dabrain00 hat geschrieben:
Mit welchen Recht darf man wegschauen wenn einige wenige die Menschrenrechte, wie das Recht auf körperliche unversehrtheit mit Füßén treten?
Jetzt haben die Menschen kein Mitsprache recht. Keine Rechte. Mit der Demokratie dürfen sie mitentscheiden, denn dann sagen sie alleine wo es hingeht. Viele zivilisten Kämpfen dafür, und werden schnell erschossen wenn sie nur ein solches Gedankengut zum ausdruck bringen. Mit welchem Recht kannst du nun wegschauen?
Ich bin froh das in der Vergangeheit sich einige dieses Recht herausgenommen haben, denn sonst sähe unsere Flagge vllt anders aus.
Was du da beschreibst ist der Idealtyp einer direkten Demokratie, in etwa so wie es sich Rousseau seinerzeit vorgestellt hat. Schlüsselbegriff dabei ist der Gemeinwille, das Beste für jeden einzelnen, welcher unfehlbar ist.
Dass so eine Form der Demokratie in modernen Staaten nicht praktizierbar ist muss dabei aber beachtet werden, selbst Rousseau hat seinerzeit eingestanden, dass diese Form außerhalb kleiner Gemeinschaften nicht praktizierbar ist. Gerade mit dem entstehen der Flächenstaaten mussten daher andere Formen von demokratischer Herrschaft gefunden werden, daraus wurde dann auch das Konzept der repräsentativen Demokratie für den Flächenstaat mit Gewaltenteilung und Minderheitenschutz geboren, welches von den Federalists für die USA erstmals verfassungsreif ausformuliert wurde.
Und in dieser repräsentativen Demokratie sind die Repräsentanten eben nicht Weisungsgebunden, sondern einzig und allein "ihrem Gewissen unterstellt". Moderne Demokratien ermöglichen Partizipation, sie lassen uns auch zu einem bestimmten Grad Richtungsentscheidungen treffen, aber im Detail obliegt die Entscheidung über die Sachverhalte den Volksvertretern und der Regierung (- vereinfacht dargestellt ohne Föderalismusaspekte). Eine Demokratie garantiert aber noch lange keine vollständige Kontrolle über jegliche Entscheidung und den gesamten Staatsapparat.
Und dass die West-Alliierten seinerzeit die Demokratie im westlichen Teil Deutschlands gefordert und befördert haben ist wie man wissen sollte nicht aus reiner Uneigennützigkeit passiert. Vorrangig ging es dabei um eigene Sicherheitsinteressen, gerade im Blick auf die Vergangenheit des Deutschen Reichs und der akuten Bedrohung duch den Stalinismus nach dem Ende des 2. Weltkriegs.
Und aus ähnlichen Gründen wurde auch der Krieg in Afghanistan begonnen. Dass da viele Aspekte eine Rolle spielen darf man nicht unterschlagen, und sicher kann man seine Augen auch vor den Untaten der Taliban an der afghanischen Bevölkerung nicht verschließen, aber alleine aus diesem Grund hat sich die NATO nicht in diesen Einsatz begeben.
Vorrangig ist Afghanistan interessant durch die Grenze zu Pakistan, ein Staat der bekanntermaßen über Atomwaffen verfügt und in den letzten Jahren zunehmend instabiler geworden ist. Afghanistan als unkontrolliertes Rückzugsgebiet für islamische Extremisten ist für den Westen wohl das absolute Worst-Case-Szenario.