Im Grunde genommen sind wir eigentlich einer Meinung, natürlich muss der Staat nicht überall sein, aber andersherum sollte er an einigen Stellen durchaus mal öfter nachschauen.Oldholo hat geschrieben:
In Ordnung, das ist Deine Auffassung und die steht Dir auch zu.
Ich hingegen habe allerdings meine Prinzipien, zu denen auch die Ablehnung aller Datenerhebungen beinhaltet, die nicht unbedingt zur Erbringung einer Dienstleistung nötig sind, so wie es der Datenschutz auch vorsieht.
Selbst wenn ich für mich feststellen würde, dass meine Daten nicht relevant sind und daher im Grunde kein Schabernack betrieben werden könnte, wäre es in meinen Augen dennoch eine Pflicht, die Praxis, die Facebook, EA und so viele andere auch an den Tag legen nicht zu unterstützen, auch um aller anderer Menschen Willen.
Seit dem Kameraüberwachungsskandal bei LIDL kaufe ich z.B. auch nicht mehr dort ein, ohne jemals Kassierer gewesen zu sein. :wink:
Das mag zwar sachlich stimmen, allerdings hat nunmal jeder Mensch Geheimnisse - und seien sie noch so trivial. Das Recht, diese einzusehen, hat jedenfalls niemand.
Dickes Veto! Der Zweck hat noch nie die Mittel geheiligt, auch nicht in dieser Angelegenheit. Wenn es einen begründeten (!) Verdacht gegen eine Person gibt, ist das eine Sache, dann kann und muss man Ermittlungsbehörden gewisse Privilegien zugestehen. Aber eine völlig verdachtsunabhängige Massenauswertung von Datensätzen widerspricht dem Recht auf Privatsphäre und der Unschuldsvermutung. Es geht ja schließlich um das Privatleben der Menschen, nicht um Firmenpolitik, auf die der Staat sowieso fast uneingeschränkten Einblick genießt. Als einzige Ausnahme sehe ich hier Politiker in staatstragenden Positionen, also in Ministerien, Regierungen, Gremien, da diese durch die Ausübung der Politik das Volk repräsentieren und diesem demnach ohne Wenn und Aber Rechenschaft ablegen müssen.
Doch selbst einem Bundespräsidenten steht es zu, dass man seine Telefonate nicht einfach abhört, dass man ihn nicht beim Nasepopeln in Bellevue fotografiert und ihn bspw. unter 4 Augen mit seinem Anwalt, Arzt oder Pfarrer sprechen lässt.
Durchaus möglich, sogar sehr wahrscheinlich, dass einige Verbrechen darum niemals auffliegen, aber das ist das Leben.
Je nachdem. Wenn die Aufklärung dessen bedeuten würde, ohne jeglichen Verdacht Beamte, Angestellte und Betriebsvorstände zu beschatten und zu überwachen, auch in ihren eigenen 4 Wänden, dann ja. Wenn es einen Verdacht gibt und dieser Hand und Fuß hat, und wenn Ermittlungen sich auf das Wesentliche beschränken und überhaupt zu einem Ergebnis kommen, dann gehört so etwas natürlich aufgeklärt. Aber erst dann.
Hach ja, die Trägheit der Masse.
Man kann, wenn es nur genug andere Menschen auch tun.
Denk an die Aufstände überall auf der Welt, an den Fall der Mauer, bis hin zu den Anti-Atomkraft-Demos.
Den größten Unterschied in unsereren Ansichten liegt in der Betrachtungsweise dem Staat gegenüber schätze ich, ich bin ihm nämlich sehr wohlgesonnen und möchte das er eigentlich in allen Bereichen stark präsent ist: In der Wirtschaft, in der Sicherheit, im Sozialwesen. Alles Dinge die der Staat besser lösen kann, als Private Organisationen. Dann würden solche Wucherungen wie Origins Datensammelei auch effektiver bekämpft werden können, weil ein Privater Konzern eigentlich keinerlei Rechte haben sollte, bei mir rumzuschnüffeln, auch wenn ich persönlich keine Angst davor habe.
Facebook ist ne Sache die sich bald überlebt haben wird, wen interessiert schon virtuelle Freunde zu haben und meine echten Freunde besuche ich viel lieber Privat oder telefoniere mit ihnen altmodisch und möchte umgekehrt aber auch nicht die ganze Zeit wissen, was sie tun.
Und davon ab, was wollen den die (Werbe)-Firmen mit den ganzen sinnlos Daten? Ein Mensch kauft was er eben kauft, Werbung kann da schon beeinflussen, gezielte Werbung impliziert aber das man weiss was der Mensch will, was ich aber kaum glaube, nun gut, wenn jemand sich ständig Militärshooter kauft, kann man schon davon ausgehen, dass er die mag, aber hinter meine Vorlieben sind sie jedenfalls noch nicht hinter gestiegen, mag daran liegen das ich nicht dem Massengeschmack hinterherlaufe.
Ich würde mich auch nie bei so nem Quatsch wie Facebook anmelden, aber Origin ist sowieso nicht mal 1/10 so ne Datenkrake, aber in Wirklichkeit schätze ich meine Anonymität auch sehr, habe aber wie gesagt keine Angst, dass sich durch Origin irgendetwas daran ändern könnte. Denn Origin teilt die Daten ja nicht irgendwelchen Idioten mit wie in Facebook, die dann Einsicht auf meine eigene Welt haben, sondern die Daten, die bei mir ohnehin keine großartig verwertbaren sind, bleiben bei dem Konzern oder werden irgenwelchen anderen Konzernen verkauft. Das wahre Problem an Facebook und Co. ist eher der Seelenstriptease und das unbedingte Teilen seiner Selbst mit allen möglichen anderen Menschen, die das eigentlich nichts angeht.
Der Zweck heiligt aber durchaus oft die Mittel, sonst wäre z.B. die Französische Revolution ja auch nicht richtig gewesen, was sie aber im Endeffekt durchaus war, schuff sie doch in Europa so etwas wie eine Bürgergesellschaft, ein erster Schritt zu wahrer Gleichheit meiner Meinung nach.
