"Ich weiß nicht, ob das jemals passieren wird. Wie viele Spiele kennst du, denen du diese Adjektive ernsthaft zuschreiben könntest? Sicherlich keinem der bestverkauften Spiele im App Store. Und sicherlich keinem dieser großen Free-to-play-Spiele, die gerade die ganze Kohle einfahren.
Die Entwickler ernten nur das, was sie auch gesät haben. Was sonst würdest du erwarten?"
Nun tut aber nicht so als würde die Zahlenverteilung bei den Bücherverkäufen großartig anders ausfallen. Sicher kann auch mal ein sehr philosophisches oder gesellschaftskritisches Werk zu einem Bestseller werden, aber im Grunde erzielt Unterhaltungsliteratur, nach Pflichtlekture für gewisse Bevölkerungsgruppen (Bibel, Koran, Das Manifest der Kommunistischen Partei) die größten Verkaufszahlen (siehe
meistgedruckte Bücher). Anspruchsvolle Bücher hingegen sprechen doch nur Leute an, die gewillt sind sich mit den Büchern und Themen wirklich auseinanderzusetzen und das schließt nunmal schon eine große Prozentzahl der Menschen aus (ich nehme mich da nicht aus, mich interessiert auch nicht jede philosophische Theorie oder Gesellschaftkritik). Die Masse, die einfach nur unterhalten werden will, ist einfach größer. Da sind Spiele keine Ausnahme und man sollte die Ausnahme dort auch nicht erwarten.
Vermutlich muss das Medium erstmal aus der vorwiegend jungen Zielgruppe herauswachsen, bis es irgendwann für jeden etwas gibt. Das ein komplettes Desinteresse von kritischen Spielen gibt, glaube ich nicht - die Leute, die eine mögliche Zielgruppe wären, wissen nur noch nichts davon. Die Zeit wird es zeigen müssen. Gute, gesellschaftkritische Inhalte wären ein Anfang. Irgendwo muss man ja anfangen. Insofern seh ich auch nicht, was dagegenspricht etwas in eine Vertriebsplattform aufzunehmen. Es schadet doch niemanden, wenn auf einem Verteilerserver eine Installationsdatei liegt, die vielleicht kaum genutzt wird und deshalb auch kaum Resourcen frisst. Zur Not fügen sie halt eine neue Sparte ein, wenn sich das Spiel in keine der bisherigen Sparten einteilen lässt. Insofern gebe ich schon den Leuten bei Apple die Schuld, wenn sie ihr Gehirn nicht einschalten bei der Erstellung ihrer Richtlinien.