Idun hat geschrieben:@ noteingang
Fakt ist aber auch, das ebenso viele wissenschaftliche Abhandlungen über dieses Thema gibt, die keinen Zusammenhang zwischen gewaltbereitschaft und Film- und / oder Computerspielkonsum feststellen können.
Es ist also absolut kein Fakt, daß heutige Filme und Spiele eine größere Gewaltbereitschaft schaffe, es ist weiterhin nur eine Vermutung. Die letzte aktuelle wissenschaftliche Untersuchung zum Thema konnte diesen Zusammenhang jedenfalls nicht feststellen, klammerte diesen konkreten Vorwurf sogar generell aus.
Dann gib mir mal bitte einen Namen dieser Untersuchung, jede Untersuchung, die nicht nur in wissenschaftlichen Spitzfindigkeiten endet, belegt eindeutig, dass die zunehmende Gewaltbereitschaft zu Teilen aus Medien herrührt. Was anderes zu behaupten ist schlicht weg Schwachsinn.
Sicher tragen ungemein viele Faktoren dazu bei, aber zu behaupten, die jetzige Situation, in der wir uns befinden, wurde nicht zu einem Teil durch Medien im Allgemeinen erschaffen ist einfach lächerlich. Ich kenne viele Untersuchungen, kenne auch die Aussage man könne aufgrund der statistischen Minimalitäten nicht auf irgendwas schließen, und man hat ja auch keine Vergleichsstudien aus den Jahren vor dem Medienoverkill. Somit schließt sich eine quantitative Untersuchung von vorne hinein aus. Qualitative Untersuchungen gibt es hingegend genug, auch auf englisch, die komischerweise, obwohl du anderes behauptest, bei jungendlichen Straftätern in den USA einen Gewaltkonsum feststellen. Sicher ist es auch schwierig in der Form Untersuchungen anzustellen, da man heute schwerlich ein Vergleichsbasis ohne solch einen Medienkonsum heranziehen kann. Deswegen sind Studien, die etwas aus sich halten bestenfalls qualitativ. Das es gerade in den letzten Jahren, wie ja vor einigen Tagen im Bericht zur Kriminalität, eine stark zunehmende Deliktzahl gerade an Gewaltverbrechen bei Jugendlichen gibt ist sicher nicht ALLEINIG den Medien zuzuschreiben, aber jeder, der etwas von psychologie versteht wird dies schon aufgrund etlicher "bewiesener" Verhaltensweisen des Menschen nachvollziehen können. Sicher ist auch die zunehmende Verarmung und Isolation (räumlich, wirtschaftlich) ein Grund, aber zu sagen Spiele und Filme mit solcherlei Inhalt würden Menschen nicht prägen ist schlichweg falsch. Zwar sind es immernoch die Ausnahmen, die Amok laufen, oder in ihrem alltäglichen Handeln sadistisch aggressiv sind, doch wird niemand, der heutzutage mal an einer Hauptschule war abstreiten können, das sich die Gewalt dramatisch erhöht hat. Und hierbei ist nicht nur körperliche Gewalt gemeint, Rauferein gabs wohl schon immer, aber gerade die psychische, Mobbing und dergleichen, haben auch laut Studien enorm zugenommen. Und hier hat man Vergleichsmaterial. Und sicher muss man nicht aufgrund einiger weniger so etwas verbieten, aber zunehmend häufen sich Spieleinhalte und Filminhalte, die moralisch sehr sehr fragwürdig sind. Man wird erst in 10-20 Jahren absehen können, wie Menschen, die mit solcherlei aufgewachsen sind sich entwickeln werden. Gewalt mitlerweile als Cool und Schick zu verkaufen, es als erstrebenswert sehen, und Menschen in Spielen dafür Belohnungen zu geben wird seine Auswirkungen haben. Ob nun jeder ein Amokläufer wird ist natürlich damit nicht gemeint, aber das Menschen bei immer realeren Tötungsanimationen abstumpfen sagt schon der normale Menschenverstand. Wie weit sich diese Abstumpfung auf die reale Gesellschaft übertragen lässt, in der Medienkonsum immer wichtiger wird, wird sich noch zeigen.