Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:
demzufolge zählt also auch dazu, daß die gewalt einen gewissen realismus darstellen muss, um zu gefallen. man kann es natürlich auch künstlerischer darstellen, allerdings mündet das oft eher in einer übertreibung, statt einer alternativen darstellung. würden jetzt schmetterlinge statt blut aus dem körper treten, wäre das schon wieder verachtenswert (gut, beschissenes beispiel, aber mir fällt um die zeit nichts besseres mehr ein ^^), dahingegen würden riesige blutfontänen bei vielen spielern wieder das interesse wecken.
ich kenne counterstrike server die haben mods drauf, wo wirklich bei jedem treffer erstmal 10 liter blut aus den körpern spritzen. ich habe allerdings noch nie einen mod erlebt, der es auf eine alternative weise darstellt oder das blut weglässt.
Da fällt mir die Präsentation von dem Remedy-Typen bei der diesjährigen GDC ein. Er sagte, dass es schon ordentlich *bling bling* machen muss und das zuviel Realismus auch doof ist.
Mit den riesigen Blutfontänen hätte ich dir bis vor kurzem zugestimmt. Seit der Diskussion über die Blutdarstellung in Dragon Age denke ich ein bisschen anders darüber. Eventuell ist zu übertrieben auch nicht gut. Vielleicht liegt es auch daran, dass es kein Shooter, sondern ein RPG ist. Aber da gibt es, wie fast üerall, solche und solche.
Ich denke auch, dass alternative Darstellungen wie Schmetterlinge statt Blut oder dass sich der Erschossene in einem Meer aus Blumen ergießt nicht für den Großteil der Spieler geeignet ist. Aber es wäre sicher mal interessant, so ein Spiel zu sehen.
ok selbst auf einem public server ist ein gewisser sportlicher aspekt vorhanden, aber das man dort vorran kommt stimmt ja auch wieder nicht. man kann doch sicher sagen, daß 50% auf einem online server als verlierer des spiels zu verstehen sind. da sehe ich nicht, wo die vorrankommen, außer das sie halt dazulernen. aber du kannst mir nicht erzählen, daß jeder spieler diesen aspekt so verinnerlicht hat, daß er sich mit diesem immer bewusst motivieren kann. trotzdem verlassen diese spieler nicht den server und spielen weiter.
sie könnten ja auch was anderes spielen. es steht halt an erster stelle immer noch, daß das spiel an sich ihnen spaß bereitet. da sind die anderen motivationsgründe erstmal egal.
Spaß am Spiel ist in meinen Augen die Grundvoraussetzung für das Spielen. Wer keinen Spaß beim spielen hat, wird in der Regel damit aufhören. Da können andere Reize noch so groß sein. Ich bin selber kein Onlinezocker, deswegen kann ich nichtmal von mir ausgehen. Zählt man auch wie oft man erwischt wurde oder wird nur die eigene Quote gezählt? Wenn dem so wäre, würde mal sich ja erstmal weniger als Verlierer sehen.
Ich würde sogar behaupten, dass der Wettbewerb eine unbewusste Motivation darstellt und das eine bewusste Motivation vielleicht gar nicht nötig ist. Ist natürlich eine wage Vermutung und wie stark das ausgeprägt ist, ist sicherlich verschieden.
sehe ich ein. das simulieren von töten ist ja an sich auch garnicht so einfach.
überhaupt dürfte es im echten leben jemanden viel schwerer jemanden wirklich bewusst umzubringen. prügeleien gibt es immer schnell, aber gezielt töten tut ja fast niemand. ich glaube die meisten von uns würden auch kotzen bei dem akt, selbst wenn es relativ harmlos aussähe, ohne dabei blut zu vergiessen.
aber jemanden richtig sterben zu sehen dürfte fast jedem an die nieren gehen und so etwas will man dann auch im spiel nicht wirklich immer haben. dann würde es nämlich schon schwieriger werden zwischen blutigem pixelmännchen und echtem menschen zu unterscheiden.
Das "So tun als ob", was du auch schonmal angesprochen hast (glaube ich), ist natürlich auch ein entscheidener Faktor. Egal wie detailgetreu die Darstellung ist, ich würde sagen, der Spieler weiß immer dass das Geschehen im Spiel nicht real ist und keine relane Konsequenzen gibt.
das muss man aber auch wieder etwas differenzierter sehen. eine wirtschaftliche übernahme passiert ja meist aus sicht der bosse, die ungefähr so eine distanz zu den geschehen haben, wie ein staatschef der einen krieg führt.
das ist in beiden fällen immer noch ein gewaltiger unterschied, zu dem normalen soldaten, aber als ersatz beschäftigung zu gewaltakten kann man es schon sehen. ich denke mal sich so mächtig zu fühlen, erfüllt einen menschen schon ziemlich. da ist man dann auch einfach zu sehr mit beschäftigt, um an richtige gewalt zu denken.
Mein Wirtschaftsbeispiel war sicherlich überspitzt und zu kurz gedacht. Natürlich muss man das ganze differenzierter sehen. Aber wenn du die Wirtschaftsbosse als Generäle betrachtest ist eine gewisse Ählichkeit vorhanden. Besonders krass finde ich die Heuschrecken in der Wirtschaft, die ein Unternehmen übernehmen, ausbluten und dann die Reste wegschmeißen.
Ich kenne mich mit der Geschichte nicht so aus, aber waren die Könige, die Krieg geführt haben, immer mit auf dem Schlachtfeld oder haben die die Drecksarbeit von ihren Lakaien machen lassen? Aber aus Sicht des Soldaten bzw. des Arbeiters stellt sich das Ganze sicherlich anders dar. Außer in dem Punkt, dass sie alle Schachfiguren sind, die mehr oder weniger nach Willend er Bosse bewegt werden.
zu glauben, daß der mensch friedlich wäre ist nicht nur kurzsichtig, sondern sogar gefährlich. gewalttätigen menschen aufzuzwingen friedlich zu sein und sie ihren trieb nicht ausleben zu lassen ist noch nie gut gegangen. ich frag mich, wann die allgemeinheit, daß endlich kapieren wird?
das heisst natürlich nicht, daß man jetzt jeden gewähren lassen soll, aber der sinn einer gesellschaft sollte es doch sein, solche personen nicht auszugrenzen, sondern ihnen zu helfen und ihnen entgegen zu kommen, ihnen alternativen anzubieten, statt sie zu ächten.
Sehe ich ähnlich. Aggressionen oder andere Emotionen zu unterdrücken und zu verdrängen kann nicht gut sein. Es gibt natürlich Möglichkeiten seine "Gewalttriebe" auszuleben, aber nicht jeder nimmt diese Möglichkeiten wahr. Und manche From wird nicht oder nur selten anerkannt.
Es wäre zu schön um wahr zu sein, wenn dein unterer Abschnitt Realität werden würde. Aber ich glaube der Großteil der Menschen ist zu beschränkt, um andere Menschengruppen als das Anzusehen, was sie sind. Es ist alles immer irgendwie mit einer Wertung versehen: Was? Der kann seine Emotionen nicht kontrollieren? Der ist ja dann schon ein wenig krank. Andere Religionen sind einem ja auch oft suspekt. Da kennt man sich einfach zu wenig aus. Es ist zu fremd. Und dem Fremden steht man immer ein wenig feindselig gegenüber.
gewalt tritt ja auch nicht zufällig auf. in unserer gesellschaft sind gewalttätige eher solche, die keine ablenkung dazu finden. die arm sind und perspektivlos, die sich dann langweilen und nichts besseres zu tuen haben. das muss doch eigentlich dafür sprechen, daß jeder mensch unter bestimmten umständen zu der gewalt neigen könnte. aber die meisten verstehen diese zusammenhänge nicht. die sagen dann einfach, diese menschen seien dumm, obwohl sie es ja dann eigentlich selber auch sind.
dilemma

Da stimme ich dir in Teilen zu. Die Verzweifelung in unteren Schichten ist sicherlich größer was auch zu einer höheren Gewaltbereitschaft führen kann. Aber die lassen in den Schlägereien Luft raus. Eigentlich müsste man sich die zum Vorbild nehmen.

Die heftigen Gewaltsxplosionen (Amokläufe z. B. (und damit meine ich nicht die Winnendens, Columbines etc., sondern auch die, wo der Vater seine Familie umbringt)) scheinen aber mehr in der Mittelschicht aufzutreten. Aber das ist auch eher eine wage Vermutung. Kann auch ein falscher Eindruck sein