Stimmt, aber dein letzter Satz sagt mir vor allem eins: Ja, es ist nicht leicht. Veränderung und Wandel waren noch nie leicht und dass ist gut so weil ein wirklich ernsthafter Prozess nicht leicht sein darf. Sonst fehlt einfach der Lerneffekt und die Reifung etc.. Glaubst du die Französische Revolution war leicht? Glaubst du danach war alles gut (Fallbeilhinrichtungen zu hauf)? Nö, nicht wirklich aber es war zielführend wenn man es historisch betrachtet hat es durchaus einen großen Kreis positiver Entwicklungen für !ganz! Europa mit sich gebracht.Wulgaru hat geschrieben:Naja, die Aussage andere Kulturen sollen sich natürlich entwickeln dürfen, ist einmal drüber nachgedacht auch nur das gleiche in grün.
Die eine Seite sagt: Die Zustände in dieser Kultur sind schlecht, wir verändern sie jetzt nach unseren Vorstellungen (auf welche Weise auch immer).
Die andere Seite sagt: Die Zustände in dieser Kultur sind schlecht, wir lassen sie das aber selbst herausfinden.
Kern beider Aussagen: Wir sind etwas besseres.
Generell bleibt an der zweiten Denkrichtung das Problem der Bestimmung des allgemeinen Willens des jeweiligen Volkes. Man kann nicht einfach simpel sagen: Dort gibt es Steinigung, niemand sagt etwas dagegen, also wollen sie es so. Es geht auch immer darum, ob es dort klassische Mechanismen, die wir für selbstverständlich halten gibt. Sei es eine Protestkultur (an der wir bei uns immer leicht sehen können, wer gerade gegen was ist) oder ein politisches System was freie Meinungsäußerung zulässt. Es ist in solchen Ländern nämlich meist nicht so das man einfach sagen kann: "Steinigung? Da haben wir keinen Bock mehr drauf." :wink:
Und nein, es ist keine Ignoranz die man als Arroganz deuten kann. Ich habe nie! und auch Big Whale hat nie von sich gegeben dass wir diese Kulturen als schlechter werten. Ehrlich gesagt sind sie uns bestimmt in vielen Dingen voraus. Arabische Gastfreundschaft ist legendär, da könnten wir uns ruhig eine scheibe von Abschneiden. Es sind mehr als kultivierte Menschen. Aber selbst ein Regenwaldindianer ist mir in vielen Dingen voraus. Warum sollte ich da Arrogant sein, sehe die Notwendigikeit nicht. Aber dennoch sehe ich auch keine Notwendigkeit dem Urwaldindianer zu sagen er solle sich ne Hose anziehen und Baggerfahrer werden nur weil das meiner Welt eher entspricht. Warum? Weil es quatsch ist. Und deswegen ist es auch nicht meine Aufgabe mit dem Zeigefinger zu winken und zu sagen: Böse Frauenbeschneider oder böse Frauensteiniger.
Ich denke es ist nicht meine Aufgabe zu werten was gut und was böse ist. Vor allem nicht wenn es sich um Menschen dreht deren kulturelle Eigenheiten ich nicht verstehe.
Ist es böse eine Frau zu beschneiden? Nach meinen Maßstäben ja!
Aber wer zum Teufel bin ich eigentlich dass meine Maßstäbe zählen, aber nicht die Maßstäbe derer um die es eigentlich geht.
Beispiel Haftstrafe: Es mag Völker geben (ich weiss es nicht) die empfinden das als den Gipfel der Grausamkeit, weil Freiheit das höchste Gut ist. Das Equivalent zu Haftstrafe ist bei denen vielleicht Todesstrafe. Bei uns ist eben Leben das höchste Gut. Was ist nun besser?
Alles eine Frage des Blickwinkels....
