Swatfish hat geschrieben:Deimos hat geschrieben:Gamefreakk hat geschrieben:10 Mrd. Dollar sollten für Microsoft doch "machbar" sein oder

Aber das wundert mich, dass Vivendi sich ausgerechnet jetzt von Activ-Blizz trennen möchte, schließlich steht mit Black Ops 2 DER Verkaufsrenner in den Startlöchern für das Weihnachtsgeschäft und auch Mists of Pandaria und Heart of the Swarm sind nicht mehr weit - beides dürfte den Wert von AB erst einmal nach oben schnellen lassen.
Oder brauchen sie das Geld so dringend, dass sie nicht noch die paar Monate warten können?
Wer weiß was noch alles dahinter steckt für mich machts irgendwie auch keinen Sinn
Ein Versuch der Erklärung:
Vivendi steckt ein wenig in der Klemme. Die Geschäfte laufen zwar halbwegs, aber es rührt sich nicht mehr viel. Kein großartiges Wachstum, keine "Phantasie"-Potential in der Aktie. Denn große Investoren sind nicht daran interessiert, dass eine Firma solide Gewinne erwirtschaftet, sondern sie sind nur am Wachstum der Firma interessiert, um ihre Anfangsinvestition möglichst schnell, möglichst stark anwachsen zu lassen. An einer simplen Dividendenausschüttung ist in diesen Kreisen kaum jemand interessiert.
Also sucht man bei Vivendi Bereiche, die man verkaufen kann, weil da kein Wachstum mehr zu erwarten ist, um den Gesamtkonzern von diesen "Klötzen" zu befreien. Der Blick fällt auf die Spielesparte mit ActiBlizz. ActiBlizz macht zwar jedes Jahr unglaublich viel Kohle, der Markt ist aber gesättigt. Das Userwachstum bei WoW ist schon lange zu einem Halt gekommen und mit MW3 erlebt Activision zwar anhaltend hohe Umsätze, aber zum ersten Male keine nennenswerte Umsatzsteigerung. Das mögliche Maximum dessen, was man jedes Jahr in den Markt drücken kann, scheint erreicht zu sein.
Das führt dann zu der von Normalsterblichen als vollkommen irre empfundenen Situation, dass Firmen, die gute Geschäfte machen und jedes Jahr ordentlich Gewinn abwerfen, verkauft werden oder gar an Börsenwert verlieren, weil sie nicht mehr in dem Maße wachsen können, wie das vor ein paar Jahren noch der Fall war.
Und das ist eigentlich eine gute Nachricht. Nicht, weil jetzt der große Crash kommt, sondern weil durch diese Marktsättigung der typische Investor das Interesse am Videospielmarkt verliert und die Spielebranche so allmählich wieder frei vom Würgegriff der Schlipsträger und Buchhalter wird. Denn wenn man "nur noch" solide Gewinne erwirtschaften kann, dann werden in den Firmen wieder Leute das Sagen haben, die deutlich Ahnung von Spielen haben als die momentane Führungsriege a la Kotick & Co.