Ich habe schon länger hier mitgelesen und die Serie von Anfang an gesehen. Nachdem ich nun die finale Folge gesehen habe, muss ich nun auch einfach mal etwas dazu schreiben.
Was an der Flucht von der Farm -nein, eigentlich am größten Teil der Folge - so besonders toll gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht. Die Szenen hatten so viele Logikfehler, dass es mir nichts ausgemacht hätte, wenn alle von den Zombies zerfleischt worden wären.^^
Angefangen nach der Anfangsszene, in der der Weg der Zombies gezeigt wird. Rick und sein Sohn laufen über die Wiese, hinter sich die Horde stöhnender Walker. Nunja, zumindestens stöhnten sie noch, als sie aus dem Wald kamen. Als das Bild dann zu Rick und Carl dann übergeht, ist es natürlich verständlich, dass sie nichts hören. Man hört tatsächlich nichts. Mh... vielleicht waren die Walker kurz von ihrem Marsch erschöpft und mussten mal tief und leise Luft holen. Das die anderen vom Haus aus dann wieder das Stöhnen und Ächzen hörten, macht die Sache ja erst so unglaubwürdig. Die schlendern so über die WIese, bleiben sogar kurz stehen und bemerken dann doch endlich mal die Zombies... Klasse!
Dann bemerken sie sie und reagieren. Nur sind sie dann plötzlich von Zombies umzingelt? Von den Zombies, die aus dem Wald kamen? Klar, es könnten noch mehr aus anderen Richtungen gekommen sein. Nur die müssen ja irgendwie durch Ricks Sichtfeld gekommen sein. Dann rennen sie natürlich nicht zum Haus, sondern zu der Scheune, obwohl es doch bei der Menge logisch ist, dass die sich nicht weglocken lassen.
Die Reaktion der anderen ist dann doch auch völlig bescheuert. Sie sagen noch, dass sie nich genug Munition für so viele Walker haben. Außerdem könnten sie ja durch die Schießerei noch mehr anlocken. Also was machen sie? Setzen sich in die Wagen und fahren mal hin und mal her, landen ein paar gut platzierte Kopfschüsse (vielleicht ein paar zu viel, aber darüber lässt sich streiten, schließlich hat hier ja bereits jemand angemerkt, dass es sonst langweilig werden würde und alle sofort tot sein würden) und kommen doch zur bereits vorhandenen Erkenntnis, dass sie es nicht schaffen können.

Wirklich ganz großes Popcornkino...
Die beiden Tode von Jimmy und Patricia waren nun auch lediglich Lückenfüller. Die dienten doch nur den "Quoten-Toten". Schließlich muss ja jemand sterben bei so einem großen Auflauf. Und die Zuschauer wollen schließlich auch endlich mal wieder sehen, wie jemand zerfetzt und zerfleischt wird. Oder hat niemand bemerkt, dass der Junge nach hinten in den Wohnwagen lief und doch tatsächlich die NACH AUßen schwingende Tür plötzlich aufgeht? Und das war nicht Jimmy...
Und die folgende Szene vor dem Haus. Hershel schießt die ganze Zeit, die Zombies kommen trotzdem näher. Die Frauen fliehen nach hinten. Man sieht dann im Hintergrund, dass das Haus ebenfalls umzingelt wird. Und Beth und Patricia laufen und Patricia wird natürlich von Walkern zerfetzt. Das die sie aber hätten sehen müssen und einfach reinlaufen, ist aber scheinbar Serienlogik. Auf Loris Reaktion, als sie von Rick erfährt, dass er Shane umgebracht hat, brauche ich eigentlich gar nicht näher eingehen. Man kann so vieles aus ihrer Reaktion interpretieren. Entweder hat Sarah Wayne Callies schlecht geschauspielert, was ich ihr nicht vorwerfen möchte, oder das Skript war so bescheuert. Man muss vielleicht nicht, aber man kann doch ihre Reaktion als Empörung und Unverständnis auslegen. Zuerst wirkt es, als ob sie doch tatsächlich um ihren gestorbenen Seitensprung trauern würde. Dabei war sie doch diejenige, die die ganze Zeit - zurecht meine ich - gegen Shane gestichelt, ja eigentlich schon fast gehetzt hat. In den vorherigen Folgen, in denen sie mit Rick z. B. im Zelt saß und geredet hat, kam sie mir wie eine Schlange vor, die Rick einflößt, was er zu tun hat. Und nun wundert sie sich? Nachdem sie von der Sache mit Carl hört, ist sie geschockt. Verständlich, schließlich war sorgt sie sich um ihren Sohn, der ja eine recht intensive Beziehung zu Shane hatte und der dadurch möglicherweise ein Trauma erhalten haben könnte. Aber er hat auf einen ZOMBIE geschossen... Der noch dazu seinem Vater fast in den Rücken gefallen wäre. Rick sagt ihr das und sie reagiert so. Nene, schwer nachzuvollziehen.
Es ist aber scheinbar zur Serienlogik geworden, so "logisch" zu sein. Die letzten Folgen waren ja bereits so. Oder warum hört Rick den Zombie-Shane nicht, der ebenfalls hinter ihm stöhnt? Oder wie kann der Zombie-Randall durch die Gegend torkeln? Ein Schädel- oder Hirntrauma, wie auch ein Genickbruch bringen einen Zombie um. Und nun hat Randall einen Genickbruch... und er steht weshalb als Leiche auf? Zumal nach den Erklärungen der Serie, wonach die "Infektion" das Hirn befällt (siehe Jenners Frau), doch die Theorie mit dem Genickbruch unterstützt. Hirn(stamm) kaputt = kein Zombie...
Klar muss man alles nicht so eng sehen. Ich habe ja hier auch schon Posts gelesen, die einen dann als "verkopft" oder als "Nörgler" bezeichnen. Aber wenn nunmal eine Serie mit einem fiktiven Thema arbeitet, muss doch die Serie in sich logisch sein, damit es nicht lächerlich wird. Und bei TWD ist es nichtmal ein Patzer, sondern von Folge zu Folge summiert sich das Ganze langsam. So richtig fing es, finde ich, mit der 2. Staffel und da vor allem in der Mitte an. Wenn einem die "Dummheit" oder auch Einfallslosigkeit der Autoren so entgegenspringt, geht einem das doch ziemlich auf die Nerven. Und da stören mich die Gespräche, die zugegeben manchmal etwas platter Natur sind, eher weniger.
Hoffentlich schafft es die Serie wieder besser zu werden. Da die Autoren ja nun etwas mehr Zeit hatten, kann es ja nächstes Mal nicht mehr daran liegen.

Ach ja, mir brauch auch keiner zu sagen, dass ich die Serie einfach nicht mehr sehen brauche. Das weiß ich selber. Aber die Auswahl ist durch das Thema, welches interessant ist, beschränkt und die Serie lief in der 1. Staffel und Anfang der 2. Staffel gut.