlich beeindruckend aus. Wenn sowas nicht mehr mit dem technisch machbaren zu kaempfen hat, also lag und performance, dann koennte Garriot doch Recht behalten. Wozu noch ne Konsole an den Fernseher haengen, wenns auch so geht? Der durchschnittliche Konsolenzombie schert sich ja nicht um alles, was mich davon abhalten wuerde sowas zu nutzen.