gc-Eindruck: Mass Effect 3

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Broco
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Beitrag von Broco »

Ja, Bioware hat sich vor Dragon Age 2 mit dem Inkompetenzvirus angesteckt, deshalb werden ab jetzt alle Spiele von denen schlecht. 8O

Sowohl vorgezogenes Beweihräuchern als auch Vorverurteilung sind hier total fehl am Platz.
Ein richtiges Urteil werde ich mir erst erlauben, wenn ich das Spiel durch habe und bis dahin freue ich mich.

Und das hat nichts mit "Fanboy" zu tun (ich nehm das Wort echt in meine "Godwin's law"-Liste auf), sondern mit meiner Meinung, dass Mass Effect 1 und 2 geile Spiele waren und nicht davon auszugehen ist, dass Bioware das jetzt auf einmal in einem Anfall von geistiger Verwirrtheit versaut.
Und auch diese "Actionlastigkeit = Zeichen für Verdummung der Spieler"-Argumentation geht mir auf den Zeiger.
Denn wenn man mal ehrlich ist, sind auch diese sogenannten RPG-Elemente totaler Mumpitz
Das Equipment-Management in ME1 belief sich auf "immer die bessere Waffe/Ausrüstung kaufen, sobald sie verfügbar ist und das beste Upgrade einbauen", was für mich sogar manchmal einen lästigen Faktor annahm.

Abgesehen natürlich von der individuellen Skillung (die ich sehr wichtig finde, da man den Charakter auf seine eigene Spielweise tunen kann, z.B. war ich in ME2 Vanguard im Nahkampf, was zwar schwer war, aber mir mehr Spaß gemacht hat, als Gears of Effect mit Max Payne Slomo Effekten).

Das einzige, was in ME1 ein bisschen Planung erforderte, war das Anpassen der Waffen auf den Gegnertyp, aber das konnte man in ME2 mit den Buffs machen (Eisgeschosse, Disruptor, Brandgeschosse etc.).

Das Geile bei Mass Effect ist und bleibt die Story und die wurde meiner Meinung nach im zweiten Teil bravourös fortgesetzt; es muss nicht immer "noch epischer" sein, denn dafür ist der dritte Teil da.
f1f2f3
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Beitrag von f1f2f3 »

Zwar wäre ein bisschen mehr RPG in ME 1 noch besser gewesen, und hätte man das Spiel primär für den PC entwickelt, dann hätte es noch mal deutlich besser werden können. Trotzdem ist ME 1 eines meiner Lieblingsspiele.

ME 2 dagegen war eine einzige Enttäuschung. Fast nichts blieb übrig vom tollen Vorgänger, nicht mal die Geschichte wurde vernünftig fortgesetzt. Stattdessen lieferte man ein casualisiertes Konsolen-Actionspiel ab. Auf die "professionellen" Wertungen gebe ich eh nichts mehr, aber da es ja auch bei vielen Spielern offenbar sehr gut ankam, muss ich wohl akzeptieren, dass ich mit dem, was die Masse heutzutage an Spielen will, nicht kompatibel bin.

Zumindest bewertet 4Players noch etwas realistischer. Mag ja sein, dass auch ME 3 wieder ein grafisch tolles Ballerspiel wird, aber von BioWare muss man jedenfalls so lange mehr erwarten, bis sie endlich mal zugeben, an der Entwicklung von echten RPGs gar nicht mehr interessiert zu sein. Solange sie aber noch so tun als ob, darf man sie auch an diesem Maßstab messen. DA 2 habe ich nach der Erfahrung mit ME 2 jedenfalls nicht vorbestellt und bisher auch nicht gekauft, und von ME 3 erwarte ich mit jeder offiziellen Präsentation und Bekanntgabe weniger.
Damn good coffee
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Beitrag von Damn good coffee »

@ f1f2f3

ME2 war genauso ein Ballespiel wie Teil 1. Nur war die Spielmechanik in den Gefechten besser, weil flotter, die Nebenquests wurden massiv verbessert und auf das dämliche Rumgefahre über immer gleiche Planeten kann ich auch verzichten.
MisterMeister79
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Beitrag von MisterMeister79 »

Bioware hatte mit Mass Effect 1 etwas geschafft, was im Computerspielbereich Seltenheitswert hat und innovativ war: Sie haben eine gute Geschichte in einem glaubwürdigen Szenario erzählt, dem Spieler dabei konsequent die Möglichkeit gegeben, einen Charakter auszuspielen und den Kern dessen - die Gespräche - auch noch intensiv inszeniert. Das ist es, was mir und vielen anderen sehr an diesem Spiel gefallen hat.

Im zweiten Teil haben sie diese Qualitäten nicht fortentwickelt, schlimmer noch: Sie wurden gestutzt.* Damit blieb für jemanden, der das Spiel aus den obigen Gründen geliebt hat, nur ein mittelmäßiger Shooter - und mehr ist ME2 auch mit den vielen Verbesserungen nicht.

Dies beides zu erkennen (dass die obigen Qualitäten stiefmütterlich behandelt wurden und dass der Shooterpart nach wie vor mittelmäßig ist) vermögen aber wahrscheinlich nur diejenigen Spieler, die über eine reichhaltige Spielerfahrung verfügen, und zwar möglichst in _beiden_ Genres. Alle anderen, und das dürften vornehmlich Wenig-Spieler oder junge Spieler sein, mögen ME 2 als Offenbarung ansehen und höchst zufrieden sein. Und das kann ich ihnen nicht verdenken, weil ihnen eben die Vergleichsmöglichkeiten fehlen.

Um es nochmal zu betonen, bevor das Geflame wieder losgeht: Ich habe Verständnis für diese Sicht der Dinge und gönne es jedem, mit ME 2 Spaß gehabt zu haben. Auf der anderen Seite solltet Ihr, die Ihr ME 2 für ein geniales Spiel haltet, aber auch Verständnis dafür aufbringen, dass es eine völlig andere, argumentativ aber sehr stichhaltige Sicht der Dinge gibt. Und diese andere Sicht der Dinge lässt sich nicht damit wegdiskutieren, dass RPG-Fans angeblich immer etwas zu jammern oder dass die Kritiker angeblich die Scheuklappen eines unpassenden Genres auf hätten.

Um die Problematik zu verdeutlichen: Wenn jemand sehr viele Bücher liest oder Filme schaut, dann hat er eine ganz andere Erwartungshaltung an das nächste Buch oder den nächsten Film als jemand, der vielleicht erst zehn Bücher gelesen oder 20 Filme gesehen hat. Einheitsbrei ödet ihn an, während der Unerfahrene applaudiert, gerade weil er noch nicht übersättigt ist und alles zum ersten Mal erlebt. Das kann man auch nicht nur auf Geschmack reduzieren, es geht um Erfahrungswerte, Wissen und Bildung - ganz wertfrei festgestellt und ohne jemanden beleidigen zu wollen.

Bedenkt dabei bitte, dass es bereits eine Generation von Hardcorespielern gibt, die über mehr als 20 Jahre Spielerfahrung verfügen, wozu auch ich zähle! Nicht alles, was _Ihr_ für innovativ haltet, ist auch für _uns_ innovativ!

Ich persönlich würde mir für ME 3 wünschen, dass man viel mehr Möglichkeiten hat, die Story ohne Waffen zu beeinflussen, also über Gespräche - zumindest optional. Wie soetwas aussehen kann, hat Bioware in ME 2 mit der Asari-Mission gezeigt, die aber leider auch schon der kreative Höhepunkt des Spiels war, dessen Missionen ansonsten zu 90% aus Shooterpassagen in vergleichsweise öden Schlauchleveln bestanden.

Was ich Bioware vorwerfe, und es ist schön zu sehen, dass andere in diesem Thread ähnlich denken: Sie haben sich mit ME 2 auf ein anderes Zielpublikum konzentriert, betonen aber immer wieder (und das auch für den dritten Teil), dass sie sich auf RPG-Tugenden konzentrieren wollen - und dabei insbesondere auf die Story und die damit verbundenen Entscheidungsmöglichkeiten. Das war bei ME 2 meiner Meinung nach mutwillige Täuschung, und nach diesem Dämpfer darf man wohl zurecht skeptisch sein, ob's der dritte Teil richten wird.

* Wer genauer wissen will, warum die Story von ME 2 deutlich schlechter ist als die von ME 1, kann Argumente in diesem Thread finden oder in einigen anderen, in denen ich gepostet habe.

PS:
Übrigens peinlich, wie manche mit Metaritic "argumentieren", als hätte die Masse grundsätzlich Recht, oder gleich behaupten, es ginge hierbei nur um "Meinungen", also um Beliebigkeit. Aber das Diskussionsniveau in Internetforen ist ja selten hoch.
f1f2f3
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Beitrag von f1f2f3 »

Da stimme ich dir völlig zu, MisterMeister79. Insbesondere dahingehend, dass ME 1 einfach etwas neues bot, was man so noch nicht gesehen hatte. Eigentlich interessieren mich nur RPGs, aber bei ME 1 konnte ich problemlos darüber hinwegsehen, dass diese Elemente teilweise nicht wirklich perfekt implementiert wurden. Und zwar deshalb, weil die Geschichte und die Dialoge so hervorragend waren. Ich persönlich habe noch kein anderes Spiel gesehen, in dem der Hauptcharakter so perfekt in die Handlung integriert wurde.

Nun könnte man oberflächlich betrachtet sagen, dass sich das im zweiten Teil ja nicht geändert hat. Aber der ganze Tiefgang ist weg, die Gespräche sind auf Fast Food getrimmt, viel zu selten kann man Shepard mal Charakter verleihen, die Inszenierung ist bei weitem nicht mehr so atmosphärisch und detailreich. Man vergleiche nur die filmreifen Debatten mit dem Rat in ME 1 mit den eintönigen Dialogen zwischen Shepard und TIM in ME 2. Mal abgesehen davon, dass die belanglose Hauptgeschichte auch gar nicht viel mehr hergeben würde, selbst wenn die Entwickler sich mehr Mühe gegeben und von EA mehr Zeit bekommen hätten.

Man könnte noch lange so mit der Kritik an ME 2 weitermachen, aber es bringt ja doch nichts. Wie ich oben schon schrieb, verlangt die Masse heutzutage scheinbar nach cooler, schneller Action. Und das hat ME 2 ja durchaus geliefert, wobei man eigentlich selbst da zumindest auf dem PC schon vor zehn Jahren besseres gesehen hat.
Damn good coffee
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Beitrag von Damn good coffee »

@ MisterMeister79

Ich bin mit einer hohen Wahrscheinlichkeit älter als du und habe viel Spielerfahrung (sicher weitaus mehr als der Durchschnitt hier) und dennoch fand ich ME2 gut.

Wie jeder, der viele Spiel spielt, erkennen sollte, ist ME2, auch wenn gerade das Endgame nicht die storytechnische Qualität von ME1 erreicht, von der Handlung her immer noch absolut top. Was kein Problem darstellt, da die meisten Spiele in diesem Bereich vollkommener Mist sind.

Das Niveau der Gespräche ist hingegen zumindest gleich geblieben. Wesentlich eher hat sie sich jedoch erhöht, da die NPCs deutlich interessanter sind und es Bioware endlich mal geschafft hat, ein "Gut/Böse" System anzubieten, bei dem man am Ende nicht automatisch ein Heiliger oder ein dämliches, rassistisches Arschloch ist, wie es in ME1 noch der Fall war.

Die Sache mit den RPG Tugenden ist hingegen einfach nur lächerlich. Sicher hat Bioware da im zweiten Teil rationalisiert, aber schon ME1 war in Hinsicht auf Taktik und Co. kein RPG. Zumindest konnte man das so sehen, wenn man einen schönen engstirnigen Begriff davon hat, was ein RPG sein soll. Eine Rolle hingegen spielt man in beiden MEs im zweiten sogar eine wesentlich interessantere, da der Rogue Spectre eigentlich das interessantere Konzept ist.

Die Actionanteile hatten sicher noch Luft nach oben, spielten sich aber dennoch besser als in Teil 1, allein schon weil durch schnell regenerierende Gegner sowie die neuen Schilde und Rüstungen neue taktische Aspekte hinzukamen.

Und all diese Dinge erkennt natürlich nur ein Spieler, der über eine gewisse Erfahrung, ein gewisses Qualitätsbewusstsein und (Gott bewahre) Ahnung von Storyqualitäten verfügt und das kann man offensichtlich nicht voraussetzen.
MisterMeister79
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Beitrag von MisterMeister79 »

Damn good coffee hat geschrieben:Wie jeder, der viele Spiel spielt, erkennen sollte, ist ME2, auch wenn gerade das Endgame nicht die storytechnische Qualität von ME1 erreicht, von der Handlung her immer noch absolut top. Was kein Problem darstellt, da die meisten Spiele in diesem Bereich vollkommener Mist sind.
Wie in diesem Thread und in denen, auf die ich verwiesen habe, bereits dargestellt wurde, könnte die Handlung kreativer nicht sein: Man rekrutiert in spielerisch einfallsreichen Nebenmissionen Leute und darf bei einer bestimmten Menge wieder mit der Hauptstory weitermachen, die in Bezug auf die in Teil 1 begonnene Story so viel Neues bringt, dass man sich gar nicht mehr einkriegt vor lauter Freude. Besonders die "storytechnische Qualität" im Innern des toten Reapers hat mich und alle anderen Spieler in ihren Bann geschlagen, aber das schrieb ja noch niemand in den Threads, auf die ich verwiesen habe, daher sage ich's hier einfach mal mit aller Deutlichkeit. Das gleicht das "Endgame" mehr als aus. ME 2 ist "von der Handlung her immer noch absolut top", ganz meine Rede. "Absolut top" auch, wie geschickt die Entscheidungen aus Teil 1 konsequent und ernsthaft fortgeführt wurden, obwohl das für die Entwickler ja heißt, dass sie damit beim dritten Teil mehr Arbeit haben. Das sollte "jeder, der viele Spiel spielt", schon erkennen, da gebe ich Dir absolut Recht. Lass uns gemeinsam vor so viel Mut und Konsequenz respektvoll verneigen.
Die Sache mit den RPG Tugenden ist hingegen einfach nur lächerlich. Sicher hat Bioware da im zweiten Teil rationalisiert, aber schon ME1 war in Hinsicht auf Taktik und Co. kein RPG. Zumindest konnte man das so sehen, wenn man einen schönen engstirnigen Begriff davon hat, was ein RPG sein soll.
Danke, dass Du meinen Beitrag, auf den Du Dich ja beziehst ("@ MisterMeister79"), aufmerksam gelesen hast. Das zeigt, dass Du im Gegensatz zu vielen anderen Internetforisten Deine Diskussionspartner ernstnimmst. Somit ist Dir selbstverständlich auch nicht entgangen, dass ich mit der "Sache mit den RPG Tugenden" "insbesondere [...] die Story und die damit verbundenen Entscheidungsmöglichkeiten" meinte, mitnichten aber "Taktik und Co.".
Die Actionanteile hatten sicher noch Luft nach oben, spielten sich aber dennoch besser als in Teil 1, allein schon weil durch schnell regenerierende Gegner sowie die neuen Schilde und Rüstungen neue taktische Aspekte hinzukamen.
Da hast Du mir aber einen handfesten Kontrapunkt vorgesetzt, an dem ich zu knabbern habe, schließlich schrieb ich ja nichts von "den vielen Verbesserungen", die ME 2 im Shooterbereich aufwies. Danke, dass Du mein Versäumnis nochmal für alle klarstellst.
Und all diese Dinge erkennt natürlich nur ein Spieler, der über eine gewisse Erfahrung, ein gewisses Qualitätsbewusstsein und (Gott bewahre) Ahnung von Storyqualitäten verfügt und das kann man offensichtlich nicht voraussetzen.
Tja, und obwohl Du "mit einer hohen Wahrscheinlichkeit älter" als ich bist und über "viel Spielerfahrung (sicher weitaus mehr als der Durchschnitt hier)" verfügst, offenbarst Du mit Deinem Posting letztlich nur in feinster Realsatire, dass Dein spitzfindiger, wohl humoristisch gemeinter, abschließender Absatz gerade auf Dich _nicht_ zutrifft. Und damit gehörst Du dem jetzigen Anschein nach also zu denjenigen, die sich mit einem Spiel wie ME 2 zufriedengeben können, was - wie ich bereits deutlich betont habe - auch völlig in Ordnung ist.

Wenn diese Einordnung für Dich jedoch nicht in Ordnung sein sollte, dann sei versichert, dass Du Dich in Bezug auf mich altersmäßig zwar höchstwahrscheinlich richtig einschätzt, in Bezug auf zumindest einen der von mir genannten Aspekte "Erfahrungswerte, Wissen und Bildung" aber ebenso wahrscheinlich nicht. Nun denn, das findest Du am besten selbst heraus, derweil ich mir nochmal einprägen werde, dass Alter für sich genommen nur eine quantitative Größe ist und keine qualitative, weshalb sie auch in keinem Kausalzusammenhang zu den genannten Aspekten steht.

Unterm Strich habe ich heute gelernt, und für diese Offenheit bin ich Dir sehr dankbar, dass Du anscheinend zu denjenigen gehörst, die man in Internetforen nicht ernstnehmen kann, weil sie einen auch nicht ernstnehmen, sonst hättest Du ja genauer gelesen, was ich schrieb und Dich dann konkret auf mich bezogen. Aber stimmt schon, wie soll man auf über hundert Forenbeiträge kommen, wenn man jedesmal genau überlegt, was man schreibt? Dann wären die Internetforen ja bald alle leer :(

PS: Schön, dass wir uns verstehen, f1f2f3.

PPS: Mein vorletztes PS stimmte. Leider. Ich bin erstmal wieder geheilt vom "Diskutieren" im Netz ... ;)
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Xris
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Beitrag von Xris »

Wie jeder, der viele Spiel spielt, erkennen sollte, ist ME2, auch wenn gerade das Endgame nicht die storytechnische Qualität von ME1 erreicht, von der Handlung her immer noch absolut top. Was kein Problem darstellt, da die meisten Spiele in diesem Bereich vollkommener Mist sind.


Ich stelle mir grade vor wie schief man mich anschauen würd, wenn ich sagen würde das die 99,99999~% aller Filme "spielerrisch meistens vollkommener Mist sind". Oder erst Bücher... :ugly:

Aber jaja, die endlos Dialoge waren wirklich ganz toll. Ich habe zwar auch hier nur einen Groschenroman vorgefunden - aber ganz toll.^^
PixelMurder
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Beitrag von PixelMurder »

Vielleicht lebe ich ja irgendwo in einem Paralell-Universum, dass ich mit Worten wie "storytechnisch absolut top" oder "konsequent weitergeführter Story aus dem ersten Teil" oder "Geschichte und Dialoge hervorragend" absolut nichts anfangen kann. Oder geht es hier eigentlich um "Krieg und Frieden" oder sonstige Perlen der Welt-Literatur, die ich mir nie angetan habe? :wink:
Mir kam es eher so vor, als ob die Story- und Dialog-Schreiber ihren Abschluss mit dem Studium von Star Wars gemacht hätten, denn kein ernsthafter Autor würde sich soviel Fehler in den Dialogen leisten oder sich überhaupt getrauen, so ein Machwerk an einen Verlag zu senden.
Das Ding ist vielleicht top, wenn man es mit Borderlands oder einem dummen Schlauchshooter vergleicht, obwohl die immerhin den Vorteil haben, dass man nicht mit einem Haufen von Fettnäpfchen in den Dialogen genervt wird, wie z.B. Aliens, die urirdische Sprichwörter und Redensarten verwenden.
Damn good coffee
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Beitrag von Damn good coffee »

@ MisterMeister79

Sorry, ich habe deinen Post wirklich mit dem von fff vermengt, weil die beiden so ähnlich dumm und hohl waren, dass da kaum ein Unterschied zu erkennen ist. Mein Fehler, ich finde Dummheit immer so leicht austauschbar.

Außerdem weckt ewiggestrige Arroganz immer das Arschloch in mir. :twisted:

@ PixelMurder

Die Story ist für ein Spiel leider top. Nur zur Erinnerung: Wir reden von einem Medium in denen Titel wie MGS als Positivbeispiele für eine tolle Handlung gelten. Das Niveau ist also tatsächlich so niedrig. Ein Lob von ME2 in diesem Bereich ist also angebracht, wobei man dabei eben nie außer Acht lassen darf, wie schlecht die Konkurrenz ist.
PixelMurder
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Beitrag von PixelMurder »

Es beginnt doch schon damit, dass es egal ist, wie ich mich verhalte, es hat schlicht und ergeifend keine spürbare Auswirkungen auf den Spielablauf oder das Verhalten anderer Charaktere, man kriegt im besten Fall ein paar unterschiedliche Dialoge, aber das am selben Ort im Spielablauf.
Wenn ich das mit Fallout 3 vergleiche, wo ich mich zwingen musste, den bösen Char durchzuziehen, weil mir dessen Handlungen wirklich weh taten, und zwar auf eine Weise, wie wenn ich in Real-Life was angestellt hätte und nur noch darauf warten würde, bis mich die Bullen vors Tribunal schleppen.
Damn good coffee
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Beitrag von Damn good coffee »

PixelMurder hat geschrieben:Es beginnt doch schon damit, dass es egal ist, wie ich mich verhalte, es hat schlicht und ergeifend keine spürbare Auswirkungen auf den Spielablauf oder das Verhalten anderer Charaktere, man kriegt im besten Fall ein paar unterschiedliche Dialoge, aber das am selben Ort im Spielablauf.
Wenn ich das mit Fallout 3 vergleiche, wo ich mich zwingen musste, den bösen Char durchzuziehen, weil mir dessen Handlungen wirklich weh taten, und zwar auf eine Weise, wie wenn ich in Real-Life was angestellt hätte und nur noch darauf warten würde, bis mich die Bullen vors Tribunal schleppen.
Das habe ich z. B. anders gesehen. Bei den meisten Gut/Böse Spielen sind die "bösen" Entscheidungen so dämlich und platt, dass es mir keinen Spaß macht, sie zu treffen. Defakto habe ich es von allen Spielen dieser Art, die mir bisher untergekommen sind, nur bei KotoR 2 genossen, einen Schurken zu spielen.

Der Spielablauf wird leider bei den meisten RPGs durch die Dialoge nur minimal verändert. Man absolviert dennoch immer ähnliche Quests und bekämpft meistens auch identische Gegner. Hier fällt mir in den letzten Jahren nur der Witcher 2 als echte Ausnahme ein.

Um es noch einmal zu verdeutlichen: Die Story von ME2 hat viel Luft nach oben, aber verglichen am Durchschnitt des Mediums ist sie sehr gut.
PixelMurder
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Beitrag von PixelMurder »

Was ich darin erkenne, ist sorgsamer Umgang mit den finanziellen Mitteln, um den Gewinn zu erhöhen. Im ersten Teil kriegte man wenigstens je nach Werdegang je eine Mission und je nach Karma je einen Planeten.
Und in Fallout 3 werde ich wenigstens von der ganzen Stadt verfolgt und erschossen, wenn ich mich an Safes vergreife. Hier ist es hingegen völlig egal, ob ich jetzt Wrex erschossen habe, die Story geht dann halt mit dem Bruder weiter, der auch noch das selbe Mesh und Dialoge aufweist.

Nein, ME2 kann höchstens einen Schlauchshooter übertrumpfen. Aber mir erscheint, dass bei manchem Spieler die teilweise gut inszenierten Dialoge so blenden, dass sie die Logik-Fehler und die kaum vorhandene Story nicht bemerken. Eigentlich kann man es nicht mal Logik-Fehler nennen, da sich überhaupt nie jemand die Mühe genommen hat, ein stimmiges System zu entwerfen und es nur darum ging, was am coolsten klingt.
Damn good coffee
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Beitrag von Damn good coffee »

@ PixelMurder

Ich will nicht behaupten, dass die Handlung von ME2 toll ist. Darum geht es nicht. Ich sage nur, dass sie im Verhältnis zu anderen Vertretern des Mediums sehr gut ist. Sie ist deutlich besser als die von DA und schlägt auch die meisten JRPGs um Längen. Und wieder setze ich ein leider hinten dran.
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

Damn good coffee hat geschrieben:@ PixelMurder

Ich will nicht behaupten, dass die Handlung von ME2 toll ist. Darum geht es nicht. Ich sage nur, dass sie im Verhältnis zu anderen Vertretern des Mediums sehr gut ist. Sie ist deutlich besser als die von DA und schlägt auch die meisten JRPGs um Längen. Und wieder setze ich ein leider hinten dran.
Zumindest die Dialoge sind wirklich Extraklasse. Und auch die Ausarbeitung des Universums ist für ein Videospiel schon beeindruckend. Und man muss ja auch immer bedenken, dass sich die Story nicht (bis gar nicht) gut während der Action erzählen lässt, da der Spieler mit anderen Dingen beschäftigt ist. Da muss der Entwickler eben ein gesundes Maß finden.
Die meisten Spiele haben aber sowieso keine anspruchsvolle Story wenn man mal ehrlich ist. FF besteht aus Stereotypen die in eine krude und gerne esoterisch-religiöse Wattegeschichte eingebunden sind, MGS ist von vorne bis hinten so hanebüchen, dass man an Kojimas Verstand zweifelt und so weiter und so fort. Solange die Geschichte gut erzählt sind ist das aber nicht so tragisch und es könnten auch kleine und leichte Geschichten sein. Ich lese auch lieber ein gut geschriebenes Buch in dem wenig passiert als einen epischen Roman voller Handlungsstränge, das miserabel geschrieben ist.
Vielleicht sollten sich Videospiele einfach mal davon lösen immer den großen epischen Konflikt zu beschrieben und sich auf kleine Episoden zu beschränken. Das muss man allerdings auch gut machen. Homefront beispielsweise ist an diesem Vorhaben ja grandios gescheitert.^^

Aber wie gesagt: Solange die Geschichte gut präsentiert wird kann zumindest ich auch damit leben, wenn sie etwas krude oder vorhersehbar ist. Spiele sind interaktiv und da wird die Storyeinbindung, ohne den Gameplayfluss zu unterbrechen, immer eine der großen Herausforderungen bleiben. Ich finde ME hat das ganz gut gelöst. Aber das darf jeder gerne anders sehen.