Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mir Sorgen."

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Kajetan
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Die Interessen des Kunden und seine tatsächlichen Wünsche spielen keine Rolle, ihm wird mit massivem Marketingaufwand eingeredet, was er sich zu wünschen hat.
Ach so, stimmt, ich hatte vergessen, daß die Menschen ja willenlose und tumbe Maschinen sind, die sich einreden lassen, was sie wollen.
Nicht alle, aber viele.
Schon mal auf die Idee gekommen, daß viele Leute diese Dinge, die hier kritisch beäugt werden, auch tatsächlich so wollen?
Viele Menschen wollen einfache Unterhaltung. Keine Frage. Ist auch in Ordnung. Das Marketing zielt aber nicht darauf ab diesen Menschen grundsätzlich einfache Unterhaltung zu verkaufen, sondern DIESE und NUR DIESE Unterhaltung von JENER Firma und nicht die andere einfache Unterhaltung von der anderen Firma. Das Marketing zielt darauf ab einen Bedarfswunsch zu erwecken, der vorher nicht bestand. Und zwar der Wunsch nach einem ganz spezifischen Angebot und nicht per se nach einfacher Unterhaltung.
Wie gesagt: Wir haben genau den Markt, den wir verdienen und den wir wollen.
Nein, den haben wir nicht. Wir haben eine Mischform aus Marktanteilen, die durch expliziten Kundenwunsch entstanden sind und wir haben Marktanteile, die klar ihren Ursprung aus Marketingbemühungen haben. Das ist also zT. der Markt, den der Kunde tatsächlich will und es ist teilweise der Markt, den die Majors haben wollen.
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Usul
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Das Marketing zielt aber nicht darauf ab diesen Menschen grundsätzlich einfache Unterhaltung zu verkaufen, sondern DIESE und NUR DIESE Unterhaltung von JENER Firma und nicht die andere einfache Unterhaltung von der anderen Firma. Das Marketing zielt darauf ab einen Bedarfswunsch zu erwecken, der vorher nicht bestand. Und zwar der Wunsch nach einem ganz spezifischen Angebot und nicht per se nach einfacher Unterhaltung.
Nochmal: Was das Marketing und die Werbung wollen, ist eine Sache. Die andere Sache ist, daß das nicht das allgemeine Interesse erst gebiert. Beeinflußt in gewisser Weise, ja, das mag sein. Aber nicht so aktiv kreiiert, wie du das hier darstellst. Zumal es auch wieder vereinfacht ist zu meine, daß die Majors die tumben Kunden per Marketing das wünschen lassen, was ihnen recht ist. Würfeln sie etwa aus, was sie bewerben, was sie entwickeln, was sie verkaufen wollen? Oder gehen sie da doch auf Marktforschung und ihre entsprechenden Projektionen ein? Der Kunde triggert das Marketing triggert den Kunden...
Nein, den haben wir nicht.
Gut, machen wir damit spaßeshalber weiter: Doch, den haben wir. :)
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Sir Richfield
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Sir Richfield »

Usul, ich weiß schon, was Du meintest.
Deshalb habe ich ja die Unterscheidung zwischen Konsument (Der ohne viel zu fragen oder prüfen das kauft, was ihm Werbung und Hype so "vorschreiben" (man beachte die ""!!!!)) und Kunde gemacht.
Denn ich gucke mir erst einmal an, wie das Preis/Leistungsverhältnis für mich aussieht. Und komme meist zu dem Ergebnis, dass mir EA und Co. kein vernünftiges Angebot machen.
Usul hat geschrieben:Ich denke nicht, daß es so viele Moorhuhn-Fans gab, weil die Werbung das bewirkt hat... sondern es gab letztendlich solch einen Moorhuhn-Hype, weil es eben viele Leute gab, für die das gerade gepaßt hat. Moorhuhn genommen, um nicht wieder COD zu nehmen.
Moorhuhn ist kein SO falsches Beispiel, wie es klappen könnte!
Moorhuhn war eine Überraschung, weil jeder uns seine Omma das im Büro gespielt haben. Quasi das Angry Birds der Urzeit. ;)
Und weil das so einen Riesenerfolg hatte, haben sich viele gedacht "Das ist genau DAS, was der Kunde will!".
Tja, war aber nicht so, war ein One Hit Wunder, das Thema Moorhuhn ist dann dahin gegangen, wo es hingehört: Beim Real in der Software Abteilung, auf seine Nischenkundschaft wartend.
Warum klappt das dann bei AAACoDololol allem Anschein nach nicht? Wo doch fast alle der Meinung sind, das Spiel wird immer schlechter?
Weil AC/B einfach mehr Geld hat. Hype, Fanboys, Konsumenten, NoobTubeKiddies und Marketing haben sich gegenseitig hochgeschaukelt, so dass es von aussen wie ein Perpetuum Mobile wirkt.

Wirkt, denn das System ist nicht selbsterhaltend. Die Konsumenten sind die Bremse, denn sie wollen immer mehr immer bunter. Und der Publisher muss immer mehr Energie (in Form von Geld) in das System pumpen, um das Rad am Laufen zu halten.
Prognose: Eher geht den Publishern das Geld aus als der Masse der Wunsch nach "mehr".

Ich als "Kunde" gucke mir das in Ruhe von Aussen an und lass die mal alle gepflegt in ihrem Hamsterrad den Herzinfarkt erleiden...
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben: Nochmal: Was das Marketing und die Werbung wollen, ist eine Sache. Die andere Sache ist, daß das nicht das allgemeine Interesse erst gebiert.
Natürlich. Deswegen sage ich doch explizit, dass nicht das allgemeine Interesse nach zB. einfacher Unterhaltung generiert wird, sondern nach einem GANZ SPEZIFISCHEN Angebot in diesem Sektor.
Zumal es auch wieder vereinfacht ist zu meine, daß die Majors die tumben Kunden per Marketing das wünschen lassen, was ihnen recht ist. Würfeln sie etwa aus, was sie bewerben, was sie entwickeln, was sie verkaufen wollen? Oder gehen sie da doch auf Marktforschung und ihre entsprechenden Projektionen ein? Der Kunde triggert das Marketing triggert den Kunden...
Der Kunde will ein Actionspiel. Der Publisher sorgt über das Marketing, dass der Kunde DIESES und nicht das andere Actionspiel haben will. Und wenn man das Marketingbudget so richtig aufbläst, dann wollen auch Leute DIESES Actionspiel, obwohl sie sonst mit Actionspielen nicht viel am Hut haben. Dann wird halt CoD gekauft, weil man davon so viel gehört hat und weil das wohl jeder spielt. Kann man doch mal reinschauen, nicht wahr?
Nein, den haben wir nicht.
Gut, machen wir damit spaßeshalber weiter: Doch, den haben wir. :)
Mit welchem Argument?

Gegenargument: Man kann nicht sagen, dass der Kunde Always-On will, weil sich Sim Shitty über 1 Mio. mal verkauft hat. Man kann nur sagen, dass der Kunde in erster Linie ein neues Sim City-Spiel haben wollte und wie man an etlichen Reaktionen enttäuschter Käufer sehen kann, wird Always-On nur zähneknirschend akzeptiert. Gerade weil man explizit ein Sim City-Spiel haben wollte.
Zuletzt geändert von Kajetan am 26.04.2013 16:25, insgesamt 1-mal geändert.
johndoe981765
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von johndoe981765 »

Sympathischer und kluger Zeitgenosse!
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A Vile Saint
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von A Vile Saint »

Ich finde eure Diskussion toll! Ohne Gebashe, ohne Polemik, klasse!

@Kajetan: hast Du einen Job in der Wirtschaft oder irgendwas in die Richtung studiert?
[Shadow_Man]
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von [Shadow_Man] »

Der Mann hat so Recht, spricht mir voll aus dem (Spieler-)Herzen. Das sollte man echt so ausdrucken und jedem Publisher schicken.

Ich bin z.B. supergerne bereit, für mein Hobby sehr viel Geld auszugeben. Ich hab mittlerweile über 1200 Original-PC Spiele in meiner Sammlung.
Wenn man mich aber total gängelt und dann mit solchen Sachen wie Always on ankommt, dann verliere ich aber die Lust, da noch Geld zu investieren. So hab ich weder ein Sim City noch ein Diablo 3 gekauft, sondern komplett boykottiert.
Wenn dagegen jemand sein Spiel ohne Abzocke und übertriebene Kopierschutzmaßnahmen veröffentlicht, dann gebe ich gerne auch den Vollpreis aus.
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Usul
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Der Kunde will ein Actionspiel. Der Publisher sorgt über das Marketing, dass der Kunde DIESES und nicht das andere Actionspiel haben will. Und wenn man das Marketingbudget so richtig aufbläst, dann wollen auch Leute DIESES Actionspiel, obwohl sie sonst mit Actionspielen nicht viel am Hut haben. Dann wird halt CoD gekauft, weil man davon so viel gehört hat und weil das wohl jeder spielt. Kann man doch mal reinschauen, nicht wahr?
Das bricht das Problem mit dem Generieren eines Interesses zwar von der allgemeine Stufe runter auf spezifische Produkte, macht aber die Rechnung in meinen Augen nicht richtiger: Die Werbung mag den Kunden beeinflussen, aber doch nicht in dem Maße, wie das hier angedeutet wird. Man könnte fast annehmen, der gemeine COD-Käufer würde ohne die aggressive COD-Werbung eher zu tiefschichtigen, komplexen Action-Perlen greifen - das kann ich nicht wirklich glauben.
Und weiterhin bleibt die Feststellung bestehen, daß die Hersteller ja nicht aus heiterem Himmel COD oder COD-Klone auf den Markt werfen... oder gar so weit gehen, bestehende, teilweise völlig unterschiedliche Spielereihen immer mehr an diese COD-Schiene annähern... das geschieht doch nur deswegen, weil es dafür einen Markt gibt. Daß der Hersteller damit ausschließlich Geld verdienen will, bestreite ich nicht. Aber den Markt erschafft er nicht selbst. Ganz gleich, wie differenziert wir das Marketing und die Werbung betrachten und auf welches Niveau wir das alles herunterbrechen: Am Ende der ganzen Geldkette und damit auch automatisch am Anfang steht der Kunde.
Folglich gibt es in der Tat eine Nische für GOG und auch einen großen Bereich für Steam, aber eben auch einen sehr großen Teil für all das, was wir hier verteufeln - weil es unter objektiven Gesichtspunkten tatsächlich verteufelnswert ist.

Gegenargument: Man kann nicht sagen, dass der Kunde Always-On will, weil sich Sim Shitty über 1 Mio. mal verkauft hat. Man kann nur sagen, dass der Kunde in erster Linie ein neues Sim City-Spiel haben wollte und wie man an etlichen Reaktionen enttäuschter Käufer sehen kann, wird Always-On nur zähneknirschend akzeptiert. Gerade weil man explizit ein Sim City-Spiel haben wollte.
Gegen-Gegenargument: Wenn der Kunde Always-On nicht wollte, wäre es ihm letztendlich auch egal, daß es Sim City nur mit Always-On gibt. Also würde sich Sim City nicht gut verkaufen. Das Gegenteil ist der Fall, die Hersteller sehen, daß den Kunden Always-On eben nicht so wichtig ist, wenn sie im Gegenzug einen entsprechenden Gegenwert bekommen. Infolgedessen wird der Markt immer mehr mit Always-On-Produkten beackert werden, die halt gut genug sein müssen, um die Kunden über den Nachteil des Always-On hinwegsehen zu lassen.
Aber der Kunde hat und hatte die einfache Entscheidung: Ich will prinzipiell nix von diesem Always-On wissen, daher verzichte ich dankend auf Sim City und co. Viele machen das ja auch. Aber sehr viele auch nicht. Und so bekommen wir wieder den Markt, den wir (also die Mehrheit) wollen und verdienen.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Kajetan »

A Vile Saint hat geschrieben:Ich finde eure Diskussion toll! Ohne Gebashe, ohne Polemik, klasse!
Wir können auch anners. So ist das nicht :)

@Kajetan: hast Du einen Job in der Wirtschaft oder irgendwas in die Richtung studiert?[/quote]
Nope. Nur eine Weile selber in der Branche selbst tätig gewesen und einiges an Hintergründen mitbekommen. Etliche Erfahrungen in börsennotierten Firmen gemacht und dem alltäglichen Hirnfick, der dort ganz spezifisch und besonders ausgeprägt ist, wenn die ganze Tätigkeit nur auf kurzfristige Augenblickserfolge ausgerichtet ist, weil alles ausserhalb des Zeitrahmens eines einzigen Geschäftsjahres als unvorstellbares Nichts betrachtet wird. Wer da auf langfristige Strategien pocht, der wird zuerst schräg und verwirrt angeschaut und spätestens beim zweiten Mal wird einem nahegelegt sich doch bitte einen anderen Job zu suchen.
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Usul
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:
A Vile Saint hat geschrieben:Ich finde eure Diskussion toll! Ohne Gebashe, ohne Polemik, klasse!
Wir können auch anners. So ist das nicht :)
Das kommt auch alles demnächst, wenn wir uns zum 6. Mal dieselben Argumente in anderen Worten entgegengeschleudert haben.
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KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von KleinerMrDerb »

Und so bekommen wir wieder den Markt, den wir (also die Mehrheit) wollen und verdienen.
Mit dem "wollen" bin ich nicht einverstanden... wir bekommen den Markt den wir verdienen weil wir ihn selbst geschaffen haben... aber es ist NICHT der Markt der wir wollen sondern nur der Markt den wir akzeptiert haben.

Würden wir ihn wollen würden wir auch jeden Always On DRM Kram mit lautem Jubel begrüßen... aber das tut niemand.... dieser Umstand wird einfach akzeptiert, weil den meisten das Videospielen nicht wichtig genug ist um solche Extreme wie Boykotte durchzuführen.
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Usul
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Usul »

KleinerMrDerb hat geschrieben:Mit dem "wollen" bin ich nicht einverstanden... wir bekommen den Markt den wir verdienen weil wir ihn selbst geschaffen haben... aber es ist NICHT der Markt der wir wollen sondern nur der Markt den wir akzeptiert haben.

Würden wir ihn wollen würden wir auch jeden Always On DRM Kram mit lautem Jubel begrüßen... aber das tut niemand.... dieser Umstand wird einfach akzeptiert, weil den meisten das Videospielen nicht wichtig genug ist um solche Extreme wie Boykotte durchzuführen.
Gut, das wäre eine Semantik-Diskussion. Ich könnte jetzt sagen: "Nun ja, offensichtlich WOLLEN wir ja einen Markt mit mehr oder weniger guten Spielen, die mit Always On DRM daherkommen. Denn wenn wir das nicht wollten, würden wir einfach entsprechend handeln. Es gibt ja keinen Zwang dahingehend, daß Sim City gekauft werden muß."

Aber die einzelnen Worte sind nicht so wichtig, finde ich. Das Ergebnis zählt: Und das zeigt Sim City mit recht großem Erfolg. Und die neue Xbox wird sich auch gut verkaufen. Und Steam läuft auch wie geschmiert (auch in gewisser Weise Always-On, wenn man es nicht explizit anders macht). Usw. Da uns das niemand aufzwingt, sind wir letztendlich als gesammelte Konsumentenschaft dafür verantwortlich.
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Sir Richfield
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Sir Richfield »

Usul hat geschrieben:Die Werbung mag den Kunden beeinflussen, aber doch nicht in dem Maße, wie das hier angedeutet wird. Man könnte fast annehmen, der gemeine COD-Käufer würde ohne die aggressive COD-Werbung eher zu tiefschichtigen, komplexen Action-Perlen greifen - das kann ich nicht wirklich glauben.
Ich denke so war das auch nicht gemeint.
Eher: Es gibt unumstreitbar einen Markt für relativ sinnfreies Popcorn Kino zum selber klicken.
Auf dem Markt tummel(te)n sich zwei große Anbieter. Vielleicht noch einige kleinere.
Die beiden großen Anbieter (So EA denn noch Interesse an WarAtomrofl hat) bewerfen den Konsumenten jetzt so massiv mit Werbung, dass die möglichst eben nur die Unterhaltung der Marke X kaufen.
Dermaßen geblendet sehen die tatsächlich die Alternativen nicht mehr.

Die Hoffnung von Spielern und Kunden ist ja, dass die Konsumenten - wenn sie Alternativen sähen - diese tatsächlich für interessant halten und diese dann auch erfolgreich werden können.
Jedenfalls bis die auch AAArotflmao werden. ;)

Kaum einer wird sich einbilden, dass ein plötzliches Interesse an Mindfucks der Sorte Torment oder I have no mouth and I must scream entsteht, nur weil CoD weniger aggressiv beworben wird.
Wie Kajetan sagt, es gibt einen Markt für Adventures der Marke "Nutze Fadenkreuz mit Kopf" und das ist auch gut so. Ein jeder möge spielen, was ihm Spaß macht.
Armin
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von Armin »

Usul hat geschrieben: Aber werden sie nur deswegen so zahlreich angeschaut, weil die Werbung die Leute dazu bringt? Wer das glaubt, macht sich die Sache nicht nur zu einfach...
Du machst Dir das zu kompliziert. Mit Werbung kann man Verlangen fuer alles moegliche erzeugen, sogar Pepsi.
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schockbock
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Re: Spielkultur: Rambourg: "Einige Entwicklungen bereiten mi

Beitrag von schockbock »

Armin hat geschrieben:
Usul hat geschrieben: Aber werden sie nur deswegen so zahlreich angeschaut, weil die Werbung die Leute dazu bringt? Wer das glaubt, macht sich die Sache nicht nur zu einfach...
Du machst Dir das zu kompliziert. Mit Werbung kann man Verlangen fuer alles moegliche erzeugen, sogar Pepsi.
Das Problem anzuprangern wär aber integrale Systemkritik. Und bei sowas bleibt nachher kein gutes Haar an der eigenen Integrität.
Ich mein, wenn Du eine vollkommen "manipulationsfreie" Produktdarstellung willst- sowas gab's vor ein paar Jahren schon. Da kriegst Du ein halbes Pfund Butter in Alufolie mit der Beschriftung "Butter".

Wenn man anfängt, die Mechanismen des Kapitalismus anzugreifen, macht man sich in aller Regel der Nestbeschmutzung schuldig. Und selbst davon abgesehen- ich lebe lieber in einem wirtschaftlich freien, sicher verbesserungswürdigen System als in der Planwirtschaft, wo Konkurrenz und Wachstum quasi obsolet waren.

Achja: bei 80 Mio Leuten mit unterschiedlichen monetären, intellektuellen, kulturellen usw. Weltbildern ist es schlicht unmöglich, das System in rationale Bahnen zu lenken- einfach, weil Kunden selten rational denken.