Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfalt

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

AlastorD
Beiträge: 791
Registriert: 13.12.2005 01:59
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von AlastorD »

Kajetan hat geschrieben:
GeQo hat geschrieben: Selbst von Gamern selbst, wie man ja immer wieder an diversen Reaktionen hier im Forum sieht, wenn jemand einem Spiel mangelnden Anspruch vorwirft. Spiele sollen nicht anspruchsvoll oder gesellschaftskritisch sein, sondern nur unterhalten. Solche Aussagen hat man zu haufe in der Diskussion um Dear Esther gelesen.

DAS muss vor allem geändert werden. Nenne es Gaming with Pride, nenne es Aufstand der Spiele-Hipster oder wie auch immer. Wir brauchen mehr Spiele mit politischem Anspruch. Wir brauchen mehr Spiele mit gesellschaftskritischen Inhalten. Wir brauchen mehr Spiele, die verunsichern. Wir brauchen mehr Spiele, die schockieren. Allerdings nicht mit Gewaltdarstellungen, sondern mit dem Einreissen etablierter Wahrheiten und Weltbilder. Und dann müssen wir, die Gamer selber, solche Spiele in die Öffentlichkeit tragen. In Diskussionen immer wieder auf sie hinweisen, sie erwähnen, sie präsentieren, sie erklären und erläutern.
Und warum sollte man die wichtigen Botschaften nicht auf eine Weise veröffentlichen die der Sache eher gerecht werden?
Klar kann man Botschaften, Emotionen usw. auch in Spielen vermitteln aber bei weitem nicht so gut wie in den etablierteren Medien.
Ich schaue mir die "anspruchsvollen" Spiele an und sehe immer wieder das nur versucht wird andere Medien zu kopieren, alles was als künstlerische revolution im bereich Videospiel angesehen wird halt ich für kalten Kaffee.
Dazu auch immer der Hang zum Kitsch, ich meine wann immer z.B. das Thema Anti-Kriegsspiel aufkommt höre ich als vorschläge:
weinende Mutter mit totem Kind
oder
tote Mutter mit weinendem Kind
am besten generell ein weit erhobener Zeigefinger.
Aunvilgod
Beiträge: 6
Registriert: 25.12.2012 17:29
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von Aunvilgod »

Hat auch keiner behauptet dass sich Computerspiele und Filme auf der Ebene von Büchern befinden, hoffe ich mal.
Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von Kajetan »

AlastorD hat geschrieben:Und warum sollte man die wichtigen Botschaften nicht auf eine Weise veröffentlichen die der Sache eher gerecht werden?
Nichts spricht dagegen.

Es gibt da ein Flash-Spielchen, wo man mit dem Mauszeiger Flugzeug-Bomben auf Terroristen wirft, die sich in bewohnten Gegenden herumtreiben. Mit jedem getroffenen Terroristen entstehen aber neue, weil es unmöglich ist Opfer in der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Das Spiel ist nach einigen Minuten verloren, der Bildschirm schwarz vor phösen Turbanträgern. Hier wird ohne erhobenen Zeigefinger, ohne "ACHTUNG! BOTSCHAFT!", nur über eine ganz simple Spielmechanik verdeutlicht, dass man Terrorismus nicht mit dem Einsatz militärischer Mittel bekämpfen kann.
Benutzeravatar
mr archer
Beiträge: 10329
Registriert: 07.08.2007 10:17
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von mr archer »

AlastorD hat geschrieben: Klar kann man Botschaften, Emotionen usw. auch in Spielen vermitteln aber bei weitem nicht so gut wie in den etablierteren Medien.
Nö. Wird nur zu selten gemacht. Limbo ist eine der klügsten Auseinandersetzungen mit den Themen Tod und der Frage nach dem "Danach" die ich kenne. The Path steuert geschickt durch die Untiefen von Gender und die Dramen des Erwachsenwerdens. You are empty, Pathologic, Deus Ex: Human Revolution, Max Payne 1, The whispered world ... Wir müssen uns unseres Hobbys überhaupt nicht schämen. Es kann genauso viel zum großen Ganzen beitragen wie die anderen Kunstgattungen. Es kann dabei sogar eine ganz eigene Sprache beisteuern.

Wenn man sich selbst permanent klein macht muss man sich nicht wundern, wenn die anderen es irgendwann glauben. Und man selbst.
Benutzeravatar
Cpl. KANE
Beiträge: 794
Registriert: 19.09.2009 00:02
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von Cpl. KANE »

Ich weiß nicht ob es hier passt es zu erwähnen, aber bei dieser Diskussion fällt mit Slender ein. Diese kleine Demo hat mir beim Spielen mehr Angst gemacht als all die Dead Spaces oder Resis zusammen.
Ich will damit sagen es ist vollkommen klar, dass die Bewegung zu tiefgründigeren Spielen aus der Indie-Ecke (und ich bin wirklich kein Indie-Fan) kommen MUSS.
AlastorD
Beiträge: 791
Registriert: 13.12.2005 01:59
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von AlastorD »

mr archer hat geschrieben: Nö. Wird nur zu selten gemacht. Limbo ist eine der klügsten Auseinandersetzungen mit den Themen Tod und der Frage nach dem "Danach" die ich kenne. The Path steuert geschickt durch die Untiefen von Gender und die Dramen des Erwachsenwerdens. You are empty, Pathologic, Deus Ex: Human Revolution, Max Payne 1, The whispered world ... Wir müssen uns unseres Hobbys überhaupt nicht schämen. Es kann genauso viel zum großen Ganzen beitragen wie die anderen Kunstgattungen. Es kann dabei sogar eine ganz eigene Sprache beisteuern.

Wenn man sich selbst permanent klein macht muss man sich nicht wundern, wenn die anderen es irgendwann glauben. Und man selbst.
Das sind alles gute Beispiele dafür das man auch etwas anspruch einstreuen kann aber bei weitem nicht die selbe Liga wie der Film oder gar das Buch.
Gerade bei DX:HR oder Max Payne sind die Handlungen sind alles andere als neu.
Benutzeravatar
mr archer
Beiträge: 10329
Registriert: 07.08.2007 10:17
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von mr archer »

Cpl. KANE hat geschrieben: Ich will damit sagen es ist vollkommen klar, dass die Bewegung zu tiefgründigeren Spielen aus der Indie-Ecke (und ich bin wirklich kein Indie-Fan) kommen MUSS.
Würde ich in seiner Rigorosität so nicht mit unterschreiben. The Witcher: Assassin of Kings oder Deus Ex: Human Revolution sind zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die zeigen, dass auch Triple AAA durchaus Tiefgang zu bieten versteht. Und ohne es selbst gespielt zu haben - Spec Ops: The Line scheint mir in dieselbe Kerbe zu hauen.
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von muecke-the-lietz »

So sehr ich Apples Haltung zu auch verabscheue, aber das Game, um das es hier geht, ist absoluter Schrott. Kann man über den Link im Artikel einfach kostenlos sofort loszocken. Das Spiel muss man nicht verbieten, oder sperren, oder was weiß ich, aber es bekommt natürlich mal wieder viel zu viel Aufmerksamkeit.

Grundsätzlich ist die Haltung, dass Spiele nichts weiter sind als hirnlose Unterhaltung mega veraltet und nicht mehr up to date.
Was heute alleine aus dem Indie Sektor fließt, reicht schon für ne ganze Woche auf Arte aus.

"Erwachsene" Spiele müssen doch nicht immer gleich die Hammer Themen behandeln. Ich möchte da jetzt nicht in Zukunft nur noch deutsches Autorenkino spielen, indem es immer nur um Wendethematik, DDR und Drittes Reich geht. Und tagesaktuell ist für Spiele alleine aufgrund ihrer langen Entstehungszeit schwierig, (aber nicht unmöglich). Da müsste man halt nach tiefgreifenderen Gesellschaftsthemen gucken.

Spiele können generelle philosophische, soziale und emotionale Aspekte ansprechen und versuchen, dabei einen aktuellen Bezug zu finden, oder das über eine gewisse Ästhetik aufwerten. Und da schlagen sie sich in meinen Augen eigentlich eher gut.

Die Beispiele wurden hier bereits angesprochen, ich möchte da nur mal Mirrors Edge hervorheben.

Erst einmal wird die Angst vor einem Polizeistaat behandelt, dann politische Intrigen, die uns tagtäglich beschäftigen und nicht zum Schluss der Freiheitskampf und der Kampf um das Leben seiner Schwester. Alleine die Umarmungsszene am Schluss hat mehr Herz, als so mancher Film.
Ganz nebenher setzt das Spiel ästhetische Akzente und behandelt mit seiner Ästhetik gleichzeitig den Trend immer mehr klinisch wirkender Städte, sprich, sie charakterlos zu machen und andererseits die Gesellschaft gleich zu schalten.

Außerdem ist es noch ein klasse Game, welches 3D Jump n Runs völlig neu definiert hat und demonstrierte, dass selbst so ein kurzweiliges Genre solche Wellen schlagen kann.

Und es gibt da ja noch wesentlich mehr und vor allem wesentlich tiefsinnigere Spiele.

Es ist meiner Meinung nach also Blödsinn, die Schuld da bei den Entwicklern und Spielern im Allgemeinen zu suchen, ich glaube eher, dass vor allem Mobile Gaming noch beweisen muss, dass es mehr kann. Und das tut es mit dem angesprochenem Spiel auf keinen Fall.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 16.01.2013 17:51, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
mr archer
Beiträge: 10329
Registriert: 07.08.2007 10:17
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von mr archer »

AlastorD hat geschrieben:
Das sind alles gute Beispiele dafür das man auch etwas anspruch einstreuen kann aber bei weitem nicht die selbe Liga wie der Film oder gar das Buch.
Gut, dann einigen wir uns darauf, uns hier nicht einigen zu können. Für mich persönlich ists in diesen Fällen nämlich auf Augenhöhe.
AlastorD
Beiträge: 791
Registriert: 13.12.2005 01:59
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von AlastorD »

mr archer hat geschrieben:Gut, dann einigen wir uns darauf, uns hier nicht einigen zu können. Für mich persönlich ists in diesen Fällen nämlich auf Augenhöhe.
Gut und damit wir uns nicht im Streit trennen:
mr archer hat geschrieben: Würde ich in seiner Rigorosität so nicht mit unterschreiben. The Witcher: Assassin of Kings oder Deus Ex: Human Revolution sind zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die zeigen, dass auch Triple AAA durchaus Tiefgang zu bieten versteht.
Hier stimme ich zu.
Ausserdem kann man noch Mirrors Edge nennen das eine tolle Atmosphäre und gutes Gameplay bietet.
Benutzeravatar
3nfant 7errible
Beiträge: 5160
Registriert: 19.09.2007 12:45
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von 3nfant 7errible »

Kajetan hat geschrieben:Wenn der Käse erstmal gegessen ist, klar, dann springen auch die Majors auf den Zug auf, aber den Zug in Bewegung setzen, das wird von dieser Seite aus niemals geschehen. Das kann nur aus dem Indie-Bereich kommen.

Wieso das denn? Da gibts gar keinen Zusammenhang. Wenn du dir die Masse an AAA-Titeln und deren 582. Military-Shooter ansiehst magst du erstmal Recht haben, auf der anderen Seite gibt es aber auch in der Masse an Indie Games das 693. Tower Defense und 08/15 Jump n Run. Darüberhinaus bieten beide Seiten ihre kleinen besonderen Ausnahmen.
Es ist wohl kaum ein fairer und vollständiger Vergleich, von der einen Seite nur die Mainstream Unterhaltung zu betrachten, und sich von der anderen Seite nur die kleinen Perlen rauszupicken :wink:

Wenn es irgendeinen Zug gibt, der nicht in Gang kommt, dann liegt es vor allem daran, dass das Gros des Publikums es auch gar nicht verlangt, egal ob Core, Mainstream, Casual, Indie, whatnot Gamer.
Und ausserdem hat es auch irgendwas von Perlen vor die Säue. Dass man schon unbedingt originelles Art Design benutzen und ganz besonders leise Töne anschlagen muss, um überhaupt als besonders künstlerisches Werk wahrgenommen zu werden, sagt ja schon viel aus. Da kann man auch kaum noch von Subtilität sprechen, das ist eher in-ur-face-Hallo-ich-bin-so-künstlerisch-aussergewöhnlich-erwachsen-und-kritisch :Häschen:
Sobald es aber auch nur eine Explosion oder irgendwas anderes Spektakuläres gibt was auch nur nach Mainstream-Unterhaltung riecht, dreht sich der doch angeblich nach Subtext Suchende auch schon wieder angewidert ab, und übrig bleiben nur die, den es wirklich nur um die Action geht, egal wieviel mehr da noch hinterstecken mag. Also wie sollte sowas im grossen Stil auch jemals vorankommen? Die einen wollen es nicht, die anderen sehen es nicht, und wieder andere probieren gar nicht erst.
Es ist und bleibt eine Nische/Ausnahme. Übrigens genauso wie gute Filme und Bücher in der Unterzahl sind.
Benutzeravatar
adventureFAN
Beiträge: 6985
Registriert: 13.04.2011 16:57
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von adventureFAN »

Ganz ehrlich: Aufm Handy will ich auch großartig keine Spiele haben die Tiefgang haben, das soll meiner Meinung nach weiterhin den Konsolen und PCs vorbestimmt sein.

Spiele aufm Handy/Smartphone müssen kurzweilig sein, da man damit ja logischweise immer Unterwegs ist und einfach keine Zeit hat sich richtig in eine Welt wie Deus Ex: Human Revolution einzutauchen.
Benutzeravatar
Kefka
Beiträge: 415
Registriert: 04.04.2008 19:35
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von Kefka »

Der Mann hat nie Final Fantasy gespielt anscheinend. Teil 7 befasst sich zum Beispiel mit einem ernsten Thema: Umweltschutz.
Die guten, storybasierten Spiele stehen bei mir schon längst auf einer Wellenlänge mit Büchern. Manche Videospiele sind nichts anderes außer virtuelle Bücher.
Benutzeravatar
Nightmare King Grimm
Beiträge: 3557
Registriert: 27.11.2012 21:12
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von Nightmare King Grimm »

AlastorD hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben: Nö. Wird nur zu selten gemacht. Limbo ist eine der klügsten Auseinandersetzungen mit den Themen Tod und der Frage nach dem "Danach" die ich kenne. The Path steuert geschickt durch die Untiefen von Gender und die Dramen des Erwachsenwerdens. You are empty, Pathologic, Deus Ex: Human Revolution, Max Payne 1, The whispered world ... Wir müssen uns unseres Hobbys überhaupt nicht schämen. Es kann genauso viel zum großen Ganzen beitragen wie die anderen Kunstgattungen. Es kann dabei sogar eine ganz eigene Sprache beisteuern.

Wenn man sich selbst permanent klein macht muss man sich nicht wundern, wenn die anderen es irgendwann glauben. Und man selbst.
Das sind alles gute Beispiele dafür das man auch etwas anspruch einstreuen kann aber bei weitem nicht die selbe Liga wie der Film oder gar das Buch.
Gerade bei DX:HR oder Max Payne sind die Handlungen sind alles andere als neu.
Das ist denke ich einfach Ansichtssache. Für mich persönlich unterscheidet sich bei einem Film, einem Graphic Novel, einem Buch und einem Game nur eines: das Medium. Denn all das kann eine Geschichte erzählen, Emotionen hervorrufen, Angst machen, Freude verbreiten, zum Nachdenken anregen, kurz: berühren. Ich persönlich bin es 'gewohnt', dass ein Spiel das in der Regel weniger tut, als ein Film oder Buch. Aber wie ich bereits sagte: auch Filme haben in vielen Genres einfach 'nur' Unterhaltungswert, so wie Games auch. Dennoch ist das wohl Ansichtssache, ich verstehe es genauso, wenn jemand Games nicht auf die selbe Ebene stellen kann/will.
BMWfreak19
Beiträge: 125
Registriert: 23.04.2006 19:07
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal

Beitrag von BMWfreak19 »

AlastorD hat geschrieben:
Und warum sollte man die wichtigen Botschaften nicht auf eine Weise veröffentlichen die der Sache eher gerecht werden?
Klar kann man Botschaften, Emotionen usw. auch in Spielen vermitteln aber bei weitem nicht so gut wie in den etablierteren Medien.
Ich schaue mir die "anspruchsvollen" Spiele an und sehe immer wieder das nur versucht wird andere Medien zu kopieren, alles was als künstlerische revolution im bereich Videospiel angesehen wird halt ich für kalten Kaffee.
Dazu auch immer der Hang zum Kitsch, ich meine wann immer z.B. das Thema Anti-Kriegsspiel aufkommt höre ich als vorschläge:
weinende Mutter mit totem Kind
oder
tote Mutter mit weinendem Kind
am besten generell ein weit erhobener Zeigefinger.

Ich kann dem nicht so zustimmen. Du hast oberflächlich betrachtet Recht, argumentierst aber von der "falschen" Seite her.

Als erstes sei zu sagen, dass das Medium Spiele immer noch relativ neu ist und sich dementsprechend noch oft andere Medien bedient. Schießlich hatter der Film lange Zeit bestimmte Rezepte auszuprobieren und zu verfeinern, warum sollte man die nicht solange mitbenutzen, bis man selbst auf eine bessere Idee kommt.

Die meisten Spiele nutzen das Medium janoch gar nicht aus. Ich habe absolut nicht gegen Spiele wie es sie heute gibt, aber der Faktor der Interaktivität wird oft nicht richtig genutzt. Man kann aber hoffen, dass isch das ändern wird. Ich weiß dass es viele Menschen gibt die sich sehr stark dafür einsetzen.

Und weil du erwähntest, dass Spiele oft nur alte theman aufarbeiten. Naja man muss ja irgendwo anfangen um sich erstmal den Respekt zu verschaffen, du siehst ja was passiert wenn in Spielen mal heikle Themen wie Krieg, Sex, etc angeschnitten werden, vorallem in Amerika.

Aber gleichzeitig kann man so schön den unterschied der Medien analysieren. Nimm Bioshock. Das Thema des Objektivismus ist alles andere als neu. Es gab schon Filme und Bücher darüber und Bioshock ist sich dem bewusst, zitiert sogar schon im Namen der Characktere,
Aber genau hier muss ich sagen, dass das Spiel das Thema für mich besser aufbereitet hat. Es war ein wesentlich intesiveres und interessanteres Erlebnis, diese Utopie/Dystopie mal so auf die Spitze zu treiben. Man hätte noch viel mehr machen könne, aber man kann auch nicht verlangen, dass derartige Experimente alle auf einmal in einem einzigen Triple A Titel gemacht werden.
Ich freu mich auf Infinite und bin gespannt ob sie auf den Erfahrungen aufbauen.

Zweitens bin ich davon überzeugt, dass man bei weitem nicht alle Emotionen oder Botschaften mit Büchern oder Filmen auch nur ansatzweise so gut einfangen kann wie mit Spielen.

Nimm einfach irgendein Thema, dass die Interaktion zwischen Menschen beschreiben soll.
Man kann natürlich Filme drehen die sich Charackterstudien als Ziel setzen oder Bände Weise psychologische Abhandlungen.
Man kann es aber auch einfach interaktiv am realen Beispiel ermitteln, durch Spiele. Natürlich wirkt ein Buch (im Sinne einer Eröterung/Auswertung der gemachten Ergebnisse und Beobachtung immer noch Sinn, aber ich denke wir reden hier von weniger wissenschatlichen Aspekten)

Beispiel Journey: Nimm einen Freund/Freundinn, erklär ihm kurz das Spiel und gib ihm den Controller.
Beobachte wie er sich verhält wenn er

1. Allein unterwegs ist
2. Einen Kameraden mit einem kleineren Schal dabei hat
3. Er einen Mitspieler mit längerem Schal trifft.

Als ich es selber gespielt habe ist mir, dass nicht aufgefallen, aber ich habe bei Freunden gemerkt, dass sie sich unterschiedlich verhalten in den genanntne Szenarien. Wer folgt wem? Wer koomuniziert mehr? Wann wird vom weg abgewichen um zu erkunden wann nicht?
Und natürlich reagieren unterschiedlcihe Menschen auch unterschiedlich. Man kann aber so viel an diesem kleinen Spiel ausmachen und soviel drüber reden, zumindest ein Film kommmt da nicht ansatzweise ran. Das Spiel hat eben den Vorteil seine Stilmittel mitzubenutzen, punktet aber gleichzeitig durch seine Eigenen.

Drittens hat die Spielebranche bis heute das Problem, dass Spiele Spaß machen müssen. Egal wie kritisch dein Thema ist, das Gameplay soll am Ende immer noch Spaß machen. Und natürlich kann man niemanden vor 20h Tortur setzen. Aber es muss eben davon weggeangen werden, dass ein Spiel 60 Euro kostet und 10h dauert oder MP hat.

Der Flashgame Sektor ist hier ein schönes Beispiel. Einige Spiele wurden schon aufgezählt. Hier werden 5-10 Minütige interaktive Erfahrungen dargestellt. Menschen versuchen sich interaktiv mit Themen auseianderzusetzen wie, Was ist Einsamkeit?, oder Wie gehe ich und die Gesellschaft mit meiner Geschlehtsumwandlung um? Dinge die selbst in Filmen und Büchern nciht groß behandelt werden.

Natürlich kann man sich noch nicht ausruhen, das Medium und seine Konsumenten müssen reifen. Immer mehr Spiele verlassen die Filmartige Präsentation und verlangen mehr Eingreifen des Spielers.

Ich sehe es positiv. Wir befinden uns in einer riesen Testphase. Alles ist möglich. Dem Medium stehen alle Tore offen und ich freue mich einfach darauf was noch kommen wird.
Zuletzt geändert von BMWfreak19 am 16.01.2013 19:42, insgesamt 1-mal geändert.