funkbarrio hat geschrieben:Einfach mal an die Telekoms, Siemens und Guttenbergs in diesem Land denken und ruhig verhalten.
Wir schalten das PSN vorübergehend - wir betonen vorübergehend! - ab.
Exakt! Genau die gleiche Vorgehensweise. Ein direktes und umfängliches Eingestehen der Verfehlung würde in den Augen der Betroffenen als volles Versagen gewertet werden. Zudem sind die bei ihren Freunden unten durch, denn wie wir seit unserer Kindheit wissen, was angestellt hat nur der, der sich erwischen läßt.
Und genau wie KT sich wand wie der Aal, so winden sich auch Tepco und SONY.
Klar, dem Kunden wäre es recht, wenn SONY sich hinstellt und sagt "Jungs, wir haben da ein Problem, Jemand ist vor kurzem ins System eingebrochen. Wir wissen noch nicht wie und wir wissen auch nicht, ob er was kopiert hat, aber wir haben eine große Lücke! Damit wir die Lücke schließen können und Euch kein Schaden entsteht, machen wir das PSN lieber mal zu und suchen nach der Lösung."
Aber Kunden zählen schon länger nicht mehr in der Richtung. Kunden haben keine Aktien in dem Laden.
Für Geldanleger klingt ein solcher Satz nach: "Wir sind Euer Geld nicht wert, lasst uns Pleite gehen!".
Silrog, Dein "Problem" an dieser Situation ist, dass Du mit deinen moralischen Wertvorstellungen an die Sache gehst.
Dich verärgert die Salamitaktik, weil für Dich der SONY fail so viel größer ist. Du denkst halt "Besser ein Ende mit Schrecken, als...".
Das ist verständlich und auch OK so. Ich sehe das ähnlich, mir ist auch lieber, jemand sagt mir direkt, wenn was schief läuft.
Aber es geht SONY nicht um das Ansehen bei Dir oder dem Kunden. Für wie wichtig SONY den Kunden hält sieht man ja an der Salamitaktik, mit der die Nachrichten kommen.
Hier mal ein Häppchen, da mal ein Häppchen, dann fühlt der sich informiert und kauft schön brav weiter. Und keiner merkt, dass wir unser System nicht im Griff haben.
Aber ich habe Hoffnung. Abgesehen von ein paar Verfassungsfeinden mit Lynchjustiz Fantasien spricht keiner über die Angreifer.
Statt (wie in anderen Debatten) stundenlang auf das bequeme Feindbild einzuschlagen, dreht sich die Diskussion tatsächlich um die, die primär mit Euren Daten Geld verdienen.
(Gut, es hilft, dass niemand weiß, WER die Daten kopiert hat.)