Onekles hat geschrieben:Also so, wie hier einige gegen Kopien argumentieren (von wegen armer Entwickler/Publisher) könnte man im gleichen Atemzug gegen Gebrauchtspiele argumentieren. Auch hier sieht der Publisher keinen müden Pfennig vom Käufer. Es ist genauso ein verlorener Käufer. Jetzt mal vom rein rechtlichen Standpunkt abgesehen: Sind Gebrauchtspiele nun ok oder nicht?
IMO ist es OK, da diese eine "Kopie" (ja Spiele sind auch nur Kopien) schon verkauft wurde, ist also eigentlich nichts anderes als das Ausleihen im Freundeskreis, nur dass zwischendrin noch einer verdient. Ist halt ein Unterschied, ob man das Spiel einer Person zugänglich macht oder >20.
mr archer hat geschrieben:4P|Zierfish hat geschrieben:
stell dir vor der Publisher würde dir die einzige Kopie verkaufen? Was wäre die Folge?
Entweder: er verlangt 10-100Mio€ für das Spiel (die du sicher nicht hast)
oder, er zahlt den Entwickler aus (8-80Mio sagen wir mal)
und meldet Insolvenz an.
Zweites ist nicht wünschenswert, weil es bald keine Spiele mehr geben würde.
Aha, also ohne Publisher gäbe es in absehbarer Zeit keine Spiele mehr. So, so. Da frage ich mich, wie der Independent-Markt sich deiner Meinung nach erklären lässt, in dem tatsächlich unterdessen Geld verdient wird. Ich behaupte jetzt einfach mal glatt das Gegenteil, das ich genauso wenig mit Fakten untermauern kann, wie du dein Standart-Argument, das früher oder später ja in jeder dieser Diskussionen aufzutauchen pflegt:
Ohne Publisher ginge es uns allen besser. Entwickler müssten keine Rücksicht auf die Zielgruppenanalysten ihrer Verleger mehr nehmen, sondern wären nur noch ihrer Homebase verpflichtet, die sich das Spiel direkt beim Entwickler herunterläd (siehe frictional games mit "Amnesia"). Hätte remedy nicht MS mit seinem Wunsch nach einem X-Box-Exklusiv-Burner im Nacken gesessen, dann hätten wir jetzt nämlich das ursprünglich versprochene Twin-Peaks-Spiel, und zwar auch auf´m PC. Die Spielelandschaft wäre breiter gefächert und vielfältiger, da nicht mehr jedes Spiel auf den Massenmarkt in vordefinierte Genrekorsetts gezwungen werden müsste. Alles wäre schöner, besser. Und jetzt beweis mir mal, dass es nicht so wäre.
Wenn nicht der Publisher, wer investiert dann Geld in die Spiele? Woher sollen die Entwickler und das Studio an sich bezahlt werden? Muss dann vor jeder Produktion ein Kredit aufgenommen werden? Soll jeder im Voraus bezahlen? Bevor er weiß wie das Spiel überhaupt wird? Sollen dann Förderprogramme aufgebaut werden, von denen nur das beste Konzept Geld bekommt? Gibt es dann überhaupt noch große Produktionen? Oder nur noch CoD, weil der Entwickler nur das Geld investieren kann, was ihm die Lemminge gegeben haben und nicht an laufenden Kosten aufgefressen wurde. Eigentlich kann dann nur der Gewinn wieder investiert werden und der soll dann auch maximiert werden. Also dasselbe Spiel, nur mit weniger Stammkapital und wahrscheinlich weniger Produktionen, weil das ganze Risiko bei einer Firma sitzt, die im Regelfall bloß ein Produkt entwickelt und wenn das scheiße ist, gibt es keine 10 anderen Spiele die den Ausfall ausgleichen können. Wahrscheinlich würde niemand mehr das geringste Risiko eingehen und es gäbe nur noch Standardkost oder Low-Budget Produktionen, evtl. beides zusammen, was weiß ich. Auch nur eine Vermutung, dass das so läuft, aber mir am wahrscheinlichsten.
Und jetzt mal ganz im ernst:
Was hier argumentiert wird, ist teilweise echt unter aller Sau. Da wird Remedy vorgeworfen, dass sie einen lukrativen Vertrag mit MS abgeschlossen haben. Leute, sie wollen Geld verdienen, das ist ihre Arbeit. Ihr tut ja grad so, als ob das alles eigentl. gemeinnützige Organisationen sein müssten, die ja den PC-Markt nicht vernachlässigen dürfen, das Spiel muss länger sein, offener, was weiß ich. Und weil dem nicht so ist geschiet es ihnen recht, dass so viele Spiele gesaugt wurden.
Nein tut es nicht. Wenn es euch zu kurz ist, dann spielt es NICHT. Wenn euch CoD zu stinkig ist (zu kurz, zu Moorhuhn), dann spielt es NICHT. ICh spiels auch nicht. Es stört mich auch nicht, es nicht gespielt zu haben. Ist euch so langweilig, dass ihr unbedingt alle schlechten Spiele zocken müsst. Dann beschwert euch nicht über die Spiele die ihr euch kostenlos gezogen habt. Ihr habt nichts dafür bezahlt, also steht euch auch nichts zu. Also über eine 4h Kampagne kann man sich eigentlich freuen, wenn´s umsonst war. Dann braucht man sich darüber nicht in zig Foren beschweren. Wenn mir etwas das Geld nicht wert ist, dann kaufe ich es nicht - dann verzichte ich ganz. Meine Güte, ich hab daheim so gute Spiele, die ich noch nicht zocken konnte, weil mir die Zeit fehlt, dann gibt es noch einige andere richtig gute, die ich mir erst kaufe, wenn ich den Bestand daheim runtergespielt habe. Wo haben die Raubkopierer die Zeit her, alle Spiele zu zocken (wenn sie die Zeit für "schlechte" Spiele haben, werden sie die guten erst recht spielen)?
Und der Vergleich mit dem Essen wegkippen: Ich muss doch nicht meine Spiele anderen zur verfügung stellen, um ein "guter" Mensch zu sein. Das ich in mehreren Spendenorganisationen tätig bin, Blutspenden gehe oder generell armen Menschen gerne ein wenig helfe, hat nichts mit meiner Einstellung gegenüber Videospielen (speziell Raubkopien) zu tun. Wer Qualität will, soll dafür bezahlen. Ich kann nicht jeden Tag ins Nobel-Restaurant, dann lass ich´s halt, würde aber nie auf die Idee kommen, über die riesen Preise, bei den kleinen Portionen zu meckern. Sie verlangen so viel wie sie wollen und die die es sich nicht leisten können, nehmen es halt nicht in Anspruch. Trotzdem geh ich gern schick essen, also mach ich das 1-2x im Monat, das kann ich mir leisten. Niemand wird gezwungen sein Geld für was herzugeben, das es einem nicht wert ist, aber das als Grund für Diebstahl zu nehmen ist... zumindest bescheiden.
Hey, ich sehe nicht ein, so hohe Sozialausgaben von meinem Gehalt abgezogen zu bekommen, da hab ich nichts von. Ich geb jetzt meinen Job auf und leg mich in die soziale Hängematte. Soll mir erst mal einer nachweisen, dass das den Staat wirklich schädigt.
Ist eine dumme Behauptung, ich weiß, aber das juckt mich nicht, weil ich zu jedem Argument sagen kann, dass es nicht bewiesen ist und auch nur ein Argument, wie meins eben, dass es den Staat nicht schädigt, wenn er von mir kein Geld mehr bekommt oder nur ganz gering weil ich nur einer bin (von zig Mio). Das Arbeitslose Geld vom Staat bekommen und der Vergleich deshalb hinkt, ist mir bewusst, aber egal.
Sorry, aber hier platzt mir echt der Kragen...
Man, früher hatte ich auch so manche CD vom Kumpel gebrannt, aber ich hab mich deshalb nicht aufgeführt als wäre ich der Rächer aller, die von Plattenfirmen enttäuscht sind. Irgendwann kam der Punkt an dem ich mir gedacht habe, dass dafür jemand wirklich gearbeitet hat und wenn ich es unbedingt haben muss, ich das ganze mit Geld honorieren muss. Scheiß auf die Plattenfirma, das sind Gangster, wie Publisher, alle nur an Geld interessiert, trotzdem kann man die Arbeit des Künstlers würdigen. Aber wie gesagt, ihn beklauen und dann noch über die schlechte Qualität schimpfen, ist echt das letzte.