GDC 2011: »Kopieren ist kein Diebstahl«

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
Sarkasmus
Beiträge: 3454
Registriert: 06.11.2009 00:05
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Sarkasmus »

Nanimonai hat geschrieben:
Sarkasmus hat geschrieben: Gut wenn es keine Demo gibt kann man es nicht selbst antesten, aber die Katze im Sack kauft man Heut doch nur wenn man Vorbesteller ist oder nen Spontankauf tätigt.
Also eigentlich kaufen wir sogar meistens die Katze im Sack oder hat schon mal jemand ein Brettspiel im Laden ausgepackt und ne Stunde gezockt, die Lebensmittel im Supermarkt probiert oder die neue Schachtel Zichten angeraucht? Klar gibt es auch Ausnahmen wie den Autokauf oder ähnliches, aber das sind eben auch wirklich Ausnahmen. Der gesamte Dienstleistungssektor baut nahezu auf dem "Katze im Sack" Prinzip und Vertrauen. Niemand lässt sich testweise die Haare anschneiden oder finanziell beraten.
Der Großteil des Geldes, den wir so ausgeben, ist ohne vorheriges testen (Mieten werden im voraus bezahlt etc.)...
Von daher, warum sollten wir denn ausgerechnet bei Computerspielen so darauf beharren wollen, nicht "die Katze im Sack" zu kaufen?
Ich dachte wir reden hier von Videospiele :Kratz: .

Bis denn
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Nanimonai »

Sarkasmus hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben:
Sarkasmus hat geschrieben: Gut wenn es keine Demo gibt kann man es nicht selbst antesten, aber die Katze im Sack kauft man Heut doch nur wenn man Vorbesteller ist oder nen Spontankauf tätigt.
Also eigentlich kaufen wir sogar meistens die Katze im Sack oder hat schon mal jemand ein Brettspiel im Laden ausgepackt und ne Stunde gezockt, die Lebensmittel im Supermarkt probiert oder die neue Schachtel Zichten angeraucht? Klar gibt es auch Ausnahmen wie den Autokauf oder ähnliches, aber das sind eben auch wirklich Ausnahmen. Der gesamte Dienstleistungssektor baut nahezu auf dem "Katze im Sack" Prinzip und Vertrauen. Niemand lässt sich testweise die Haare anschneiden oder finanziell beraten.
Der Großteil des Geldes, den wir so ausgeben, ist ohne vorheriges testen (Mieten werden im voraus bezahlt etc.)...
Von daher, warum sollten wir denn ausgerechnet bei Computerspielen so darauf beharren wollen, nicht "die Katze im Sack" zu kaufen?
Ich dachte wir reden hier von Videospiele :Kratz: .

Bis denn
Ja klar, ich wollte nur darauf hinaus, warum wir denn so Schwierigkeiten damit haben, bei Videospielen die Katze im Sack zu kaufen, wenn wir das in so vielen anderen Bereichen des Lebens auch ohne zu murren machen.
Monoochrom
Beiträge: 128
Registriert: 09.10.2009 11:14
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Monoochrom »

Nanimonai hat geschrieben:
Sarkasmus hat geschrieben: Gut wenn es keine Demo gibt kann man es nicht selbst antesten, aber die Katze im Sack kauft man Heut doch nur wenn man Vorbesteller ist oder nen Spontankauf tätigt.
Also eigentlich kaufen wir sogar meistens die Katze im Sack oder hat schon mal jemand ein Brettspiel im Laden ausgepackt und ne Stunde gezockt, die Lebensmittel im Supermarkt probiert oder die neue Schachtel Zichten angeraucht? Klar gibt es auch Ausnahmen wie den Autokauf oder ähnliches, aber das sind eben auch wirklich Ausnahmen. Der gesamte Dienstleistungssektor baut nahezu auf dem "Katze im Sack" Prinzip und Vertrauen. Niemand lässt sich testweise die Haare anschneiden oder finanziell beraten.
Der Großteil des Geldes, den wir so ausgeben, ist ohne vorheriges testen (Mieten werden im voraus bezahlt etc.)...
Von daher, warum sollten wir denn ausgerechnet bei Computerspielen so darauf beharren wollen, nicht "die Katze im Sack" zu kaufen?
Alles nicht vergleichbar mit Videospiele. Wenn du dir etwas zu essen kaufst, dann weisst du entweder wie es schmeckt oder du willst bewusst etwas kaufen das du nciht kennst.

Brettspiel, da kannst du die Regeln nachlesen und damit kennst du das Spiel. Dienstleister macht seine Arbeit nicht richtig? Wird er nicht bezahlt bis er es richtig macht. Haare? Ja, ich lasse mir tatsächlich die Haare ''anscheiden'' wenn man so will, das ist ein Kunsthandwerk, wird es falsch gemacht bezahle ich auch nicht. Wohnungen schaust du dir an im Vorraus, gefällt sie dir, nimmst du sie. Ist irgendwann dann letztlich doch nciht rechtens oder die Qualität nimmt nachträglich ab, kannst du die Miete kürzen bis die Mängel behoben sind. Wo ist das also alles die Katze im Sack kaufen? Ein passenderer Vergleich wären vielleict Bücher...doch die würden nciht für dich sprechen, die kann ma idR direkt aufschlagen und rein lesen.

@Sarkasmus: Wie gesagt, alles subjektiv. Das gibt einen nicht wirklich den Eindruck wie ein Spiel sich tatsächlich spielt. Das ist ja bekanntlich das Ausschlaggebende. Ein Feature kann in Berichten und Videos toll wirken, ist aber dann in der Praxis doch nicht mein Fall und war ein Kaufgrund. Darf ich das Spiel deswegen zurückbringen? Nein, darf ich nicht. Dabei handelt es sich auch um nichts das einen richtigen ''gebrauch'' hat, die Dateien auf einer Disc werden nicht schlechter indem ich sie benutze, es verliert nur dann an tatsächlichen Wert wenn ich da irgendwas beschädige. Bei digitaler distribution wie Steam und Konsorten gibt es prinzipell nichts was ein Umtausch verhindern würde ausser der Angst ich könnte trotzdem eine Kopie irgendwo haben. Wenn man mir also so ziemlich prinzipell verweigert mein Geld zurückzugeben wenn ich mit dem Produkt unzufrieden bin, sehe ich es auch nicht ein das sie die Opfer sind. ;) Wenn sie keine tatsächliche probiermöglichkeit bieten die tatsächlich für das letztliche Ergebnis stellvertretend ist, sind sie selbst Schuld, zumindest was diesem Grund angeht. Lieber das grosse Unternehmen das es nicht mal wirklich zur Kenntnis nimmt ist 60€ ''ärmer'' als das ich es bin weil sie mir etwas andrehen wollen.

Ja, rein vom Gesetz her ist es falsch, unter den richtigen Umständen sehe ich aber nichts moralisch verwerfliches daran, das ist dann selbstschutz. Natürlich setzt das aber auch vorraus das man das Spiel prompt wieder löscht wenn es einem so missfällt das ein Kauf nicht in erwägung gezogen wird.
Benutzeravatar
crewmate
Beiträge: 18865
Registriert: 29.05.2007 15:16
Persönliche Nachricht:

Beitrag von crewmate »

Bevor irgendwer auch nur ein Wort dazu schreibt:
http://www.escapistmagazine.com/videos/ ... 653-Piracy
Genkis hat geschrieben:zu spät^^ aber ja, video ist nett.

sehr wahr, sehr wahr. kann nur agreeieren! :lol:
Spam jede Seite diesen Thread ruhig mit dem Video, im Gegensatz zu den meisten Kommentaren und Erläuterungen nehmen Extra Credits zu allen Seiten Stellung. Und nicht zuletzt sind sie in der Branche und kennen die Hintergründe.

Raubkopierer sollte am besten als Konkurrenz gesehen werden.
Nanimonai hat geschrieben:
Crewmate hat geschrieben: Wenn ich bis zu 50€ für ein Pressfrisches Spiel zahle, will ich auch was in die Hand. Nine Inch Nails oder Kanye West Platten... wie Oldboy... Planet Terror DVDs ...Das fühlt sich für mich wertig an.
Von diesem Konzept solltest du dich verabschieden, da es im Zuge der Digitalisierung früher oder später verschwindet.

Lerne die Wertigkeit nicht haptischer Dinge zu schätzen, sonst geht das irgendwann nach hinten los.
Die Digitalisierung wird noch lange genug dauern. Gerade ist mit der PSPgo ein total auf Downloads fixierter Handheld gescheitert und sowohl der 3DS als auch Sonys NGP setzten auf Module für Spiele. Ich glaube es wird wie bei Zeitungen laufen, denen man den Tod durchs Internet vorraussagte. Es wird eine lange Evolution, keine Nacht und Nebelaktion. Es braucht Zeit für die Technik (besseres Internet, 3G Standards etc) und willige Verbraucher. Wir werden noch lange genug optische Medien haben.

15 Jahre sind schon Kein Überschaubarer Zeitraum mehr. Es wird erfahrungsgemäß bei den mobilen Konsolen mindestens 5 Jahre dauern bis wieder die nächste Generation ansteht. Allein bei den Mobilen. Nintendo nach wird die neue Konsole nach der Wii wieder auf ein optisches Medium setzen. Die dauert ca 4 Jahre, wenn ich vom Release 2012 ausgehe haben wir dann 2016. Bis dahin kann alles passieren (inklusive Akopalüze). Du kannst das genauso wenig vorhersagen wie ich.

Und darauf beziehe ich mich. Ich kaufe mir eh nur Spiele, die es mir wert sind (wer zur Hölle gibt Geld für schlechte Spiele aus). Aber an der Verpackung könnte sich etwas tun. Liebe zum Detail gegen den formlosen Torrentdownload. Und dann eben 24/7 Verfügbarkeit. Ich erinnere mich da an die Aktionen der Nine Inch Nails zu den Alben "Ghosts" und "The Slip". Man konnte das Album online als CD LP kaufen, sich im selben augenblick aber eine DRM freie MP3/AAC/Flac Kopie des Albums ziehen.

DAS IST KUNDENFREUNDLICH!

Natürlich nicht eins zu eins auf Spiele übertragbar, aber warum nicht mal ein ähnliches Modell probieren.
Personns Minecraft erinnert mich als Verkaufsmodell an die letzte Platte der "Einstürzenden Neubauten" oder das Filmprojekt "Iron Skies"
Benutzeravatar
Blind Talamasca
Beiträge: 299
Registriert: 11.11.2004 14:31
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Blind Talamasca »

grossartiger ansatz ... dass es auch im grossen maßstab funktioniert haben ja neulich die jungs und mädels von crytec gezeigt ... unfertige version ins netz und bums wollen alle das baby mal im arm halten ... mir kann keiner erzählen dass denen auch nur ein potentieller käufer verloren ging ... das haben sie höchstens mit dem demo geschafft :twisted: :twisted: :twisted: ... ist ja auch quatsch warum sollte ich mich mit etwas unfertigen zufrieden geben ... wenn ich von der alphaquali überzeugt bin und mir die beta gefällt werde ich auch die fertig version kaufen ...
johndoe1044785
Beiträge: 10416
Registriert: 09.08.2010 12:33
Persönliche Nachricht:

Beitrag von johndoe1044785 »

Blind Talamasca hat geschrieben:... wenn ich von der alphaquali überzeugt bin und mir die beta gefällt werde ich auch die fertig version kaufen ...
es sei denn, das fertige produkt hat auch seinen weg ins www gefunden. mir kann doch keiner erzählen, das dadurch keine käufer verloren gehen.
Monoochrom
Beiträge: 128
Registriert: 09.10.2009 11:14
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Monoochrom »

Du magst es zwar nicht glauben, verständlicherweise, es gibt aber nichts womit sich sowas beweisen liese. ''Herr Raubkopierer, hätten sie das Spiel sonst gekauft wenn es das online nicht gäbe?'' ''Nö'' schon ist jegliches argument in dieser Richtung zerstört. Im Grunde heulen also Kotick und Konsorten um Geld das niemals ihnen gehört hat.

Ich heisse das ganze nicht unbedingt gut, verteufeln würde ich es allerdings auch nicht. Solange Publisher die Spieler bluten lassen solls auch ruhig umgekehrt der Fall sein.
Benutzeravatar
MØnd©LØud
Beiträge: 1482
Registriert: 15.02.2009 16:45
Persönliche Nachricht:

Re: Bingo

Beitrag von MØnd©LØud »

BStramke hat geschrieben:
Homer-Sapiens hat geschrieben:
DasNickus hat geschrieben:Genau das ist die Richtung in die die Spielehersteller gehen müssen!
Spiele nur noch im Alpha-Stadium veröffentlichen und, sofern sie sich auch verkaufen, dann erst weiterentwickeln? :ugly:
Wo ist da der unterschied zur aktuellen realität ? ;)
LOL mad my day xD
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Nanimonai »

Monoochrom hat geschrieben:
Alles nicht vergleichbar mit Videospiele. Wenn du dir etwas zu essen kaufst, dann weisst du entweder wie es schmeckt oder du willst bewusst etwas kaufen das du nciht kennst.

Brettspiel, da kannst du die Regeln nachlesen und damit kennst du das Spiel. Dienstleister macht seine Arbeit nicht richtig? Wird er nicht bezahlt bis er es richtig macht. Haare? Ja, ich lasse mir tatsächlich die Haare ''anscheiden'' wenn man so will, das ist ein Kunsthandwerk, wird es falsch gemacht bezahle ich auch nicht. Wohnungen schaust du dir an im Vorraus, gefällt sie dir, nimmst du sie. Ist irgendwann dann letztlich doch nciht rechtens oder die Qualität nimmt nachträglich ab, kannst du die Miete kürzen bis die Mängel behoben sind. Wo ist das also alles die Katze im Sack kaufen? Ein passenderer Vergleich wären vielleict Bücher...doch die würden nciht für dich sprechen, die kann ma idR direkt aufschlagen und rein lesen.
Nene, so läuft das nicht.
Wenn du dir die Haare schneiden lässt und es gefällt dir nicht, musst du dennoch dafür zahlen, außer natürlich, es besteht ein gravierender handwerklicher Mangel (statt blond, grün färben oder so). Alles andere ist reine Kulanz. Das gilt für jede Dienstleistung, denen erst mal keine fachlichen Mängel nachgewiesen werden können oder zahlst du einen Taxifahrer nicht aus, weil er dir zu schnell gefahren ist?
Die Miete zahlst du auch im voraus, ohne das Wohnen in der Wohnung vorher angetestet zu haben. Du hast sie nur gesehen...
Bücher kannst du aufschlagen und den Klappentext lesen, aber dich zwei Stunden in die Buchhandlung stellen und 30 Seiten davon lesen, solltest du auch nicht, dann wirst du etwas komisch angeschaut. Abgesehen davon, dass du auch kein "Recht" darauf hast.

Und warum denkst du, kannst du das mit Computerspielen nicht? Wenn dort ein handwerklicher Mangel vorliegt (DVD kaputt, Daten korrupt, whatever) kannst du das Teil auch zurückgeben. Nur eben nicht bei "Nichtgefallen" und das gilt für jedes andere Produkt auch, das du im Laden kaufst. Im Fernabsatzgesetz gibt es nochmal ein paar Sonderregeln was das "testen" angeht, das muss man dann aber im Einzelfall betrachten.
Benutzeravatar
Sarkasmus
Beiträge: 3454
Registriert: 06.11.2009 00:05
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Sarkasmus »

Monoochrom hat geschrieben:.........

Solange Publisher die Spieler bluten lassen solls auch ruhig umgekehrt der Fall sein.
Du weißt aber schon, das dies ein Teufelskreis ist :!: :?:
Da:

Schwarkopierer kopiert ----> Publisher/Entwickler entwickelt DRM etc ----> Schwarkopierer kopiert deswegen wieder ----> Publischer/Entwickler lässt sich neue DRM etc einfallen ----> u.s.w.


Bis denn
Zuletzt geändert von Sarkasmus am 03.03.2011 22:59, insgesamt 1-mal geändert.
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Nanimonai »

Monoochrom hat geschrieben:''Herr Raubkopierer, hätten sie das Spiel sonst gekauft wenn es das online nicht gäbe?'' ''Nö''
"Herr Raubkopierer, warum hätten sie sich das Spiel denn nicht gekauft?"
"Weil ich es nicht gut genug finde, um dafür Geld auszugeben."
"Sie verschwenden also ihre Zeit mit einem runtergeladenen Spiel, was ihnen gar nicht gefällt?"
"Ja, es ist ja umsonst."
Benutzeravatar
Masakado
Beiträge: 652
Registriert: 22.09.2009 23:36
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Masakado »

Nanimonai hat geschrieben:
Masakado hat geschrieben:@Nanimonai:
Okay, und jetzt vergleichen wir den Schaden, der am Finanzmarkt durch die Verbreitung von Falschgeld entsteht,
mit dem "Schaden", der durch die Verbreitung ausserhalb des Lizenzmarktes zu entstehen scheint.
Du meinst so wie bei chinesischen Plagiaten (zahlreiche deutsche Firmen sind wegen Lizenzverletzungen chinesischer Firmen Pleite gegangen), Schwarzsehern von Sky (Premiere war schon mal Pleite, Sky steht kurz davor) oder heruntergeladenen Filmen, die reihenweise Kinos und Videotheken Pleite gehen lassen? War es nicht in der Spieleindustrie in den letzten Jahren ziemlich stark zu beobachten, dass sauviele kleine Entwickler von großen Firmen aufgekauft wurden? Sind nicht ziemlich viele kleine Studios Pleite gegangen? Warum ist das wohl passiert? Vielleicht doch unter anderem, weil große Studios es sich leisten können, mit sauteuren lizensierten Engines zu arbeiten, schliesslich wollen wir als Spieler ja immer die beste Grafik, Physik, Effekte...
Wie wäre denn deiner Meinung nach der Schaden zu beurteilen, wenn alle Entwickler mit gecrackten Engines arbeiten würden? Meinst du, Crytek würde nicht legitimerweise von "Schaden" reden können, wenn jetzt jeder kostenlos auf der Cryengine 3 entwickeln würde? Ist ja auch nur eine kleine Lizenzverletzung...
Irgendwie richtet sich dein Argument gegen sich selbst...
Die Plagiate die du aufzählst sind nicht mit Schwarzkopien vergleichbar, weil sie von Unternehmen am Markt genutzt werden (chinesische Plagiate und proggen ohne Lizenz). Deswegen bin ich gegen die Vergleiche mit Plagiaten. Sky wird durch eine Art Accountsharing via Internet bedroht, soweit ich weiss. Der Rest ist streitbar.

-Was an dieser Stelle wichtig zu erwähnen wäre: ich gehe nicht von Raubkopien aus, also nicht von Kopien die zum Verkaufszweck erstellt werden.

Verteilungen von Schwarzkopien haben keinen messbaren Gegenwert am Markt.
Weil sich nicht ermitteln lässt auf welche Schwarzkopie ein eventueller Lizenzkauf zurückgeht und auf welche nicht.

Genau deswegen verurteile ich den Schadensbegriff und deswegen werden Einnahmenseinbußen, auf die ein "Schadenswert" veranschlagt wird,
immer unter Kritik stehen müssen, weil es sich bei den Werten immer nur um nominelle, jedoch nicht um tatsächliche Einbußen handelt.
sarnokh
Beiträge: 306
Registriert: 17.03.2008 01:26
Persönliche Nachricht:

Beitrag von sarnokh »

Es ist doch so: jeder den ich kenne und der ein Spiel kopiert, tut das, weil er sich entweder Spiele gar nicht leisten kann (Student, Harz IV), oder weil er sich zwar sagen wir mal 1-2 Spiele leisten kann, die vielen Spiele aber doch nicht. Von daher ist es einfach absurd von der Spieleindustrie zu behaupten, Kopien seien verlorene Verkäufe! Die Leute kopieren was sie sich, könnten sie nicht kopieren, einfach auch nicht bezahlen könnten.

Zudem ist auch das Preis-Leistungsverhältnis oft absurd. Da zahlt man 40+ Euro und bekommt teils kaum mehr 8 Stunden Spiel. Wenn ich da an Spiele wie Civ oder Elder Scrolls denke, wo man Monate zu spielen hat, da sollten die Firmen auch mal ihre Preisstruktur überdenken.

Früher in den 80ern haben sich auch alle Kassetten mit Musik kopiert, und keine Sau hat sich darüber aufgeregt. Klar war das nicht CD Qualität, aber es GAB ja eh bei niemandem CD Qualität! Man kannte eh nur diese Qualität.

Und in der Tat: klauen kann man nur etwas, das durch Konsumtion verschwindet oder unbrauchbar wird, etwa ein Auto dass nur einer haben kann oder Nahrung, die durch Verzehr in einen unbrauchbaren Zustand versetzt wird. Am Ende sitzen dann Abmahn-Anwälte, die kleine Harz-4ler mit tausenden Euro abzocken. Die Anwälte verdienen sich dann mit Nichtstun dumm und dusselig und kassieren hunderte und tausende Euro für Spiele die im Laden 40 Euro kosten. Das ist einfach nur kriminell. Und es ist eine Kriminalisierung und Abzocke von Bagatellen. Leute die wie Ackermann Verbrechen in Millionenhöhe anstellen werden mit Victory-Zeichen freigesprochen, aber ne Kassiererin die mal ein Brötchen ißt fliegt raus... da stimmt einfach hinten und vorne nichts mehr!
konky
Beiträge: 30
Registriert: 26.03.2007 03:00
Persönliche Nachricht:

Beitrag von konky »

Er spricht nur das aus was die anderen Spielehersteller auch schon lange wissen.

Ein digitales Produkt wird sich nicht mehr lange verkaufen lassen, die Welt wird dazu viel zu sehr Vernetzt als dass sich solche Inhalte schützen lassen würden.


Man muss entweder auf treue Fans setzen die eine Frucht auch dann kaufen wenn sie einfach pflückbar ist.
Oder man verkauft die Software als Service mit Anbindung an ein Servernetzwerk und liefert dauerhafte Arbeit ab.


Das ist auch der Weg den die Industrie zu gehen versucht.
Stichworte: WoW, Eve Online, DLC, Archievements, Online Gameplay, Battle Net

---------


Alleine der Ausdruck "Raubkopieren" ist ein Medienwort, erschaffen von Gesellschaften wie der GEMA so wie das "Killerspiel" von der (deutschen) Politik erfunden wurde.
Ein Raub ist per Definition das "gewaltsame Wegnehmen einer Sache".

Kopieren von Software ist dagegen ein Volkssport und eine Politik welche FÜR das Volk da ist muss das früher oder später legalisieren und andere Vergütungsmodelle suchen wo/falls sie nötig sind.
Nein .. unsere Kinder, Wir, das Volk sind nicht alle Räuber und Verbrecher.
1-2 Generationen spätestens noch.
PennyGeist
Beiträge: 18
Registriert: 11.05.2009 16:24
Persönliche Nachricht:

Beitrag von PennyGeist »

Es ist und bleibt einfach so, dass ein Spiel mit 50€-70€ zu teuer ist! Das, ist einfach nur dreist und durch nichts zu rechtfertigen! Wenn ihr sagt, mit jeder Kopie wird ja nicht das Original geklaut, liegt ihr schlicht und ergreifend falsch! Die wahre die verkauft wird ist ja nicht die CD, sondernd die Daten, ob digital oder halt auf einem Medium und mit jeder Kopie die sich Leute ziehen, klauen sie die Arbeit der Hersteller, denn sie bringen damit etwas in ihren Besitz wofür sie nicht bezahlt haben. Dabei geht es nicht um Raubkopie=verlorener Kunde (was wirklich dumm ist) sondernt einfach nur um Diebstahl.