Wenn man die Systemspezifikationen der PlayStation 4 mit einem Spiele-PC vergleicht, dann befindet sich die Leistungsfähigkeit der Konsole höchstens im Bereich eines Low-End-Prozessors und eines Mittelklasse-Grafikprozessors (..) basierend auf GFLOPS und den Texturen
Und mehr benötigt man auch nicht. Zum Spielen ist selbst ein Super Nintendo oder ein Master System ausreichend. Und dessen Leistung wird heute von einer Armbanduhr um mehrere Faktoren übertroffen

Bei einer Konsole ist nicht unbedingt die RAW POWER der einzelnen Prozessoren oder der Datenleitungen relevant, sondern das Gesamtgerät, und wie die Teams ihre Vorstellungen von ihren Spielen darauf verwirklichen wollen. Wem nützt eine 800.00 Kern TruFX Grafikmaschine, wenn die Konsole keinen Internet-Dienst besitzt und selbst die billigsten In-Game Purchases unmöglich werden? Dann entscheiden sich die Entwickler lieber für das schwächere Gerät, was dafür die erforderlichen Fähigkeiten mitbringt. Es ist kein Wunder, dass Microsoft mit seiner "Multimedia-Zentrale" in USA erfolgreich sondergleichen ist, und SONY gerne ein Stück vom Community-Kuchen abhaben möchte. Das man auf ein DIY Let's Play per Custom-Chip setzt, eröffnet viele Möglichkeiten. Würde es stabil laufen, könnten viele Zocker ihre Titel
länger spielen (= IP-Bekanntheitsgrad steigt) und ggf. integrierte Shops nutzen (= $$$). Nintendo geht eher Stiefmütterlich vor, was in Japan zwar als Tradizion angesehen wird, im schnelllebigem US-Markt hingegen nachteilig ist.
nVidia mag hier brachiale (PC-)Grafik präsentieren, aber das Meckern
einer Zulieferfirma sollte den Spieler nicht aussergewöhnlich kratzen. Ob bei der Bewältigung eines Thrillers die bunten Pixeln von nVidia mit 12-facher Kantenglättung angezeigt werden, oder ob schon bei 6-facher Glättung schluss ist, dürfte den Spieler im Augenblick des kniffligen Rätsels ausserordentlich egal sein. Und der Spieldesigner möchte schließlich den Spieler mit seinen Ideen fesseln, weniger den Grafikchip zum Glühen bringen. Ab und zu mal 'ne Grafikhure einlegen und sich bei echtzeitberechneten Glüheffekte der Maschinenpistole eine Erektion verschaffen? Ab und zu macht man dies. Dann kann man so schön vor anderen Protzen. Aber lang anhaltender Spaß? Hat man den dann wirklich
nur wegen der GPU?
Zudem erwähnt er noch, dass Konsolen prinzipiell nicht aufgerüstet werden können, weil es geschlossene Plattformen seien und damit die Leistung nicht über die Zeit gesteigert werden könnte.
O RLY? Der Mann verdient einen Nobelpreis!

Der Nachteil der fehlenden Upgrades macht man wett mit der Optimierbarkeit. Man hat keine Sorgen, dass das Team sich alle 4 Monate um neue Features kümmern muss, nur weil Zocker X sich Karte Y gekauft hat und nun für den Kaufpreis verlangt, dass die 200 zusätzlichen Schader bittesehr die Haare physikalisch korrekt mitrendern müssen. Schließlich versprach der Werbetrailer auf DuRöhre solche Wunderwerke. Das ist das Spezialgebiet der Engine-Zauberer, etwa von Crytek oder Epic, und nicht der Spieleentwickler. Doch auch die kommen nicht täglich mit neuen Updates für Entwickler. Viele Teams kommen nicht einmal mit der Entfernung der Bugs nach - geschweige von der Einarbeitung in neue Featuresets. Da ist es ein Segen, wenn man "etwas festes" zwischen den Händen hat, was sich
nicht in 12 Monaten ändert. Komplexe Spieleentwicklungen benötigen Zeit. Da will man nicht ausgesprochen gerne zusätzliches Budget für die Implementierung toller Pixelprotzer verschwenden. Wenn Microsoft oder SONY Hand anlegen, erscheint der Titel (zeitlich begrenzt) exklusiv, was wiederum einige Zocker auf der anderen Seite des Konsolenufers sauer aufstößt. Das Spiel ist doch bekannt, lieber Herr Tamasi. Wie war das noch gleich? The way it's meant to be played?
Eine Konsole ist bekanntlich
kein "Spiele-PC", weil das Gerät - abgesehen von den "PC-Komponenten" - eine eigenständige Architektur aufweist, mit einem eigenständigen Betriebssystem. Es beinhaltet (im günstigstem Falle) keine unnötigen Komponenten wie etwa unterschiedliche Treiber oder Kompatibilitätsebenen. Das Gerät soll einfach und funktionell, aber keine eierlegende Wollmilchsau mit Joypadbedienung sein. Leider entwickelt sich das Ganze langsam in Richtung Facebook-Gaming, bei der eine Windows-nahe Entwicklungsumgebung vorteilhafter ist als ein "geschlossenes System", was (propietäre) Spiele ermöglicht. Produzenten wollen eben keine 500 Millionen Euro für ein exklusives Gran Turismo ausgeben. Denen reicht schon ein "paar" dutzend Millionen - dafür aber bitte Multiplattform, damit man aus mehreren Quellen diese horrenden Summen wieder reinbekommt. Und wenn in Zukunft noch die Mobile Games "aufstoßen", werden die Konsolen, PCs, Telefone und Tablets vollends "hin und her" portierbar sein. Gibt zwar mehr Cash, doch dafür wird weder die 700 Euro GTX, noch das "geschlossene System" an ihr Limit gebracht. Das erfreut zwar das Herz der Grafikhurensammler, die dann mit ihren 2 Titeln im Jahr protzen können, doch alleine von den GTX-Besitzern kann eine solche Firma nicht existieren.
Für nVidia oder Crytec wäre eine Extrem-Konsole genau das richtige. Dual-CPU Boards mit jeweils 8-core Herzen mit HT (32Thr. insgesammt), 2 GTX-Mutantenkarten im SLI-Betrieb, integrierter Stickstoffkühlung und einem Mini-Atomkraftwerk als Netzteil. Sowas rockt! Damit wären - zumindest für die nächsten 3 Jahre - wahnsinnige Titel möglich. Auflösungen im 6-stelligem Bereich und damit eine Übertrumpfung der "längst veralteten" 4K-Displays, mit Füllraten, welche jedes Gesä .. äh .. Gefäß platzen lassen! Doch für den Preis eines voll möbelierten Einfamilienhauses kommt heutzutage kaum eine Konsole noch aus dem Laden raus. Wenn, dann in Richtung Dubai. Und zu den heutigen Eurokrisenzeiten horrende Entwicklungskosten einzuleiten, um im Preiskampf der kommenden Discount-(Android)-Spielgeräte mit einer Next Generation NEO GEO Bleikonsole zu trumpfen, die zwar der feuchte Traum aller Spieler, aber der Albtraum eines jeden trockenen Bankkontos wird, kann sich keiner der Firmen mehr leisten. Mobile Gaming hat das Zepter von der Spielkonsole an das Tabletten-Telefon weitergereicht. Damit dies im Zockerkastenmarkt nicht ebenfalls geschieht, verlaufen die Entwicklungen zwar PC-
nah, aber nicht PC-
gleich.
Auch in Zukunft werden Konsolenspiele - im Vergleich zum offenem PC-System - hochoptimiert sein. Und dank des Wegfalls von Kompatibilitäten, dürfte der finale Code
auf allen Plattformen profitieren. Der PC bekommt seine Ports früher und nicht mehr so "konsolenähnlich" (obwohl sich das Joypad am PC durchgesetzt hat), und die Konsolen profitieren untereinander von der nahezu gleichen Architektur. Erst in ausgesprochen hohen Auflösungen oder mit besonderen Featuresets werden merkbare Unterschiede feststellbar werden. Die First Party Titel werden uns natürlich überraschen. Nintendo metroided uns das Mariohirn weg, Microsoft schlägt mit dem Gravity-Hammer nach uns und SONY schickt uns in den Großtourismus der Tötungszone. Spaß werden wir auf allen Plattformen haben. Und womöglich auch mit einer "oldschool" Power a la Braid oder Portal, die auch auf den Mobiltelefonen laufen könnte. Das Gejammer, welche Plattform nun letztenendes den längeren besitzt, bzw. die schöneren Zahlen, ist
ausgerechnet jetzt, wo man noch
keine finale Fakten besitzt, ausgesprochen jämmerlich. Da ist der gute Herr Tamasi wohl zu früh gekommen

(Ja ja ... ich und meine ge-glied-erten Sprüche zur später Stunde

)
@Elite_Warrior:
Wenn Du nun noch ein eigenes Betriebssystem mit optimierten Treibern und Code-Support in der Schublade hast, abgesehen vom Zertifizierungsdienst im Keller, könntest Du
fast eine Konsole entwicklen, die sich mit den anderen messen kann. Natürlich fehlt dann noch der Netzdienst, aber das heimische Telefon lässt sich bestimmt für Netzwerkdienste wie Updates und Shop mitbenutzen. Der Upstream von 1 MBit reicht locker für 20 Millionen Onlinespieler
