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Nochmal
für alle Schreihälse mit Penis, die sich einer feministischen Hetzjagd ausgesetzt sehen:
Wigggenz hat geschrieben:Abe81 hat geschrieben:
Du hast diverse Kommentare geschrieben, die ein Bild zeichnen. Das ist nicht 'sofort' geschehen, sondern auf Grundlage deiner vielen Aussagen. Das ist auch kein 'Totschlag', sondern Gegenargument. [...] also belege wenigstens auch den törichten Vorwurf, ich würde Totschlagsargumente bedienen.
[...]
Und diese Aussage meinerseits ist dir schon Grund genug, mich als rechtskonservativen Antifeministen hinzustellen, zeichne angeblich ein Bild, als wenn sie in irgend einer Art repräsentativ für sämtliche anderen Lebensbereiche wäre. Das ist Totschlagargumentiererei.
Ein paar längere Basisbanalitäten zur Debatte:
A) Ich würde dich, wie auch die meisten der anderen DiD-Video-Gegner, nicht als rechtskonservativen Antifeministen hinstellen, sondern als eher durchschnittlichen Hanswurst, der es nicht sonderlich mit der Gleichberechtigung der Frau hält. Das scheint mir auch nur deswegen der Erwähnung wert, weil es hier im Thread, in den Videokommentaren usw. vielen Alltagsmackern so geht, daß sie denken, sie werden als eine Art "Extrem" abgeurteilt, nur weil sie etwas gegen Feminismus sagen. Nein, das ist ganz und gar nicht so, der Ansatz ist ein anderer: Das Geschlechterverhältnis in der Gesellschaft ist so schief, daß es verwundern würde, wenn eine solche Einstellung "extrem" wäre; das Verhältnis ist ferner so verdinglicht/verinnerlicht, daß es schon gar nicht mehr auffällt, wie selbstverständlich diese schiefe Lage ist (sie wird z.B. naturalisiert mit "Männer und Frauen sind von Natur so und so").
Sie - deine/eure Einstellung zum Geschlechterverhältnis - ist durchschnittlich, aber reaktionär (gemessen an dem, was möglich wäre, wegen Stand der Aufklärung, Empirie über das Thema etc.). Sie ist zutiefst anti-humanistisch, aber gesamtgesellschaftlich akzeptiert. Das schiefe Verhältnis im kulturindustriellen Zweig (Filme, Spiele, Bücher etc.) aufzubrechen, hat sich die Video-Bloggerin auf die Fahnen geschrieben. Das halte ich für naiv, gemessen an der Art der Theorie, wie ein Effekt erreicht werden soll (Aufklärung über Videos mit dem Appell zum Umdenken), aber ich halte es auch für inhaltlich richtig.
B) Meine Urteile über die Kommentatoren mögen harsch und furchtbar ungerecht sein, weil sie nicht euch, als ganze Person, berücksichtigen. Das ist mir relativ egal, ich urteile auf der Grundlage dessen, was hier im Thread geäußert und auch nicht geäußert wird, mit wem man sich dadurch gemein macht, wen man warum ablehnt. Und das ist zwar erschreckend, aber m.E. ebenso repräsentativ. Wer z.B. herumtönt, man würde ihn nicht richtig einschätzen, weil er ja für gleiche Löhne zwischen den Geschlechtern sei, aber gleichzeitig für all' die widerlichen Kommentare hier im Thread keinen Blick hat (Anspielungen darauf, daß die Videobloggerin unterfickt sei, daß sie eine Golddiggerin sei, Spekulationen darüber, ob sie noch Jungfrau sei etc.), den kann man in seiner Empörung nicht Ernst nehmen.
C) Und ich finde es auch befremdlich, das man hier so die Mimose mimt, anstatt sich auf den Inhalt zu konzentrieren. Nichts anderes wird doch auch die ganze Zeit von der Video-Bloggerin gefordert:"Kommentarfunktion auf Youtube wieder öffnen, die ganzen Vergewaltigungs- und Morddrohungen nicht Ernst nehmen, das ist business as usual" etc. Ich dachte, daß müsse man so im Internet ertragen (so deine Argumentation, Wigggenz, und die vieler anderer hier). Na dann ertragt sie doch, sonst müßte man euch den Vorwurf machen, mit zweierlei Maß zu messen; einen Doppelstandard nennt man das.
Wigggenz hat geschrieben:
Eine Beispielthese aus ihrem Video:
Dinosaur Planet wurde aus sexistischen Motiven zu Star Fox Adventures.
Ihr Argument: Protagonistin Crystal wurde zu Protagonist Fox, Crystal zur DiD.
Mein Gegenargument: Fox ist ein bekannter Name. Ein Spiel, das "Star Fox" im Namen trägt, ist um einiges umsatzträchtiger, allein auf Grund des Namens, zumal es anscheinend für ein eigenes Star Fox noch gar keine Pläne gab. Das waren rein wirtschaftliche Erwägungen, und Geld ist weder männlich noch weiblich.
Meine Schlussfolgerung: Star Fox Adventures entstand nicht aus sexistischen Motiven.
Bevor ich das Beispiel zerlege, noch kurz die Anmerkung: Du führst als Nachweise für ein angebliches Totschlagsargument meinerseits an, daß du obiges geäußert hättest und deswegen dann gleich abgestempelt würdest. Die Verbindung hast du hergestellt, denn der von mir geforderte Nachweis beinhaltet ja, mir erst dein sachliche Argumentation zu zeigen (das hast du oben gemacht) und dann meine unsachliche Reaktion, die von mir monokausal ("gleich/sofort abgestempelt, aufgrund einer Aussage") auf deine Aussage zurückgeführt wurde. Letzteres hast du nicht gemacht, sondern einfach behauptet. Sorry für so trockene Logik-Nachhilfestunde, mir kommt das ja auch wie im Kindergarten vor, aber du scheinst das ja nicht ganz nachzuvollziehen.
Inhaltlich zu deinem Beispiel, (auf das ich ja auch bereits weiter oben diverse Male eingegangen bin):
A) Ist es kein Zufall, daß der männliche Charakter der schon vormals bekanntere war. Das hat lange Tradition.
B) Ignorierst du meine Aussagen dazu, daß eine bestimmte Form einen bestimmten Inhalt annehmen muss: Die wirtschaftlichen Erwägungen beruhen auf der binnenrationalen Planung, daß die Planer die Geschlechterverteilung in der Spielergemeinschaft kennen (was in dieser Eindeutigkeit mittlerweile kippt, aber die Spieleindustrie kommt da noch nicht hinterher) und auch ihre Bedürfnisse. Warum sind aber die Bedürfnisse und die Geschlechterverteilung beim Spielen so? Die scheinbar (nicht anscheinend!) rein wirtschaftlichen Überlegungen sind 'konfundiert'/durchzogen mit der Sicht auf das Geschlechterverhältnis und der so eingerichteten Welt.
C) Viele Frauen sind damit nicht einverstanden, das wird ignoriert, indem man Cherry-Picking und ad-hoc-Empirie betreibt, es wird also allerlei Zinnober betrieben, um diese Stimmen nicht hören zu müssen, ignorieren zu können, zu relativieren ("aber meine Schwester finde das auch OK", "ich kenne zehn Frauen die die Welt so in Ordnung finden")
D)... ach, ich könnte eine Myriade Seiten dazu schreiben, aber irgendwie vermute ich, daß das bei den meisten sowieso nichts bringt. Ein wenig resigniere ich davor... das eine Prozent, das man überzeugen kann, ist es mir dann auch nicht mehr wert, angesichts solcher begriffsstutzigen Dauerdiskutierer; und damit meine ich nicht, daß ich es
per se schlimm finde, wenn jemand anderer Meinung ist, sondern
wie die Diskussion geführt wird (denn mit einigen hier konnte ich ja schon einen halbwegs fruchtbaren bzw. angenehmen Streit führen).