Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

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FuerstderSchatten
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von FuerstderSchatten »

Oldholo hat geschrieben:
In Ordnung, das ist Deine Auffassung und die steht Dir auch zu.
Ich hingegen habe allerdings meine Prinzipien, zu denen auch die Ablehnung aller Datenerhebungen beinhaltet, die nicht unbedingt zur Erbringung einer Dienstleistung nötig sind, so wie es der Datenschutz auch vorsieht.
Selbst wenn ich für mich feststellen würde, dass meine Daten nicht relevant sind und daher im Grunde kein Schabernack betrieben werden könnte, wäre es in meinen Augen dennoch eine Pflicht, die Praxis, die Facebook, EA und so viele andere auch an den Tag legen nicht zu unterstützen, auch um aller anderer Menschen Willen.
Seit dem Kameraüberwachungsskandal bei LIDL kaufe ich z.B. auch nicht mehr dort ein, ohne jemals Kassierer gewesen zu sein. :wink:

Das mag zwar sachlich stimmen, allerdings hat nunmal jeder Mensch Geheimnisse - und seien sie noch so trivial. Das Recht, diese einzusehen, hat jedenfalls niemand.

Dickes Veto! Der Zweck hat noch nie die Mittel geheiligt, auch nicht in dieser Angelegenheit. Wenn es einen begründeten (!) Verdacht gegen eine Person gibt, ist das eine Sache, dann kann und muss man Ermittlungsbehörden gewisse Privilegien zugestehen. Aber eine völlig verdachtsunabhängige Massenauswertung von Datensätzen widerspricht dem Recht auf Privatsphäre und der Unschuldsvermutung. Es geht ja schließlich um das Privatleben der Menschen, nicht um Firmenpolitik, auf die der Staat sowieso fast uneingeschränkten Einblick genießt. Als einzige Ausnahme sehe ich hier Politiker in staatstragenden Positionen, also in Ministerien, Regierungen, Gremien, da diese durch die Ausübung der Politik das Volk repräsentieren und diesem demnach ohne Wenn und Aber Rechenschaft ablegen müssen.
Doch selbst einem Bundespräsidenten steht es zu, dass man seine Telefonate nicht einfach abhört, dass man ihn nicht beim Nasepopeln in Bellevue fotografiert und ihn bspw. unter 4 Augen mit seinem Anwalt, Arzt oder Pfarrer sprechen lässt.
Durchaus möglich, sogar sehr wahrscheinlich, dass einige Verbrechen darum niemals auffliegen, aber das ist das Leben.

Je nachdem. Wenn die Aufklärung dessen bedeuten würde, ohne jeglichen Verdacht Beamte, Angestellte und Betriebsvorstände zu beschatten und zu überwachen, auch in ihren eigenen 4 Wänden, dann ja. Wenn es einen Verdacht gibt und dieser Hand und Fuß hat, und wenn Ermittlungen sich auf das Wesentliche beschränken und überhaupt zu einem Ergebnis kommen, dann gehört so etwas natürlich aufgeklärt. Aber erst dann.

Hach ja, die Trägheit der Masse.
Man kann, wenn es nur genug andere Menschen auch tun.
Denk an die Aufstände überall auf der Welt, an den Fall der Mauer, bis hin zu den Anti-Atomkraft-Demos.
Im Grunde genommen sind wir eigentlich einer Meinung, natürlich muss der Staat nicht überall sein, aber andersherum sollte er an einigen Stellen durchaus mal öfter nachschauen.

Den größten Unterschied in unsereren Ansichten liegt in der Betrachtungsweise dem Staat gegenüber schätze ich, ich bin ihm nämlich sehr wohlgesonnen und möchte das er eigentlich in allen Bereichen stark präsent ist: In der Wirtschaft, in der Sicherheit, im Sozialwesen. Alles Dinge die der Staat besser lösen kann, als Private Organisationen. Dann würden solche Wucherungen wie Origins Datensammelei auch effektiver bekämpft werden können, weil ein Privater Konzern eigentlich keinerlei Rechte haben sollte, bei mir rumzuschnüffeln, auch wenn ich persönlich keine Angst davor habe.

Facebook ist ne Sache die sich bald überlebt haben wird, wen interessiert schon virtuelle Freunde zu haben und meine echten Freunde besuche ich viel lieber Privat oder telefoniere mit ihnen altmodisch und möchte umgekehrt aber auch nicht die ganze Zeit wissen, was sie tun.
Und davon ab, was wollen den die (Werbe)-Firmen mit den ganzen sinnlos Daten? Ein Mensch kauft was er eben kauft, Werbung kann da schon beeinflussen, gezielte Werbung impliziert aber das man weiss was der Mensch will, was ich aber kaum glaube, nun gut, wenn jemand sich ständig Militärshooter kauft, kann man schon davon ausgehen, dass er die mag, aber hinter meine Vorlieben sind sie jedenfalls noch nicht hinter gestiegen, mag daran liegen das ich nicht dem Massengeschmack hinterherlaufe.

Ich würde mich auch nie bei so nem Quatsch wie Facebook anmelden, aber Origin ist sowieso nicht mal 1/10 so ne Datenkrake, aber in Wirklichkeit schätze ich meine Anonymität auch sehr, habe aber wie gesagt keine Angst, dass sich durch Origin irgendetwas daran ändern könnte. Denn Origin teilt die Daten ja nicht irgendwelchen Idioten mit wie in Facebook, die dann Einsicht auf meine eigene Welt haben, sondern die Daten, die bei mir ohnehin keine großartig verwertbaren sind, bleiben bei dem Konzern oder werden irgenwelchen anderen Konzernen verkauft. Das wahre Problem an Facebook und Co. ist eher der Seelenstriptease und das unbedingte Teilen seiner Selbst mit allen möglichen anderen Menschen, die das eigentlich nichts angeht.

Der Zweck heiligt aber durchaus oft die Mittel, sonst wäre z.B. die Französische Revolution ja auch nicht richtig gewesen, was sie aber im Endeffekt durchaus war, schuff sie doch in Europa so etwas wie eine Bürgergesellschaft, ein erster Schritt zu wahrer Gleichheit meiner Meinung nach.
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TP-Skeletor
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von TP-Skeletor »

FuerstderSchatten hat geschrieben:
Oldholo hat geschrieben: Ich mag solche Platformen wie Steam und Origin aus ganz anderen Gründen nicht, denn sie umlaufen den Retail Markt, so dass ich irgenwann abhängig bin von solchen Downloads, die ich aber grundsätzlich nicht mag.
/This. Ich moechte bitte immer eine Original-DVD /Whatever-Medium mit Cover und Verpackung zu einem Spiel haben. Was zum Anfassen eben. "Frueher™" hat man das, was heute DLC sind, als AddOn auf CD/DVD rausgehauen. Das ist leider fast schon ausgestorben.

Im Uebrigen sollten sich Steam-User nicht mehr ueber Origin aufregen koennen. Das beansprucht jedenfalls nicht mehr Informationen als Steam. Und wen die Sache mit den 2 Anwendungen stoert: Man muss nicht beide bei Systemstart mitbooten.
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HanFred
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von HanFred »

Ich starte auch Steam nicht mit dem System, obwohl ich es mittlerweile mag. Will ja nicht immer zocken. Nichtsdestotrotz kommt mir kein Origin auf die Platte und den GFWL-Marketplace werde ich auch nicht nutzen. U.A. weil sie nicht denselben Service bieten, aber auch schlicht deswegen, weil ich nicht x verschiedene Verkaufsplattformen installiert haben möchte.
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FuerstderSchatten
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von FuerstderSchatten »

vnfr33 hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben: Ich mag solche Platformen wie Steam und Origin aus ganz anderen Gründen nicht, denn sie umlaufen den Retail Markt, so dass ich irgenwann abhängig bin von solchen Downloads, die ich aber grundsätzlich nicht mag.
/This. Ich moechte bitte immer eine Original-DVD /Whatever-Medium mit Cover und Verpackung zu einem Spiel haben. Was zum Anfassen eben. "Frueher™" hat man das, was heute DLC sind, als AddOn auf CD/DVD rausgehauen. Das ist leider fast schon ausgestorben.

Im Uebrigen sollten sich Steam-User nicht mehr ueber Origin aufregen koennen. Das beansprucht jedenfalls nicht mehr Informationen als Steam. Und wen die Sache mit den 2 Anwendungen stoert: Man muss nicht beide bei Systemstart mitbooten.
Hey das hab ich geschrieben, ich hab ihn nicht zitiert, Ehre wem Ehre gebührt. :mrgreen:
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Oldholo
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von Oldholo »

FuerstderSchatten hat geschrieben: Den größten Unterschied in unsereren Ansichten liegt in der Betrachtungsweise dem Staat gegenüber schätze ich, ich bin ihm nämlich sehr wohlgesonnen und möchte das er eigentlich in allen Bereichen stark präsent ist: In der Wirtschaft, in der Sicherheit, im Sozialwesen.
Problematisch daran ist: Der Staat ist nicht besser als ein wirtschaftsorientiertes Unternehmen, das zeigen ja immer wieder der extrem starke Lobbyismus, Fraktionszwang, die Vetternwirtschaft wie im Niebel-Ministerium, ständige Diätenerhöhungen, unsägliche Gesetzesinitiativen, die erst durch das BVerfG aufgehoben werden, im Grunde unsere gesamte Politik. Und auch die Exekutive ist nur bedingt besser; Polizeigewalt mit dreistester Verschleierung im Sinne des Korpsgeistes, die Praktiken des Verfassungsschutzes und des BND, ich würde einem Google-Staat wahrscheinlich mehr vertrauen als dem Unseren. :angst:
Solange unsere Politik voll im Dienste der Wirtschaft steht, solange kann die Politik die Wirtschaft auch nicht regulieren.
Aber wir schweifen ab..
FuerstderSchatten hat geschrieben:Facebook ist ne Sache die sich bald überlebt haben wird, [...]
Das bleibt abzuwarten. Ich würd's mir ja durchaus wünschen, auch wenn die Leute nur z.B. zu Diaspora wechseln würden o.ä.
Das ist aber nicht in Sicht, obwohl mittlerweile wirklich jeder Deutsche wissen sollte, was dort mit den eigenen Daten geschieht, obwohl die meisten Menschen, wenn man nachfragt, sagen, dass sie sich durchaus bewusst sind, dass Facebook eigentlich Müll ist.
Ich habe natürlich auch keinen Facebook-Account und kann diese Gruppendynamik auch kein Stück nachvollziehen.
FuerstderSchatten hat geschrieben:Und davon ab, was wollen den die (Werbe)-Firmen mit den ganzen sinnlos Daten? Ein Mensch kauft was er eben kauft, Werbung kann da schon beeinflussen, gezielte Werbung impliziert aber das man weiss was der Mensch will, was ich aber kaum glaube, nun gut, wenn jemand sich ständig Militärshooter kauft, kann man schon davon ausgehen, dass er die mag, aber hinter meine Vorlieben sind sie jedenfalls noch nicht hinter gestiegen, mag daran liegen das ich nicht dem Massengeschmack hinterherlaufe.
Das ist eigentlich egal, ob ein Unternehmen nun etwas mit meinen Daten anfangen kann oder nicht. Der springende Punkt ist der, dass es sie eben nichts angeht. Eine Sache des Prinzips.
Wobei natürlich auch irgendein Nutzen vorhanden sein muss, schließlich steckt hinter der Erhebung (und Auswertung) von Daten auch ein gewisser Aufwand, den kein wirtschaftlich handelndes Unternehmen betreiben würde, wenn es keinen Nutzen daraus ziehen könnte. Das mag der reinen, vielbeschworenen "Produktverbesserungen" dienen, was harmlos wäre, oder aber reinem Spam, oder einem ganz anderen Zweck. Als Kunde kann ich mir dessen nicht sicher sein, und somit liegt es an mir, hier vorsichtig zu sein.
FuerstderSchatten hat geschrieben:Denn Origin teilt die Daten ja nicht irgendwelchen Idioten mit wie in Facebook, die dann Einsicht auf meine eigene Welt haben, sondern die Daten, die bei mir ohnehin keine großartig verwertbaren sind, bleiben bei dem Konzern oder werden irgenwelchen anderen Konzernen verkauft.
Was allerdings nicht von Anfang an so war, denn die Origin-EULA beinhaltete anfangs eben doch noch die Klausel, dass diese Daten zu Werbezwecken an Dritte weitergegeben werden.
Herausgenommen hat man das erst, als die Proteste Überhand nahmen. Man sieht also zumindest, dass das "Wutbürgertum" auch einen gewissen Nutzen haben kann und nicht nur verschenkte Liebesmüh' ist.
FuerstderSchatten hat geschrieben:Der Zweck heiligt aber durchaus oft die Mittel, sonst wäre z.B. die Französische Revolution ja auch nicht richtig gewesen, was sie aber im Endeffekt durchaus war, schuff sie doch in Europa so etwas wie eine Bürgergesellschaft, ein erster Schritt zu wahrer Gleichheit meiner Meinung nach.
Das ist aber ein gewaltiges Fass!
Wir reden hier ja schließlich nicht über revolutionäre Zustände, über den Fall des Feudalsystems und Kuchen-Antoinette, sondern über eine (eigentlich) gefestigte Demokratie innerhalb eines Sozialsystems.
Selbstverständlich haben Menschen das Recht auf Widerstand (siehe auch Art. 20 GG), aber das ist nicht damit vergleichbar, wenn ein paar CDU-Politiker auf die Idee kommen, dass der Bundestrojaner unglaublich notwendig ist für..ähm..na, irgendwas bestimmt! :wink:

Und zum Abschluss noch mein Lieblingszitat des vergangenen Jahres, von der CDU-MdB Mechthild Ross-Luttmann vom September 2011 zum Thema Vorratsdatenspeicherung:
Mechthild Ross-Luttmann hat geschrieben:Es geht nicht darum, dass wir zu einem Überwachungsstaat werden, sondern lediglich darum, zu speichern, wer wann mit wem und wo telefoniert hat.
Da wird mir jedes Mal ganz anders.. :?

P.S.:
FuerstderSchatten hat geschrieben:Hey das hab ich geschrieben, ich hab ihn nicht zitiert, Ehre wem Ehre gebührt.
Die Credits gebühren Dir, ich sehe das sowieso anders und bestehe nur bei ganz besonderen Titeln auf Retail-Versionen. Und das waren in der letzten Zeit nur Dragon Age 2 (wobei ich das bereue), Witcher 2 und Skyrim. :wink:

Edit / Sehr spätes Addendum:
vnfr33 hat geschrieben:"Frueher™" hat man das, was heute DLC sind, als AddOn auf CD/DVD rausgehauen. Das ist leider fast schon ausgestorben.
Das wäre auch irgendwie reiner, grundloser Konservativismus.
Wir haben nunmal mittlerweile flächendeckend schnelles Internet, und wir haben die Möglichkeit, auch kleinere Erweiterungen effektiv zu verbreiten - wieso sollte man das nicht nutzen?
Das letzte herkömmliche Addon, das seinen Namen auch verdient hat, an das ich mich erinnere, ist "Dragon Age:Origins - Awakening". Ich würde mir ja ebenfalls wieder mehr Erweiterungen in diesem Ausmaße wünschen, aber das führt ja nun nicht dazu, dass kleinere DLCs keine Existenzberechtigung hätten.
Die ME2-Erweiterung "Lair of the Shadow Broker" (ein DLC) war beispielsweise großartig - für eine CD/DVD hätte es aber nicht gereicht.
Und wenn man kleinere Erweiterungen per Download anbieten kann, wieso dann nicht auch große? Es gibt doch in Sachen Internet eigentlich nur noch Flatrates, keine volumenbasierten Tarife mehr, wo man sich ernsthaft mit der Größe beschäftigen müsste.
Für uns als Kunden hat der Onlinevertrieb aber den Vorteil, dass alles direkt aus erster Hand vom Entwickler kommt, ohne Zusatzkosten in Produktion, Transport/Distribution und Einzelhandel. Im besten Fall schlägt sich das positiv auf den Preis nieder - im schlechteren Fall haben zumindest jene was davon, die es auch am ehesten verdient haben.
Wenn ich für jeden DLC und jedes AddOn eine eigene DVD im Hause hätte, müsste ich wahrscheinlich in eine größere Wohnung ziehen. Unnötig. :wink:
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Primerp12
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von Primerp12 »

Oldholo hat geschrieben: Ich vergleiche sie wegen ihrer Methodik, dem Holzhammer der Unverschämtheit, quasi.
Um bei Origin ein Spiel spielen zu können (für das Du einen vollen Preis bezahlen musst), musstest Du der Origin-EULA zustimmen und damit zulassen, dass EA Deine Daten zu Werbezwecken weiterverkauft, ohne dass Dir dafür weitere Vorteile zur Verfügung stünden oder dass es optional gewesen wäre.
Außerdem sind auch Adresse und/oder Telefonnummer nicht die einzigen privaten Daten. Dazu gehört eben auch die Festplatte, mit all ihren Chatlogs und Partyfotos, Schmuddelbildchen, Peinlichkeiten, unvollendeten lyrischen Meisterwerken,...
Zu so etwas erdreistet sich sonst keine mir bekannte Spieleplattform.
Ähm, du musst bei jedem Dienst einer EULA zustimmen und die räumen sich grob alle die selben Rechte ein, auch Oroigin nimmt sich spätestens seit der Änderung da nichts mehr. Das EA und deren Partner erhobene Daten für Werbezwecke und Statistiken Nutzen, davon kann man sicher ausgehen, es ist für ein UN aber auch nicht gerade unüblich so etwas zu tun. Das was viele Origin hier angelastet haben war das es die Festplatte aktiv nach bestimmten Daten "scannt" und an EA übermittelt, was aber nie stattgefunden hat. Das was Origin "sammelt", sind Daten über dein Spiele-/Kaufverhalten. Nur ist das nicht mal unter den Gamingportalen was ungewöhnliches. Schonmal auf Amazon eingekauft und später Mails bekommen? Schonmal bei Itunes die aktuellen Downloads angesehen? Schonmal gelesen das MS auf der Xbox 360 mal wieder einen Hardwarebann durchführt? All diese Daten kommen zusammen, weil du ein Portal nutzt, in deren EULA steht das der Betreiber diese sammeln darf. Und genau das ist der springende Punkt an der ganzen Diskussion um Origin, sie ist nicht besonderes in der Richtung, es gibt mehr als genug andere Dienst die viel früher da waren und bei denen das längst gängige Praxis ist.
Darüber regt sich aber keiner auf, weil Amazon im Grunde eine mehr als Praktische Angelegenheit ist, genauso wie Itunes. Hier ist es den Leuten einfach egal. EA hingegen hat einen, nun sagen wir mal "zweifelhaften" Ruf in der Branche. Was mit Origin folgte war das Perfekte Beispiel eines Lauffeuers, welches sich rasend schnell durch das Internet verbreitet hat. Der bis dato aber annähernd ungerechtfertigt ist und war. Das einzig Sinnvolle was dabei raus kam war die Änderung der EULA, was aber gewiss nicht an der Situation geändert hat. EA wird auch weiterhin Daten sammeln und für Werbezwecke verwenden, so wie sie es mit der ursprünglichen EULA auch getan hätten und so wie es in den Branchen üblich ist.

Was du weiter ausführst ist doch eben genau das was nicht stimmt, Origin hat nie, nein auch nicht mit der ursprünglichen EULA, irgendwelche Daten außerhalb seines Rahmens ausspioniert. Keine "Chatlogs und Partyfotos, Schmuddelbildchen, Peinlichkeiten, unvollendeten lyrischen Meisterwerken,..." irgendeines nutzers sind in irgendeiner Form bei EA gelandet oder wurden überheupt von Origin geöffnet.
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Oldholo
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von Oldholo »

Primerp12, da muss ich widersprechen.
Wenn ein Unternehmen Daten in irgendeiner Weise über mich sammelt, muss dies auch in den Datenschutzrichtlinien angegeben sein.
Wenn das nicht der Fall ist und diese Daten dennoch erhoben werden, macht sich das jeweilige Unternehmen damit strafbar.
Sollte EA nun also trotz der abgeänderten EULA (die in diesem Falle die Datenschutzr. beinhaltet bzw. auf sie verweist) Informationen sammeln und weiterverkaufen bzw. zu Werbezwecken nutzen, machen sie das illegalerweise. Will ich EA also keine böswillige Absicht unterstellen, muss ich erstmal dazu ausgehen, dass sie es nun schlichtweg nicht mehr tun.
Dass EAs EULA nicht sonderlich ungewöhnlich ist, macht sie nicht besser. Und gerade wenn ich auf einen Dienst verzichten kann, kann ich es mir eben auch leisten, darüber zu meckern. Das mag manch einer als "unfair" empfinden - ist es sicher auch, aber wenn dabei eine datenschutzfreundlichere EULA raus kommt, sollte das doch wohl allen potentiellen Kunden recht sein, oder nicht? :wink:
Primerp12 hat geschrieben:Was du weiter ausführst ist doch eben genau das was nicht stimmt, Origin hat nie, nein auch nicht mit der ursprünglichen EULA, irgendwelche Daten außerhalb seines Rahmens ausspioniert. Keine "Chatlogs und Partyfotos, Schmuddelbildchen, Peinlichkeiten, unvollendeten lyrischen Meisterwerken,..." irgendeines nutzers sind in irgendeiner Form bei EA gelandet oder wurden überheupt von Origin geöffnet.
Du bist Dir dessen aber ziemlich sicher.
Auch die Jungs und Mädels drüben bei der c't könnten was übersehen haben, man ist ja immerhin nicht unfehlbar.
Der Origin-Client hat de facto ein sehr ungewöhnliches Verhalten an den Tag gelegt (soweit ich mich erinnere, hat die c't auch eine bereits gepatchte Version des Clients getestet, an dem schon Änderungen vorgenommen worden sein könnten), ich würde EA da jedenfalls nicht blind vertrauen.

Davon abgesehen hast Du natürlich Recht; Origin ist nicht das personifizierte Böse, es gibt schlimmere Dienste.
Ändert nur wie gesagt nichts daran, dass es unredlich ist.
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Brakiri
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von Brakiri »

Bezüglich Staat möchte ich folgendes einwerfen:
Früher ist man in der Wirtschaftstheorie von der Betrachtungsweise der Wohlfahrtsökonomie ausgegangen. Der Staat versucht den Nutzen der Volkswirtschaft zu maximieren.

Schnell zeigte sich aber, dass die Politiker alles andere tun, als das beste für den Staat/Volk.

Um die Geschehnisse und Entwicklungen besser modellieren und verstehen zu können, kam nun dieses Forschungsfeld auf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Polit ... %96konomie

Wer glaubt, der Staat und die Politiker streben nach dem Besten für die Leute, der hat den Knall nicht gehört. Daher sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich den Staat in jedem Gebiet seines Lebens involviert haben möchte.
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Masta Mace
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von Masta Mace »

Ich werds mir natürlich kaufen, ich liebe es "beobachtet" zu werden.
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FuerstderSchatten
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von FuerstderSchatten »

Brakiri hat geschrieben:Bezüglich Staat möchte ich folgendes einwerfen:
Früher ist man in der Wirtschaftstheorie von der Betrachtungsweise der Wohlfahrtsökonomie ausgegangen. Der Staat versucht den Nutzen der Volkswirtschaft zu maximieren.

Schnell zeigte sich aber, dass die Politiker alles andere tun, als das beste für den Staat/Volk.

Um die Geschehnisse und Entwicklungen besser modellieren und verstehen zu können, kam nun dieses Forschungsfeld auf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Polit ... %96konomie

Wer glaubt, der Staat und die Politiker streben nach dem Besten für die Leute, der hat den Knall nicht gehört. Daher sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich den Staat in jedem Gebiet seines Lebens involviert haben möchte.
Es geht nicht darum, ob er das macht, sondern darum, dass er das machen sollte. Der Staat sollte die Auswüchse des Kapitalismus beschneiden, er sollte für eine gewisse Gleichheit sorgen, bis es wirklich eine gute Alternative zum Kapitlismus gibt, die leider noch nicht in Sicht ist oder die uns wissentlich vorenthalten wird (was durchaus möglich ist). Leider sitzen an den Hebeln der Macht ja auch nur Menschen, die sich allzu gerne schmieren lassen oder einfach so das Zepter aus der Hand legen.

Zumindest sorgt er einigermassen aktuell noch für die Ärmsten der Armen, das ist doch schon mal was. Mit Kapitalismus pur, also ohne Staat der eingreiffen darf und auf maximal eine Nachtwächterfunktion reduziert wäre, wäre das alles noch viel schlimmer.
Zuletzt geändert von FuerstderSchatten am 18.01.2012 14:14, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von Primerp12 »

@Oldholo
Hmm, also ich wollte jetzt nicht unbedingt an den Punkt kommen zu erklären, wer alles unsere Daten hat. Also fasse ich das mal kurz zusammen. Hast du dir jemals beim unterschreiben eines Vertrages alles durchgelesen, ganz unabhängig vom Internet, was unter Datenschutz steht? Denke einfach mal an den Autohändler, Abos, Mobilfunkverträge, Händler bei denen du größere Sachen kaufst. Zwangsläufig muss man dort Daten angeben, die das UN auch für seine Zwecke nutzt, gerade für Analysen des Kundestammes. Schließlich ist das irgendwo auch überlebensnotwendig für diese, "kenne die Kunden und deren Wünsche". Das lässt sich auch auf Banken und den Staat ausweiten, auch diese verwerten solche Daten um sie dann in Statistiken oder Prognosen zu quetschen, die sogar veröffentlichen werden. Nichts anderes machen private UN, die zugegebener maßen auch noch Werbung verschicken, aber "das" schafft die GEZ bei umgezogenen Leuten auch. Es geht hier auch nicht darum wer nun die Daten hat, bekannt ist man da draußen ohnehin und dagegen kann man auch relativ wenig machen. Das EA unsere Daten für Werbezwecke und Analysen nutzt, steht wohl außer frage, aber wie kommst du eigentlich darauf das der Konzern diese "verkauft"?

Natürlich kann man Origin jetzt anlasten ein vorerst überflüssiges Programm zu sein, deswegen muss man aber auch nicht gleich die große "Datenschutzkeule" schwingen und sich dann freuen das der Gerechtigkeit genüge getan wurde. Da hätte man auch schon viele Jahre früher anfangen können oder eher müssen. Origin ist also nichts anderes, als die meisten Dienste dieser Art, nur eben in schlecht. Von daher kann man diesen im Moment als simple DRM Maßnahme seitens EA sehen, die je nach Engagement daraus eine halbwegs akzeptierte Verkaufsplattform basteln. Mehr muss und sollte man da nicht hineininterpretieren, schon gar nicht das ein solches Programm irgendwelche privaten Daten von der Festplatte verschickt.
Natürlich bin ich mir dessen nicht sicher was EA da treibt. Aber ich kann ja jetzt nicht jedes UN als "böse" abstempeln, weil es so verfährt wie es nun mal üblich ist. Sofern da keine konkreten Beweise gegen EA vorliegen, ist doch aller aufstand überflüssig. Natürlich bin ich nicht so Naiv zu glauben das ein jedes UN nur das beste für den Kunden will, es ist sogar eher ein notwendiges Übel für dieses, wenigstens ein gewisses Mindestmaß zu bieten.
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

Beitrag von FuerstderSchatten »

Oldholo hat geschrieben: Problematisch daran ist: Der Staat ist nicht besser als ein wirtschaftsorientiertes Unternehmen, das zeigen ja immer wieder der extrem starke Lobbyismus, Fraktionszwang, die Vetternwirtschaft wie im Niebel-Ministerium, ständige Diätenerhöhungen, unsägliche Gesetzesinitiativen, die erst durch das BVerfG aufgehoben werden, im Grunde unsere gesamte Politik. Und auch die Exekutive ist nur bedingt besser; Polizeigewalt mit dreistester Verschleierung im Sinne des Korpsgeistes, die Praktiken des Verfassungsschutzes und des BND, ich würde einem Google-Staat wahrscheinlich mehr vertrauen als dem Unseren. :angst:
Solange unsere Politik voll im Dienste der Wirtschaft steht, solange kann die Politik die Wirtschaft auch nicht regulieren.
Aber wir schweifen ab..
Ich nicht, ich würde Google nicht einen Meter weit trauen, weil sie nur an Rendite interessiert sind, der Staat muss ja alle 4 Jahre beweisen, dass er auch was für die Menschen getan hat.
Oldholo hat geschrieben: Das bleibt abzuwarten. Ich würd's mir ja durchaus wünschen, auch wenn die Leute nur z.B. zu Diaspora wechseln würden o.ä.
Das ist aber nicht in Sicht, obwohl mittlerweile wirklich jeder Deutsche wissen sollte, was dort mit den eigenen Daten geschieht, obwohl die meisten Menschen, wenn man nachfragt, sagen, dass sie sich durchaus bewusst sind, dass Facebook eigentlich Müll ist.
Ich habe natürlich auch keinen Facebook-Account und kann diese Gruppendynamik auch kein Stück nachvollziehen.
Wenn Facebook erst mal an die Börse geht, wird sich zeigen, ob Datensammeln alleine ein Projekt mit Zukunft ist. Ich hoffe mal nicht. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es 100 Milliarden wert sein soll, sie produzieren ja nichts.
Oldholo hat geschrieben: Das ist eigentlich egal, ob ein Unternehmen nun etwas mit meinen Daten anfangen kann oder nicht. Der springende Punkt ist der, dass es sie eben nichts angeht. Eine Sache des Prinzips.
Wobei natürlich auch irgendein Nutzen vorhanden sein muss, schließlich steckt hinter der Erhebung (und Auswertung) von Daten auch ein gewisser Aufwand, den kein wirtschaftlich handelndes Unternehmen betreiben würde, wenn es keinen Nutzen daraus ziehen könnte. Das mag der reinen, vielbeschworenen "Produktverbesserungen" dienen, was harmlos wäre, oder aber reinem Spam, oder einem ganz anderen Zweck. Als Kunde kann ich mir dessen nicht sicher sein, und somit liegt es an mir, hier vorsichtig zu sein.
Ja, keine Frage, aber das sollte auch nicht in Paranoia übergreifen. Es reicht ja, wenn man seine Daten nicht freiwillig hinterherschmeisst wie in Facebook.
Oldholo hat geschrieben: Was allerdings nicht von Anfang an so war, denn die Origin-EULA beinhaltete anfangs eben doch noch die Klausel, dass diese Daten zu Werbezwecken an Dritte weitergegeben werden.
Herausgenommen hat man das erst, als die Proteste Überhand nahmen. Man sieht also zumindest, dass das "Wutbürgertum" auch einen gewissen Nutzen haben kann und nicht nur verschenkte Liebesmüh' ist.
Ok, finde ich auch gut, dass die Verbraucherverbände da eingeschritten sind. EA sollte sich aber sowieso mal überlegen was ihr Kerngeschäft ist, das sollte nämlich nicht Datensammeln sein, da gibt es ja wie gesagt effektivere.
Oldholo hat geschrieben: Das ist aber ein gewaltiges Fass!
Wir reden hier ja schließlich nicht über revolutionäre Zustände, über den Fall des Feudalsystems und Kuchen-Antoinette, sondern über eine (eigentlich) gefestigte Demokratie innerhalb eines Sozialsystems.
Selbstverständlich haben Menschen das Recht auf Widerstand (siehe auch Art. 20 GG), aber das ist nicht damit vergleichbar, wenn ein paar CDU-Politiker auf die Idee kommen, dass der Bundestrojaner unglaublich notwendig ist für..ähm..na, irgendwas bestimmt! :wink:
Du hast es aber verallgemeinernd geschrieben, du hast geschrieben der Zweck heiligt eben nie die Mittel. Hättest aber zumindest nicht immer schreiben sollen.
Oldholo hat geschrieben: Und zum Abschluss noch mein Lieblingszitat des vergangenen Jahres, von der CDU-MdB Mechthild Ross-Luttmann vom September 2011 zum Thema Vorratsdatenspeicherung:
Mechthild Ross-Luttmann hat geschrieben:Es geht nicht darum, dass wir zu einem Überwachungsstaat werden, sondern lediglich darum, zu speichern, wer wann mit wem und wo telefoniert hat.
Da wird mir jedes Mal ganz anders.. :?
Was soll man dazu sagen, die Frau scheint dumm wie Brot zu sein.
Zuletzt geändert von FuerstderSchatten am 18.01.2012 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

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Ätzend.
Zuletzt geändert von FuerstderSchatten am 18.01.2012 14:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

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Zuletzt geändert von FuerstderSchatten am 18.01.2012 14:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mass Effect 3: PC-Version setzt Origin voraus

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Scheisse.