Sevulon hat geschrieben:Annahme 1: Eine Person namens Fritz hat 50 € im Monat an Taschengeld zur Verfügung.
Annahme 2: Ein Spiel kostet genau 50 €, egal welches.
Fritz kann sich von den 50 € nun genau ein Spiel kaufen. Er ist an zwei Spielen interessiert. Problem: Er kann sich nicht beide kaufen.
Optionen:
1. Er setzt Prioritäten und kauft sich diesen Monat ein Spiel [und im nächsten Monat eventuell das andere.] Die legale Methode. Es entsteht kein Schade.
2. Er kauft sich ein Spiel und zieht das zweite Spiel illegal im Internet. Es entsteht diesen Monat theoretisch kein Schaden. Allerdings im nächsten Monat, wenn er seine 50 € nicht nutzt um sich das andere Spiel dann legal zu kaufen.
3. Er findet beide Online, kauft sich keines davon und gibt sein Geld lieber für etwas anderes aus, bzw. spart es sich. Es entsteht ein Schaden.
Interpretation: Im Zweifelsfall wird Fritz sich das Spiel kaufen, dass er Online illegal nicht kriegt und die anderen ziehen um sein Geld zu sparen.
Folgen: Zunahme des Kopierschutzes wie im Falle Ubisoft.
==> Wer hat behauptet, es entstünde kein Schaden, eh?
Zu deinem Beispiel: Wie sieht es aus, wenn nöchsten Monat wieder ein Spiel herauskommt welches ihn interessiert und auch 50Euro kostet. Und den Monat darauf und darauf und....uswuswusw... Es gibt dann sozusagen IMMEr ein spiel für das er kein Geld ausgeben kann. Ob er es nun einfach im Laden stehen lässt (moralisch richtig!) oder zieht (moralisch falsch) wäre für den Publisher/Entwickler hier im Grunde völlig egal. Geld bekommt er so oder so nicht von Fritz. Schaden wo?
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Annahme1: Es erscheint ein Spiel, zu dem es keine Demo gibt.
Annahme2: Fritz ist sich nicht sicher ob er die 50Euro in das Spiel investieren soll oder nicht.
Möglichkeit 1: Fritz geht zur Videothek, leiht sich das Spiel aus, es liegt ihm nicht, er investiert seine 50Euro woanders.
Möglichkeit 2: Er holt sich eine Schwarzkopie, spielt diese an und löscht sie, weil das spiel ihm nicht gefällt.
Interpretation: Solange Fritz die Möglichkeit hat das Spiel vor Kauf zu testen, stellt er hier fest dass er sich das Spiel NICHT kaufen würde.
Der Schaden durch die Schwarzkopie entsteht hier wo? Und welcher Schaden? Und wenn Schaden entsteht: Entsteht dieser nicht auch, wenn Fritz sich das Spiel legal aus der Videothek ausleiht?
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Anderes Szenario: Jemand zieht sich das Spiel nur weil er es kann. Nicht weil er es unbedingt haben will. Er spielt es nicht und würde es sich auch nie kaufen. Dennoch existiert da jetzt eine Schwarzkopie.
Der Schaden durch die Schwarzkopie entsteht hier wo? Und welcher Schaden? Wie hoch?
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Und um das alles zu verkomplizieren, mal ein völlig anderes Szenario:
Fritz bekommt auf dem Schulhof eine Schwarzkopie eines aktuellen Spieles zugesteckt. Es ist ein Spiel bei dem er sich im Vorfeld, dank Testberichten etc, entschieden hat es sich nicht zu kaufen,w eil es ihn nciht interessiert. Auf Grund von Empfehlungen des Freundes spielt er diese Schwarzkopie jedoch an und stellt fest: "Woah. Das Spiel ist ja mal doch so richtig geil" am nächsten Tag geht er los und gibt seine 50Euro doch für das Spiel aus.
Welchen Schaden hat die Schwarzkopie jetzt hier für die Industrie verursacht?
Auch wenn ich mich wiederhole, aber: "Jede Schwarzkopie verursacht Schaden" ist genau so falsch wie "Schwarzkopien verursachen keinen Schaden". Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Es wäre schön wenn hier bei der Schadensdiskussion mal alle Schwarzkopie-Varianten berücksichtigt werden. "Will nicht bezahlen", "kann nicht bezahlen" und "bezahlt letzten Endes doch"
Btw: Ich will hier das Schwarzkopieren nicht rechtfertigen. Wer es sich nicht leisten kann, sollte halt einfach verzichten. aber dieses strikte Schwarzweissdenken hier kotzt mich echt an.