Interview: Pfeiffer über Killerspiele

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4P|Bodo
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Gibt es schon länger

Beitrag von 4P|Bodo »

Hi Leute,

der Wikipedia-Artikel über Amokläufe ist da sehr erhellend (http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf). Anscheinend gab es schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Amokläufe, die sich aber erst in der Nachkriegszeit häuften. Auf eine bestimmte Kultur scheinen die Taten nicht begrenzt zu sein, da es auch welche in Japan gab. Das Wort "Amok" kommt ja auch aus dem Malaiischen, was so viel wie "blinde Raserei" heißt.

Dennoch sind es extrem wenige Taten. Es ist also vermutlich wahrscheinlicher einen Sechser im Lotto zu haben, als einem Amoklauf zum Opfer zu fallen. Für die Opfer, die es tatsächlich erwischt, ist das freilich kein großer Trost.

Von Videospielen als Auslösern steht da allerdings nix. Ist auch klar, da es die früher noch gar nicht gab.;-)

Information tut Not,
4P|Bodo
Idun
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Beitrag von Idun »

@ noteingang

Fakt ist aber auch, das ebenso viele wissenschaftliche Abhandlungen über dieses Thema gibt, die keinen Zusammenhang zwischen gewaltbereitschaft und Film- und / oder Computerspielkonsum feststellen können.

Es ist also absolut kein Fakt, daß heutige Filme und Spiele eine größere Gewaltbereitschaft schaffe, es ist weiterhin nur eine Vermutung. Die letzte aktuelle wissenschaftliche Untersuchung zum Thema konnte diesen Zusammenhang jedenfalls nicht feststellen, klammerte diesen konkreten Vorwurf sogar generell aus.

Es ist auch reiner Blödsinn, behaupten zu wollen, daß man durch Computerspiele die Fähigkeit erlangen würde, mit Waffen umgehen zu können oder in der Lage wäre, Bomben zu basteln. Jeder, der schon mal mit echten Waffen geschossen hat, wird dies bestätigen können, so leicht wie bei CS trifft man nämlich kein sich bewegendes Ziel.

Und selbst wenn es zutreffen würde, daß Personen mit bestimmter Vorgeschichte durch gewalttätige Medien eher dazu bereit wären, Gewalt aus zu üben, so sind diese Medien noch immer keine Ursache. Aber um solche Vorfälle verhindern zu können, muß man die Ursachen kennen. Die Ursache ist nachweislich nicht übermäßiger Medienkonsum, das wurde aber auch bei den letzten Amokläufen recht schnell der von der Polizei und Staatsanwaltschaft herausgefunden. Wenn es so wäre, dann müßten wir in Ländern, in denen Mediengewalt noch viel weiter geht, viel mehr tragische Vorfälle vorfinden. Nur stimmen in diesen Ländern die sozialen Strukturen, wie z.B. das Schulsystem.

Ich kenne ehrlich gesagt kein Film und kein Spiel das ich als bedenklich einstufen würde, wenn man mal von wenigen illegalen Inhalten absieht.

Und zum Schluß: Ein Vergleich zwischen gewalttätigen Computerspielen und eines vergewaltigten 13jährigen Mädchens ist das absolut niveauloseste, daß ich den letzten Monaten / Jahren lesen mußte. Das ist geschmacklos, verlogen und menschenunwürdig
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EvilNobody
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Beitrag von EvilNobody »

Wir bräuchten für´s Fernsehen einen Repräsentanten für Gamer der sich auskennt, mit fast schon göttlicher Ausstrahlung und den besten Argumenten...kurz: ich will ins Fernsehen! :Clown:
RueDIGGER
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Beitrag von RueDIGGER »

Man Vergleiche mit anderen Amokläufen (z.B. in den USA). Nun ist das besondere an den letzten beiden Ereignissen, dass die Täter sich im jugendlichen Alter befanden. Man sucht also nach einem Grund warum es in diesen beiden Fällen Jugendliche waren, die einen Amoklauf ausübten. Schnell durchkämpt man die Zimmer eben jener und sucht nach Dingen, die augenscheinlich die "Gewalthemmschwelle" heruntersetzen. Fernsehen, Musik, neue Medien. Ahhh. Computerspiele. Die sind ja interaktiv. Und manchmal gewalttätig auch noch. Die müssen es sein!

Man sucht also im Fazit betrachtet lieber nach einem Sündenbock und verbreitet Unwahrheiten, anstatt die wahren Gründe zu er- und untersuchen.
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PerfectEnemy
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Beitrag von PerfectEnemy »

Man Vergleiche mit anderen Amokläufen (z.B. in den USA). Nun ist das besondere an den letzten beiden Ereignissen, dass die Täter sich im jugendlichen Alter befanden.
Im Prinzip richtig aber vor einigen Monaten hat doch so ein Familienvater 5 Mädchen getötet. War glaube ich auch in den USA. Was hätten unsere Politiker da gemacht? Bestimmt nicht nach irgendwelchen Killerspielen oder sonstwas gesucht.

Sicherlich sind Jüngere anfälliger für solche Taten aber es werden auch genug Gewalttaten von Älteren verübt. Ausserdem haben die schon vorher nen Sprung in der Schüssel oder es gibt nen ganz bestimmten Auslöser der aber bestimmt nicht vom Computerspielen kommt.

Mal ehrlich ich hab mit nem C64 und nem Amiga angefangen und bin auch kein Amokläufer geworden. Wenn das alles zutreffen würde was dieser Kerl in dem Bericht erzählt hätten wir jeden Tag nen Amoklauf und die Amokläufer würden mit Panzern und Düsenjets ganze Städte auslöschen. Ja bissel übertrieben aber so stelle ich mir nen Battlefield Amoklauf vor. :)

Auch sehr seltsam finde ich das die Nachrichten alles senden dürfen was auch nur nach Gewalt aussieht. Letztens bei Pro Sieben erstmal am Anfang der Sendung zeigt man wieder Bilder vom Irak mit Leichen, verwundeten Soldaten usw.. Da meckert komischerweise keiner rum.

Wenn jemand Schuld an den Amokläufen ist. Dann ist es die Gesellschaft und die Erziehung von den Eltern.

Ist euch schon mal aufgefallen das nie ein Mädchen oder eine Frau Amok gelaufen ist? Jedenfalls ist mir kein Fall bekannt.

Diesen Pfeiffer sollte man sofort feuern und mal jemanden fragen der sich wirklich mit dem Thema auskennt. Ist doch klar das jemand der sich mit dem Thema beschäftigt und auch selbst diese Spiele spielt mehr Ahnung hat als der Typ. Mal ehrlich ein Toastbrot hat mehr Hirn als Herr Pfeiffer.

Täglich sterben Menschen durch Autounfälle und keiner schreit nach nem Automobilverbot.

Unsere Politiker sind einfach nur unfähig aber wir sind ja selbst Schuld! Wir haben sie ja gewählt.
amiga_md
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lauft bitte amok gegen solche vergewaltiger der warheit.

Beitrag von amiga_md »

man brauch einfach NUR den schnell aus dem netz entfernten abschiedsbrief zu lesen, und schon ist diese ganze an den haaren herbeigezogene und jedwede ursache für solche taten verleugnende dummbeutelei, der hirnverkleisterei überführt. der junge gibt klipp und klar die ursachen für seinen ausraster an, er bemerkt auch ganz klar, (anders als 90% der "normalen" kaufmichplinsen)dass unser leben, so wir es leben sollen nur ein trugbild, und zu 100% fremdbestimmt ist. was zum teufel, soll da noch eine killerspieldeboatte, ausser dem "normal" kaufmichsprallo in seiner rosaroten wolkenwelt zu belassen.
die sollen sich mit den gründen beschäftigen und sie beseitigen und nicht eine faschistische hetzkampagne lostreten, verfluchte verbrecher.

für freies DENKEN,gegen kontrolliertes vegetieren !!!!!
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JimNorton
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*wuff*

Beitrag von JimNorton »

Prof. Pfeiffer: ...wäre er mit Sicherheit kein Amokläufer geworden.
Duden
Amok laufen (mit einer Waffe umherlaufen und blindwütig töten)
In diesem Land scheint man ja einen Doktor-, Professorentitel
an jeder Pommesbude zu bekommen.
Es war KEIN Amoklauf, und er auch KEIN Amokläufer.
Er ist nicht in blindwütig durch die Stadt gelaufen und hat zufällig
auf Leute geschossen.
Er hat es gezielt geplant, ist direkt zu seiner Schule und hat sich die Leute
ausgesucht.

Amoklauf schreit immer die Presse wenn sie die Auflage erhöhen wollen.
Aber das es "gebildete" Leute benutzen ? Kann ich nicht verstehen
wenn ich mich Experte schimpfe dann Diskutier ich nicht auf
Schlagzeilen Niveau.
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h1rO
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Beitrag von h1rO »

15. November 2006

Schülerselbstmorde in Japan

„Ich nehme mir das Leben. Tschüß“

Mehr als 160 Kinder haben sich im zurückliegenden Jahr in Japan im Zusammenhang mit Mobbing meist in der Schule das Leben genommen.


http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41B ... ntent.html
SlaveZeroGX
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Beitrag von SlaveZeroGX »

Da kann ich echt nichts mehr zu sagen...
noteingang
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Beitrag von noteingang »

Idun hat geschrieben:@ noteingang

Fakt ist aber auch, das ebenso viele wissenschaftliche Abhandlungen über dieses Thema gibt, die keinen Zusammenhang zwischen gewaltbereitschaft und Film- und / oder Computerspielkonsum feststellen können.

Es ist also absolut kein Fakt, daß heutige Filme und Spiele eine größere Gewaltbereitschaft schaffe, es ist weiterhin nur eine Vermutung. Die letzte aktuelle wissenschaftliche Untersuchung zum Thema konnte diesen Zusammenhang jedenfalls nicht feststellen, klammerte diesen konkreten Vorwurf sogar generell aus.
Dann gib mir mal bitte einen Namen dieser Untersuchung, jede Untersuchung, die nicht nur in wissenschaftlichen Spitzfindigkeiten endet, belegt eindeutig, dass die zunehmende Gewaltbereitschaft zu Teilen aus Medien herrührt. Was anderes zu behaupten ist schlicht weg Schwachsinn.
Sicher tragen ungemein viele Faktoren dazu bei, aber zu behaupten, die jetzige Situation, in der wir uns befinden, wurde nicht zu einem Teil durch Medien im Allgemeinen erschaffen ist einfach lächerlich. Ich kenne viele Untersuchungen, kenne auch die Aussage man könne aufgrund der statistischen Minimalitäten nicht auf irgendwas schließen, und man hat ja auch keine Vergleichsstudien aus den Jahren vor dem Medienoverkill. Somit schließt sich eine quantitative Untersuchung von vorne hinein aus. Qualitative Untersuchungen gibt es hingegend genug, auch auf englisch, die komischerweise, obwohl du anderes behauptest, bei jungendlichen Straftätern in den USA einen Gewaltkonsum feststellen. Sicher ist es auch schwierig in der Form Untersuchungen anzustellen, da man heute schwerlich ein Vergleichsbasis ohne solch einen Medienkonsum heranziehen kann. Deswegen sind Studien, die etwas aus sich halten bestenfalls qualitativ. Das es gerade in den letzten Jahren, wie ja vor einigen Tagen im Bericht zur Kriminalität, eine stark zunehmende Deliktzahl gerade an Gewaltverbrechen bei Jugendlichen gibt ist sicher nicht ALLEINIG den Medien zuzuschreiben, aber jeder, der etwas von psychologie versteht wird dies schon aufgrund etlicher "bewiesener" Verhaltensweisen des Menschen nachvollziehen können. Sicher ist auch die zunehmende Verarmung und Isolation (räumlich, wirtschaftlich) ein Grund, aber zu sagen Spiele und Filme mit solcherlei Inhalt würden Menschen nicht prägen ist schlichweg falsch. Zwar sind es immernoch die Ausnahmen, die Amok laufen, oder in ihrem alltäglichen Handeln sadistisch aggressiv sind, doch wird niemand, der heutzutage mal an einer Hauptschule war abstreiten können, das sich die Gewalt dramatisch erhöht hat. Und hierbei ist nicht nur körperliche Gewalt gemeint, Rauferein gabs wohl schon immer, aber gerade die psychische, Mobbing und dergleichen, haben auch laut Studien enorm zugenommen. Und hier hat man Vergleichsmaterial. Und sicher muss man nicht aufgrund einiger weniger so etwas verbieten, aber zunehmend häufen sich Spieleinhalte und Filminhalte, die moralisch sehr sehr fragwürdig sind. Man wird erst in 10-20 Jahren absehen können, wie Menschen, die mit solcherlei aufgewachsen sind sich entwickeln werden. Gewalt mitlerweile als Cool und Schick zu verkaufen, es als erstrebenswert sehen, und Menschen in Spielen dafür Belohnungen zu geben wird seine Auswirkungen haben. Ob nun jeder ein Amokläufer wird ist natürlich damit nicht gemeint, aber das Menschen bei immer realeren Tötungsanimationen abstumpfen sagt schon der normale Menschenverstand. Wie weit sich diese Abstumpfung auf die reale Gesellschaft übertragen lässt, in der Medienkonsum immer wichtiger wird, wird sich noch zeigen.
noteingang
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Re: Gibt es schon länger

Beitrag von noteingang »

4P|Bodo hat geschrieben:Hi Leute,

der Wikipedia-Artikel über Amokläufe ist da sehr erhellend (http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf). Anscheinend gab es schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Amokläufe, die sich aber erst in der Nachkriegszeit häuften. Auf eine bestimmte Kultur scheinen die Taten nicht begrenzt zu sein, da es auch welche in Japan gab. Das Wort "Amok" kommt ja auch aus dem Malaiischen, was so viel wie "blinde Raserei" heißt.

Dennoch sind es extrem wenige Taten. Es ist also vermutlich wahrscheinlicher einen Sechser im Lotto zu haben, als einem Amoklauf zum Opfer zu fallen. Für die Opfer, die es tatsächlich erwischt, ist das freilich kein großer Trost.

Von Videospielen als Auslösern steht da allerdings nix. Ist auch klar, da es die früher noch gar nicht gab.;-)

Information tut Not,
4P|Bodo

Interessant ist natürlich die extreme Zunahme in den letzten Jahren, vornehmlich waren es davor oft ex Soldaten.

Nochmal kurz Psychologie für Laien, die wenigsten Menschen sind so kreativ wirklich etwas selbst zu erstellen, die meiste Zeit herrscht bestenfalls Abwandlung. Nun wäre es sicher eine Diskussion wert, wieso gerade nach Falling Down sich die Amokläufe so zahlenmäßig dramatisieren. Oder wieso gerade in den letzten Jahren es prozentual so viele Amokläufe gibt? Interessant ist sicher auch, dass die Amokläufer "damals" meist schon Straftäter oder Exsoldaten waren, unterstützt ja die These, das man sowas irgendwo her haben muss.
Man könnte natürlich auch nach dem Ausschlussverfahren gehen, was in den letzten 10 Jahren hat sich so sehr verändert, dass es zu so einem Anstieg von Amokläufen kommen kann?

Schon A. Comte, der für viele als erster Soziologe gilt, um irgendwas über die Gesellschaft aussagen zu können, sitzt man am besten immer vor einem Spiegel, damit einem immer klar ist, der der hier etwas aussagt ist nur ein verschwindend kleiner Teil dieser Gesellschaft. Das man selbst nicht aggressiver wird heißt dann nämlich nahzu nichts.
noteingang
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Beitrag von noteingang »

Was ich damit eigentlich sagen will?

Bin sicher auch nicht für die Verbietung sogannter Killerspiele, aber wenn es eine Gesellschaft nicht schafft Menschen zu bilden, oder soweit zu erziehen, dass man mit solcherlei Fiktion umzugehen weiß, ist es wohl die ökonomischste Art und Weise dem die Stirn zu bieten. Okonomie und Wählerstimmen, heißt Machterhalt und Machterhalt ist ja laut Luhmann der Code der Politik, sie werden alles dran setzen dem zu gehorchen. Und irgendwelche verprellten "killerspiele" Spieler sind noch keine ernstzunehmende Wählermenge (von denen sind jetzt mal zynisch gesagt die meisten wohl eh Nichtwähler), da ist doch klar, dass man mehr auf die Vorbehalte der Generation hört, die Wähler sind, und selbstredent keine so differenzierte Sichtweise zu dem Thema haben.

Darüberhinaus sehe ich aber schon gewisse Vorbehalte gegenüber speziellen Film und Spieleinhalten, ich kann mir nicht vorstellen, dass es gut ist rein fiktiv alle Moral ad absurdum zu führen. Und für das möglichst beste Töten belohnt zu werden. Erwachsene Menschen mögen da ganz klar unterscheiden zu können, aber wenn ich sehe was sich in Deutschland mitlerweile alles Erwachsen nennen darf habe ich schon so meine Bedenken.
shoofuSan
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Beitrag von shoofuSan »

omg, ist es so schwer den ein oder anderen Absatz zu benützen @noteingang (Ok, die anderen 2 Beiträgen waren anders *g*, aber edit- Funktion gibt's auch)?
So einen "nacheinanderklatsch" von Text liest doch kein Mensch.

Für mich ist dieses Interview nichts neues zum Thema.
Es ist genau so inkompetent und unnötig wie fast alles zu diesem Thema bisher.

Ein (man könnte denken selbsternannter) Proffesor (des Intillektfreien Argumentirens?) redet zu einem Thema, von welchem dieser keinerlei wissenschaftliche Fakten oder Studien kennt und benützt Wörter wie "Amoklauf", welche eben so nichts mit dem Thema in Verbindung haben.

Traurig dieses Interview und zum Schluss genau so unnötig, überflüssig und absolut inkompetent (wie zum Teil auch der Interviewer?).

Ich hatte soziale Probleme in der Schule mit den Mitschülern (wenn man von Mobbing schon redet), und ich hatte ebenso früh mit Computerspielen angefangen; nämlich ab der Zeit der SNES & SEGA (und nicht zu wenig). Und trotzdem bin ich kein "Amok"(:lol:)läufer geworden, denn mir wurden zugleich auch die richtigen Werte in der Familie vermittelt und zudem bin ich ohne Gewalt aufgewachsen.

Einige in unserer damaligen Klasse war z.B. Einzelkinder, ihre Eltern waren wohlhabende Menschen, die Kinder bekamen viel Geld, hatten aber keine Videospiele oder ähnliches; waren jedoch die ersten, die in der Schule andere gemobbt oder geschlagen haben. Dies ist eine Tatsache, die ich aus meiner Schulzeit NIE anders erlebt habe.

Und wieso gab es nur vor ein paar hundert Jahren solche Gewaltereignise?
Weil die Leute Schach gespielt haben und nach dem auslöschen der feindlichen Armee zur tiefsten Gewaltbereitschaft bereit waren?
Ich sage: JA!
Ohne eine Studie, ohne Ahnung der tiefe dieser Materie. Genau so wie unsere Politiker.

so long...
the_wretched
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Beitrag von the_wretched »

Da klappt einem ja die Kinnlade zu Boden! "Ohne Computerspiele hätte es diese Amokläufe nicht gegeben", geht's noch? Solch eine monokausale Argumentation von einem sogenannten Experten zu hören, lässt mir die Haare zu Berge stehen! Ich bin durchaus für eine differenzierte Diskussion zu dem Thema, aber unsachgemässe Pauschal-Verurteilungen helfen der Seriösität der Debatte auch nicht weiter.

Es kann vor allem nicht sien, dass wenn hier immer von Jugendschutz gefaselt wird, es in Wahrheit doch gezielt daru meght, den Zugriff der gesamten Gesellschaft, auch Erwachsener, auf bestimmte Produkte unter strafrechtliche Folgen zu stellen. Der Vergleich von Kinderpornographie zu GTA soll da wohl dir Brücke schlagen, ist aber meines erachtens nicht mal im Ansatz haltbar. Als Gamer Ende 20 hab ich langsam die Schnauze voll davon, mich hier in diesem Land immer noch bevormunden zu lassen! Da muss man sich Perlen wie GoW doch echt als erwachsener Mensch aus dem Ausland importieren, da sie aus Angst vor Indizierung gar nicht veröffentlicht werden. Sorry, aber da läuft was falsch. Natürlich gehört das Spiel nicht in die Hände Minderjähriger, aber als Erwachsener will ich diese Wahl selbst treffen dürfen.

Wir haben ohnehin schon das schärfste Jugendschutz-System aller westlichen Industrienationen. Das Problem liegt definitiv nicht im vorhandensein solcher Spiele, sondern an nicht greifenden Kontrollmechanismen und offensichtlich mangelhafter Medienkompetenz seitens Eltern und Schulen. Ein striktes Verbot bringt auch nichts, dann würden solche Spiele halt nur noch illegal und als Raubkopien unter der Hand getauscht. Man muss sich seriös mit solchen Themen befassen, sie offen Diskutieren und nicht einfach populistische Parolen wie unser werter Herr "ich hab keinen Plan aber brüll trotzdem rum" Stoiber.

Vor allem darf es Eltern nicht egal sein, was ihre kleien da vor PC und TV so treiben, aber das ist es viel zu oft. Viele Eltern sind überfordert und froh, dass ihre "Kleinen" Ruhe geben. Dass niemand bei diesen "School-Shootern" (jup, Stern-TV gesehen und gelernt, dass Amoklauf eigentlich der wissenschaftlich falsche Ausdruck für diese Ereignisse ist) die ganzen, reichlich vorhandenen, Vorwarnzeichen rechtzeitig wahrnimmt, zeugt doch auch von einem viel tiefer sitzendem Problem.

Hat dieser Pfeifer eigentlich mal das Tagebuch des Amokläufer gelesen, oder dessen Abschiedsbrief? Was der für einen Hass, Frust und Ekel in Bezug auf Schule und Mitschüler hatte, hat nichts mit Computerspielen zu tun. Genauso, wie seine selbstgedrehtden Videos, Waffenmagazine und Mitgliedschaft in militaristischen Vereinen. Was ist mit der sozialen isolation und emotionalen Kälte in der er offensichtlich lebte? Kommt das auch von Computerspielen, oder stimmte da vieleicht in Schule, Umfeld und Elternhaus etwas nicht?

Ich finde es wirklich faszinierend, wie eindimensional so manch hochgebildeter Mensch doch denken kann...
shoofuSan
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Beitrag von shoofuSan »

Und genau deswegen finden ich dieses Interview absoluten Schwachsinn; der Interviewer erwähnte keinen dieser wichtigen Punkte und war mit seinem Gesprächspartner fast schon im Einklang...

Da kann ich genau so die zensierten Nachrichten aus China lesen.