Fiddlejam hat geschrieben:den Leuten die "pro DRM" sind, wie ihr es nennt, geht es nicht einmal wirklich um DRM, sondern einfach darum, Schwarzkopien zu unterbinden, egal wie.
Erstmal:
Ich weiß mittlerweile gar nicht mehr, ob ich das überhaupt korrekt verwende, aber mit DRM meint man eigentlich eine bestimmte Form des Kopierschutzes: Zwang zu Zusatzsoftware in Verbindung mit Accountbindung des Spiels: Steam, Uplay, GfWL, Origin.
Das ist es, was all die Unannehmlichkeiten für den zahlenden Käufer mit sich bringt, und nur das ist auch gemeint, wenn ich zumindest von DRM spreche.
Andere Formen des Kopierschutzes (solange es nicht so ein Zeug wie SecuRom etc. ist), wie z.B. normaler Brennschutz oder Eingabe eines (wiederverwendbaren) Keys zur Installation sind ja durchaus im Rahmen des Erträglichen, und auch nicht weniger effektiv. Bezüglich des Zitats: zunächst mal ist "egal wie" zumindest für meine Begriffe schon in fast jeder Hinsicht bezüglich Maßnahmen gegen Kriminalität nicht zulässig. Ich verlange immer Verhältnismäßigkeit (die bei einem wie hier hohen Preis für kaum vorhandenen Nutzen nicht gegeben ist), auch wenn nicht der Staat Akteur ist. Die Schwarzkopien werden im Ergebnis ja von DRM nicht unterbunden, das ist ja gerade der entscheidende Fakt, der DRM die Existenzberechtigung entzieht.
Und als "Alibi für Investoren" hat DRM in meinen Augen eine noch geringere Existenzberechtigung. Da sollte man mal an den Kunden denken und versuchen, Investoren klarzumachen, dass DRM keinen Schutzzweck wirklich erfüllt, oder sich andere Investoren suchen. Ich jedenfalls rufe zum Boykott von DRM-Produkten auf, bzw. sie solange nicht zu kaufen, bis sie dem Publisher quasi nahezu keinen Gewinn mehr einbringen.
Im Übrigen glaube ich aber auch noch nicht einmal an die "Alibi-Theorie" für DRM. DRM ist ein effektives Werkzeug, wenn es darum geht, den Käufer zu kontrollieren und vor allem den Gebrauchtmarkt auszuschalten. Darauf wollen die meisten Publisher nunmal nicht verzichten.