.asm hat geschrieben:
Das ist ja wohl ziemlicher Unsinn, erinnert mich an meinen kleinen Cousin, der mal zu mir sagte "Die Gewinnchance im Lotto ist 50%, denn entweder deine Zahlen werden gezogen, oder nicht."
Nur weil man die Zahlen im Hintergrund nicht kennt, kann man nicht einfach pauschal sagen das sei 50/50.
edit: Bzw. man kann es schon sagen/formulieren, es muss aber nicht richtig sein.
Das ist zwar einerseits richtig, andererseits aber auch die einzige Annahme, die möglich ist.
Wir könnten es auch in Form eines Binärbaums machen, hätten dann ein "Ja" auf Käuferseite sowie ein "Ja" und ein "Nein" auf Seiten der Kopierer und würden gleichzeitig Zahlen vermeiden, wenn Dir das lieber ist.
Ein Käufer ist dennoch ein sicherer Kauf, ein Raubkopierer nicht.
spliffb hat geschrieben:
Da gehst du aber davon aus, das jene Einzelperson nur Kopierer oder Käufer sein kann. Sie könnte aber genauso in die weitaus größere Gruppe der desinteressierten Nichtspieler fallen.
[...] gemacht und nicht mehr losgelassen. Erst durch die Kopie wurden sie willens und überzeugt diesem Hobby zu frönen und auch als Käufer mehr Geld dafür zu löhnen.
In einem isolierten Einzelfall ausschließlich in der Momentaufnahme mag es durchaus sinnig erscheinen, daß Kopien zu Verlusten führen. Aber so einfach und Schwarz/weiß funktioniert diese Welt nun mal nicht.
Jetzt bist Du aber sehr festgefahren auf Dein Beispiel.

Aber natürlich gehe ich davon aus, dass die genannte Einzelperson grundsätzlich Interesse an dem Spiel besitzt. Tut sie es nicht, ist sie für die Betrachtung schließlich gar nicht relevant
oder (wenn das Interesse zwar besteht, jedoch nicht sonderlich stark ist) beschafft sich das Spiel durch eine Raubkopie und fällt damit in die zweite Gruppe.
Die persönliche Geschichte der Person spielt dabei auch keine wirkliche Rolle. Dass sie früher mal PS1-Spiele kopiert hat, nützt den einstigen Entwicklern heute schließlich nichts mehr (es sei denn, es sind heute rein zufällig dieselben Entwickler, deren neueres Spiel wir betrachten), und heute kann es die Entwickler kaum stören, wenn eine Person vor Jahrzehnten mal fröhlich Rohlinge befüllt hat. Auch halte ich die Spielerschaft mittlerweile für groß und diversifiziert genug, sodass die einstigen Kopierer kaum mehr ins Gewicht fallen dürften. Potentielle Käufer eines Landwirtschaftssimulators dürften eher selten einstige PS1-Zocker sein, und für viele andere Spiele ist die Hauptzielgruppe schlicht zu jung, um diese Ära überhaupt wirklich miterlebt zu haben.
spliffb hat geschrieben:In einem isolierten Einzelfall ausschließlich in der Momentaufnahme mag es durchaus sinnig erscheinen, daß Kopien zu Verlusten führen. Aber so einfach und Schwarz/weiß funktioniert diese Welt nun mal nicht.
Das ist richtig. Aber was bleibt Entwicklern und Publishern denn anderes übrig? Wir könnten - rein theoretisch - auch darüber philosophieren, dass es nicht zwangsläufig zu Verlusten führt, wenn Obstverkäufer ihr Obst kostenlos zum Verzehr zur Verfügung stellen, oder Maurer ihre Maurerarbeiten. Oder Buchautoren ihre Bücher.
Aber letztlich wollen alle diese Menschen ihre Produkte (und Dienstleistungen) verkaufen, davon leben sie schließlich, und das ist ihr gutes Recht. Wir müssen die Wirtschaft doch nicht neu erfinden, nur weil es sich hierbei um ein virtuelles Produkt handelt, das sich beliebig oft kopieren lässt. Den Unterschied, den das ausmacht, merken wir doch bereits beim Preis. Ansonsten würde so ein GTA IV mal eben 100 Mio Dollar kosten, im Einzelhandel.