AlastorD hat geschrieben:
Und warum sollte man die wichtigen Botschaften nicht auf eine Weise veröffentlichen die der Sache eher gerecht werden?
Klar kann man Botschaften, Emotionen usw. auch in Spielen vermitteln aber bei weitem nicht so gut wie in den etablierteren Medien.
Ich schaue mir die "anspruchsvollen" Spiele an und sehe immer wieder das nur versucht wird andere Medien zu kopieren, alles was als künstlerische revolution im bereich Videospiel angesehen wird halt ich für kalten Kaffee.
Dazu auch immer der Hang zum Kitsch, ich meine wann immer z.B. das Thema Anti-Kriegsspiel aufkommt höre ich als vorschläge:
weinende Mutter mit totem Kind
oder
tote Mutter mit weinendem Kind
am besten generell ein weit erhobener Zeigefinger.
Ich kann dem nicht so zustimmen. Du hast oberflächlich betrachtet Recht, argumentierst aber von der "falschen" Seite her.
Als erstes sei zu sagen, dass das Medium Spiele immer noch relativ neu ist und sich dementsprechend noch oft andere Medien bedient. Schießlich hatter der Film lange Zeit bestimmte Rezepte auszuprobieren und zu verfeinern, warum sollte man die nicht solange mitbenutzen, bis man selbst auf eine bessere Idee kommt.
Die meisten Spiele nutzen das Medium janoch gar nicht aus. Ich habe absolut nicht gegen Spiele wie es sie heute gibt, aber der Faktor der Interaktivität wird oft nicht richtig genutzt. Man kann aber hoffen, dass isch das ändern wird. Ich weiß dass es viele Menschen gibt die sich sehr stark dafür einsetzen.
Und weil du erwähntest, dass Spiele oft nur alte theman aufarbeiten. Naja man muss ja irgendwo anfangen um sich erstmal den Respekt zu verschaffen, du siehst ja was passiert wenn in Spielen mal heikle Themen wie Krieg, Sex, etc angeschnitten werden, vorallem in Amerika.
Aber gleichzeitig kann man so schön den unterschied der Medien analysieren. Nimm Bioshock. Das Thema des Objektivismus ist alles andere als neu. Es gab schon Filme und Bücher darüber und Bioshock ist sich dem bewusst, zitiert sogar schon im Namen der Characktere,
Aber genau hier muss ich sagen, dass das Spiel das Thema für mich besser aufbereitet hat. Es war ein wesentlich intesiveres und interessanteres Erlebnis, diese Utopie/Dystopie mal so auf die Spitze zu treiben. Man hätte noch viel mehr machen könne, aber man kann auch nicht verlangen, dass derartige Experimente alle auf einmal in einem einzigen Triple A Titel gemacht werden.
Ich freu mich auf Infinite und bin gespannt ob sie auf den Erfahrungen aufbauen.
Zweitens bin ich davon überzeugt, dass man bei weitem nicht alle Emotionen oder Botschaften mit Büchern oder Filmen auch nur ansatzweise so gut einfangen kann wie mit Spielen.
Nimm einfach irgendein Thema, dass die Interaktion zwischen Menschen beschreiben soll.
Man kann natürlich Filme drehen die sich Charackterstudien als Ziel setzen oder Bände Weise psychologische Abhandlungen.
Man kann es aber auch einfach interaktiv am realen Beispiel ermitteln, durch Spiele. Natürlich wirkt ein Buch (im Sinne einer Eröterung/Auswertung der gemachten Ergebnisse und Beobachtung immer noch Sinn, aber ich denke wir reden hier von weniger wissenschatlichen Aspekten)
Beispiel Journey: Nimm einen Freund/Freundinn, erklär ihm kurz das Spiel und gib ihm den Controller.
Beobachte wie er sich verhält wenn er
1. Allein unterwegs ist
2. Einen Kameraden mit einem kleineren Schal dabei hat
3. Er einen Mitspieler mit längerem Schal trifft.
Als ich es selber gespielt habe ist mir, dass nicht aufgefallen, aber ich habe bei Freunden gemerkt, dass sie sich unterschiedlich verhalten in den genanntne Szenarien. Wer folgt wem? Wer koomuniziert mehr? Wann wird vom weg abgewichen um zu erkunden wann nicht?
Und natürlich reagieren unterschiedlcihe Menschen auch unterschiedlich. Man kann aber so viel an diesem kleinen Spiel ausmachen und soviel drüber reden, zumindest ein Film kommmt da nicht ansatzweise ran. Das Spiel hat eben den Vorteil seine Stilmittel mitzubenutzen, punktet aber gleichzeitig durch seine Eigenen.
Drittens hat die Spielebranche bis heute das Problem, dass Spiele Spaß machen müssen. Egal wie kritisch dein Thema ist, das Gameplay soll am Ende immer noch Spaß machen. Und natürlich kann man niemanden vor 20h Tortur setzen. Aber es muss eben davon weggeangen werden, dass ein Spiel 60 Euro kostet und 10h dauert oder MP hat.
Der Flashgame Sektor ist hier ein schönes Beispiel. Einige Spiele wurden schon aufgezählt. Hier werden 5-10 Minütige interaktive Erfahrungen dargestellt. Menschen versuchen sich interaktiv mit Themen auseianderzusetzen wie, Was ist Einsamkeit?, oder Wie gehe ich und die Gesellschaft mit meiner Geschlehtsumwandlung um? Dinge die selbst in Filmen und Büchern nciht groß behandelt werden.
Natürlich kann man sich noch nicht ausruhen, das Medium und seine Konsumenten müssen reifen. Immer mehr Spiele verlassen die Filmartige Präsentation und verlangen mehr Eingreifen des Spielers.
Ich sehe es positiv. Wir befinden uns in einer riesen Testphase. Alles ist möglich. Dem Medium stehen alle Tore offen und ich freue mich einfach darauf was noch kommen wird.