
Vergesst den Regisseur. Vergesst die unkoordinierte Wackelkamera, den flachen Sound, die unpassende Musik.
Dieser fast schon dokumentarische Film über den Völkermord in der Darfur-Region Sudans zeigt mit schmerzhafter Härte und Ehrlichkeit, was den Menschen in diesem von der internationalen Gemeinschaft ignorierten Teil der Welt widerfährt. Fast 66 Jahre nach dem Ende des 3. Reichs und kaum mehr als ein Jahrzehnt nach den Ereignissen im ehemaligen Joguslawien schauen wir desinteressiert einem schrecklichen Konflikt zu, vergessen ihn, sobald eine Panorama-Meldung ihn von der Titelseite verdrängt.
Guckt den Film an. Es wird schmerzen, es wird ekeln, aber es wird dieses Thema in euch hineinbrennen, auf eure Tagesordnung setzen, für euch greifbar, verständlich, weniger abstrakt machen. Dieser Film ohne Drehbuch und mit sudanesischen Flüchtlingen, die sich selbst "spielen", auch bei dem unvermeidlichen Massaker, gehört in Schulen und Universitäten, gehört beachtet und nicht im Regal in der Videothek neben bedeutungslose Actionreißer einsortiert.
Das ist kein Unterhaltungsfilm, kein Trash, kein Spaß.
Vielleicht überschätze ich diesen Film, vielleicht hat Boll es nur geschafft, seine kruden Filmmethoden ein einziges Mal erfolgreich anzuwenden. Vielleicht hat er schlicht bei mir und auch anderen einen wunden Punkt getroffen, lenkt mit einem tragischen Thema von seinen Schwächen als Filmemacher ab. Vielleicht nutzt Boll dieses wichtige Thema nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen, um sein Schaffen in höhrere Sphären zu heben.
Und wisst ihr was? Es ist mir egal. Ich werde keine Witze mehr über diesen Regissuer reißen, so viel ist sicher.





