Draegonfly90 hat geschrieben:JesusOfCool hat geschrieben:
man könnte jetzt genau gegenteilig argumentieren in dem man sagt, dass die hauptzielgruppe für videospiele heranwachsende männer sind weil man als mann super toll wegkommt. das ist aber wohl mehr ein streitthema als sonst was.
Die Hauptzielgruppe von Disneyfilmen ist auch weiblich und dort wird das Klischee auch benutzt um es an zu verkaufen...
Was es überhaupt nicht besser macht.
Diese extreme Geschlechterklassifizierung schon in der Kinderunterhaltung ist doch auch noch mal ein Thema für sich. Kinder sind per se geschlechtsneutral und bis auf die blöden und ungehobelten Jungs und die lieben und lerninteressierten Mädels sollte es da auch gar keine weiteren Klischees geben. Stattdessen aber packt man schon Grundschulkinder voll mit einem Sack aus geschlechterspezifischen Mustern, die eigentlich überhaupt noch keine Rolle spielen. Der Junge geht zum Fußball, das Mädchen zu Tanzen. Der Junge hilft Papa beim Bauen und Basteln am Haus, das Mädchen Mutti beim Abwaschen und Kochen. Jungs bekommen Kampfroboter, Spielzeugautos und Pistolen, Mädchen bekommen Prinzessin Lillifee, pinke Rucksäcke, ein Germanys Next Top Model Schminckset, Pferdezeitschriften und jetzt seit neuestem sogar extra rosa Überraschungseier.
Dabei wären all diese Dinge den Jungen und Mädels in dem Alter scheißegal, wenn da nicht ständig drauf rumgehackt werden würde. Aber da alle Mädchen Pink mögen und alle Jungs auf Fußball stehen und zu Hause Call of Duty spielen, denken die Kinder auch alle, dass sie das wollen. Sie bekommen diese Rollen schon von klein auf indoktriniert, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben, sich anders zu entwickeln.
Jungs, die kein Fußball mögen, Disney Filme gucken und mit Puppen spielen, gehen gar nicht. Die sind schon dazu verdammt, gehänselt zu werden und natürlich schwul zu sein. Obwohl es noch gar kein sexuelles Interesse gibt, drängt die Außenwelt sie in diese Rollen.
Und viele Mädchen haben es auch nicht immer einfach, aus ihrer Rolle zu kommen, obwohl ich als angehender Lehrer feststellen muss, dass es eher fußballspielende, autoliebende Mädels gibt, als rosatragende mit Puppen spielende Jungs.
Und diese extreme und zum Teil unnötige und auch unnatürliche Rollenverteilung zieht sich durch unseren gesamten Alltag, ohne, dass man mal aufschaut und sich darüber im Klaren wird, wie blödsinnig das eigentlich alles ist. Dass viele Vorstellungen einfach nur Humbug sind und keine rationale Grundlage haben.
Mädchen und Frauen sind die besseren Mathematiker und in Naturwissenschaften ganz vorne und dennoch findet man überwiegend junge Männer in den naturwissenschaftlichen Studiengängen, ebenso Informatik, ein Studiengang, bei dem es keine körperlichen und geistigen Beschränkungen für irgendein Geschlecht gibt.
Das ändert sich jetzt langsam alles nach und nach und dennoch bleiben viele Rollenbilder hängen. Und das zeigt sich nunmal auch verstärkt in der Unterhaltungsindustrie.
Einerseits werde unsere Vorstellungen wiedergespiegelt und andererseits durch die starke Stereotypisierung verstärkt.
Frauen sind nicht das schwache Geschlecht, aber mittlerweile scheint das irgendwie jeder zu glauben. Dabei sieht der Alltag oftmals ganz anders aus. In einer Gesellschaft wie dieser, in der reine Körperkraft immer unwichtiger wird und Empathie, Kommunikation und Rationalität immer wichtiger werden, sind die Frauen oft sogar überlegen. Und das macht vielen Männern Angst.