Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

RosaElfe
Beiträge: 108
Registriert: 04.06.2006 19:47
Persönliche Nachricht:

Beitrag von RosaElfe »

muecke-the-lietz hat geschrieben:RosaElfe:

Laut.de sind manchmal eklig polemisch und überschriftengeil. dadurch gibt es oft fehler wie die verwechslung von verbot und indizierung, einfach damit es mehr leute lesen.

ansonsten halte ich eine indizierung von musik, gerade von solch bekannten band, für ausgemachten schwachsinn, da es dann alleine schon deshalb für jüngere konsumenten interessant wird.

wie gesagt. keiner ist sicher von ZENSURSULA:

http://www.csommer.de/wp-content/upload ... 00x146.png
Ich kenne Zensursula und bin da genauso gegen wie du ;-)
Den absurden Quatsch mit den Stoppschildern, darüber brauchen wir nicht diskutieren.

Klar ist, dass Rammstein auf Provokation baut und die Indizierung gute Werbung darstellt. Ohne Indizierung würde die entsprechende Musik aber auch nicht plötzlich uncool sein. Es stellt sich die Frage, ob man denn kapitulieren soll, nur weil es möglich ist, die CD über illegale Kanäle zu besorgen.

Insgesamt gehts mir allerdings auch nicht (wie ich bereits mehrfach sagte) um Verbot und Zensur. Außerdem geht es mir relativ wenig um Musik, sondern eher um die von mir in meinen anderen posts angesprochenen Probleme.
Malachi80
Beiträge: 66
Registriert: 15.12.2008 15:26
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Malachi80 »

Wie geldgeil oder nach Aufmerksamkeit heischend muss man eigentlich sein um so was zu veröffentlichen?

Nicht falsch verstehen: Ich finde, Tabus sind durchaus da, um gebrochen zu werden, sofern sie eine künstlerische Handschrift tragen und eine Reflektion beim Zuschauer bzw. Spieler auslösen können. Wenn ich mir das Video aber anschaue, reflektiere ich aber nur über die Dummheit der Entwickler, wenn sie so plump inszenieren.

Handlungstechnisch ist das eine Katastrophe: In der deutschen Version erschleicht man sich das Vertrauen, dass man nicht schießen darf (ist klar ne...), in der englischen legt der "Doppelagent" an und mäht duzende Zivilisten nieder. Nach so einer Aktion könnte er gleich dort bleiben, weil ich der Heimat für den Massenmörder der elektrische Stuhl warten würde. Ich glaube kaum, dass "ich habe nur Befehle befolgt" gelten würde. Totaler Schwachsinn. :evil:

Der Abstand zu einem Spiel, das tatsächlich eine bedrückende Stimmung beim Spieler hinterlassen würde (so etwas gibt es meiner Meinung nach bis dato noch nicht) ist in etwa so groß wie von "Full Metal Jacket" von Kubrik zu "Tunnel Rats" von Uwe Boll.
Ich könnte wir vorstellen, dass ein Kojima so etwas hinbekommen würde, im vorliegenden Fall ist das aber im Endeffekt nur mal wieder Benzin im Feuer von Pfeiffers und Co.

Schade. Next try please, aber bitte erst noch Gras über diesen Mist wachsen lassen.
Benutzeravatar
Bedameister
Beiträge: 19413
Registriert: 22.02.2009 20:25
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Bedameister »

Also ich hab jene Mission gerade gespielt :?
Am Anfang hab ich zwar schon eine Salve in die Menge abgegeben habs dann aber doch schnell bleiben lassen. Es ist wirklich makaber mit anzusehen wie diese Typen schön langsam durch die Menge gehen und wahrlos auf alles ballern was sich noch bewegt. Man sieht die toten Leute haufenweiße rumliegen manche kriechen noch am Boden oder versuchen andere zu retten das ist wirklich hart. Aber man sollte die Mission jetzt nicht verteufeln, klar die Inszinierung ist nicht gerade überwältigend.
Aber für mich war es eine kleine Bestätigung dass ich nicht dieser "Killerspieler" aus den Medien bin, völlig abgestumpft, auf alles ballernd was sich bewegt. Nein das töten von Zivilisten kam mir abscheulich vor und darum blieb der Finger auch vom Abzug und ich hatte wirklich ein leicht ungutes Gefühl im Magen wegen dem was ich da sah :?
Man sollte die Mission also schon spielen und für wen es zu viel is der solls halt lassen (schon vor beginn des Spiels wird man ja gefragt ob man die Mission überspringen will)
Ich finde aber schon dass man sie spielen sollte, auch aus Storytechnischen Gründen (sieht man am Ende der Mission ;) )
Benutzeravatar
Sevulon
Beiträge: 3839
Registriert: 01.09.2008 18:58
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Sevulon »

muecke-the-lietz hat geschrieben:haben wir nicht alle viel zu "früh" viel zu "brutale" spiele gespielt und hoppla ich lebe noch und der großteil meiner kommolitionen tut es auch noch.

ich bin ein 86er jahrgang, habe alle dooms gezockt, quacke war damals mein lieblingspiel und ut hat damals den rechner zum kochen gebracht. auf meinem n64 liefen goldeneye und perfect dark genauso wie auf der ps one tenchu, etc.
Und bei Goldeneye war eben auch Schluss, wenn zuviele Zivilisten starben.

Ich finde das GameOver an der Stelle hier gut und konsequent. Es sollte eigentlich in ALLEN Versionen so sein. Sogesehen ist die dt. Version sogar "besser" als die anderen, weil ein verdeckter Ermittler ja wohl kaum loszieht und wie ein Wahnsinniger lauter Zivilisten tötet. Natürlich muss er in seiner Rolle bleiben, sofern notwendig, aber nicht wie ein Irrer zum Massenmörder werden.
Benutzeravatar
Bedameister
Beiträge: 19413
Registriert: 22.02.2009 20:25
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Bedameister »

Sevulon hat geschrieben:Natürlich muss er in seiner Rolle bleiben, sofern notwendig, aber nicht wie ein Irrer zum Massenmörder werden.
;)
Benutzeravatar
Sevulon
Beiträge: 3839
Registriert: 01.09.2008 18:58
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Sevulon »

Ja bitte? In die Rolle eines Massenmörders schlüpft kein Undercover-Agent. Seine Aufgabe ist nachwievor Unschuldige zu schützen, nicht sie reihenweise niederzumähen.

Die Mission wäre, wenn er tatsächlich wild töten dürfte, irrsinnig und völlig fremd jeglicher Realität. Er bräuchte auch gar nicht mehr wiederkommen, weil man ihn ebenfalls sofort erschießen würde.

Deshalb ist das GameOver viel realistischer und damit "besser".
Zuletzt geändert von Sevulon am 06.11.2009 14:23, insgesamt 2-mal geändert.
Termix
Beiträge: 1046
Registriert: 08.06.2008 14:19
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Termix »

muecke-the-lietz hat geschrieben:hier ist übrigens noch mal der link zum rammstein-indizierung:

http://www.laut.de/vorlaut/news/2009/11 ... /index.htm

Nunja, die laut-kommentare sind echt lächerlich, das beanstandete Lied "Ich Tu Dir Weh" ist das Abstoßenste was ich seit langer Zeit gehört hab. Bei sonem Lied bereut man es echt sich das Album gekauft zu haben :>
Benutzeravatar
johndoe869725
Beiträge: 25900
Registriert: 29.04.2007 03:08
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Beitrag von johndoe869725 »

Eigentlich spielt für mich bei dieser ganzen Geschichte die Moral nur eine untergeordnete Rolle. Was mich stört, ist diese extrem billige Art, mit der in CoD6 mit Gewalt umgegangen wird. Gewalt kann nämlich durchaus ein sinnvolles erzählerisches Mittel sein, dass für Tiefe und Betroffenheit sorgen kann. Hier wird sie aber nur als reiner Schauwert benutzt. Ich halte das zwar nicht für verwerflich, aber eben für extrem billig, vor allem, weil sich diese offensichtliche Effekthascherei in den Wertungen der professionellen Spieletester dieses Planeten so gut wie gar nicht negativ niederschlagen wird. Einem Film würde man hingen eine so billige Inszenierung, die allen dem Zweck dient, die Vorlieben einer scheinbar recht einfach gestrickten Kundschaft zu befriedigen, nicht so einfach durchgehen lassen.
Benutzeravatar
TheInfamousBoss
Beiträge: 6638
Registriert: 18.03.2006 18:35
Persönliche Nachricht:

Beitrag von TheInfamousBoss »

@4P|TGfkaTRichter

Als Schauwert genutze Gewalt kann richtig Spaß machen - z. B. in brutalen 80er-Actionfilmen oder auch Ego-Shootern wie "Soldier of Fortune".
CoD 6 übertreibt nur etwas. Man hätte ja auch in einem kleinen Geschäft ein paar Zivilisten abknallen können, aber nicht Leichenberge am Flughafen zusammenballern - und das noch minutenlang. Das ist sowas von primitiv und nur auf das Schockieren aus, dass es schon beim Zuschauen langweilig ist. Hätte man z. B. drei Zivilisten erschießen müssen, dann wäre der Moment viel länger im Gedächtnis geblieben. Die Dosierung machts.
Bei nicht so ernsten Spielen wie GTA ist das natürlich ganz anders - da ist es freiwillig, nicht so bierernst inszeniert und spaßig auf eine böse, selbstverständliche Art.
Zuletzt geändert von TheInfamousBoss am 06.11.2009 15:16, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Jörg Luibl
Beiträge: 9619
Registriert: 08.08.2002 15:17
Persönliche Nachricht:

Re: Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Beitrag von Jörg Luibl »

ColdFever hat geschrieben:Die realistische Gewaltdarstellung kann am Ende sogar einen Erkenntnisgewinn bringen, nämlich diese militärische Gewalt abzulehnen.
Ja! Genau darum könnte es gehen. Und deshalb würde ich mich über ein Anti-Kriegsspiel freuen. Aber das Gezeigte muss dann so drastisch sein, und damit meine ich jetzt keine Moorhuhnzivilistenballerszene wie in Modern Warfare 2, sondern die emotionale Einbindung des Protagonisten, meinetwegen auch den Appell an sein Gewissen - hat er die Wahl, dann muss es auch im Spiel Konsequenzen geben. Man muss der Fratze des Krieges den Spiegel vorhalten; und natürlich auch dem Geili-geili-Gore-Spieler!

Deshalb schlage ich noch einmal vor, das im Grundgesetz verankerte Prinzip der Menschenwürde auch bei Videospielen anzuwenden.

Ich weiß ja, wie du es meinst und welche Form des Spiels du nicht akzeptieren kannst - ich denke, da sind wir uns bis auf die Grenzen, die jeder für sich zieht, einig. Aber wenn man das Grundgesetz, das sich auf Menschen in der Realität bezieht, jetzt über Polygone in der Fiktion stülpt, dann ginge das zu weit, dann zieht der Staat nicht nur eine idiotische Kausalität, er schränkt auch die Meinungs- und Kunstfreiheit ein.
Benutzeravatar
youyousensen
Beiträge: 221
Registriert: 01.11.2009 17:35
Persönliche Nachricht:

Re: Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Beitrag von youyousensen »

ColdFever hat geschrieben:
ColdFever hat geschrieben:Um derartige Entgleisungen zu verhindern, definiert unser Grundgesetz den Begriff der "Würde des Menschen". Dieser unglaublich weitsichtige Maßstab ließe sich m.E. auch auf die Freiheit virtueller Gewalt in Videospielen anwenden. Wenn dort also, wie in diesem Beispiel, Zivilisten abgeschlachtet werden müssen, um einen Level zu bestehen, sehe ich persönlich die Würde des Menschen verletzt. Deswegen möchte ich persönlich so ein Spiel nicht im Verkauf sehen.
youyousensen hat geschrieben:...erschreckend widerwärtige (deutsche) Doppelmoral... heuchlerische Kommentare... Ekelhaft..Weltverbesserer.
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:wie kann man nur so sehr von seiner eigenen gattung eingenommen sein? das ist arrogant. hoffentlich kommen irgendwann mal überlegene aliens auf die erde, töten uns und sperren die überlebenden in käfige um an uns ihre nagellackentferner und lippenstifte zu testen. dann wird den ganzen schwätzern mit ihrer MENSCHENwürde mal ein licht aufgehen, wie unmoralisch sie mit ihrer eingenommenheit vom menschsein eigentlich gehandelt haben. So eine argumentation finde ich abstoßend.
Hmm, ich habe jetzt drei Seiten lang versucht, sachlich im Sinne der Menschenwürde zu argumentieren, und was von den Vertretern uneingeschränkter virtueller Gewalt primär zurückkommt, sind Beleidigungen, also in Worte gefasste Gewalt. Als Krönung sogar ein Aufruf zum Genozid der Humanisten durch überlegene Aliens.
Da wird schon klar, warum man als Computerspieler immer so mitleidig angeguckt wird. :? (...)


Autsch. Und Glückwunsch. Nicht mal mein völlig weggetretener Deutschlehrer, den ich Anno 98 in der Sek. II mal kurzfristig als LK-Vertretung erdulden mußte, hättw so wirre Interpretationen von Textstellen noch gelten lassen können.

Du solltest von scheinbar festgemachten "Beleidigungen" mal abgesehen Nachforschungen anstellen, ob und wo hier auch nur ein einziger Post die Forderung nach uneingeschränkter virtueller Gewalt erhebt. Bitte dann aber mit Beleg. Wäre mir glatt einen Keks wert.
freda
Beiträge: 239
Registriert: 11.02.2009 12:32
Persönliche Nachricht:

Beitrag von freda »

Ich fand den level in mw1 (Specter Gunship) schlimmer, weil die Kills mit zynischen oder sarkastischen Kommentaren hinterlegt waren. Hab ich sie deswegen ausgelassen? Nein. Die macht sogar Laune, ein richtiger Godmode sozusagen.

Bei der MW2 Szene habe ich auch keine Probleme. Es ist ein Spiel. Hart? Ja. Moralisch verwerflich? Nein.

Was meinst du, wie geil ein arabisches Kind das findet, 5 Stunden lang seine eigenen Landsleute abzuknallen in MW1? Wir, das Abendland sind die guten, alle anderen sind die Bösen. Wie toll fändest du einen Shooter, nennen wir ihn mal Taliban Revenge, wo man Afghanistan von deutschen Soldaten befreien müsste, so realistisch wie MW1 oder 2, was das Waffenarsenal angeht? Tolle Sache oder? Die BWler würden das mit Sicherheit auch ganz groß finden.

Wenn die Taliban solche Games machen würden, würde der Westen aufschreien, von wegen Gehirnwäsche bei Kindern!!!!!11 Unsere Kinder spielen das jeden Tag. Das Feindbild ist klar und immer gleich, konditionierung von Anfang an.

Nur, weil man es gewohnt ist als stolzer aufrechter amerikanischer Marine Leute abzumetzeln heißt das nicht, dass es besser ist, als auf Zivilisten zu ballern.

Und ja, dann finde ich jeden, der sich hinstellt und sagt, wie unmoralisch das ist einen Heuchler. Entweder man spielt überhaupt keine derartigen Shooter oder man hält einfach den Mund.
freda
Beiträge: 239
Registriert: 11.02.2009 12:32
Persönliche Nachricht:

Beitrag von freda »

ColdFever hat geschrieben:Wenn dort also, wie in diesem Beispiel, Zivilisten abgeschlachtet werden müssen, um einen Level zu bestehen, sehe ich persönlich die Würde des Menschen verletzt. Deswegen möchte ich persönlich so ein Spiel nicht im Verkauf sehen.
Gott seis gedankt, das du nichts zu sagen hast.
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Re: Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Beitrag von muecke-the-lietz »

4P|T@xtchef hat geschrieben:
ColdFever hat geschrieben:Die realistische Gewaltdarstellung kann am Ende sogar einen Erkenntnisgewinn bringen, nämlich diese militärische Gewalt abzulehnen.
Ja! Genau darum könnte es gehen. Und deshalb würde ich mich über ein Anti-Kriegsspiel freuen. Aber das Gezeigte muss dann so drastisch sein, und damit meine ich jetzt keine Moorhuhnzivilistenballerszene wie in Modern Warfare 2, sondern die emotionale Einbindung des Protagonisten, meinetwegen auch den Appell an sein Gewissen - hat er die Wahl, dann muss es auch im Spiel Konsequenzen geben. Man muss der Fratze des Krieges den Spiegel vorhalten; und natürlich auch dem Geili-geili-Gore-Spieler!

Deshalb schlage ich noch einmal vor, das im Grundgesetz verankerte Prinzip der Menschenwürde auch bei Videospielen anzuwenden.

Ich weiß ja, wie du es meinst und welche Form des Spiels du nicht akzeptieren kannst - ich denke, da sind wir uns bis auf die Grenzen, die jeder für sich zieht, einig. Aber wenn man das Grundgesetz, das sich auf Menschen in der Realität bezieht, jetzt über Polygone in der Fiktion stülpt, dann ginge das zu weit, dann zieht der Staat nicht nur eine idiotische Kausalität, er schränkt auch die Meinungs- und Kunstfreiheit ein.
Nur noch mal so am Rande: Militärische Gewalt ist zwingend abzulehnen, denn sie ist grausam, menschenverachtung, zerstört Existenzen von Soldaten und Zivilisten und führt in den seltensten Fällen zu den gewünschten Ergebnissen. Diese werden meistens erreicht, wenn die Worte anfangen zu arbeiten.

Ich bin kein COD-Fan. Aber was man festhalten muss. Es ist ein Spiel. Bei jedem Post über Menschwürde, etc. entfernen wir uns von dem weg, über was wir hier eigentlich schreiben. Ja, man kann Pazifismus bei einigen oft nur über besonders grausame Darstellung von Gewalt erreichen, aber das ist ja nicht das Ziel von COD. Das will in erster Linie primitiv Spaß machen und das nicht mal all zu moralisch verwerflich, zumal es ja auch noch in einer fiktiven Parallelwelt spielt.

Das Spiel selbst ist zwar absolut dämlich und führt einen vor Augen, dass es nur Gewalt als Mittel gibt. Diese Message sollte man nun aber nicht auf die Realität übertragen, denn dann müssten alle Shooter verboten werden.

Wenn ein Shooter lehrreich ist, so ist das etwas Gutes. Aber ist nicht existenziell.
Benutzeravatar
johndoe869725
Beiträge: 25900
Registriert: 29.04.2007 03:08
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Beitrag von johndoe869725 »

4P|T@xtchef hat geschrieben:
ColdFever hat geschrieben:Die realistische Gewaltdarstellung kann am Ende sogar einen Erkenntnisgewinn bringen, nämlich diese militärische Gewalt abzulehnen.
Ja! Genau darum könnte es gehen. Und deshalb würde ich mich über ein Anti-Kriegsspiel freuen. Aber das Gezeigte muss dann so drastisch sein, und damit meine ich jetzt keine Moorhuhnzivilistenballerszene wie in Modern Warfare 2, sondern die emotionale Einbindung des Protagonisten, meinetwegen auch den Appell an sein Gewissen - hat er die Wahl, dann muss es auch im Spiel Konsequenzen geben. Man muss der Fratze des Krieges den Spiegel vorhalten; und natürlich auch dem Geili-geili-Gore-Spieler!

Deshalb schlage ich noch einmal vor, das im Grundgesetz verankerte Prinzip der Menschenwürde auch bei Videospielen anzuwenden.

Ich weiß ja, wie du es meinst und welche Form des Spiels du nicht akzeptieren kannst - ich denke, da sind wir uns bis auf die Grenzen, die jeder für sich zieht, einig. Aber wenn man das Grundgesetz, das sich auf Menschen in der Realität bezieht, jetzt über Polygone in der Fiktion stülpt, dann ginge das zu weit, dann zieht der Staat nicht nur eine idiotische Kausalität, er schränkt auch die Meinungs- und Kunstfreiheit ein.
Wobei die Umsetzung dieser Idee für einen Film wesentlich leichter als für ein Spiel ist. Ein Spiel muss nämlich vor allem Spaß machen, damit der Spieler am Ball bleibt und nicht einfach aufhört zu spielen. Ein Film hingegen darf "nur" nicht langweilen. Das ist ein riesiger Unterschied. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, ein Spiel zu programmieren, dass den Spieler dazu motiviert, weiterzuspielen, seine Taten dennoch kritisiert und dafür sorgt, dass die Betroffenheit des Spielers größer als seine Freude über den im Spiel erzielten Erfolg ist. Natürlich könnte man es so machen, dass der Spieler erst ganz am Ende merkt, an was für Verbrechen er beteiligt war, aber auch das würden die Spieler dem Titel wahrscheinlich sehr übel nehmen.

Dazu kommt natürlich noch erschwerend, dass sich gerade ein Triple A Titel, selbst wenn er nicht so inovationsfeige wie CoD daherkommt, sich so ein Risiko kaum wird leisten können. So weit sind Spiele und Spieler nämlich noch lange nicht.