mr archer hat geschrieben:Deuterium hat geschrieben:mr archer hat geschrieben: Wenn ich heute 13 wäre, hätte ich ne Konsole und würde CoD spielen.
Deine hpothetischen Eltern sind ganz schön verantwortungslos! Ballerspiele sind böse...
Pff. Als ich damals 13 war, gab es in unseren Ballerspielen noch Kettensägen und Torten mit Kerzen und Totenschädeln als Verzierung. Und an den Wänden hingen Leute mit abgerissenen Armen. Und heute müssen die armen Kleinen diese banale Army-Scheiße im Michael Bay-Style spielen.
Punkt für das Alter. Wie hoch stehen die Chancen, dass so ein Shooter noch mal von einem großem Publisher in die Wege geleitet wird? Ziemlich schlecht. Womit wir wohl wieder beim Crowdfunding und damit bei Kritik an diesem Kommentar wären.
Durch die Schwarmfinanzierung könnten Spieler dieser Shootergattung dafür sorgen, dass die Herstellung eines solchen Spiels durch ihren finanziellen Eingriff in die Wege geleitet wird. Hierbei ist es jedoch so, dass sich ein Entwicklerteam hinstellt und sagt: "Wir wollen ein Retroshooter basteln. Gebt uns Geld und wir lassen euch eventuell gewisse Sachen mitentscheiden." und nicht, wie im größten Teil der Fälle, wo der Geldgeber den Weg vorgibt.
Als Kickstarter-Entwickler entwickelt man für einen mehr, oder weniger kleinen Kreis von Kunden, von dessem guten Willen man abhängig ist. Das hat Benjamin erkannt und befürchtet jetzt, dass die Spieler ihre selbstfinanzierten Spiele durch ihren Einfluss zerstören würden. Für diesen Gedankengang kann ich aber leider keine Blümchen verteilen.
Ich meine, dass man als Spieler ganz genau weiß, wofür man sein Geld gibt. Wenn sich ein Entwickler aufmacht und für einen Retroshooter wirbt, dann gebe mich auch meine Mäuse für einen Retroshooter. Und wenn ich Einfluss nehmen will, dann versuche ich das Beste für den von mir unterstützten Retroshooter rauszuholen. Welcher Spieler finanziert denn einen Retroshooter, wenn er dann Scripts und Schlauchlevel eingebaut haben möchte? Das wäre ja kompletter Schwachsinn. Genauso wenig unterstützte ich einen Retroshooter, wenn ich einen modernen haben wollte. Und auf der anderen Seite bewerbe ich auch kein Retroshooterprojekt, wenn ich dann am Ende doch nur Militaryscheiße produzieren will.
Die Fans eines gekickstarteten Spiels haben sehr genaue Vorstellungen von dem, was sie wollen. Und diese Vorstellungen entsprechen auch den Zielen der Entwickler. Einen Aufschrei könnte ich mir nur vorstellen, wenn die Entwickler von der vorgestellten und versprochenen Route abwichen und Scheißdreck einbauten, der vorher nicht beworben wurde. Aber würde das ein Entwicklerteam, dessen Kapital schwarmfinanziert ist, machen? Nein! Erstens, weil es nicht ihr Ziel ist, etwas anderes zu entwickeln und zweitens, weil sie eben von ihrem speziellen Kundenkreis abhängig sind. Und dieser Kundenkreis will das versprochene Produkt, wofür er zu spenden sich entschieden hat. Fertig. Im Falle des Crowdfunding sind Entwickler und Abnehmer auf einer Wellenlänge. Wer das nicht verstanden hat, hat Crowdfunding nicht verstanden.
Mass Effect ist eine andere Geschichte, die strikt vom Crowdfunding getrennt werden muss. Bei ME 3 beschwert man sich über das Ende des Spiels und nicht, über nicht eingehaltene Gameplay- oder Designversprechen. Kurz. Es geht um die Story. Dass man sich so auf die Story stürzt ist aber schon verständlich. Denn bei diesem Gameplay muss man sich gezwungener Maßen auf etwas anderes konzentrieren, um das Spiel nicht gleich wieder wegzuschmeißen. Das Bioware jetzt aber keine Eier hat und nachträglich am verkorksten Ende rumdoktert, ist kein eventuelles Problem des Crowdfundingsystems, sondern zeigt mir persönlich nur, wie mühevoll Bioware versucht, wenigstens die Illusion einer guten Story aufrecht zu erhalten.