Umimatsu hat geschrieben:abc123def hat geschrieben:
Der Publisher will sein Spiel schützen, ja das weiß ich und das soll er auch. Wirklich, dagegen habe ich nichts! Aber es sollte ein Gleichgewicht zwischen Schutz für den Publisher und "Unabhängigkeit des Kunden" geben.
Seit 20 Jahren spiele ich Videospiele. Seit 20 Jahren wird kopiert. Seit 20 Jahren begreifen die Publisher nicht, dass ein Kopierschutz NICHTS bringt, sondern nur den ehrlichen Käufer gängelt. Film- und Musikbranche sind bereits auf die Fresse gefallen und rudern teilweise wieder zurück, die Videospielindustrie ist, bis auf Indieentwickler, komplett lernresistent und die Verlagsbranche ist gerade dabei, sich mit restriktiven DRM-Maßnahmen im eBook-Bereich unbeliebt zu machen.
Jetzt kann man natürlich überlegen, ob all die Leute die bei den Publishern arbeiten, ähnliche Bildung und ähnliche Auffassungsgabe von Argumenten UND ähnliche Interessen haben (bspw. alle Leute die mit DRM zu tun haben lesen
keine Foren), sodass sie allesamt in der Lage wären den im Internet seit Jahren zugänglichen Argumenten zu widerstehen bzw. sie gar nicht erst wahrzunehmen.
Es sind aber tausende Menschen mit unterschiedlichsten Prädispositionen, von denen dann doch ein paar
- entweder selbst auf solche Gegenargumente kommen müssten (weil intelligent genug),
- sie wenigstens irgendwo bedingt durch Hobbies wahrnehmen können müssten (soll ja doch Leute geben die Foren lesen),
- wenigstens dafür zugänglich sein können müssten (offene Haltung, in der Lage eigene Meinung zu revidieren).
Aber da ja so zwanghaft am Konzept DRM festgehalten wird seitens vieler Publisher, kann der Grund dafür nur in deren
Motiven liegen. Wie gesagt, die können nicht alle am selben Tunnelblick leiden der sie entschuldigen würde, da muss "Absicht" (nicht negativ wertend gemeint) hinter stecken.
Ja und wenn wir dann mal annehmen, dass hinter der Nutzung von DRM eine Absicht steckt, dann wird diese Absicht sicher in dem zu finden sein, was DRM dem Publisher
gibt oder bietet oder zur Verfügung stellt.
Kopierschutz ist es nicht, denn wir wissen ja alle dass die KS' geknackt werden. Man müsste als Publisher dann ja auch für jedes Spiel ein neues KS entwickeln, denn wenn es einmal geknackt ist, kann man es mit diesem Argument ("es ist ein KS und soll schützen") nicht mehr nutzen, da ja bereits bekannt ist wie man diesen umgehen kann.
Was bietet DRM noch? Na, Kontrolle. Kontrolle über den Käufer, außerdem Informationen über den Käufer. Zumindest wenn man sich irgendwo registrieren muss. Klar, kann man alles fälschen, aber das tut nicht jeder. Wenn nur 1% der Käufer die richtige E-Mail Adresse angibt, dann hat der Kopierschutz seinen Zweck erfüllt. Daten sind gesammelt. Kontrolle ist m.M.n. ein Unteraspekt von Macht, diese hat man theoretisch dann auch über den Kunden.
Stellt euch vor ich habe eine Marke die auf Einzelspieler aufbaut, nennen wir es "Die Bims". Ich plane langfristig, alle 2 Jahre ein neues "Die Bims" rauszubringen. Zusätzlich ist jeder Kunde auf der Welt so gutgläubig und nett, dass er ein DRM mit dauer-online und Cloud-Speicherstände zwecks kopierschutz voll akzeptiert!
Jetzt bin ich aber ein gewiefter Wirtschaftsmensch (eigentlich nicht

) und schalte die Server, die für "Die Bims" laufen, nach 2 Jahren ab. Das neue Spiel "Die Bims 2" kommt nämlich bald in die Läden und ich erhoffe mir so mehr Verkäufe, denn die Leute die "Die Bims" lieben können es dann nicht mehr spielen. Die Käufer können sich nicht beschweren da das Gesetz so etwas nicht verbietet, und doch haben sie jetzt ein vollkommen nutzloses Spiel daheim liegen welches sie niemals wieder spielen können. Es ist ein Einzelspielerspiel. Offline also. Wo ist jetzt der Zusammenhang zu Kopierschutzmaßnahmen und dem Kunden ein Offlinespiel zu nehmen, wo man einen effektiven Kopierschutz doch a) gar nicht leisten kann und b) auch anders hätte realisieren können, ohne den Verbraucher derart einzuschränken.
...
Naja, ich spiele noch Spiele die älter als 2 Jahre sind, da würde ich mir das nicht wünschen. Spiele sind für mich keine "1x spielen und weg damit"-Geschichte. Auf kurze Sicht kann man sich vielleicht mit DRM arrangieren, aber schaut doch mal 10 oder auch nur 5 Jahre nach vorne. Da will man immernoch die Spiele "von damals" spielen, zumindest ists bei mir so, aber um das gewährleisten zu können muss man dafür
heute verzichten um klar zu machen, dass DRM keine Zukunft haben sollte.