E3-Eindruck: Mass Effect 3

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MrMeister79
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Beitrag von MrMeister79 »

SonicSuperfast hat geschrieben:Ich habe deinen Beitrag nur überflogen und er ist objektiv (und das ist ein viel objektiveres objektiv als deins) faktisch falsch.
Aha, Du hast meinen Beitrag "überflogen" (!) und erlaubst Dir das "objektiv[e]" Urteil ("und das ist ein viel objektiveres objektiv als" meins), dass er in Gänze "faktisch falsch" ist? Merkst Du noch was?
In ME2 können sehr wohl Charaktere sterben und das ist sogar der wahrscheinlichste Fall, dass mehrere sterben.
Das mag in diesem Fall stimmen, da mag ich die Ausnahme von der Regel sein. Wenn Du meinen Beitrag nicht nur überflogen hättest, wüsstest Du aber, dass Du gerade auf einen Randaspekt meiner Kritik eingehst ...
Auch hat quasi jede Haupt. und Nebenquest etwas mit der Hauptstory zu tun und bietet Hintergründe zu der Geschichte. Es ist alles viel verwobener als noch im ersten Teil.
Was soll ich mit solchen reinen Behauptungen anfangen? Das ist kein Argument.

Hast Du Beispiele? Wie ist es mit Erklärungen? Wo ist der Bezug zu meinen Argumenten? Gar ein intersubjektivierbares Fazit?
Wenn du willst markiere ich dir in einem Text rein subjektive Aussagen rot. Viel schwarz bleibt dann aber nicht.
Das heißt, Du möchtest auf eine Begründung Deiner pauschalen Einschätzung verzichten und ich darf mir dann denken, warum eine Passage rot markiert wurde? Geht's noch?

Wenn Du Kritik an meiner Rezension üben willst, gerne, ich lasse mich eines Besseren belehren, wenn die Argumente stichhaltig sind. Dann lies aber auch den ganzen Text und konzentriere Dich auf meine Hauptkritikpunkte, also das, worum es wirklich geht ...

PS: Ich hoffe, Du merkst, dass ich sauer bin, denn Dein Beitrag ist zum größten Teil einfach nur eine Behauptung ohne Begründung, sprich: eine rein subjektive Meinung ohne sachliche Relevanz. Somit ist der Verweis "(und das ist ein viel objektiveres objektiv als deins)" eine Frechheit. Wenn Du in Deinem nächsten Beitrag nicht sachlich und argumentativ mit mir sprichst, reagiere ich nicht mehr auf Dich, dafür ist mir meine Zeit zu schade.
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KingDingeLing87
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Beitrag von KingDingeLing87 »

Ich muss ja sagen, dass ich den zweiten Teil, viel besser fand, als den ersten Teil.
Und der erste Teil, war schon geil. :wink:
Klar war es schade, dass sie bei Teil Zwei den Rollespielaspekt sehr abgespeckt haben
Aber die Balleraction, hat einfach gestimmt.
Und das es jetzt noch actionreicher wird, stört mich deshalb überhaupt nicht.
Was ich bei der Präso gesehen habe, kässt mich schon sehr das Jahr 2012 herbeisehnen. :D
Ich will endlich wissen, wie die ganze Sache endet.
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SonicSuperfast
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Beitrag von SonicSuperfast »

Na gut, dann gehe ich etwas genauer auf deinen Beitrag ein. Wollte es mir nur ersparen. Ich beschränke mich aber auf den Storyteil, da es uns ja darum ging.
Vielleicht noch vorneweg. In vielen Punkten stimme ich mit dir überein. Nur eben nicht in allen und du bist eben nicht objektiv, obwohl du es behauptest.
MrMeister79 hat geschrieben: Nebenhandlungen / Beziehungen / Kontinuität / Details / Haupthandlung
Nach meinen bisherigen Ausführungen dürfte klar sein, dass ME2 hier seine Stärken beweisen muss, sprich: Hier haben die Kritikpunkte das meiste Gewicht.

Die wichtigsten Nebenhandlungsstränge, und damit meine ich die Team-Rekrutierung, sind jeder für sich inhaltlich und dem Spannungsbogen nach (also erzählerisch) gelungen. Spielerisch sind sie aber von schwankender Qualität; wie im 4players-Test bereits gesagt, wäre hier ein weniger kampforientierter Ansatz abwechslungsreicher und involvierender gewesen. Gerade bei der Asari-Mission wird das Potenzial deutlich, das insgesamt aber zu wenig genutzt wird.

Ich denke, du merkst selbst, dass das hier nur deine Meinung ist. Die Aussagen sind nur schwammig und bieten nichts Konkretes.
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Analog gilt dies für die Shooter-Missionen selbst. Der Weg zum Endkampf zeigt eindeutig, was alles machbar ist, wenn man den Teamgedanken in den Mittelpunkt stellt und vom typischen Dreierstoßtrupp absieht, dessen Beschränkung im Übrigen auch nicht wirklich erklärbar ist.
Sehe ich zwar ähnlich, aber an welcher Stelle ist das objektiv? Wenn du hier die dynamischen Levels nennen würdest oder anmerken würdest, dass beim Ende das Teamplay eine wichtigere Rolle spielt, weil die Bedrohung von allen Seiten kommt, dann hätte man wenigstens irgendwelche Belege, aber so ist das zwar richtig, aber nicht nachvollziehbar und sicher nicht objektiv.

Die Möglichkeit, Beziehungen zu den Gefährten einzugehen, sind im Vergleich zu ME1 beschnitten worden, und zwar durch dasselbe System, das schon in Dragon Age Verwendung fand: Die Verbindung von freischaltbaren Fähigkeiten mit dem Ausspielen der eigenen Rolle. Wie im Test bereits gesagt, ist es Ziel von ME1, möglichst viele Kameraden loyal zu bekommen, und der Weg dorthin ist einseitig.
Wie einseitig? Was meinst du damit? Ist das etwa obejektiv? Zu sagen etwas sei einseitig und gar nicht zu sagen wieso? Die Missionen unterscheiden sich ja sehr stark voneinander. Oder meinst du das ganze System? Man quatscht mit den Leuten und irgendwann kann man ihnen halt helfen. Es ist schon etwas vorhersehbar. Da stimme ich dir zu. Die Dialoge bzw. die Missionen erzählen aber viel über die Hintergründe der Charaktere.
Ansonsten passiert wenig zwischen den Figuren; und wenn etwas passiert, hat es keine wirklichen Konsequenzen (zwei streiten sich, und ich kann sie doch wieder auf eine Mission mitnehmen, als wäre nichts gewesen, etc.).
Das stimmt. Das ist für mich auch so etwas wie 'objektiv'. Du gibst Beispiele für deine These. Trotzdem gibt es einige Konsequenzen. Die nicht loyalen Crewmitglieder wirst du schnell los. Spätestens bei ME3 muss man dann mit seinen Entscheidungen leben. Und das sind sehr weitreichende Konsequenzen.Da war in ME1 schon allein dadurch mehr möglich, dass zwei Charaktere sterben konnten.
In ME2 können die meisten Charaktere sterben. Wir Hardcorerollenspielen achten auf unsere Crew. Jemand, der glaubt einen Actiontitel zu zocken und auf die Rollenspielelemente scheißt, wird seine halbe Crew los. Schade ist es meiner Meinung nach, dass es keine schwierigen Entscheidungen gibt, wie eben im ersten Teil oder bei The Witcher (2). Es gibt eine Ideallinie, die den Entscheidungen ihren Reiz raubt. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Bioware in Bezug auf die Charaktere möglichst wenig riskieren wollte, damit der dritte Teil nicht zu viele drastische Alternativen zur Verfügung stellen muss.
Ja, eben nicht, da viele Charaktere eben sterben können. Es geht also mehr; den Vergleich mit Dragon Age empfinde ich aber als unpassend, denn dort gab es zwar z.T. deutlichere Konsequenzen, aber Beziehungen konnte man dort auf geradezu lächerliche Weise "entfalten" (teilw. reicht ein einziges, sehr langes Gespräch und man hat eine tiefgründige "Liebes"-Beziehung / mit Geschenken lässt sich fast alles kitten, usw.).
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Als irritierend und dann unverständlich empfand ich übrigens Zaeed, der sich irgendwo zwischen NSC und Statist bewegt. Man kann ihm zwar helfen wie den anderen, aber Dialoge sind nicht möglich. War wohl ein Schnellschuss; der Zusatzcharakter in Dragon Age hatte sich wesentlich besser inegriert.
Die Zusatzcharaktere bieten zwar interessante Missionen, sind aber aus Rollenspielsicht echt enttäuschend. Fand aber auch den Golem in DA enttäuschend.

Und damit wären wir bei der Kontinuität, wenn man seinen Charakter aus ME1 fortführt. Dabei handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist es extrem lobenswert und man hat an sehr vielen Stellen das Gefühl, seine eigene Figur weiterzuspielen. Andererseits werden die meisten der Anknüpfungen auch gleich wieder gekappt, d.h. sie werden in ME3 wohl keine Rolle mehr spielen. Damit könnte ich mich anfreunden, denn mir ist auch klar, wie so etwas ausufern könnte. Womit ich mich aber nicht anfreunden kann, ist der diesbezügliche Umgang mit den ehemaligen Gefährten und Freunden: Sie reagieren viel zu wenig auf mich! Besonders krass habe das bei der Romanze empfunden, die ich in ME1 mit Liara eingegangen war. Wenn man ihr wieder begegnet, besteht der einzige Unterschied zur neutralen Begegnung darin, dass sie einander bei der Begrüßung kurz näher kommen und sich fast küssen. Danach verläuft das Gespräch dermaßen distanziert, dass man sich fragen muss, ob man überhaupt jemals etwas mit ihr hatte, und bis zum Ende ändert sich auch nichts daran. Warum man ausgerechnet bei einem solch zentralen Weiterführungs-Aspekt geschlampt hat, ist mir schleierhaft, zumal es schon gereicht hätte, wenn es eine kurze Erklärung dafür gegeben hätte, warum sie nun distanzierter ist.
Gut argumentiert und du hast recht. Man wollte dem Spieler anscheinend die neuen Romanzen nicht verbauen, aber schön gelöst wurde das nicht.

Leider ist diese Schlampigkeit symptomatisch für viele Stellen im Spiel, deren eigentliches Ziel es sein sollte, die Welt lebhaft und glaubwürdig zu gestalten: Für die Details. ME hat es trotz der sterileren Darbietung deutlicher geschafft, diese Illusion aufrecht zu erhalten, da muss ich dem Test Recht geben. Der Fauxpas mit dem Geth ist da nicht mal das Hauptproblem: Bei ME1 hat es, wie ebenfalls schon im Test erwähnt, gute Gründe dafür gegeben, Orte mehrmals zu bereisen, weil sich öfter mal eine Kleinigkeit geändert hat (bspw. dass Konrad Verner, der Fan, im Laufe der Handlung wiedergetroffen werden kann). Das fehlt in ME2.
Mir ist zwar so als gäbe es auch bei ME2 neuen Nebenmissionen auf alten Planeten und man wurde auch immer mal wieder hin und hergeschickt, aber ist schon etwas lange her seitdem ich das Spiel gespielt habe.

Da stellt sich nun die Frage, ob der Haupthandlungsstrang, der zum Finale führt, dies alles aufwiegen kann. Inhaltlich knüpft er überzeugend, wenn auch unerwartet an den ersten Teil an, und bis auf eine Sache bin ich auch mit dem Finale zufrieden.
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Bin ich der einzige, der sich so gefühlt hat, als würde er dem Terminator gegenüberstehen? ;)
Erzählerisch gelingt es aber nicht, einen Bogen wie bei ME1 zu spannen, weil die Rekrutierungsmissionen, die den Haupthandlungsstrang zwangsläufig unterbrechen, mit diesem inhaltlich so gut wie nichts zu tun haben. Deshalb betrachte ich auch beide getrennt, obwohl sie einander von der Spiellogik her bedingen. Dies führt dann insgesamt zu einem schwachen Spannungsbogen, der durch die sehr langwierige, aber bis zu einem gewissen Grad unabdingbare Rohstoffernte noch mehr geschwächt wird (das Mako-Fahren hat übrigens auch mehr Spaß gemacht, obwohl es fast genauso lange dauert, aber das nur nebenbei). Dagegen könnte man einwenden, dass es ja jedem selbst überlassen sei, wieviel Zeit er zwischen den Hauptmissionen verstreichen lässt; die Ernte würde man komplett am Anfang machen und dann wäre der Spannungsbogen gerettet. Nur leider funktioniert das nicht, denn die Haupthandlung selbst ist inhaltlich zwar, wie gesagt, sehr interessant, bleibt erzählerisch aber eher in den Ansätzen stecken: Die Missionen versprechen mehr als sie letztlich einhalten, was der Stimmung sehr schadet.
Hier fehlt mir etwas aktuelle Spielerfahrung mit ME2 für eine gute Gegenargumentation, aber ich bin mir wirklich sehr sicher, dass die Nebenmissionen und auch die Charaktermissionen den ganzen interplanetaren Konflikt näher beleuchtet. Sie bringen nicht viel vorwärts, aber ein Rollenspiel lebt auch von den Hintergründen. Aber es ist wirklich etwas schade, dass man den Großteil der Zeit damit verbringt seine Crew ausfindig zu machen. Ich vermute und hoffe, dass sich Bioware dazu entschieden hat um in ME3 sich nicht mit solchen Nebensächlichkeiten zu beschäftigen.
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Allem voran das Kollektorenschiff und der tote Reaper. Ersteres ist gerade dann vorbei, wenn sich gerade so etwas wie eine Horrorstimmung einstellen will. Und letzterer beschränkt sich über ein paar Holonachrichten auf das, was man aus ME1 eh schon weiß (Gedankenkontrolle). Zugegeben, der Geth ist durchaus eine Überraschung, aber der Reaper selbst eine Enttäuschung. Man sieht wenig von ihm und erfährt absolut nichts Neues. Da boten die Sarron-Zwischensequenzen in ME1 schon mehr Einblicke. Insgesamt habe ich beiden Missionen, die ja Kernaspekte der Story darstellen sehr entgegengefiebert, weil ich neugierig war, bin aber bei beiden enttäuscht worden, weil sie letzten Endes auch nur wieder irgendwelche weitgehend inhaltsleeren Höhlenlevels sind.
Man erfährt einiges über die Geth, aber das reicht wohl leider nicht. Wie egsagt, es ist schon etwas her, aber ich weiß nocht, dass ich die Mission sehr interessant fand. Kann mir gar nciht vorstellen, dass sie so leer war. Aber hast vermutlich recht.
So, jetzt habe ich mal etwas genauer gelesen und mit Objektivität (oder Suprasubjektivität oder wie das heißt) hat das stellenweise nicht viel zu tun. Der 4players-Test damals noch weniger, aber bei einigen Aussagen kann man schon streiten und dann war es wohl nicht so objektiv. Aber ich gebe dir gerne in vielen Punkten recht. Ich bin kein riesiger ME-Fan. Mir machen die Spiele sehr viel Spaß, aber sie sind nicht perfekt und sie werden es für mich wahrscheinlich auch nie sein.
MrMeister79
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Beitrag von MrMeister79 »

SonicSuperfast hat geschrieben:
MrMeister79 hat geschrieben:Gerade bei der Asari-Mission wird das Potenzial deutlich, das insgesamt aber zu wenig genutzt wird.
Ich denke, du merkst selbst, dass das hier nur deine Meinung ist. Die Aussagen sind nur schwammig und bieten nichts Konkretes.
Das stimmt, allerdings ist das etwas aus dem Kontext gerissen, weil es auch andere Beiträge von mir gab. Im Wesentlichen geht es mir darum, dass fast alle Missionen auf Schlauchshooterpassagen hinauslaufen, während man bei der Asarimission sehen konnte, was möglich wäre (in der Bar anlocken, dann im Gespräch überführen, usw.). Verschenktes Potenzial. Das schrieb ich übrigens auch in meinem ersten Beitrag in diesem Thread schon
MrMeister79 hat geschrieben:
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Analog gilt dies für die Shooter-Missionen selbst. Der Weg zum Endkampf zeigt eindeutig, was alles machbar ist, wenn man den Teamgedanken in den Mittelpunkt stellt und vom typischen Dreierstoßtrupp absieht, dessen Beschränkung im Übrigen auch nicht wirklich erklärbar ist.
Sehe ich zwar ähnlich, aber an welcher Stelle ist das objektiv? Wenn du hier die dynamischen Levels nennen würdest oder anmerken würdest, dass beim Ende das Teamplay eine wichtigere Rolle spielt, weil die Bedrohung von allen Seiten kommt, dann hätte man wenigstens irgendwelche Belege, aber so ist das zwar richtig, aber nicht nachvollziehbar und sicher nicht objektiv.
Nachvollziehbar ist das meinem Grundgedanken nach, dass Potenzial verschenkt wird und der größte Teil des Spiels unnötigerweise sehr simpel gestrickt ist. Gut, dass hätte man weiter ausführen können, da gebe ich Dir Recht.
Die Möglichkeit, Beziehungen zu den Gefährten einzugehen, sind im Vergleich zu ME1 beschnitten worden, und zwar durch dasselbe System, das schon in Dragon Age Verwendung fand: Die Verbindung von freischaltbaren Fähigkeiten mit dem Ausspielen der eigenen Rolle. Wie im Test bereits gesagt, ist es Ziel von ME1, möglichst viele Kameraden loyal zu bekommen, und der Weg dorthin ist einseitig.
Wie einseitig? Was meinst du damit? Ist das etwa obejektiv? Zu sagen etwas sei einseitig und gar nicht zu sagen wieso? Die Missionen unterscheiden sich ja sehr stark voneinander. Oder meinst du das ganze System? Man quatscht mit den Leuten und irgendwann kann man ihnen halt helfen. Es ist schon etwas vorhersehbar. Da stimme ich dir zu. Die Dialoge bzw. die Missionen erzählen aber viel über die Hintergründe der Charaktere.
Ja, ich meine letzteres: Anquatschen, Mission machen, Hilfe bekommen - und zwar das ganze Spiel durch. Sicherlich erfährt man dabei etwas über die Hintergründe, aber abgesehen vom Ende des Spiels sind die Nebenfiguren so gut wie nicht mit der Haupthandlung verwoben. Verschenktes Potenzial.
Schade ist es meiner Meinung nach, dass es keine schwierigen Entscheidungen gibt, wie eben im ersten Teil oder bei The Witcher (2). Es gibt eine Ideallinie, die den Entscheidungen ihren Reiz raubt.[/color] Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Bioware in Bezug auf die Charaktere möglichst wenig riskieren wollte, damit der dritte Teil nicht zu viele drastische Alternativen zur Verfügung stellen muss.
Deinen letzten Satz habe ich an anderer Stelle auch schon so geschrieben. Aber das darf keine Generalentschuldigung dafür sein - für mich ist das nur bedingt nachvollziehbar und ein Mangel im Spiel.
Aber es ist wirklich etwas schade, dass man den Großteil der Zeit damit verbringt seine Crew ausfindig zu machen. Ich vermute und hoffe, dass sich Bioware dazu entschieden hat um in ME3 sich nicht mit solchen Nebensächlichkeiten zu beschäftigen.
Hoffen wir's. Dennoch bedeutet dies im Umkehrschluss, dass man sich bewusst entschieden hat, ME2 unter den Möglichkeiten zu programmieren. Im Vergleich zu ME1 fällt das sehr stark auf.
Spoiler
Show
Allem voran das Kollektorenschiff und der tote Reaper. Ersteres ist gerade dann vorbei, wenn sich gerade so etwas wie eine Horrorstimmung einstellen will. Und letzterer beschränkt sich über ein paar Holonachrichten auf das, was man aus ME1 eh schon weiß (Gedankenkontrolle). Zugegeben, der Geth ist durchaus eine Überraschung, aber der Reaper selbst eine Enttäuschung. Man sieht wenig von ihm und erfährt absolut nichts Neues. Da boten die Sarron-Zwischensequenzen in ME1 schon mehr Einblicke. Insgesamt habe ich beiden Missionen, die ja Kernaspekte der Story darstellen sehr entgegengefiebert, weil ich neugierig war, bin aber bei beiden enttäuscht worden, weil sie letzten Endes auch nur wieder irgendwelche weitgehend inhaltsleeren Höhlenlevels sind.
Man erfährt einiges über die Geth, aber das reicht wohl leider nicht. Wie egsagt, es ist schon etwas her, aber ich weiß nocht, dass ich die Mission sehr interessant fand. Kann mir gar nciht vorstellen, dass sie so leer war. Aber hast vermutlich recht.
Das mit den Geth war in Ordnung. Aber die Reaper sind der Dreh- und Angelpunkt der spielübergreifenden Hintergrundstory! Ich war ehrlich enttäuscht, dass sie das so umgesetzt haben. Dass dies analog auch für das Kollektorenschiff gilt, der Dreh- und Angelpunkt der Story des zweiten Teils, macht das nur noch schlimmer. Im Grunde sind das meine Hauptkritikpunkte an der Story; aus diesen beiden Gründen und ist sie für mich schwach.
Ich bin kein riesiger ME-Fan. Mir machen die Spiele sehr viel Spaß, aber sie sind nicht perfekt und sie werden es für mich wahrscheinlich auch nie sein.
Wenn Du meinen ersten Beitrag in diesem Thread liest (den Ausblick), dann verstehst Du vielleicht, warum es mich ärgert, dass so wenig Neues gewagt wird. Letzten Endes ist mein Anspruch wahrscheinlich aber zu hoch für Computerspiele; ich komme aus der Pen-and-Paper-Ecke, da hat man einen anderen Blick auf Rollenspiele.

Wir müssen das jetzt auch nicht weiter ausdiskutieren, in einigen Punkten sehen wir die Sache ja ähnlich. Es spricht übrigens sehr für Dich, dass Du doch noch mal vernünftig geantwortet hast.

Im Grunde ist von meiner Seite auch alles gesagt; wirklich wichtig ist für mich ohnehin nur, was ich weiter vorne über Computerrollenspiele allgemein gesagt habe (wofür man dann gleich als arrogant gilt ... Onlineforen sind müßig).

Auf bald, vielleicht in einem anderen Thread.

-- MM
Ragism
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Beitrag von Ragism »

DarkSmart hat geschrieben:
Ragism hat geschrieben:In welchem Universum gilt denn "Die Absolute Vollverblödung" als Fortschritt? Nimmt man all das, was ich bisher über die Natur des Fortschritts gelernt habe, müssten die Spiele doch sehr viel komplexer und tiefgründiger geworden sein als noch vor 10 Jahren. Nicht?
Da liegst du falsch. Fortschritt kann auch bedeuten, dass übertrieben komplexe und nutzerfeindliche Elemente eliminiert werden. Ich bin jedenfalls froh, dass ich wissenschaftliche Ergebnisse heutzutage nicht mehr mit Stift und Papier auswerten muss dank der Vereinfachung durch Computer.
Die alten Spiele sind doch nicht nutzerfeindlich! Würdest Du Schach auch als nutzerfeindlich und unspielbar betrachten, bloß weil man sich erst einmal die jeweiligen Züge merken sollte? Deine bevorzugte Art des Fortschritts und der Entwicklung ist scheinbar die der Aufweichung, Beschneidung der Vielfalt und der Erschaffung exklusiv für breite Zielgruppen. Auch falls Du vielleicht lieber Michael Bay im Kino sehen willst als Stanley Kubrick, dürfte Dir aber trotzdem die Auswahl an unterschiedlichen Spielerlebnissen am Herzen liegen.
Wenn sich Mass Effect zu Gears of War meets Avatar entwickeln sollte, fände ich das jedenfalls sehr schade.
Jack55555
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Beitrag von Jack55555 »

ICH WILL MASS EFFECT 3 SPIELEN!!!
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SonicSuperfast
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Beitrag von SonicSuperfast »

@MrMeister79
Ja, insgesamt haben wir ME2 gar nicht so anders wahrgenommen, denke ich.
Mir sind diese Forendiskussionen etwas zu anstrengend. Jeder Beitrag geht nach 10min unter, dumme Kommentare werden im Minutentakt eingeworfen, es ist einfach anstrengend und unübersichtlich. Deswegen bin ich vielleicht manchmal etwas plump, obwohl hinter den Posts sogar etwas mehr Gedanken stecken können.
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Aurellian
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Beitrag von Aurellian »

Ragism hat geschrieben:
DarkSmart hat geschrieben:
Ragism hat geschrieben:In welchem Universum gilt denn "Die Absolute Vollverblödung" als Fortschritt? Nimmt man all das, was ich bisher über die Natur des Fortschritts gelernt habe, müssten die Spiele doch sehr viel komplexer und tiefgründiger geworden sein als noch vor 10 Jahren. Nicht?
Da liegst du falsch. Fortschritt kann auch bedeuten, dass übertrieben komplexe und nutzerfeindliche Elemente eliminiert werden. Ich bin jedenfalls froh, dass ich wissenschaftliche Ergebnisse heutzutage nicht mehr mit Stift und Papier auswerten muss dank der Vereinfachung durch Computer.
Die alten Spiele sind doch nicht nutzerfeindlich! Würdest Du Schach auch als nutzerfeindlich und unspielbar betrachten, bloß weil man sich erst einmal die jeweiligen Züge merken sollte? Deine bevorzugte Art des Fortschritts und der Entwicklung ist scheinbar die der Aufweichung, Beschneidung der Vielfalt und der Erschaffung exklusiv für breite Zielgruppen. Auch falls Du vielleicht lieber Michael Bay im Kino sehen willst als Stanley Kubrick, dürfte Dir aber trotzdem die Auswahl an unterschiedlichen Spielerlebnissen am Herzen liegen.
Wenn sich Mass Effect zu Gears of War meets Avatar entwickeln sollte, fände ich das jedenfalls sehr schade.
Hey, ich hab nen Tipp für dich: Hirn ein- und Schwarz-Weiß-Denken ausschalten. So, wie nicht jede Art von Vereinfachung zu verteufeln ist, ist auch nicht jedes Maß an Komplexität toll. Ich kann es jedenfalls nachvollziehen, wenn [Achtung: leichte Übertreibung möglich] die Mehrheit heute keine Lust hat, sich vor dem Spielen erstmal durch hunderte Seiten Handbuch zu lesen.

Dass die Entwicklung in vielen Fällen aktuell sehr weit ins eine Extrem schwingt, ist zweifellos bedauerlich. Nichtsdestotrotz ist die Möglichkeit zur Vielfalt immer gegeben, auch wenn die großen Entwickler sich am breiten Publikum orientieren. Die Mod- und Indie-Szene gibt es schließlich immer noch, die auf solche wirtschaftlichen Überlegungen wie die Großen keine oder doch deutlich weniger Rücksicht nehmen muss.
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Beitrag von Isterio »

Hach, Mass Effect.

Ich habe den ersten Teil gespielt und war ziemlich begeistert. Die Story war toll, die Gefährten waren interessant und das Spiel hat mir mit den Zwischensequenzen und der Action gut gefallen. Sehr interessant fand ich, dass man eines der Gruppenmitglieder opfern muss. Das hatte ich zuvor noch nie so gesehen.

Teil 2 war dann irgendwie noch moderner und besser. Das Abklappern der Planeten mit dem Gefährt war im ersten Teil langweilig und hier haben sie das doofe Planetenscannen, doch der Rest war super, ausser.... Ich fand es schon etwas störend, dass es bei den Kräften und Waffen Vereinfachungen gab. Das wär nicht nötig gewesen.

Doch sah ich Mass Effect jetzt nie als ein wirkliches Rollenspiel. Es war für mich eher eine Art Wing Commander, doch eben als Abenteuer-Shooter-Version. Ich war überrascht, als ich dann irgendwas von RPG gelesen habe.

Bei ME2 war ich jetzt wegen der Vereinfachungen nicht wirklich enttäuscht. Das liegt wohl daran, dass es für mich nie wirklich ein Rollenspiel war.

Dragon Age 2 war eine enorme Enttäuschung für mich. Hier war der erste Teil wirklich ein nettes Rollenspiel und dann machen die so eine schlechte Fortsetzung. Hier ging viel an RPG-Elementen verloren, der Comic Stil war Müll und das Kampfsystem ätzend und unglaubwürdig und alles viel zu karg und leer und langweilig ... bääähhhh ... hier war ich wirklich enttäuscht.
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Knarfe1000
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Beitrag von Knarfe1000 »

Ragism hat geschrieben:In welchem Universum gilt denn "Die Absolute Vollverblödung" als Fortschritt? Nimmt man all das, was ich bisher über die Natur des Fortschritts gelernt habe, müssten die Spiele doch sehr viel komplexer und tiefgründiger geworden sein als noch vor 10 Jahren. Nicht?

Ernsthaft: Ich konnte nie verstehen, wenn Kultur immer weiter auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zusammengeschändet wird - und daneben auch noch eine Gruppe jubelnder Menschen steht und dies als wunderbaren Fortschritt feiert.
Der beste Beitrag seit langem.
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Rooster
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Beitrag von Rooster »

MrMeister79 hat geschrieben:
Rooster hat geschrieben:ich denke du scheiterst schon mit dem anspruch eine story objektiv beurteilen zu wollen, da wie bei jedem anderem auch deine eigenen erfahrungen, gefühle und erwartungen automatisch miteinspielen.
Was sollen diese Verallgemeinerungen? ("eine Story") Willst Du damit behaupten, man könne eine Story grundsätzlich nicht auf Logik, erzählerische Rafinesse und Tiefgang überprüfen?
wie sonicsuperfast ja schon angemerkt hat können charaktere natürlich sterben und es sind diesesmal sogar mehr beziehungen möglich als in me1.
Den ersten Punkt kann ich anerkennen. Was er und die Quantität (!) der Beziehungen allerdings mit meinen Hauptkritikpunkten bei der Story zu tun haben sollen, ist mir schleierhaft.
die involvierten charaktere sind sich dessen untereinander sogar etwas bewusster als noch in teil 1. auf die beziehung/liara geschichte sind wir ja schon eingegangen. die von dir geforderte begründung für ihr verhalten ist gegeben.
Den Kern meiner Kritik hast Du dabei aber erfolgreich ignoriert: Die Liebesbeziehung ist NICHT fortführbar, sie wird lediglich kurz angedeutet, meinetwegen wird Liaras Verhalten auch irgendwie erklärbar - aber warum bitte kann ich da nicht nachhaken? JETZT, und nicht erst im dritten Teil? Weil ich zu beschäftigt bin? Wohl kaum, denn ich kann mich mit Nebenmissionen herumplagen, wie ich lustig bin, wirklichen Zeitdruck gibt es nicht. Der Witz dabei: Es ist völlig problemlos möglich, sich unter den Crewmitgliedern für Liara Ersatz zu suchen - wo ist das jetzt bitte logisch?

Und im Übrigen ergibt sich daraus in meiner Rezension ein großer Kritikpunkt: Dass Aspekte aus Teil 1 forgeführt werden, ist löblich; wie das geschieht, ist unbefriedigend für jeden, dem daran etwas liegt.
das niveu wurde imo gehalten es wurde nur diesemal eine andere erzählweise benutzt. me1 war etwas epischer, me2 war etwas persönlicher...
wie du siehst doch wieder sehr viel geschmackssache dabei
Und wieder eine Verallgemeinerung, ohne auf meine Kritikpunkte einzugehen. Lies Dir bitte mal meine Anmerkungen zu dem toten Reaper und dem Kollektorenschiff durch. Ich bin gespannt darauf, wie Du dieses objektiv gesehen verschenkte Storypotenzial durch Geschmack und den Verweis auf eine vermeintlich persönlichere Erzählweise erklären willst.
und wer z.b. sagt dir das ich etwas als tiefgründig empfinde und nicht als oberflächlich? raffiniert oder langweilig? man kann wohl einen objektiven masstab an so etwas abstraktes wie eine story legen, genauso wie z.b. ein film nach bestimmten techniken in der handwerklichen erschaffung beurteilt werden kann, aber ich kann keine reine objektivität in deiner kritik erkennen!

wenn du meine sätze voneinander trennst dann ergibt sich natürlich ein anderer sinn. wenn du sagts "die möglichkeit, beziehungen zu gefährten einzugehen ist im vergleich zu me 1 beschnitten worden" dann ist meine antwort darauf: nein, denn es gibt mehr beziehungen insgesamt und diese sind sich auch noch untereinander bewusst d.h. es passiert auch noch etwas mehr unter den chrakteren als in teil 1. ("Ansonsten passiert wenig zwischen den Figuren; und wenn etwas passiert, hat es keine wirklichen Konsequenzen") konsequenzen sind wirklich kaum vorhanden, aber das habe ich ja schon in meiner letzten post angemerkt und ist korrekt
das nächste mal benutzte ich die markierungsoption dann ist es etwas einfacher für dich. aber ich wollte mich nicht noch einmal durch deinen text quälen...

ja, ich weiss das es dich sehr gefrustet hat das die beziehung zu liara nicht weiter im eigentlich spiel ausgebaut worden ist sondern erst im DLC. aber kritisiere dafür doch die DLC politik von bioware und nicht die story an sich, welche ja weitergeführt wird. ich betrachte das spiel als fortsetzung und mittelteil und daher nicht als isolierten einzeltitel. speziell in deinem fall wäre es wahrscheinlich besser gewesen den charakter von liara nach dem treffen auf illium komplett aus dem spiel zu nehmen und sie auf grosse shadow broker jagt zu schicken bis sie im DLC wieder erscheint. dann wäre es logisch das shepard zeit hat mit anderen weibern auf der normandy rumzumachen ;)

mein letzter kommentar is sehr allgemein gehalten und auch so gedacht. einzelne aspekte herauspicken und kritisieren ist immer sehr leicht aber es zählt auch der gesamteindruck. und der war nun einmal für mich auf dem selben guten niveu wie bereits in teil 1!

die sache mit den reapern und kollektoren kann man durchaus kritisch sehen. bei den reapern habe ich nicht allzu viel neues erwartet, da sie eher eine drahtzieher funktion im zweiten teil einnehmen, aber bei den kollektoren war der "twist" (was sie eigentlich sind) und sonstige infos etwas beiläiufig eingesträut.
KOK
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Beitrag von KOK »

Naja, dann haben Sie aber auch einen relativ niedrigen Anspruch an sowas wie eine Geschichte insgesamt. Es fängt doch schon mit dem Writing an. Commander Shepard ist Commander, also ein hochrangiger Offizier, drückt sich aber aus wie ein 16jähriger, der gerade mit der Schule fertig ist. Die einzigen Charaktere, die da etwas hinausstechen sind Mordin und Wrex (und was wahrscheinlich nur wegen ihrer Rasse). Andere Charaktere haben zwar durch teilweise gute Synchronsprecher ein erkennbaren Ton (Jack zum Beispiel), aber letzten Endes drücken sie sich alle gleich aus. Das ist aber ein generelles Problem bei so gut wie allen Spielen, das sowas keine Beachtung geschenkt wird. In Mass Effect 2 finde ich es nur extrem, wie man den Schreibstil des Autors in jedem Charakter wiederfindet.

Das größte Verbrechen aber begeht die Story, in dem storyrelevante Inhalte aus dem ersten Teil einfach gekonnt ignoriert werden. Shepard wurde zum ersten menschlichen Spectre ernannt, man rettet den Rat am Ende des ersten Teils und all das scheint Null Bedeutung im zweiten Teil zu haben. Desweiteren ist Shepard immer loyaler Militärist gewesen, zumindest laut meiner gewählten Biographie stammt Shepard einer Militär-Familie ab, aber schließt sich im zweiten Teil dann Cerberus an. Gegen Cerberus hat Shepard im ersten Teil mehrfachs gekämpft, aber auch das scheint kein Problem zu sein. Denn obwohl er von Cerberus wiederbelebt wurde, wurde von anfang an klar gemacht, daß Shepard Cerberus nicht vertraut. Die Geschichte wurde aber so hingebogen, als ob Shepard auf Cerberus angewiesen ist. Bei dieser Entscheidung wurde nicht über Logik, Nachvollziehbarkeit und Glaubwürdigkeit nachgedacht, man hat die Story so hingebogen, daß so gut wie kein Zusammenhang zum ersten Teil besteht. Und das ist einfach nur zum kotzen, wenn dabei ein komplett anderer Shepard bei rauskommt.

Das selbe auch mit Garrus, der sowas wie ein Fan von Shepard und treuer Soldat für die Sache war, aber sicherlich niemals sowas wie ein Auftragskiller, egal was für Verbrecher seine Ziele waren. Auch ist Garrus immer jemand gewesen, der auf den Dienstgrad und dem Vorgesetztenverhältnis geachtet hat, zumindest im ersten Teil. Im zweiten Teil ist er aber auf einmal Best Buddy mit Shepard. Mir ist klar, daß dieser "Wandlung" gemacht wurde, um zu verdeutlichen, daß Garrus und Shepard zusammen viel erlebt und durchmacht haben, aber diese "Wandlung" ist unrealistisch und nicht nachvollziehbar. Sie wirkt aufgesetzt.

Aber kommen wir zu einem anderem großen Punkt, der von Ihnen ja als so positiv hervorgehoben wird: die Beziehung zu den Charakteren. Die ist einfach inkonsequent. Shepard scheint generell jemand zu sein, der Beziehungen mit jedem Charakter irgndwie anfangen kann, ohne daß es andere Charaktere gar nicht stört. Und auch mit mehreren Charakteren zu flirten scheint kein Problem zu sein. Und wenn man schon eine Beziehung mit Tali aus dem ersten Teil hatte, scheint das auch kein Problem zu sein, eine Beziehung mit Miranda im zweiten Teil einzugehen. Ich weiß ja nicht, wie es bei euch so ist, aber normalerweise geht man eine Beziehung mit nur einem Charakter ein und dann ist das in Mass Effect 2 noch sehr oberflächig dargestellt und läuft nur auf eines hinaus: mit wem schläft man am Ende. Die Beziehung zu einem Charakter hat sonst keinerlei spielerischen Einfluss und wenn man bedenkt, wie sehr Bioware seine Spiele gerade mit den Interaktionen zwischen Charakteren bewirbt, ist das einfach nur lächerlich. Es würde mir ja schon ausreichen, daß der Charakter, mit dem ich eine Beziehung habe, sich in Dialogen dann dementsprechend einbindet und ich vielleicht dementsprechend in einem Dialog den Charakter, mit dem ich die Beziehung habe, einbinden kann. Mehr würde ich ja schon nicht verlangen, aber selbst das trifft ja nicht mal zu.

Aber was mich am meisten an Mass Effect generell stört und auch an Dragon Age, ist die Einstufung der Entscheidung in Gut und Böse, bzw. vorbildlich und abtrünnig. Erstmal wirkt sich das gar nicht auf die Spielwelt aus, ob ich der Bad Boy bin und der Helfer in Not, desweiteren verläuft nur der Dialog etwas anders, das Spiel selbst verläuft aber dann auch weiter gleich, aber das Schlimmste ist, daß das Dialogsystem darauf aufbaut, daß man einen gewissen Grad an Abtrünnig, bzw. Vorbildlich schon erreicht hat, wenn man ganz spezielle Dialogoptionen freigeschaltet haben will (z.B. in Talis und Samaras Queststrang). Dadurch wird das "Dialograd" mehr zum Placebo, weil man so gezwungen ist, sich für eine Sache zu entscheiden und nicht so zu entscheiden, wie es vielleicht nach eigenem Ermessen der Situation am Besten wäre. Durch dieses Gut/Böse, Vorbildlich/Abtrünnig, bzw. Schwarz/Weiß kommen Dialoge zu stande, die nur so vor Klischee strahlen, so daß ich mich teilweise fremdschämen musste. Zum Glück spiele ich Mass Effect auf Englisch, auf Deutsch wäre das wahrscheinlich noch schlimmer gewesen.

Es gibt sicherlich noch viel mehr Sachen, an die ich mich gestört fühle, aber das sollte erstmal ausreichen.
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SonicSuperfast
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Beitrag von SonicSuperfast »

Ich hoffe, du weißt selbst, dass du auf sehr hohem Niveau meckerst und mehr von dem Spiel erwartest als je ein Spiel geboten hat. Zumindest fällt mir keins ein, das Storyentscheidungen in einer derart epochalen Story so konsequent umsetzen konnte. The Witcher 2 ist ein Spiel, das das Gut-Böse-Prinzip sehr gut umgesetzt hat und bei dem Storyentscheidungen teilweise sehr große Auswirkungen haben. Mass Effect ist aber deutlich größer. Trotzdem wünsche ich mir auch für den zweiten Teil, dass es zumindest einige schwere Entscheidungen gibt, bei denen man die Kosnequenzen deutlich spürt. Die Beziehungen könnten auch ruhig komplexer sein, auch wenn sie mir im Vergleich zu anderen Spielen (DA, KotOR) sehr gut gefallen haben.

Noch zu Shepard. Ein Commander muss kein hochrangiger Offizier sein. Das sagt nur aus, dass er das Kommando über das Schiff und die Crew hat. Wie ein 16-jähriger drückt er sich aber sowieso nicht aus.
Ragism
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Beitrag von Ragism »

DarkSmart hat geschrieben:
Ragism hat geschrieben:
DarkSmart hat geschrieben: Da liegst du falsch. Fortschritt kann auch bedeuten, dass übertrieben komplexe und nutzerfeindliche Elemente eliminiert werden. Ich bin jedenfalls froh, dass ich wissenschaftliche Ergebnisse heutzutage nicht mehr mit Stift und Papier auswerten muss dank der Vereinfachung durch Computer.
Die alten Spiele sind doch nicht nutzerfeindlich! Würdest Du Schach auch als nutzerfeindlich und unspielbar betrachten, bloß weil man sich erst einmal die jeweiligen Züge merken sollte? Deine bevorzugte Art des Fortschritts und der Entwicklung ist scheinbar die der Aufweichung, Beschneidung der Vielfalt und der Erschaffung exklusiv für breite Zielgruppen. Auch falls Du vielleicht lieber Michael Bay im Kino sehen willst als Stanley Kubrick, dürfte Dir aber trotzdem die Auswahl an unterschiedlichen Spielerlebnissen am Herzen liegen.
Wenn sich Mass Effect zu Gears of War meets Avatar entwickeln sollte, fände ich das jedenfalls sehr schade.
Hey, ich hab nen Tipp für dich: Hirn ein- und Schwarz-Weiß-Denken ausschalten. So, wie nicht jede Art von Vereinfachung zu verteufeln ist, ist auch nicht jedes Maß an Komplexität toll. Ich kann es jedenfalls nachvollziehen, wenn [Achtung: leichte Übertreibung möglich] die Mehrheit heute keine Lust hat, sich vor dem Spielen erstmal durch hunderte Seiten Handbuch zu lesen.

Dass die Entwicklung in vielen Fällen aktuell sehr weit ins eine Extrem schwingt, ist zweifellos bedauerlich. Nichtsdestotrotz ist die Möglichkeit zur Vielfalt immer gegeben, auch wenn die großen Entwickler sich am breiten Publikum orientieren. Die Mod- und Indie-Szene gibt es schließlich immer noch, die auf solche wirtschaftlichen Überlegungen wie die Großen keine oder doch deutlich weniger Rücksicht nehmen muss.
Statement 1: Hör mal auf, so schwarz-weiss zu denken!
Statement 2: Bei alten Spielen muss man zum Verständnis erst einen Doktortitel besitzen. Neue Spiele kann man mit 2 Fingern bedienen.

Fällt Dir was auf? Daß Du annimmst, jeder mit einer anderen Meinung benutze sein Gehirn nicht, lasse ich jetzt mal so stehen. Ich nehme an, Du hast meinen letzten Beitrag nicht gelesen.
Für Dich reicht es, wenn nur Vin-Diesel- oder Pokemon-Filme groß gefördert werden (diese nehme ich jetzt mal als Beispiel für Mainstream-Kultur). Die Filme, für die Du Dein hochgeschätztes Gehirn benutzen musst, überlässt Du Hobby-Filmern, welche für eine einfache Szene jeden Cent umdrehen müssen und trotz aller Ambitionen meist scheitern.

Noch einmal: Ich plädiere für Vielfalt. Im Moment haben wir aber nur die Wahl zwischen auf Hochglanz polierten, aber inhaltlosen Trottelspielen und sehr ambitionierten und innovativen, aber technisch schwachen und für die Mehrheit der Spieler unzugänglichen Mini-Projekten.
Versucht man eine Suppe zu kochen, die jedem schmecken soll, so hat man irgendwann nur noch heißes Wasser. Sowohl im Mainstream sowie bei Indie-Spielen habe ich aber sehr viel lieber wirklichen Geschmack, den ich mir vielleicht auch erst erschließen muss. Wie viele Spiele haben wir denn in den letzten Jahren gespielt, welche nach einer halben Sunde praktisch ihren gesamten inhaltlichen und spielerischen Reiz vertan haben? Viel zu viele. Danke dem Mainstream.

Noch einmal: Du kannst gerne Call of Duty oder Mass Effect 2 zocken. Was aber soll so gut daran sein, wenn jeder Shooter oder jedes RPG versucht, so massenkompatibel, konturlos und schlicht wie diese zu sein?
Frostschlag
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Beitrag von Frostschlag »

Ragism hat geschrieben:
DarkSmart hat geschrieben:
Ragism hat geschrieben: Die alten Spiele sind doch nicht nutzerfeindlich! Würdest Du Schach auch als nutzerfeindlich und unspielbar betrachten, bloß weil man sich erst einmal die jeweiligen Züge merken sollte? Deine bevorzugte Art des Fortschritts und der Entwicklung ist scheinbar die der Aufweichung, Beschneidung der Vielfalt und der Erschaffung exklusiv für breite Zielgruppen. Auch falls Du vielleicht lieber Michael Bay im Kino sehen willst als Stanley Kubrick, dürfte Dir aber trotzdem die Auswahl an unterschiedlichen Spielerlebnissen am Herzen liegen.
Wenn sich Mass Effect zu Gears of War meets Avatar entwickeln sollte, fände ich das jedenfalls sehr schade.
Hey, ich hab nen Tipp für dich: Hirn ein- und Schwarz-Weiß-Denken ausschalten. So, wie nicht jede Art von Vereinfachung zu verteufeln ist, ist auch nicht jedes Maß an Komplexität toll. Ich kann es jedenfalls nachvollziehen, wenn [Achtung: leichte Übertreibung möglich] die Mehrheit heute keine Lust hat, sich vor dem Spielen erstmal durch hunderte Seiten Handbuch zu lesen.

Dass die Entwicklung in vielen Fällen aktuell sehr weit ins eine Extrem schwingt, ist zweifellos bedauerlich. Nichtsdestotrotz ist die Möglichkeit zur Vielfalt immer gegeben, auch wenn die großen Entwickler sich am breiten Publikum orientieren. Die Mod- und Indie-Szene gibt es schließlich immer noch, die auf solche wirtschaftlichen Überlegungen wie die Großen keine oder doch deutlich weniger Rücksicht nehmen muss.
Statement 1: Hör mal auf, so schwarz-weiss zu denken!
Statement 2: Bei alten Spielen muss man zum Verständnis erst einen Doktortitel besitzen. Neue Spiele kann man mit 2 Fingern bedienen.

Fällt Dir was auf? Daß Du annimmst, jeder mit einer anderen Meinung benutze sein Gehirn nicht, lasse ich jetzt mal so stehen. Ich nehme an, Du hast meinen letzten Beitrag nicht gelesen.
Für Dich reicht es, wenn nur Vin-Diesel- oder Pokemon-Filme groß gefördert werden (diese nehme ich jetzt mal als Beispiel für Mainstream-Kultur). Die Filme, für die Du Dein hochgeschätztes Gehirn benutzen musst, überlässt Du Hobby-Filmern, welche für eine einfache Szene jeden Cent umdrehen müssen und trotz aller Ambitionen meist scheitern.

Noch einmal: Ich plädiere für Vielfalt. Im Moment haben wir aber nur die Wahl zwischen auf Hochglanz polierten, aber inhaltlosen Trottelspielen und sehr ambitionierten und innovativen, aber technisch schwachen und für die Mehrheit der Spieler unzugänglichen Mini-Projekten.
Versucht man eine Suppe zu kochen, die jedem schmecken soll, so hat man irgendwann nur noch heißes Wasser. Sowohl im Mainstream sowie bei Indie-Spielen habe ich aber sehr viel lieber wirklichen Geschmack, den ich mir vielleicht auch erst erschließen muss. Wie viele Spiele haben wir denn in den letzten Jahren gespielt, welche nach einer halben Sunde praktisch ihren gesamten inhaltlichen und spielerischen Reiz vertan haben? Viel zu viele. Danke dem Mainstream.

Noch einmal: Du kannst gerne Call of Duty oder Mass Effect 2 zocken. Was aber soll so gut daran sein, wenn jeder Shooter oder jedes RPG versucht, so massenkompatibel, konturlos und schlicht wie diese zu sein?
Die Problematik die du gerade beschreibst gibt den derzeitigen Paradigmenwechsel der Industrie ganz gut wieder, und ist in meinen Augen auch kaum zu leugnen. Die Computerspielbranche war lange Zeit eine reine Nerdbranche. Wer in dem Bereich arbeitet, weiß wie das Verhältniss Arbeitszeit/Gehalt aussieht, und das Eigenmotivation in der Branche noch eine extrem große Rolle spielt. Allerdings hat nunmal auch dort in den letzten Jahren der Kapitalismus Einzug gehalten, und nun geht es auch in der Spielebranche nur noch um eines... Wirtschaftlichkeit. Natürlich kann auch eine kleine Indiproduktion, wenn sie entsprechend wirtschaftet, ein wirtschaflicher Erfolg werden, aber die großen Umsätze/Gewinne macht man eher mit einem "Avatar", statt mit einem "Die Rote Laterne". Effekte und Krachbum vor Inhalt. Diesem System hat sich Hollywood seit Jahren verschrieben und auch in der Computerspielbranche geht es nunmal nicht anders. Zumal die Branche gerade für Entwickler unglaublich riskant ist. Nicht wenige Entwicklungsstudios müssen schließen weil sie für ein engagiertes Projekt keinen Publisher finden, und bis zur Pre-Alpha alle kosten selbst tragen müssen. Der produktionvalue ist über die Zeit massiv gestiegen, allerdings hat das mit der Qualität der Produkte nichts mehr am Hut.....

Früher gabs halt noch "Echten Joghurt mit frischen Erdbeeren".... heut gibts synthetisches Milcheinfett mit Geleeestücken und Erdbeeraroma aus Holz. Und wer ist Schuld daran?... Zum Großteil leider die Kundschaft, also wir.

Weil wir in großten Teilen nicht bereit sind, spiele zu kaufen sondern downloaden, weil wir keine Qualität mehr schätzen sondern nur noch Discount. Der freie Markt richtet sich immer nach der Nachfrage. Leider. ;)