natürlich, ich unterstelle dem Publisher durchaus dreist, dass er sich etwas bei seinem Verhalten denkt. Und da ein Forum nicht repräsentativ für den Rest der Welt steht. Ist es die hier herrschende Meinung auch nicht.Vandyre hat geschrieben:Das wollte ich damit sicherlich nicht unterstellen. Aber der Denkansatz, den du bringst, gleicht ziemlich dem der Publisher. Ich verweise nunmal auf einen anderen Denkansatz hinzuweisen, der dem etwas entgegen steht.
Ja das ist sicherlich richtig, was man sehr gut am Thema Tablet PCs sieht, welche jetzt wie Pilze aus dem Boden schießen, selbst wenn sie nicht das Gelbe vom Ei sind. Warum glauben die Leute eigentlich hat sich Apple damit so arg viel Zeit gelassen?! (was sie haben) um ein Produkt auf den Markt zu bringen, welches Spitzenklasse und quasi konkurrenzlos ist.Da wäre ich mir ehrlich gesagt nicht so sicher. Mein BWL-Prof sagte damals mal in einer Vorlesung, dass viele Unternehmen auf die absurdesten Züge aufspringen, weil sie befürchten, einen wichtigen Trend verpassen zu können. Da wird nicht großartig analysiert, was das bewirken kann, sondern da wird gesagt: die machen das auch, da müssen wir auch hin.
Und sind wir mal ehrlich... Android, WebOS und Windows Mobile träumen jetzt noch feucht davon sich mit dem iPhone messen zu können.
(ja ich weiß, dass HTC viel stärkere Hardware verbaut, nichtsdestotrotz ist der softwaresupport von Android Handys absolut erbärmlich und das UI im direkten vergleich häßlich)
- hatte ein HTC Legend für ein paar Monate
Also dein BWL-Prof hatte damit sicherlich recht und viele müssen so schnell in den Markt stolpern, dass sie vllt sogar mit schlechter Hardware einen Imageschaden riskieren nur um noch etwas vom Kuchen abhaben zu können.
Ein anderer Dozent von mir hat allerdings zu mir gesagt, dass man grade vor Investoren (und die Leute dort sind nicht so naiv und ahnungslos wie hier viele unterstellen wollen) und hohen Tieren eine sehr hieb und stichfeste Argumentation hinlegen muss. Das ist sicher von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, aber Ubisoft hat vllt den Hang zur Realität verloren, als sie der Ehrgeiz und die Wut gepackt hat Raubkopierer zu besiegen. Damit könnten sie klar über das Ziel hinaus schießen. Und ich denke genau das wird auch intern sehr heiß diskutiert.
Aber auch Steve Ballmer war früher dafür bekannt auf den Tisch zu haun und zu sagen: "wir machen das jetzt so, weil ich das so gesagt hab"
Und dann war das Thema durch.... wer weiß schon wie die Machtstrukturen bei Ubisoft verteilt sind?!
Das ist lustig, muss ich doch hier an O2 denken, welche mir 10€ für mein Internetpaket abknöpfen und den Neukunden nur 8€1. Ich habe sehr früh in meiner kaufmännischen Ausbildung gelernt, dass es günstiger ist, Kunden zu halten als Neukunden zu gewinnen. Nun muss man nur auf den Handy-, Telefon-, Internetmarkt schauen. Die Unternehmen unterbieten sich permanent mit Angeboten, Stammkunden sind die Gelackmeierten, weil sie die besseren Konditionen nicht bekommen. Die sind nämlich nur für Neukunden. Das die sich damit die Stammkunden vergraulen ist doch wohl logisch. Vielleicht liege ich auch falsch, aber meine Logik sagt zu dem Verhalten: das kann wirtschaftlich nicht gesund sein.
Da fragt man sich doch als Bestandskunde inwiefern "Treue" hier überhaupt belohnt wird. Die wissen vllt auch noch nicht, dass ein vergraulter Kunde teurer ist als ein neuer. Aber das hat sich in vielen Marketingabteilungen wohl auch noch nicht rumgesprochen.
Opel ist an diesem Phänomen quasi zu Grunde gegangen!
Tja die Frage ist doch auch, warum sollte ein hoch qualifizierter Arbeiter in Asien weniger verlangen als er hier verlangen könnte? Wenn er genau weiß er könnte auch ins Ausland gehen und dort viel Geld verdienen.2. Der Trend, immer mehr in günstigen Ländern zu produzieren, sollte jedem bekannt sein. Ich habe schon in einem Unternehmen gearbeitet, die genau so gehandelt haben. Ein Großkunde drängte sogar darauf, die Produktion nach Asien auszulagern, weil dort günstiger produziert werden kann. Das Problem: die Arbeitskräfte sind nicht dementsprechend geschult, die Produktionsanlagen entsprechen oft nicht den Standards oder müssen gar neu gekauft und aufgebaut werden. Dies wird natürlich gemacht, aber daraus entstehen horrende Kosten. Facharbeiter, die in D gebraucht werden, werden zu Schulungszwecken in die ausländischen Produktionsanlagen geschickt. Weitere Kosten entstehen. Das beste kommt aber noch: Trotz der Schulungen und trotz der Produktionsalnagen wird massenweise Ausschuß produziert. Es gibt "tonnenweise" (etwas übertrieben) Reklamationen. Kunden beschweren sich etc.
Es hat sogar dazu geführt, dass einige Konzerne (uch glaube Siemens war einer) ihre Anlagen in Asien wieder geschlossen haben, weil sie sich nicht rentiert haben.
Ich glaube auch nicht oft daran, dass eine Standortverlagerung das einzig wahre ist. Man muss da einfach auch immer die ganzen Konsequenzen berücksichtigen. Und doch zeigt das BMW und Porsche Werk bei Leipzig, dass der Standort Deutschland vllt doch nicht so schlecht ist. (Natürlich nur, weil der Staat anständig gezahlt hat
Oh ja da hast du auch vollkommen Recht.3. Es werden billigere Materialien genommen in der Hoffnung, dass es der Kunde nicht merkt. Damit werden vielleicht Kosten gespart, aber dadurch sinkt häufig auch die Qualität. Der Imageverlust oder der wirtschaftliche Schaden kann dadurch aber enorm werden. Siehe z.B. Toyota. Auch ein ICE-Unglück (war es Eschede?) soll, soweit ich das richtig im Kopf habe, konnte darauf zurückgeführt werden, das qualitativ schlechtes Material eingesetzt wurde, in der Hoffnung, dass schon nichts passieren wird.
BWM hat im X1 einen unglaublichen Bock geschossen und in der Nähe des Fußraums einen, für den Preis, absolut unwürdigen Kunststoff verwendet. Das werden sie bald sicherlich ausmerzen, aber der Schrecken vieler BMW-Fans (inklusive mir) sitzt tief!
An sich eine gute Idee, nur wie so oft zu kurz gedacht.EDIT hat noch ein Beispiel parat: Ein Großhandelsbetrieb für u. a. LKW-Teile hatte Unternehmensberater im Haus, die Vorschläge zur Umsatzsteigerung unterbreiten sollten. Sie kamen zur folgenden Maßnahme: stellt gutaussehende Frauen als Auslieferfahrer ein, um den Kunden einen Kaufanreiz zu bieten. Nun möchte ich mal sehen, wie diese (wahrscheinlich zierlichen) Frauen mit >30Kg-Produkten zurecht kommen, die sie irgendwie zum Kunden bringen müssen.
Entscheidungen können sicherlich gut begründet sein und oft sind sie es auch. Die Kunden müssen ja von den Maßnahmen überzeugt werden.
Schlicht symptomatisch für unsere heutige Zeit.
Und dabei beschäftigen wir uns in einer Vorlesung mit riesigen Szenarioanalysen die einem suggerieren, dass in Unternehmen soetwas bedacht wird.
also gut b2tNun wieder zum Kopierschutz: ich habe in meinem letzten Post bereits ein wenig dazu erwähnt. Es entstehen zusätzliche Kosten, die durch die Verkäufe nicht zwangsläufig wieder aufgefangen werden können. Das mag hier und da klappen, aber da halte ich einfach mal dagegen, dass es auch ohne Kopierschutz blendende Verkäufe gegeben hätte. Gute Qualität verkauft sich nunmal blendend.
klar ist der KS ein Kostenfaktor, der nicht zwangsläufig aufgefangen wird.
Der Preis des KS wird sich mit Sicherheit auch an der prognostizierten Gewinnsteigerung orientieren. Immerhin wird darüber diskutiert werden (kommt drauf an, ob der inhouse gemacht wird, oder outgesourced ist)
ob die Kosten sich rentieren. Wo wir auch zum nächsten Punkt kommen
Das dient auch m.E. nur dazu die Kunden zu verstehen und die Produkte auf sie anzupassen. Im Grunde ein win/winEin weiterer Grund ist, das ist zumindest meine Meinung bei Onlineaktivierungen, das Daten übertragen werden, für die die Publisher viel Geld hätten investieren müssen (z. B. durch beauftragte Marktanalysen). Das ist natürlich Spekulation und ich meine nicht zwangsläufig persönliche Daten. Siehe z. B. Steam, die in regelmäßigen Abständen Statistiken über Hardware der Spieler veröffentlichen. Und Ubi wird auch nicht nur aus Gründen des Kopierschutzes permanentes Online-Sein verpflichtend gemacht haben.
der Publisher kann mit den Daten erkennen was der Kunde will, wie er ein Produkt nutzt, was ihm gefällt, was ihm nicht gefällt und seine nächsten Produkte anpassen. Bei Anonymer Datenerhebung ist das m.E. sogar wünschenswert. Ubi könnte natürlich auch vorher fragen, ob sie gesammelte Daten, einer Umfrage nicht unähnlich, zur Produktverbesserung nutzen dürfen. Dies tun sie ja durch Bestätigung der ABGs auch (ja, man darf ein "s" hinter AGB setzen, kein scheiss
Im Grunde sind diese Datenerhebungen versteckte und indirekte Umfragen...
aber genau das ist doch der Punkt:
wenn der Publisher so eine Menge an Daten bekommt, die wir gar nicht überblicken können. Was bemächtigt uns mit dem sehr beschränkten Hintergrundwissen über Ubisoft zu urteilen und ihr Verhalten in Frage zu stellen. Zumindest rein wirtschaftlich betrachtet.
Aus der Sicht des Kunden ist ein KS immer nur eine nervige Fußfessel der man sich am liebsten entledigen würde. Allerdings ist diese Fußfessel scheinbar nötig (auch ich kenne die Bedeutung des Wortes
So gilt auch weiterhin "lupus est homo homini"
und die Gier des Menschen treibt dazu sich vor ihm selbst schützen zu müssen.
Unser ganzes Rechtssystem basiert darauf, dass die Gesellschaft sich mit Regeln und Normen vor den Folgen einer Anarchie schützen muss.
Diese Logik auf Computerspiele angewandt sind die "Hindernisse", also namentlich Gesetze zum Urheberschutz sowie der KS als solches
die einzigen Gründe die uns davon abhalten wild zu kopieren.
Warum sonst ist der Mensch so geil auf jedes Schnäppchen und will am liebsten für alles nichts zahlen? Und beschwert sich, dass alles immer teurer wird? Wenn ihr 2 Produkte habt, beide legal, beide leicht zu beschaffen... wer bezahlt da schon...
da unterscheidet uns nur noch das Gewissen von den Tieren...
