@the_hoff:
Ich finde dass der papst recht hat. wenn 10 jährige schon manhunt oder doom 3 spielen ist das wirklich scheiße! Man sollte wirklich mal ein auge drauf haben wer sowas in die finger bekommt!
Kleine Frage... WEN meinst Du mit "man" (sollte wirklich mal...) ?
Ich bin der Meinung, Spiele wie Manhunt, Doom 3, Thrill Kill, Bloodsport, Terminator, Giana Sisters & Co. gelangen nicht durch Handauflegen oder Gedankenkraft in die Hände der Kinder. Drogen wie Nikotin und Alkohol gelangen ebenfalls nicht durch Buchstaben an der Wand in die Hände von Minderjährigen. Normalerweise sollte eine "vernünftige Person", zumeist sind es die eigenen Eltern, dafür sorgen, dass man nur "vernünftige" Software zu Gesicht bekommt. Das heisst, dass Jugendliche bzw. Kinder vor solchen Spiele und Filme beschützt werden. Zumindest wird eine verantwortungsvolle Person dafür sorgen, dass diese "negativen Medien" nur unter ihrer Kontrolle benutzt werden - vielleicht zur "Aufklärung", dass Blut, Mord, Sex und Alien-Gemetzel für sie JETZT tabu sind. S-Markt sagte das Zauberwort... "elterliche Aufsichtspflicht".
Tja, wenn die Eltern es nicht schaffen, soll es der Staat/die Kirche übernehmen ?? Na dann her mit den Klöstern und Internaten
In diesem Falle drängt sich aber eher der Verdacht auf, dass die Hersteller dieser Software bzw. Filme die eigentlichen Bösewichter sind. Leute, die mit Pixelprogrammen an "realistischen Gedärmen" arbeiten, sind sowas von unvernünftig und böse, dass sie eindeutig mit dem Satan unter einer Decke schlafen

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Eigentlich ist die Sachlage klipp und klar: Ab 18 ist man "reif" genug, selber moralische Verantwortung zu tragen. Ab 18 darf die Person in den Puff und bis zum umfallen rauchen und trinken. Ab 18 darf sie (nach einer Prüfung) mit dem Auto fahren, in der Videothek alle Filme durchgehen und sogar selbst hemmungslos Druckerpapier mit Noppen und Erdbeergeschmack ..äh.. ihr wisst schon... einkaufen. Und ab 18 darf man hier auch die künstlerische Freiheit ausleben, sich mit kritischen Texten, Bilder, Musik oder eben Filme und Spiele auseinander zu setzen. ... und sogar selbst zu produzieren. Solange ich nicht zur Gefahr für meine Umwelt werde, wie z.Bsp. mit NAZI-Parolen, Schlägertruppe, Amokläufer, Anstiftung zu diesen Taten etc., darf ich meine Meinung als auch Fantasie zur Schau stellen. Ob man es mag oder nicht, dies entscheidet der Zuschauer, Zuhörer oder Leser. Nicht alle mögen Brecht, Mozart oder Spielberg. Und in diesem Falle sollte man gründlichst überlegen, ob gewaltbeinhaltende Spiele und Filme tatsächlich für den "moralischen Verfall" verantwortlich gemacht werden kann, oder ob sie nur die jetzige Situation bzw. Zeitgeist oder Mode widerspiegeln.
Sind sie glasklar und absolut unmissverständlich verantwortlich für Mord und Totschlag, dann sind sie menschenverachtend, verantwortungslos und gehören klar verboten - sie vernichten die gesellschaftlichen Strukturen.
Spiegeln sie einfach nur die Mode wieder, dann sind solche bluttriefenden Spiele weder besser noch schlechter als Star Wars, Daktari oder die knallbunten Mainzelmännchen im ZDF.
Aus meiner Sicht, sehe ich in den Spielen keine Gefahr für die Gesellschaft. Der Terror-vs-Counter Kampf in Counter-Strike ist nichts anderes als das albekannte Räuber und Gendarm oder Cowboy und Indianer Spiel, gemischt mit (aktueller) Kriegspolitik. Schnelle Egoshooter wie Unreal Tournament, Quake oder Painkiller sind nichts anderes als Reflex-Spiele und schnelles taktisches Überlegen, wie in manchem Schachturnier, Pokerspiel oder gesellschaftlichem Brettspiel. Nur eben per Bildschirm und mausgesteuert. Durch eine Partie Grand Theft Auto wird dem Spieler zwar "suggeriert", dass der Amoklauf, Diebstahl aller Fahrzeuge und die Ermordung von Polizisten Punkte bringt, aber gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass solche Spiele immer noch "Bildschirmspiele" sind - Telespiele. In keiner Sekunde wird dem Spieler die Aufgabe gestellt, diese Fantasieproduktion der Entwickler in der realen Welt nachzuahmen. Genausowenig, wie man in vom Papst für böse empfundenen Harry Potter Romanen herauslesbar sein soll, dass Magie, Okkultismus und schwarze Hexenkunst was tolles sein soll und die Leser (Kinder) sowas tunlichst auch täglich in der realen Welt reproduzieren sollen. Das Verbot von z.Bsp. Harry Potter - aus Gründen des "moralischen Verfalls" - würde gleichzeitig eine Zensur, gar Verbot, eines Gedankengutes sein. Jegliches Überlegen, Nachdenken über mögliche Fantasiewelten mit Zauberkräften (Sabrina - The Teenage Witch, Charmed, W.I.T.C.H., Bibi Blocksberg oder gar Herr der Ringe, Eragon, Narnia, ...) steht dann womöglich gar unter Strafe !
Nix gegen den großen moralischen Zeigefinger unseres Papamobil-Fahrers, aber in unserer Welt geht es nicht mehr nur um sonntägliche Ausflüge in die Kirche und Gebete am Frühstückstisch. Wir haben allgegenwärtige Probleme zu lösen. Wir haben schon genug Leid und Tod auf der Welt. Das Lösen DIESER Probleme sollte vorrang haben. Die Spiele sind nicht die Ursache von Übel - ganz sicher nicht. Sie sind nur ein Spiegel der gegenwärtigen Situation, genauso wie es die Märchen und Fabeln zu ihrer Zeit waren. Ja, genauso wie es die Bibel für ein ganzes Volk war. Und wer sich mal in der Literaturgeschichte rumhört wird schnell rausfinden, dass so manches kritische Werk das Licht der Welt erblickte. Einige von denen gar in "kodierter" Form, damit sich der Herrscher ja nicht sofort darin entdeckt fühlt und dem Autor des Werkes eigenhändig das Genick bricht.
Aber wie so immer... es sind eben nur meine $0,02 dazu.
Rein theoretisch kann man sogar sagen, dass Spiele wie Rainbow Six christlich sind. Man verhindert Mord und Totschlag und sorgt dafür, dass die Einwohner in Frieden und Brüderlichkeit ihren Alltag nachgehen können... beschützt durch das Anti-Terror Team welches abends vom 28-jährigen Industriekaufmann und zweifachem Familienvater geführt wird
