KOK hat geschrieben:Akurai, Ihre Argumentation baut darauf auf, daß sich ein Genre weiterentwickelt. Da wird Ihnen niemand widersprechen. Sie verwechseln dabei Wandlung mit Verwebung. Natürlich darf in einem RPG die Storypräsentation und -inszinierung voranschreiten. Das ist aber kein RPG-Kriterium, sondern etwas, das genreunabhängig auf alle Genre fußt.
Nein, meine Argumentation baut eher hauptsächlich auf die Auslegung der Bedeutung des Begriffs "Rollenspiel" (>also eine Rolle zu spielen/ausleben) auf.
Haben Sie die Diskussion vollständig mitbekommen?
Ich habe nämlich nie gesagt das Storypräsentation und -inszinierung ein RPG-Kriterium sind.
Aber Interaktionsfreiheit mit meiner Rolle oder Gestaltung&Entwicklung meiner Rolle sind zwei sehr wesentliche.
Davon bietet mir beispielsweise ein TES-Spiel auf seine Weise sehr viel.
Auch diverse Bioware-Spiele bieten mir auf ihre Weise viel davon.
In wie weit sich diese "Weise" mit Ihrer Auslegung von echtem Rollenspiel deckt, ist wieder eine andere Sache.
KOK hat geschrieben:
Mass Effect ist mit das schlechteste RPG überhaupt. Dem ersten Teil hat man halt noch so einiges verziehen, weil es dafür noch andere Stärken hatte. Vom zweiten Teil war davon aber nichts mehr zu sehen.
Ein absolut geschmacks-abhängiges Urteil.
Handwerklich sowie geistig/künstlerich ist ME ein sehr gutes Spiel - und genau das ist es auch in den Augen der meisten Spieler.
Zum zweiten Teil kann ich allerdings nicht viel sagen.
swordfish! hat geschrieben:
Trotzdem geht eine filmische Inszenierung meist mit einer linearen Geschichte einher und die hat in einem guten CRPG nun mal nichts zu suchen.
Das genau dies allgemeingültig zu bestimmen nicht in deiner Macht liegt, hat dr_elbows versucht dir zu erklären.
Kennst du beispielsweise Albion? Ein CRPG-Klassiker von 1995 und sehr beliebt unter Kennern des Genres. Es gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen.
Es ist sehr kreativ, atmosphärisch und bietet einem eine sehr gute aber sehr lineare Story. Es gibt auch kaum NebenStorys. Aber es bietet trotzdem viele Möglichkeiten "drum-herum" und klassische Pen&Paper-Elemente.
Es würde wirklich kaum einer auf die Idee kommen (und kam bis jetzt so weit ich weiß auch niemand) diesem beliebten RPG "alter Schule" aufgrund seiner linearen Story den "Titel" eines Rollenspiels abzusprechen.
swordfish! hat geschrieben:
In einem Spiel wie Morrowind kann ich vll. so tun, als wär ich redegewandt, es wird aber keinen Einfluss auf Questverlauf oder die Handlung haben, weil es dem Spiel schlicht egal ist, was ich tue. Das ist kein Roleplay, auch nicht mit viel Fantasie. Ähnliches gilt für BG und andere Bioware-Spiele.
Keinem Spiel is es egal was du tust. Sonst wäre es kein Spiel.
Unterschiedliche Spiele zeigen dies nur auf unterschiedliche Arten.
Und Bioware ist definitiv Roleplay. Vor allem im Sinne von klassichem P&P (welches die CRPGS und deren Entwicklung nunmal stark geprägt hat).
Deine Sicht auf die "Definiton" ist nach wie vor vollkommen subjektiv.
Gerade auch TES ist für viele RPGler absolutes Roleplay (sogar im noch reineren Sinne).
Vielleicht verstehst du es besser wenn ich es so erkläre:
Stell dir einfach mal vor die Welt von Morrowind wäre ein einziges großes Quest: Man wird in die Welt geworfen... und soll seine "eigene Geschichte schreiben". Schreibe ich nun weniger meine eigene Gesichte indem ich absolut frei entscheiden kann was ich in dieser Welt mache, welche Quests ich überhaupt mache, mit wem ich überhaupt rede, was ich sonst noch so alles nebenher mache und ob ich das hauptquest vielleicht sogar einfach sein lasse, als wenn ich eine Hauptstory habe und dann aber eher innerhalb dieser Hauptstory Entscheidungsmöglichkeiten habe?
Was ist an der Art innerhalb eines "Hauptquests" entscheiden zu können mehr Roleplay, als in einer kompletten Welt mit all ihren Feinheiten und Mechanismen die fundamentaler angesetzte Entscheidungsgewalt zu haben? Daran ist im ursprünglichsten Sinne nichts weniger "Ausleben einer Rolle" (auf diese Bedeutung/Umschreibung von Roleplay hatten wir uns bereits geeinigt), als deine bevozugte Variante.
Lass uns also diese Diskussion doch nun endlich zum Ende führen und geb wenigstens so weit nach, wie ich es getan habe (indem ich deine Ansicht toleriert habe, ohne sie mit meiner vereinbaren zu müssen), so das wir unsere beiden unterschiedlichen Ansichten über die genaue Bedeutung von Rollenspiel friedlich hinnehmen können.