Rockstar-Vorwurf: Inoffizielle Reaktion

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Darkwhite
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Beitrag von Darkwhite »

Imperator74 hat geschrieben: In Deutschland gibt es ein Arbeitszeitgesetz, das sollten sich manche mal durchlesen und drüber nachdenken.
Danke für den Paragraphen, den hatte ich mal gesucht. Allerdings gibt es auch Arbeitsverträge die regelmäßige und unbezahlte Überstunden vorsehen. Ich kenne leider genügend Firmen mit einer regelmäßigen Arbeitszeit von 10 bis 12 Stunden pro Tag ohne Überstundenvergütung.

Weißt Du genaueres, wie es mit Betriebsvereinbarungen bzw. indivudellen Arbeitsverträgen aussieht?
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M_Coaster
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Beitrag von M_Coaster »

Das ist dann eigentlich doch trotzdem verboten. Du kannst bei deinem Chef auch unterschreiben das du 24h Stunden arbeitest, wenn das gegen das Gesetz ist, dann ist der Vertrag doch nichtig... oder?!
Vandyre
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Beitrag von Vandyre »

M_Coaster hat geschrieben:Das ist dann eigentlich doch trotzdem verboten. Du kannst bei deinem Chef auch unterschreiben das du 24h Stunden arbeitest, wenn das gegen das Gesetz ist, dann ist der Vertrag doch nichtig... oder?!
Natürlich ist es verboten: Aber wo keine Kläger da kein Richter!

Den Leuten wird doch soviel Angst um den Arbeitsplatz gemacht, dass die sich nicht trauen. Von einem Bekannten habe ich eine Story gehört, da konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln: Da hat sich einer um ne Stelle beworben und wollte die gesamte Probezeit kostenlos arbeiten. Das alles nur, weil er den Job wollte. Und das war ein gut ausgebildeter Mann mitte 40.
Und wir brauchen gar nicht mehr über den großen Teich zu schauen. Es ist doch kein Zufall, dass die Sozialleistungen immer mehr gekürzt werden. Das hat schon System, nämlich den "American Dream" nach Deutschland zu bringen. Nur leider werden Träume nur selten wahr...
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lAmbdA
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Beitrag von lAmbdA »

Das geht aber auch nur, weil es diese Art von Arbeit ist. Wenn sie das mal aufm Bau versuchen würden...

"Los jungs, das Gebäude muss fetig werden! Ihr arbeitet jetzt das nächste 3/4 Jahr 16h pro tag 7 Tage die Woche!"

Die würden nach der Zeit alle tot umfallen.

Aber Arbeit am Bildschrim ist ja jetzt nicht anstrengend. Die sitzen da ja nur und bewegen sich kaum...

Nur das sie sich unter solchen Umständen, wenn sie von anhaltender Dauer sind, die Hälfte der Beegschaft nach ein paar Jahren wieder als Patinten in iner Gruppentherapie treffen und von ihren Depressionen, Psychosen, Neurosen, Angszuständen, Burnouts erzählen wird da halt mal ignoriert.

Da gabs doch früher auch ein anderen Begriff für...moment, wie war das...nicht Crunchmodus... wie hieß denn das...Achja! Ich habs: Sklaventreibung.
Vandyre
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Beitrag von Vandyre »

lAmbdA hat geschrieben: Aber Arbeit am Bildschrim ist ja jetzt nicht anstrengend. Die sitzen da ja nur und bewegen sich kaum...

Nur das sie sich unter solchen Umständen, wenn sie von anhaltender Dauer sind, die Hälfte der Beegschaft nach ein paar Jahren wieder als Patinten in iner Gruppentherapie treffen und von ihren Depressionen, Psychosen, Neurosen, Angszuständen, Burnouts erzählen wird da halt mal ignoriert.
.
Bildschirmarbeit ist vielleicht nicht körperlich anstrengend, aber dafür fördert es Haltungsschäden ohne Ende. Nicht umsonst haben heutzutage viele Rückenleiden. Außerdem führt das nichts an Bewegung zur Degeneration des Körpers. Da ist es doch kein Wunder, dass die Leute nur noch faul vorm Rechner und vor der Glotze hängen. :wink:
Und es gibt sicher noch mehr Krankheiten und Probleme, die durch die einseitige Bewegungslosigkeit gefördert werden.
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JesusOfCool
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Beitrag von JesusOfCool »

Vandyre hat geschrieben:
lAmbdA hat geschrieben: Aber Arbeit am Bildschrim ist ja jetzt nicht anstrengend. Die sitzen da ja nur und bewegen sich kaum...

Nur das sie sich unter solchen Umständen, wenn sie von anhaltender Dauer sind, die Hälfte der Beegschaft nach ein paar Jahren wieder als Patinten in iner Gruppentherapie treffen und von ihren Depressionen, Psychosen, Neurosen, Angszuständen, Burnouts erzählen wird da halt mal ignoriert.
.
Bildschirmarbeit ist vielleicht nicht körperlich anstrengend, aber dafür fördert es Haltungsschäden ohne Ende. Nicht umsonst haben heutzutage viele Rückenleiden. Außerdem führt das nichts an Bewegung zur Degeneration des Körpers. Da ist es doch kein Wunder, dass die Leute nur noch faul vorm Rechner und vor der Glotze hängen. :wink:
Und es gibt sicher noch mehr Krankheiten und Probleme, die durch die einseitige Bewegungslosigkeit gefördert werden.
was du vergessen hast ist die geistige Anstrengung. Die kann schlimmer sein als man denkt. Denkleistung vebraucht genauso Energie in Form von Kohlenhydraten und hat Einfluss auf die Hormonmengen im Blut. Das ist ja auch der Grund fürs Burnout Syndrom. Wenn ein Bauarbeiter zu viel arbeitet wird der sicher keinen Burnout bekommen. Und ein Burnout ist was ziemlich schlimmes. Viele wissen das ja nicht. Ne Panikattacke wenn auch nur ein Telefon läutet stell ich mir alleine schon sehr schlimm vor, aber das ist ja nur ein kleiner Teil davon.
Darkwhite
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Beitrag von Darkwhite »

M_Coaster hat geschrieben:Das ist dann eigentlich doch trotzdem verboten. Du kannst bei deinem Chef auch unterschreiben das du 24h Stunden arbeitest, wenn das gegen das Gesetz ist, dann ist der Vertrag doch nichtig... oder?!
Das ist eben die Frage. Denn im besagten Paragraphen ist von einer Grundarbeitszeit die Rede und Imperator74 schreibt "im Einzelfall sind vertragliche Änderungen möglich."
Vandyre
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Beitrag von Vandyre »

JesusOfCool hat geschrieben: was du vergessen hast ist die geistige Anstrengung. Die kann schlimmer sein als man denkt. Denkleistung vebraucht genauso Energie in Form von Kohlenhydraten und hat Einfluss auf die Hormonmengen im Blut. Das ist ja auch der Grund fürs Burnout Syndrom. Wenn ein Bauarbeiter zu viel arbeitet wird der sicher keinen Burnout bekommen. Und ein Burnout ist was ziemlich schlimmes. Viele wissen das ja nicht. Ne Panikattacke wenn auch nur ein Telefon läutet stell ich mir alleine schon sehr schlimm vor, aber das ist ja nur ein kleiner Teil davon.
Psychische Probleme, die aus geistiger Überanstrengung entstehen, hat "lAmbdA" ja schon angesprochen. Deswegen bin ich nicht darauf eingegangen, sondern wollte auch körperliche Probleme hinzupacken.
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JesusOfCool
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Beitrag von JesusOfCool »

Darkwhite hat geschrieben:
M_Coaster hat geschrieben:Das ist dann eigentlich doch trotzdem verboten. Du kannst bei deinem Chef auch unterschreiben das du 24h Stunden arbeitest, wenn das gegen das Gesetz ist, dann ist der Vertrag doch nichtig... oder?!
Das ist eben die Frage. Denn im besagten Paragraphen ist von einer Grundarbeitszeit die Rede und Imperator74 schreibt "im Einzelfall sind vertragliche Änderungen möglich."
Also ich weiß nicht wie es in Deutschland ist, aber in Österreich gilt bei Arbeitsverträgen immer das Günstigkeitsprinzip. D.h., dass alle Gesetze und Verträge (wie Kollektivverträge und dergleichen) mit einbezogen werden, und für den Arbeitnehmer immer das für ihn günstigere gilt. Ich weiß nicht ob man das auch auf die Arbeitszeit beziehen kann, aber ich weiß auch nicht, ob es in Österreich so eine Stundenbegrenzung gibt, denke aber schon. Wie bei dem ganzen eine Überstundenpauschale behandelt wird, beschreibt das Ganze auch nicht. Wer sich aber weiter drüber informieren will sollte die richtige Stelle dafür aufsuchen. Bei uns in Österreich gibts dafür die Arbeiterkammer. Gibts so eine Arbeitnehmerinformations- und -schutzeinrichtung auch in Deutschland?

edit: schon klar, war auch nicht negativ aufzufassen. Die körperlichen Probleme bei nem PC Job sind ja auch wirklich nicht zu unterschätzen.
Darkwhite
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Beitrag von Darkwhite »

Als erste Anlaufstelle werden einem in Deutschlandimmer der Betriebsrat genannt. Mit dem Vor-/Nachteil, dass man dann in der Firma selbst seinen Ansprechpartner hat.

Das Günstigkeitsprinzip gilt ebenfalls in Deutschland, aber wenn man mit seinem Arbeitgeber einen individuellen Arbeitsvertrag aushandelt, wird man wahrscheinlich nicht später sagen können, dass man eigentlich die günstigere Fassung (des besagten Gesetzes) nehmen will. Aber wie Du schon sagst, ob und inwieweit das Prinzip überhaupt für die Arbeitszeit gilt...? Wer weiß?

Ich frage mich nur, wie so manche Arbeitnehmer bzw. Branchen die für regelmäßige, lange Arbeitszeiten bekannt sind das rechtlich handhaben.
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JesusOfCool
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Beitrag von JesusOfCool »

Darkwhite hat geschrieben:Als erste Anlaufstelle werden einem in Deutschlandimmer der Betriebsrat genannt. Mit dem Vor-/Nachteil, dass man dann in der Firma selbst seinen Ansprechpartner hat.
Den Betriebsrat? Ist das ein Witz oder was? In der Firma in der ich arbeite gibts sowas nicht einmal. Sowas kann man doch sowieso erst ab einer gewissen Größe machen soweit ich weiß. Da muss es doch noch was anderes geben.
DerFlo89
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Beitrag von DerFlo89 »

@ M_Coaster: Danke für die Geschichte. Die ist sicherlich etwas, was man gerne mal weitererzählen kann.
Darkwhite
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Beitrag von Darkwhite »

JesusOfCool hat geschrieben:Den Betriebsrat? Ist das ein Witz oder was? In der Firma in der ich arbeite gibts sowas nicht einmal. Sowas kann man doch sowieso erst ab einer gewissen Größe machen soweit ich weiß. Da muss es doch noch was anderes geben.
Du hast Recht, den Betriebsrat gibt es erst ab 5 Arbeitnehmern in einem Betrieb. Auf Anhieb fällt mir jedoch keine (andere) Anlaufstelle ein.
Da ich eine solche Stelle bislang noch nicht gebraucht habe, bin ich aber auch kein Fachmann. Vielleicht gibt es da noch etwas?
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M_Coaster
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Beitrag von M_Coaster »

Da wäre denn noch die Gewerkschaft ;)


@derFlo89

Bitte :) Ich liebe die Geschichte :D
Vandyre
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Beitrag von Vandyre »

Darkwhite hat geschrieben: Ich frage mich nur, wie so manche Arbeitnehmer bzw. Branchen die für regelmäßige, lange Arbeitszeiten bekannt sind das rechtlich handhaben.
Ich habe schonmal weiter oben geschrieben: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Es gibt doch zwei nette Gründe, warum es so wenige Klagen gegen das Vorgehen mancher Arbeitgeber gibt:
1. das Nicht-Wissen. Wer kennt sich denn gesetzlich aus bzw. beschäftigt sich damit. Wer kennt seine Rechte in Bezug auf Arbeitszeit, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaubstage? Darauf bezugnehmend: wer liest sich die Klauseln im Arbeitsvertrag haargenau durch und wer kann dann noch das Arbeitsrecht dazu anwenden? Ich glaube, die Zahl schrumpft ganz schön zusammen.
2. die Angst. Es gibt genug Arbeitslose, egal ob gut oder kaum ausgebildet, die sofort (d)einen Posten einnehmen können. 200-300 Bewerbungen und mehr sind keine Seltenheit. Und das auf eine Stelle wohlgemerkt! Die umgreifenden Existenzängste erhöhen ganz einfach den Druck, weil alles auf den Arbeitsplatz zugeschnitten ist.

@M_Coaster Von meiner Seite auch vielen Dank für die nette Anekdote. Sie ist nicht nur richtig, sondern auch sehr amüsant. Besonders mit dem Bier! 8)