Oldholo hat geschrieben:kamm28 hat geschrieben:Wenn jemand trotzdem der Meinung ist, dass so etwas für Kinder nicht geeignet ist, bitte, dann soll man es weglassen. Aber nicht allgemeingültig und -verbindlich verbieten, zensieren oder löschen. Ebenso wenig, wie ich es für gut heißen würde, Mario in den alten Spielen nicht mehr die Prinzessin retten zu lassen. Wenn in neuen Spielen endlich ein anderer Ansatz verfolgt wird: Um so besser!
Eben, um mehr ging es mir in dieser Sache von Anfang an nicht, und wenn ich muecke-the-lietz richtig verstanden habe, geht es ihm/ihr dabei nicht anders.
Das Spektrum möge erweitert und nicht mit Knüppel und Faust eingeschränkt werden.
Ich finde z.B. die Aktion des Vaters super, der das alte Donkey Kong umgedreht hat, aber ich hab' noch nie gesehen, dass jemand (auch nicht Anita Sarkeesian) verlangt hat, die Originale umwiderruflich umzuschreiben. Genauso mit Büchern. Und auch ich käme niemals auf die Idee, ein "Legend of Zelda" zu einem "Legend of Link" zu machen. Wenn der nächste Teil dann aber so (oder etwas origineller..) hieße, würde es mich dennoch freuen.

Eben.
Aber mir ist auch schon in der Uni aufgefallen, dass die Befürworter der leichten Änderungen, bzw. Transportieren der Texte aus der Grundschule in die Mittel- und Oberstufe da wesentlich entspannter waren.
Der Originaltext SOLL auch weiterhin gedruckt und verkauft werden, aber wenn man die Geschichten als solche, ohne irgendwelche historischen Kontexte, mit den Kleinen behandeln möchte, kann man solche Worte einfach durch etwas harmlosere Worte ersetzten und diese Version doch dann beim Verkauf eindeutig kennzeichnen.
Ich weiß aber auch nicht, warum da so ein riesen Fass von der Gegenseite aufgemacht wurde. Bei Fritz Reuters (plattdeutscher Dichter) wurden seine leicht antisemitischen Passagen auch in den Schultexten entfernt und die Originaltexte kann man dennoch ganz problemlos in der Originalfassung kaufen. Diese Texte sind dann aber vor allem für Literaturwissenschaftler interessant.
Ansonsten sind das aber schöne Texte, die man auch im Plattdeutsch Unterricht behandeln kann, zumal es nicht soviel mehr große und bekannte Plattdeutsche Dichter gibt.
@De_Montferrat
Wie kommts du darauf, dass studierte Menschen nicht zu Stammtischgerede in der Lage sind? Mit dieser Aussage habe ich nicht auf irgendwelche Bildungsunterschiede aufmerksam machen wollen, sondern nur, dass sich viele Pädagogen und Literaturwissenschaftler einig waren, diese Texte ins 21. Jh. zu heben und dazu waren eben einige, kleine Änderungen nötig.
Diese Leute haben sich aber eingehender, wissenschaftlicher, länger und in Absprache mit den Eltern, Lehrern und Schulen mit diesem Thema auseinandergesetzt und daraus resultierend diese Entscheidung getroffen.
Das jetzt einfach mit klassischen, auch in Literaturkreisen durchaus gebräuchlichen Stammtischargumenten wie Zensur und ideologischer Bevormundung, vom Tisch zu fegen, halte ich einfach für unangebracht. Zumal es sich bei Wörtern wie "Neger" um Begriffe handelt, die aus einer Weltanschauung stammen, die zutiefst diskriminierend und rassistisch geprägt war. Dass sie von vielen einfach als Bezeichnung benutzt wurden, heißt nicht, dass diese Begriffe nicht per se verdammenswert sind.
Und wenn die aktuelle Ideologie eine Gleichheit zwischen den Menschen möchte, eine Welt, in der niemand mehr wegen seiner Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Nationalität benachteiligt und diskriminiert werden darf, ist das für mich eine verschmerzbare ideologische Anpassung.
Zumal ich absolut dafür bin, dass die original Texte weiterhin erhältlich sind.