brent hat geschrieben:
Wenn der Inhalt, die Aussage, erstickt wird, weil wirklich alles und jeder ohne jeden Sinn oder Verstand einen Auftritt in diesem "Werk" haben muss, damit sich hinterher niemand diskriminiert fühlen muss (oder eher: sich bis zur Verblödung echauffiert), dann schadet das.
Okay, bleiben wir doch erstmal realistisch; es ist im Grunde blanke "Ad-Absurdum-Führerei", so zu argumentieren. Niemand verlangt oder versucht, vollständige "political correctness" herzustellen - es ist ja auch schlicht unmöglich, ohne ein Buch mit x-tausend gleich-wichtigen Charakteren für alle Nationalitäten, Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen zu schreiben. Darum geht es aber auch gar nicht. Es geht vielmehr darum, überhaupt mal anzufangen und einen gesellschaftlichen Zustand herzustellen, in welchem man auch mal 2 Schwarze in einer Werbung in Deutschland zeigen kann, die ein Spiel präsentieren, ohne dass man sich danach seitenlang darüber unterhalten muss, wieso das so ist. Führt das dazu, dass auf dem Weg dorthin Minderheiten in Medien überrepräsentiert werden? Ja, unbedingt. Aber das ist ja kein skurriler oder gar kontraproduktiver Nebeneffekt, sondern ein ganz bewusstes Mittel.
Die heutige "Generation CDU" tut sich (mit einigen Ausnahmen) relativ schwer, was das angeht, aber gerade unseren Kindern sollten diese Lehren doch bestenfalls Teil der Weisheiten sein, welche für sie mit am wichtigsten sein sollten.
brent hat geschrieben:Denn dem Kind ist das völlig wurst, oder will mir jemand weismachen, wenn ein Kind nur Bücher liest, die nicht jede mögliche Minder- oder Mehrheit bis zur Vergasung porträtieren müssen, weil darin Personen und nicht Ethnien dargestellt werden, wird es zum Sozialkrüppel?
Natürlich ist es dem Kind wurscht (es ist ja schließlich ein Kind!) und natürlich wird es nicht automatisch zum Sozialkrüppel, aber mal anders herum gefragt: Denkst Du denn, dass es dem Kind schadet, ihm progressive Werte beizubringen? Es ist ja nicht so, dass "political correctness" Extremismus wäre, von dem man sein Kind am besten meilenweit entfernt hält..
brent hat geschrieben:Was ich also damit meine ist recht einfach: es gibt eine penetrante Vielzahl von "Interessenvertretungen", deren einzig zu vertretendes Interesse Geltungsbedürfnis ist. Und wenn man schon nicht wichtig ist, dann hat man irgend eine Hautfarbe und plärrt das ewige Liedchen von Unterdrückung.
Du lässt das nun so klingen, als sei Unterdrückung die Erfindung und Marketingmasche irgendwelcher dubioser Lobbyorganisationen.
Das ist aber ein durchaus realer Umstand, und von daher möchte ich dem einfach mal um 180° widersprechen - ich denke, ich muss das nicht weiter erklären.