Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

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mr archer
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von mr archer »

KATTAMAKKA hat geschrieben:Ja der berüchtigte Spielspass hat viel damit zu tun das die Kickstarter Jungs gerade so on Vogue sind. Und Kunst will von diesen Herren warscheinlich kein einziger machen. Die wollen den echten Spielspass zurückbringen und zwar abseits vom dem sich immer wiederholenden und ausgelutschten vollautomatischen AAACOD Muster.

Habe ich so ähnlich hier irgendwo auch geschrieben. In allen Kickstarter-Kampagnen bisher ging es darum, bestimmte Gameplay-Varianten, die heute bei Publishern nicht mehr en vogue sind, wieder zu ihren Ehren kommen zu lassen. Von Story stand da nirgends was - oder im Fall von Wasteland 2 nur sehr, sehr Nebulöses. Absolut das Gegenteil zum Nerdrage bei ME 3, wo sich keine Sau über Gameplay beklagt, sondern alle wegen der Story jammern. Dieser 4p-Kommentar liegt sowas von daneben - ich kann es immer noch nicht fassen.

Im übrigen kann man sicherlich auch in aktuellen Blockbustern echten Spielspass empfinden. Wenn ich heute 13 wäre, hätte ich ne Konsole und würde CoD spielen.

So gesehen bin ich einfach froh und dankbar, meine Pubertät in den frühen 90ern hinter mich gebracht zu haben. Drei Kreuze! Allein wie die armen Kinder heute rumlaufen müssen. Diese Scheiß-Röhrenhosen. Schauerlich.
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Deuterium
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von Deuterium »

mr archer hat geschrieben: Wenn ich heute 13 wäre, hätte ich ne Konsole und würde CoD spielen.
Deine hpothetischen Eltern sind ganz schön verantwortungslos! Ballerspiele sind böse...
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mr archer
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von mr archer »

Deuterium hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben: Wenn ich heute 13 wäre, hätte ich ne Konsole und würde CoD spielen.
Deine hpothetischen Eltern sind ganz schön verantwortungslos! Ballerspiele sind böse...
Pff. Als ich damals 13 war, gab es in unseren Ballerspielen noch Kettensägen und Torten mit Kerzen und Totenschädeln als Verzierung. Und an den Wänden hingen Leute mit abgerissenen Armen. Und heute müssen die armen Kleinen diese banale Army-Scheiße im Michael Bay-Style spielen.
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Suppression
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von Suppression »

Howdie hat geschrieben: Nach dieser Definition wäre jedes Klo Kunst: Drücke den Knopf dann wird gespült! Wer da gerne die Vergänglichkeit der Menschheit und den Kreislauf des Lebens rein interpretieren möchte kann das gerne tun. Aber mir sie verziehen, wenn meine Antwort lautet: Drauf geschissen!
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Das gilt als eines der bedeutendsten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Insofern kann tatsächlich sogar ein Klo Kunst sein. Ich will Spiele nicht zur Kunstform erheben, aber der Begriff Kunst ist eben unglaublich relativ - insofern würde ich Spielen nicht grundsätzlich jegliche künstlerische Wertigkeit absprechen - selbst wenn ich sie selbst nicht als Kunst ansehe. Und ja, das gilt dann selbst für Spiele wie Call of Duty.
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Deuterium
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von Deuterium »

mr archer hat geschrieben:
Deuterium hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben: Wenn ich heute 13 wäre, hätte ich ne Konsole und würde CoD spielen.
Deine hpothetischen Eltern sind ganz schön verantwortungslos! Ballerspiele sind böse...
Pff. Als ich damals 13 war, gab es in unseren Ballerspielen noch Kettensägen und Torten mit Kerzen und Totenschädeln als Verzierung. Und an den Wänden hingen Leute mit abgerissenen Armen. Und heute müssen die armen Kleinen diese banale Army-Scheiße im Michael Bay-Style spielen.
Punkt für das Alter. Wie hoch stehen die Chancen, dass so ein Shooter noch mal von einem großem Publisher in die Wege geleitet wird? Ziemlich schlecht. Womit wir wohl wieder beim Crowdfunding und damit bei Kritik an diesem Kommentar wären.

Durch die Schwarmfinanzierung könnten Spieler dieser Shootergattung dafür sorgen, dass die Herstellung eines solchen Spiels durch ihren finanziellen Eingriff in die Wege geleitet wird. Hierbei ist es jedoch so, dass sich ein Entwicklerteam hinstellt und sagt: "Wir wollen ein Retroshooter basteln. Gebt uns Geld und wir lassen euch eventuell gewisse Sachen mitentscheiden." und nicht, wie im größten Teil der Fälle, wo der Geldgeber den Weg vorgibt.
Als Kickstarter-Entwickler entwickelt man für einen mehr, oder weniger kleinen Kreis von Kunden, von dessem guten Willen man abhängig ist. Das hat Benjamin erkannt und befürchtet jetzt, dass die Spieler ihre selbstfinanzierten Spiele durch ihren Einfluss zerstören würden. Für diesen Gedankengang kann ich aber leider keine Blümchen verteilen.

Ich meine, dass man als Spieler ganz genau weiß, wofür man sein Geld gibt. Wenn sich ein Entwickler aufmacht und für einen Retroshooter wirbt, dann gebe mich auch meine Mäuse für einen Retroshooter. Und wenn ich Einfluss nehmen will, dann versuche ich das Beste für den von mir unterstützten Retroshooter rauszuholen. Welcher Spieler finanziert denn einen Retroshooter, wenn er dann Scripts und Schlauchlevel eingebaut haben möchte? Das wäre ja kompletter Schwachsinn. Genauso wenig unterstützte ich einen Retroshooter, wenn ich einen modernen haben wollte. Und auf der anderen Seite bewerbe ich auch kein Retroshooterprojekt, wenn ich dann am Ende doch nur Militaryscheiße produzieren will.
Die Fans eines gekickstarteten Spiels haben sehr genaue Vorstellungen von dem, was sie wollen. Und diese Vorstellungen entsprechen auch den Zielen der Entwickler. Einen Aufschrei könnte ich mir nur vorstellen, wenn die Entwickler von der vorgestellten und versprochenen Route abwichen und Scheißdreck einbauten, der vorher nicht beworben wurde. Aber würde das ein Entwicklerteam, dessen Kapital schwarmfinanziert ist, machen? Nein! Erstens, weil es nicht ihr Ziel ist, etwas anderes zu entwickeln und zweitens, weil sie eben von ihrem speziellen Kundenkreis abhängig sind. Und dieser Kundenkreis will das versprochene Produkt, wofür er zu spenden sich entschieden hat. Fertig. Im Falle des Crowdfunding sind Entwickler und Abnehmer auf einer Wellenlänge. Wer das nicht verstanden hat, hat Crowdfunding nicht verstanden.

Mass Effect ist eine andere Geschichte, die strikt vom Crowdfunding getrennt werden muss. Bei ME 3 beschwert man sich über das Ende des Spiels und nicht, über nicht eingehaltene Gameplay- oder Designversprechen. Kurz. Es geht um die Story. Dass man sich so auf die Story stürzt ist aber schon verständlich. Denn bei diesem Gameplay muss man sich gezwungener Maßen auf etwas anderes konzentrieren, um das Spiel nicht gleich wieder wegzuschmeißen. Das Bioware jetzt aber keine Eier hat und nachträglich am verkorksten Ende rumdoktert, ist kein eventuelles Problem des Crowdfundingsystems, sondern zeigt mir persönlich nur, wie mühevoll Bioware versucht, wenigstens die Illusion einer guten Story aufrecht zu erhalten.
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Al3xM
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von Al3xM »

Das Bioware jetzt aber keine Eier hat und nachträglich am verkorksten Ende rumdoktert, ist kein eventuelles Problem des Crowdfundingsystems, sondern zeigt mir persönlich nur, wie mühevoll Bioware versucht, wenigstens die Illusion einer guten Story aufrecht zu erhalten.
Das "Aufrechterhalten der Illusion einer guten Story" wie du es nennst, empfinde ich als lobenswert, schließlich hat Bioware einmal gesagt, dass sie die "besten erzählenden Spiele der Welt […]“ bieten wollen.", und da in ihren letzten Werken das Gameplay schon arg an die Bedürfnisse der Masse angepasst wurde (Dragon Age 2, Mass Effect 2 u. 3), erwarte ich zumindest eine mitreißende Story. Wenn ich so darüber nachdenke, war das letzte Bioware-Game, dass ich wirklich klasse fand, sowohl in Sachen Gameplay als auch Story, Dragon Age: Origins. Und wenn ich daran denke, dass Bioware, das Entwicklerstudio, das sich für Baldurs Gate, Neverwinter Knights, DA:O und ME1 verantwortlich zeigt und noch 2004 in die Liste der 100 besten Arbeitgeber Kanadas aufgenommen wurde, nun zu EA, dem Publisher, der vor kurzem zur schlimmsten Firma der USA gewählt wurde, gehört, kommen mir die Tränen...
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

Al3xM hat geschrieben:
Wenn ich so darüber nachdenke, war das letzte Bioware-Game, dass ich wirklich klasse fand, sowohl in Sachen Gameplay als auch Story, Dragon Age: Origins. Und wenn ich daran denke, dass Bioware, das Entwicklerstudio, das sich für Baldurs Gate, Neverwinter Knights, DA:O und ME1 verantwortlich zeigt und noch 2004 in die Liste der 100 besten Arbeitgeber Kanadas aufgenommen wurde, nun zu EA, dem Publisher, der vor kurzem zur schlimmsten Firma der USA gewählt wurde, gehört, kommen mir die Tränen...
Ich verstehe das. Man hängt emotional an bestimmten Studios. Bei mir sind es Monolyth. Und früher mal Looking Glass/ Irrational Games. Oder im Filmsegment Pixar. Über die Jahre bin ich aber zu der Erkenntnis gelangt, dass das immer Phasen sind, gekoppelt an bestimmte Leute und bestimmte Projekte. Keine Wiese blüht jedes Jahr gleich schön. Manche Blumen verschwinden auch ganz, weil sich der Boden oder das Klima ändert.

Es gibt aber auch Trost: Solange es kreative Menschen gibt, findet sich immer wieder eine andere Wiese.
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Deuterium
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von Deuterium »

Al3xM hat geschrieben:...
Sicher ist es irgendwo Anerkennung wert, wenn man versucht, noch den letzten Funkspruch zu setzen, ehe der Dampfer im Meer versinkt, aber wenn ich mit voller Kraft auf ein Eisfeld zuhalte, brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn das Material die Kollision mit einem Eisberg nicht übersteht. Wobei der Biowaredampfer ohnehin schon reichlich Rost angesetzt hatte. Das Wrack der Titanic ist auch heute noch majestätisch und ein Zeichen der menschlichen Schöpferkraft. Doch ist es auch ein Mahnmal an die menschliche Selbstüberschätzung und Arroganz.
Bioware muss aufhören, sich nur auf erzählerischen Lorbeeren auszuruhen und auch wieder mal spielerisch etwas mehr als nur das Nötigste bieten. Und wenn sie es nicht schaffen, wird es neue Entwickler geben, die aus Biowares Fehlern lernen und solider und bodenständiger entwickeln.
Ich bin aber auch kein wirklicher Biowarefan. Ich habe Mass Effect 3 durchgespielt und kann es immer noch nicht fassen, wie man an Jörgs Bewertung herumkritteln kann. Das Gameplay ist unter aller Sau. Das Einzige, was mich vorantrieb, war die interessante Geschichte. Biowares Fehler war dann, die Ultrafans mit einem recht schwachem Ende zu enttäuschen. Ich möchte mich hier nicht zum Hobbypsychologen aufschwingen, aber vielleicht ist diese Enttäuschung gepaart mit dem an sich schwachem Spiel auch ein Grund für diese "Ausschreitungen". Um das Ganze aber mit dem Crowdfundingsystem in einen Hut zu stecken, verlangt es schon etwas Phantasie.
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Al3xM
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von Al3xM »

Bioware muss aufhören, sich nur auf erzählerischen Lorbeeren auszuruhen und auch wieder mal spielerisch etwas mehr als nur das Nötigste bieten.
Der Meinung bin ich auch. Was das Gameplay angeht, sind alle Bioware-Games, die seid der Übernahme durch EA fabriziert wurden, verdammt schwach (Dragon Age: Origins nicht, aber das war auch schon vor der Übernahme in der Mache). Allerdings darf man hier nicht nur Bioware kritisieren, das Problem ist mittlerweile leider ein universales...
Achja, und was die "erzählerischen Lorbeeren" angeht: Erzähltechnisch glänzen die letzten Games meiner Meinung nach auch nicht mehr so wie früher: Am Ende von DA:O kamen mir die Tränen (Hab mich selbst geopfert und Alistar zum König gemacht, Morrigan war weg...), während ich am Ende von Dragon Age 2 nur dachte "Was soll das, was ist hier grad passiert?!?!".
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Howdie
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von Howdie »

KATTAMAKKA hat geschrieben:Ja der berüchtigte Spielspass hat viel damit zu tun das die Kickstarter Jungs gerade so on Vogue sind. Und Kunst will von diesen Herren warscheinlich kein einziger machen. Die wollen den echten Spielspass zurückbringen und zwar abseits vom dem sich immer wiederholenden und ausgelutschten vollautomatischen AAACOD Muster.Und da dürfen sie ruhig kreativ zu Werke gehen um uns einen Kreativen Spielplatz zu schenken . Solche Games zu machen ist eine Kunst. Die COD Strategie von EA/Dice/Bioware und Capcom zeugt eher von Unvermögen und Verzweiflung. Spielspass kann man bei dieser Eingleisigkeit lange suchen, mit viel gutem Willen findet man dort Bruchstücke davon.Und die ähneln sich wie ein faules Ei dem anderen.

Ein bischen Kunstanspruch hat auch noch niemand geschadet, aber der Anspruch besser als COD zu sein, erfolgreicher als COD sein zu wollen , od zumindestens ähnlich erfolgreich sein zu wollen.und das nur mit der kopierten COD Masche ist enorm schädlich für den Spielspass und der Vielfalt im Zockeruniversum . Wer dazu wie Capcom mit COD auch noch Werbung macht ist nur noch eine Null Nummer , und darauf ist wirklich geschissen :D
Es gibt ja viele Spieler denen das Spaß macht, sonst würden sie es sicher nicht kaufen. Von daher würde ich den Blockbustern so etwas wie Spielspaß nicht absprechen. Natürlich sind sie gleichgemacht und auch ein bisschen beliebig, aber das ändert ja nichts daran, dass sie vielen Spielern Spaß machen. Diese Verweigerungshaltung gegenüber "großen" Spielen kann ich einfach nicht richtig nachvollziehen. Viele davon finde ich selber auch langweilig, aber viele machen eben auch ne Menge Spaß. Die Vielfalt im Zockeruniversum ist heute weit größer als noch von 30 Jahren, als ich mit dem Zocken angefangen habe. Auf dem C64 oder dem Amiga erschienen mit Glück 1-2 gute Spiele pro Monat. Heute gibt es Blockbuster, Indietitel, Arcadespiele, Handheldgames, Touchspiele, Browserspiele, MMO etc etc etc. Da von einer schrumpfenden Vielfalt im Zockerbereich zu reden ist doch nicht richtig. Wir haben mehr Möglichkeiten als jemals zuvor. Aber statt sich über die Vielfalt zu freuen wird lieber fröhlich über die Triple AAA-Games gejammert, obwohl bei denen klar ist, dass sie, um der Masse zu gefallen, gewisse Kompromisse eingehen müssen.

Den Rest sehe ich genauso, würde allerdings trotzdem Kunst durch Handwerk ersetzen. Ich bin gelernter Grafikdesigner und mache das nun schon viele Jahre und daher unterscheide ich für mich da sehr deutlich. Das was viele Leute schon im meinem Bereich Kunst nennen ist nichts weiter als bloßes Handwerk. Ich bin kein Künstler. Ich bin Grafiker. Und so sehen das auch viele Leute aus der Spielebranche wohl auch. Daher würde ich auch keinen Kunstanspruch fordern, sondern dass die Entwickler ihr Handwerk verstehen. Ein handwerklich gut gemachtes Spiel ist wesentlich schwerer zu entwickeln als alles andere. Denn dazu muss man sich wirklich besinnen, was das Spiel können muss um den Spieler zu unterhalten und nicht nur um sich gut zu verkaufen. Wenn beides zusammenkommt, umso besser. Denn es gibt durchaus sehr gute Blockbuster.

@Supp: Genau das habe ich ja geschrieben. Das Klo war ja nicht ganz zufällig gewählt. Vielleicht sind Spiele im historischen Zusammenhang mal Kunst. Das ist durchaus möglich. Das Werk von Mutt ist keine Kunst. Erst die Kontroverse darüber hat dem Werk seinen Inhalt verliehen und dadurch gilt es heute als Kunst. Obwohl es ein industrielles Massenprodukt ist. Vielleicht kann ein Spiel mal eine ähnliche Diskussion auslösen. Das schließe ich ja gar nicht aus, aber zum jetzigen Zeitpunkt sind fast alle Spiele kommerzielle Massenprodukte und Nischenprodukte. Daraus kann Kunst entstehen, aber zur Zeit und in diesem kunsthistorischen Zusammenhang, sind sie es für mich einfach nicht. Kunst ist für mich eben nicht so beliebig, dass man alles als Kunst deklarieren könnte. Das mit dem Urinal hätte auch nach hinten los gehen können...
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Brakiri
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Beitrag von Brakiri »

Al3xM hat geschrieben:
Bioware muss aufhören, sich nur auf erzählerischen Lorbeeren auszuruhen und auch wieder mal spielerisch etwas mehr als nur das Nötigste bieten.
Der Meinung bin ich auch. Was das Gameplay angeht, sind alle Bioware-Games, die seid der Übernahme durch EA fabriziert wurden, verdammt schwach (Dragon Age: Origins nicht, aber das war auch schon vor der Übernahme in der Mache). Allerdings darf man hier nicht nur Bioware kritisieren, das Problem ist mittlerweile leider ein universales...
Achja, und was die "erzählerischen Lorbeeren" angeht: Erzähltechnisch glänzen die letzten Games meiner Meinung nach auch nicht mehr so wie früher: Am Ende von DA:O kamen mir die Tränen (Hab mich selbst geopfert und Alistar zum König gemacht, Morrigan war weg...), während ich am Ende von Dragon Age 2 nur dachte "Was soll das, was ist hier grad passiert?!?!".
Das stimmt. Die meisten neueren Bioware-Games sind extrem abwechslungsarm.
Das gilt leider auch für Dragon Age. Es mag den Oldschoolern gefallen, weil es an alte Zeiten erinnert, aber gameplaytechnisch ist es ebenso schwach wie ME2 und Konsorten.
Ausser sehr viel Kloppen und ein paar Gespräche gibt es ja nicht viel zu tun. Erkunden ist nicht, taktischer Kampf ist nicht, Items sind eher langweilig und nur Mittel zum Zweck etc. Auch der Skill-Einsatz ist sehr begrenzt. In facto so begrenzt in seiner Bedeutung/Integration, dass man sich wohl bei DA2 gedacht hat, man schmeisst es gleich ganz raus.

Kotor war auch kein Gameplaymonster, aber man konnte craften, konnte erkunden, es gab immer und sehr häufig sinnvollen Skilleinsatz und das nette Kartenspiel. Es ist nicht VIEL mehr, aber es langt, um die neueren Bioware-Games im Vergleich sehr abwechslungsarm und langweilig erscheinen zu lassen.

Ich glaube Bioware hat noch nicht verstanden, dass Story und Dialoge noch kein gutes Spiel machen.
Sicher ME3 mag gut inszeniert sein, aber mich persönlich langweilt ein interaktiver Film wo es nix zu tun gibt, sehr schnell. Wenn ich Filme sehen will, schaue ich Filme, und wenn ich spielen will, dann möchte ich abwechslungsreiches Gameplay. Diese Vermischung der beiden Teile ist einfach nur Faulheit und Kostensparen, denn ein Film inszenieren mit preiswerten Ballereinlagen kostet halt nicht soviel Zeit und Geld, wie ein komplexes Spiel, wos viel zu tun gibt.
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Howdie
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von Howdie »

Brakiri hat geschrieben:Sicher ME3 mag gut inszeniert sein, aber mich persönlich langweilt ein interaktiver Film wo es nix zu tun gibt, sehr schnell. Wenn ich Filme sehen will, schaue ich Filme, und wenn ich spielen will, dann möchte ich abwechslungsreiches Gameplay.
Sagt derjenige, der Planescape Torment für eines der besten Spiele aller Zeiten hält, auch wenn es über sehr weite Strecken eher ein interaktives Buch ist.^^ Keine Frage, es ist klasse, aber hat eben genau mit den gleichen Schwächen zu kämpfen wie beispielsweise ME. Über längeren Zeitraum findet kein Gameplay sondern eben nur Story statt. Ist wie du schon sagst immer die Frage, was man persönlich bevorzugt.

Das was ME wollte, hat es sehr gut gemacht. Das vor allem Old-School-RPGler darauf allergisch reagieren war sicher auch BW klar. Für mich dennoch eine der besten Serien der aktuellen Gen. Wenn auch spielerisch schwächer als Kotor und erzählerisch schwächer als PT oder andere Klassiker. Allerdings finde ich das Gesamtpaket schon sehr überzeugend. Man muss ja auch ehrlich zugeben, dass ME schon Einiges richtig macht, sonst wäre es nicht so erfolgreich. Genau wie COD oder Assassins Creed. Ob einem das nun gefällt oder nicht ist eine Sache, aber es sind ganz sicher keine schlechten Spiele, wenn sie es schaffen so viele Menschen zu unterhalten. Das muss man einfach mal neidlos anerkennen.
Zuletzt geändert von Howdie am 16.04.2012 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kommentar: Spieler, bleib bei deinen Leisten!

Beitrag von mr archer »

Howdie hat geschrieben: Genau wie COD oder Assassins Creed. Ob einem das nun gefällt oder nicht ist eine Sache, aber es sind ganz sicher keine schlechten Spiele, wenn sie es schaffen so viele Menschen zu unterhalten. Das muss man einfach mal neidlos anerkennen.
Da hatter recht.

Edit: Ändert nix daran, dass ich bestimmte Entäußerungen des Unterhaltungs-Massenmarktes einfach schon körperlich nicht ertrage. Ostern jetzt wieder. Hintereinander Transformers 2 und Terminator 4 im Fernsehen geschaut. Ich konnte richtig gehend selbst beobachten, wie etwas in mir gestorben ist. Nach fünf Stunden ist man nur noch ein Haufen synaptisch überreizter Brei aus Knochen, Haut und Gedärm. Und genau so geht es mir bereits, wenn ich mir nur kurze Ausschnitte aktueller Groß-Shooter auf Youtube zu Gemüte führe. Ich kann das einfach nicht. Liegt an mir. Ich bin ne andere Generation.
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Kotgolem
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Beitrag von Kotgolem »

Beispiel: Hätten die Kunden Apple vor langer Zeit vorgeschrieben, wie ein Telefon auszusehen hat, hätte es das iPhone nie gegeben. Versteht mich nicht falsch: Ich hasse dieses Telefon und es wäre mir peinlich, es aus meiner Hosentasche zu ziehen, weil das natürlich belegen würde, welch ein Marketingopfer ich dann wäre. Aber es gibt Leute die es mögen und man muss als Entwickler von was immer auch die Möglichkeit haben, neue Wege zu gehen. Denn in einer Sache hatte Steve Jobs recht: "Wenn man die Kunden fragt, was sie wollen und das dann entwickelt, dann wollen sie wenn es fertig ist schon wieder was anderes!"
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Re: Kommentar

Beitrag von mr archer »

Claus Trophobie hat geschrieben:Beispiel: Hätten die Kunden Apple vor langer Zeit vorgeschrieben, wie ein Telefon auszusehen hat, hätte es das iPhone nie gegeben. Versteht mich nicht falsch: Ich hasse dieses Telefon und es wäre mir peinlich, es aus meiner Hosentasche zu ziehen, weil das natürlich belegen würde, welch ein Marketingopfer ich dann wäre. Aber es gibt Leute die es mögen und man muss als Entwickler von was immer auch die Möglichkeit haben, neue Wege zu gehen. Denn in einer Sache hatte Steve Jobs recht: "Wenn man die Kunden fragt, was sie wollen und das dann entwickelt, dann wollen sie wenn es fertig ist schon wieder was anderes!"
Das will ich ja gar nicht bestreiten. Trotzdem läuft in den bisherigen Kickstarter-Projekten der Hase etwas anders. Es gibt da draußen einen stetig wachsenden Markt von Menschen ab 30 aufwärts, die mit Videospielen sozialisiert wurden, Geld verdienen und ihr Hobby nach wie vor mögen. Dieses Segment wird von den Publishern im Mainstream-Bereich zu 95 % vollständig ignoriert, weil sie sich seit jeher in unserem Unterhaltungsgenre auf Pubertierende als Hauptkundenstamm fokussieren - ein dankbares und gut melkbares Klientel. Man kann denen hundertmal sagen: "Es gibt für unsere Spielidee einen Markt." Die Antwort wird trotzdem sein: "Dieser Markt interessiert uns nicht." Siehe Fargos Kampagnen-Video auf Kickstarter. Was hier gerade läuft, ist Notwehr. Keines dieser Spiele wird wirtschaftlich floppen (mal abgesehen, von Takedown, wo ich etwas skeptischer bin). Die Leute sind einfach ausgehungert.