Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
mSpore
Beiträge: 9
Registriert: 28.04.2011 08:26
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von mSpore »

ich kann es einfach langsam nicht mehr ertragen, dass alle möglichen furchtbaren dinge auf dieser welt plötzlich mit der ewig gültigen, natürlichen beschaffenheit des menschen erklärt werden.
Das beobachte ich auch schon länger mit Sorge. Des Menschen Natur, heißt es dann, er ist halt einfach so, er braucht das, er will das, er sehnt sich danach. Warum mach ich es dann nicht? Bin ich kein Mensch?

Kinder lachen vllt. wenn der Clown auf die Nase fällt, aber wenn der Clown dem anderen die Kehle aufschlitzt und Blut spritzt, glaub ich nicht, dass viele Kinder noch lachen.
flowding eyeball eddie
Beiträge: 1
Registriert: 18.06.2012 08:21
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von flowding eyeball eddie »

Ich bin nicht gegen Gewalt , finde aber das viele Spiele heutzutage einfach immer brutaler werden ( = COD Black Ops )Jedoch gibt es immer auch wieder Ego- shooter , wo die überzogende Gewalt witzig ist ( = DNF ) . Schrecklich ist das vor allem dann , wenn die Gewaltdarstellung einen wichtigen Aspekt des Spieles einnimt und jeglicher Spaß verloren geht ( = dead rising 2 ) . In Dead Rising 2 kämpft der spieler gegen 100e von Zombies in einem Kaufhaus und benutzt alles was er findet als Waffe . Die Scheiße ist : Die Zombies Sind Schießbudenfiguren . Sie werden einem nie gefährlich und dienen nur dazu unötig viel Blut zu verspritzen , sind langsam und splattern sogar bei den richtigen Waffen .. Das war auch der Grund für die IIndizierung . Scheuslich wird es dann in Spielen , wenn dort die gewalt schon so übertrieben ist , dass man das Spiel sogar 12 jährige spielen lassen könnte ( Dragon Age 2 ) . Hier splattern die Gegner blutig in 3-5 Teile und das sogar bei den unterschiedlichsten Attacken und meist sogar extrem unrealistisch . Sowas muss einfach nicht sein .
Viele Endwickler des Shooter-Genres legen heute viel zu viel Wert auf Realismus und Gewalt .. Aber es gibt auch Vertreter , welche beweisen ,dass es auch ohne geht . Beste Beispiele dafür : Crysis 1 und Halo 1- 3 . ( Crysis 1 : Trotz großartiger Grafik , super Physik und extremem Realismus , bleibt expliziete Gewaltdarstellung aus . Halo 1-3 : Halo ist kein bisschen brutal . Es Ist zwar ein reiner Ego-Shooter , Geizt jedoch mit Gewalt , ist bunt und ist kein wirklich ernster Ego-Shooter . Es ist ein Fun-Shooter . Sowas bewundere ich.)

Folglich stellt sich nur noch die Frage : Was passiert , wenn man nicht gegen sinnlose Gewalt in Videospielen vorgeht ? - Sniper Elite 2 ist der wohl nächste Schritt dahin . Oder Deadspace 2 .

Für mich müssen Shooter nur 3 sachen erfüllen : 1 - Story , 2 - halbwegs vernünftige Grafik , 3 - Gameplay . Gewalt ist nicht wichtig .. Natürlich müssen Shooter Gewaltdarstellung haben und es muss blut spritzen , aber wenn mans übertreibt , dann hat der Spaß ein Ende .
SpeculoosJoe
Beiträge: 91
Registriert: 24.09.2007 22:34
Persönliche Nachricht:

Kommentar

Beitrag von SpeculoosJoe »

Amen!
Benutzeravatar
TheLaughingMan
Beiträge: 3861
Registriert: 27.01.2011 12:49
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von TheLaughingMan »

mSpore hat geschrieben:
ich kann es einfach langsam nicht mehr ertragen, dass alle möglichen furchtbaren dinge auf dieser welt plötzlich mit der ewig gültigen, natürlichen beschaffenheit des menschen erklärt werden.
Das beobachte ich auch schon länger mit Sorge. Des Menschen Natur, heißt es dann, er ist halt einfach so, er braucht das, er will das, er sehnt sich danach. Warum mach ich es dann nicht? Bin ich kein Mensch?
Ohne mich zuweit aus dem Fenster lehnen zu wollen: Aber ich denke ein gewisses sadistisches Grundpotential ist in jedem Menschen vorhanden. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Es gibt Kinder die können stundenlang dabei zusehen wie Ameisen mit der Lupe verbrannt werden oder wie Regenwürmer von besagten Ameisen zerfleischt werden, während andere sich nur angewidert abwenden. In wie weit sich die Psyche in diese Richtung entwickelt ist wohl von mehreren Faktoren abhänig. Soziales Umfeld, Erziehung, bestimmte prägende Erfahrungen und Ereignisse.
Benutzeravatar
Levi 
Beiträge: 44988
Registriert: 18.03.2009 15:38
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von Levi  »

TheLaughingMan hat geschrieben:
mSpore hat geschrieben:
ich kann es einfach langsam nicht mehr ertragen, dass alle möglichen furchtbaren dinge auf dieser welt plötzlich mit der ewig gültigen, natürlichen beschaffenheit des menschen erklärt werden.
Das beobachte ich auch schon länger mit Sorge. Des Menschen Natur, heißt es dann, er ist halt einfach so, er braucht das, er will das, er sehnt sich danach. Warum mach ich es dann nicht? Bin ich kein Mensch?
Ohne mich zuweit aus dem Fenster lehnen zu wollen: Aber ich denke ein gewisses sadistisches Grundpotential ist in jedem Menschen vorhanden. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Es gibt Kinder die können stundenlang dabei zusehen wie Ameisen mit der Lupe verbrannt werden oder wie Regenwürmer von besagten Ameisen zerfleischt werden, während andere sich nur angewidert abwenden. In wie weit sich die Psyche in diese Richtung entwickelt ist wohl von mehreren Faktoren abhänig. Soziales Umfeld, Erziehung, bestimmte prägende Erfahrungen und Ereignisse.

Man sollte den Klaps aufn Hintern endlich nicht mehr gleich mit "Prügelstrafe" gleichsetzen. Das wäre zumindest mal nen Anfang... Ich bin der Letzte der Sprüche wie "Zucht und Ordnung" gut heißt ... aber mal nen ordentlichen Klapps aufn Allerwertensten würde so manch Balg mal gut tun ... musste mal "öffentlich" raus ..
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von Nanimonai »

flowding eyeball eddie hat geschrieben: Gewalt ist nicht wichtig .. Natürlich müssen Shooter Gewaltdarstellung haben und es muss blut spritzen , aber wenn mans übertreibt , dann hat der Spaß ein Ende .
Besteht dann aber nicht die Gefahr der Verharmlosung?
Wenn wir mal von Shootern ausgehen, in denen menschlich wirkende Pixel umgepustet werden:

Shooter A hat keine Ragdolleffekte, wenig Blut, keine abgetrennten Körperteile bei Explosionen, "saubere" Todesanimationen.
Shooter B hat Ragdolleffekte, sehr viel Blut, abgetrennte Körperteile bei Explosionen und eine sehr drastische Darstellung des Todeskampfes (wie etwa bei The Last of Us).

In beiden Fällen hat man einen ähnlichen Bodycount. Ist es nicht viel zynischer, wenn Gegner ohne großes Trara im vorbeilaufen getötet werden, als wenn der Spieler mit den unschönen Konsequenzen konfrontiert wird?

Sicher ist eine drastische Darstellung der Gewalt dann schwierig, wenn sie glorifiziert wird, wie es ja bei sehr vielen Shootern der Fall ist, wenn es aber so rüberkommt wie bei "The Last of Us" halte ich es für die beste Art und Weise, das Thema Gewalt aufzugreifen, ohne es allerdings als etwas tolles und erstrebenswertes darzustellen.
Ruffy80
Beiträge: 32
Registriert: 05.10.2010 11:23
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von Ruffy80 »

Man sollte den Klaps aufn Hintern endlich nicht mehr gleich mit "Prügelstrafe" gleichsetzen. Das wäre zumindest mal nen Anfang... Ich bin der Letzte der Sprüche wie "Zucht und Ordnung" gut heißt ... aber mal nen ordentlichen Klapps aufn Allerwertensten würde so manch Balg mal gut tun ... musste mal "öffentlich" raus ..[/quote]


Mein reden.....!
blinded_medusa
Beiträge: 54
Registriert: 25.12.2011 18:29
Persönliche Nachricht:

Kommentar

Beitrag von blinded_medusa »

Yeah! Warren Spector hat absolut Recht. Schön, dass sich auch Entwickler selbst dazu äußern. Ich habe keine Lust mehr auf diese stupiden, ultrabrutalen Spiele. Seien dies nun diese militärverherrlichenden Call of Dutys oder Battlefields, oder auch ein extrem absurdes Mortal Kombat. Das schlimmste ist diese Maßlosigkeit, dass alles immer NOCH brutaler und realistischer sein muss. Aber im Gegenzug beispielsweise ein lauter Aufschrei, wenn eine Brustwarze zu sehen ist, weil es ja angeblich für junge Menschen schädlich ist, damit konfrontiert zu werden. Es ist erwiesen, dass brutale Spiele die Hirnfunktionen negativ beeinflussen. Siehe auch http://grenzwissenschaft-aktuell.blogsp ... rn_12.html. Und zum Thema Gewalt als Kunstmittel: Seitdem sämtliche Videospiele derartig kommerzialisiert worden sind, und es anscheinend kaum noch echte Innovationen in diesem Bereich gibt, hat das meiner Ansicht nach nichts mehr mit Kunst zu tun. Denn Kunst steht für sich und ist nicht dafür konzipiert, dass es möglichst vielen Menschen zusagt. Noch schlimmer sogar, wenn sie manipuliert, wie diverse amerikanische Militär-Propaganda-Produktionen. Gewalt nur um der Gewalt Willens, verformt das eigentlich wunderschöne Medium Videospiele. Werft die Egoshooter auf den Müll und macht lieber mehr Spiele wie: Fahrenheit, Heavy Rain, Flower, Monkey Island oder Baldur's Gate. Solche Titel definieren die Kunst in Videospielen!
Jadreinhe
Beiträge: 148
Registriert: 16.06.2009 11:39
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von Jadreinhe »

Die extreme Gewalt muss aufhören, im Kopf. Den Spielen soll überlassen sein, was sie aus der Gewalt machen. Häufig ist die Darstellung dumm und selbst Überzeichnungen sind lächerlich aufgesetzt. Aber ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass sich das als allgemeines Ding in der Luft hält. Bildet halt irgendwann ein eigenes Splatter-Genre und momentan sind einige Entwicklerstudios wie Kinder, die schauen wollen, wie weit man das treiben kann. Gewalt zum kontroversen Thema in Spielen zu machen? Das wird kommen und Heavy Rain hatte da schon ganz gute Ansätze, im Endeffekt auch Fable und KotoR.

Kriegsspiele hingegen wollen meistens unterhalten. Wie man (am neusten Militärstreifen der Kinos in den USA) sieht, kommt der Trend aus Amerika und wird sich da weiterhin halten wie ein Fettfleck auf der Karte.
Deutsche Spieler sind da tendenziell anders, reflektierter, vielleicht weil wir kein freies Waffengesetz und direkt iniziierte Irak-Kriege ausagieren müssen.
Ich denke, dass die wenigsten hier wirklich Gefallen an herber Gewaltdarstellung haben, Blutdarstellung aber in Shootern zur etwaigen Realitätseinordnung hilfreich finden. Mittel zum Zweck eben.
Moralisch zu argumentieren kann zwar pädagogisch sein, wenn man aber der tendenziellen Abneigung gegen Gedärm nachgeht, impliziert das ja eigentlich, dass man da in sich selbst nichts verharmlost - und sich da ggf. viel eher mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert.
stackenblochen
Beiträge: 79
Registriert: 09.08.2007 14:06
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar

Beitrag von stackenblochen »

blinded_medusa hat geschrieben:(...) Es ist erwiesen, dass brutale Spiele die Hirnfunktionen negativ beeinflussen. Siehe auch http://grenzwissenschaft-aktuell.blogsp ... rn_12.html. (...)
oha, da bin ich jetzt aber mal auf nanimonai's antwort gespannt! :) (das mit der wissenschaftlichen belegbarkeit hatten wir ja schon ein paar seiten vorher, und sogar ganz ohne para"wissenschaft")
Benutzeravatar
5Finger
Beiträge: 450
Registriert: 15.10.2010 13:05
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von 5Finger »

Was ist eigentlich mit dem 29. Mann in der Studie passiert? Ich mein wenn ich 29 Menschen in 2 Gruppen a 14 Leute unterteile, bleibt einer irgendwie übrig.
Davon ab : Wenn Menschen 7 Tage lang mindestens 10h zu Hause sitzen, zocken und die berüchtigten Ragekids als Gesprächspartner haben, ist es glaub ich auch kein Wunder, wenn diese danach kognitiv und emotional nicht so fit sind, wie Menschen die die 10h unter anderen Menschen und mit einer Arbeit, einem Studium oder ähnlichem verbringen.

Ich behaupte jetzt mal ganz dreist: Es ist egal welche Spiele 10+h am Tag gezockt werden. Es ist dieses exzessive spielen, welches diese negative Auswirkung hervorbringt.
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar

Beitrag von Nanimonai »

stackenblochen hat geschrieben:
blinded_medusa hat geschrieben:(...) Es ist erwiesen, dass brutale Spiele die Hirnfunktionen negativ beeinflussen. Siehe auch http://grenzwissenschaft-aktuell.blogsp ... rn_12.html. (...)
oha, da bin ich jetzt aber mal auf nanimonai's antwort gespannt! :) (das mit der wissenschaftlichen belegbarkeit hatten wir ja schon ein paar seiten vorher, und sogar ganz ohne para"wissenschaft")
Gerne. ;-)

Das ist eine interessante Studie, die aber auch ein paar Fragen aufwirft:

1. Wie kann sichergestellt sein, dass es tatsächlich der Gewaltgehalt der Spiele ist, die die Hirnfunktion beeinflussen? Die Probanden musst zehn Stunden am Tag gewaltverherrlichende Spiele spielen. Die Kontrollgruppe allerdings sollte gar nicht spielen. Die Studie zeigt erst mal nur den Unterschied zwischen einer spielenden und einer nicht spielenden Gruppe. Interessanter wäre es gewesen, wenn die Kontrollgruppe zehn Stunden pro Tag ein gewaltfreies Spiel hätte spielen müssen.

2. Die Teilnehmer hatten keine oder nur geringe Spielerfahrungen. Wie sind die Reaktionen bei Spielern, die es gewohnt sind, mehrere Stunden am Tag am Computer zu daddeln?

3. 28 Teilnehmer sind für eine empirische Studie etwas arg wenig, daher wird diese Studie wohl auch nicht wirklich anerkannt. Um mal ein Gegenbeispiel zu nennen, gab es eine Studie der TU Berlin, die mit 280 Grundschülern durchgeführt wurde, die zu dem Schluß kommt: "Vieles deutet aber darauf hin, dass die simple Schlussfolgerung 'Gewaltspiele machen gewalttätig' eindeutig zu kurz greift".

4. Auch diese von mir genannte Studie ist nicht des Weisheits letzter Schluß, sondern nur ein Gegenbeispiel. Unter dem Strich ist es immer noch so, dass es weltweit keine Langzeitstudien gibt, die eindeutige Beweise für die Auswirkung virtueller Gewalt auf den Menschen haben.
Uns allen ist klar, dass es Auswirkungen gibt, aber welcher Natur diese sind, ist immer noch Forschungsgegenstand.
Benutzeravatar
crewmate
Beiträge: 18865
Registriert: 29.05.2007 15:16
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von crewmate »

http://www.youtube.com/watch?v=N34jjArTgqA
Und mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Wobei doch:

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Wie nanimonai schon sagt ist das alles beeinfluss- und manipulierbar. Wie sehen die Auswirkungen auf die realität aus:

Das ist die Jugendkriminalstatistik von 2000 bis 2008. Also gerade die Generation die mit gewaltspielen wie Resident Evil, Doom und Syndicate aufgewachsen ist.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0617180200

Die Statistik ist rückläufig. Und die alte "Freitag der Dreizehnte" Generation zieht gerade Kinder groß. Damals, das zeigt die oben gepostete ZDF Dokumentation, wurde gegen Horrorfilme gehetzt. Gewaltverherrlichend, Hemmschwelle zum Morden sinkt etc.

Goethe wurde nach "Die Leiden des jungen Werther" für eine Welle an Selbstmorden verantwortlich gemacht. Er hat damals mit einem schmähenden Brief geantwortet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Werther-Effekt

Von Goethe zu Painkiller ist es ein weiter Weg. Aber wie du siehst haben konservative Kräfte immer schon Stimmung gegen zeitgenössische Werke gemacht. Unter ihrer Hand wird alles versimpelt und gleichgestellt. Ob eine Message und Aussage hinter der Gewalt steckt, oder ob es einfach Snuff ist. DAS sollte wichtig sein. Du hingegen scherst alle über einen Kamm.
nawarI
Beiträge: 4211
Registriert: 18.01.2009 13:32
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar

Beitrag von nawarI »

Nanimonai hat geschrieben:[...]1. Wie kann sichergestellt sein, dass es tatsächlich der Gewaltgehalt der Spiele ist, die die Hirnfunktion beeinflussen? Die Probanden musst zehn Stunden am Tag gewaltverherrlichende Spiele spielen. Die Kontrollgruppe allerdings sollte gar nicht spielen. Die Studie zeigt erst mal nur den Unterschied zwischen einer spielenden und einer nicht spielenden Gruppe. Interessanter wäre es gewesen, wenn die Kontrollgruppe zehn Stunden pro Tag ein gewaltfreies Spiel hätte spielen müssen. [...]
das gleiche hab ich mir auch gedacht. Noch dazu steht im Bericht:
Ob eine vergleichbare Auswirkung auch durch das exzessive Spielen gewaltfreier Videospiele ausgelöst wird, geht indes aus der Studie von Wang und Kollegen nicht hervor.
Es ist ja einfach so, dass Videospiele eine andere Art des Denkens erfordert als das echte Leben. Man hat nicht alle Möglichkeiten des Universums zur Verfügung sondern nur die Mittel, die das Spiel vorgibt. Die Problemlösungsstrategien ändern sich dabei einfach - sogar die Art Dinge wahrzunehmen. Insofern verändern sich natürlich auch die Gehirnaktivitäten, wenn man einen Woche lang 10 h pro Tag spielt. So würde ich die Ergebnisse der Studie, die veränderten Hirnaktivitäten erklären. Und ist diese Veränderung wirklich negativ? Je nach Argumentation 'vielleicht', aber nur weil etwas anders ist, heißt das ja nicht, dass eine Schädiung vorliegt und das ganze negativ ist.
Außerdem:
Nachdem die Gruppe der Spieler danach eine Woche den "Ballerspielen" entsagt hatten, näherten sich die Aktivitätsmuster in den entsprechenden Regionen wieder denen der Mitglieder der Kontrollgruppe an.
Was soll hieran bitte eine ANHALTENDE Schädigung sein? Wenns nach einer Woche wieder einigermaßen normal ist, wobei "normal" ebenfalls ein dehnbarer Begriff ist, kann man wohl kaum von ANHALTEND sprechen. Und als Schädigung würde ich veränderte Hirnaktivitäten auch nicht bezeichnen.

Was mir als Skeptiker auffällt: Traue niemals einer Studie, die du nicht selber gefälscht hast:
die Wissenschaftler um Dr. Yang Wang [...] untersuchen [...] schon seit rund zehn Jahren in experimentellen Studien die Auswirkungen gewaltverherrlichender Video- und Computerspiele [...]

Ich glaube nicht wirklich, dass die Studie völlig unvoreingenommen durchgeführt worden ist. Die Wissenschaftler arbeiten seit zehn Jahren daran und wollen natürlich erstmal nicht total daneben liegen.
Allein die Vorgaben der Studie erscheinen mir wie gesagt leicht schwammig (wie mein Vorredner schon beschrieben hat). Die Wissenschaftler haben nun also ein paar schwammige Ergebnisse bekommen, deren Interpretation auch in ihrer Hand liegt.
Ich wette mit einer anderen Meinung hätte man die Ergebnisse auch anders interpretieren können.
Die Studie finde ich nicht wirklich überzeugende (- zumindest in der Form, wie sie in dem Bericht beschrieben ist). BEWIESEN ist mir mich erstmal garnichts.
Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar

Beitrag von Kajetan »

nawarI hat geschrieben: Was mir als Skeptiker auffällt: Traue niemals einer Studie, die du nicht selber gefälscht hast:
Es genügt schon, wenn so eine Studie in ihrer Gesamtheit komplett einsehbar ist. So kann man a) recht gut herausfinden aus welcher Ecke die Autoren der Studie kommen und b) einsehen, welche Rahmenbedingungen für die Studie verwendet wurden. So weisen viele Psychologen jedes Mal aufs Neue darauf hin, dass Studien, die lediglich das Verhalten des Probanden im Labor untersuchen oder nur Hirnströme anmessen, dabei jedoch das soziale Umfeld aus Familie, Freunden und Schule ausser Acht lassen, welches maßgeblich für das Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist, nicht relevant und stichhaltig sein können. Der Versuchsaufbau etlicher Studien zum Thema "Gewalt in Videospielen" ist mangelhaft, um es mal höflich auszudrücken. Es wird vielfach nur korreliert, aber keine kausalen Zusammenhänge aufgedeckt. Da ist noch etliches an Forschungsarbeit zu leisten.