Joachim Herrmann über "Killerspiele"

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No Cars Go
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Beitrag von No Cars Go »

Wenn ich 200.000 Mal im Spiel "lerne", dass es keine Konsequenzen für mich hat, jemanden zu töten oder selbst zu sterben, hat mein Hirn das also intus?
Und wenn ich jetzt 200.000 Mal in einem Spiel total lustig auf glühende Herdplatten fasse, werde ich unbekümmerter und unvorsichtiger beim Kochen?

Es ist schon wahr: wenn man sieht, wie sehr ich sich manche Kinder hineinsteigern in das, was sie spielen, macht man sich Gedanken. Ich habe in den 90ern, als ich noch Grundschüler war, selbst einen hochroten Kopf beim SNES spielen bekommen können.
Aber man hat doch Eltern mit einer Erziehungsaufgabe, die schauen, dass das alles in einem geregelten Maße bleibt - und Menschen, die vielleicht wirklich so kaputt sind, dass Videospiele sie zu Killern ausbilden könnten, stellen so oder so, auch ohne Games, eine Gefahr für die Gesellschaft dar.

Eigentlich ist es lächerlich, auch nur zu erwägen, ein "Killerspieleverbot" durchzusetzen.
AEV-Fan hat geschrieben:Sagtmal was hackt ihr denn auf dem Mann herum? Das ist eine sauber erläuterte Meinung, völlig in Ordnung!
Oder ist es wirklich so weit gekommen, dass man bei mehr als zwei Sätzen nicht mehr lesen will und lieber GTA einschaltet :roll: ?
In dem, was der Mann da schreibt, stimmen vielleicht Syntax und Semantik - das haben sie in Goebbels Reden aber auch (HAHAHA, Nazi-Vergleiche in Foren, köstlich!).
Das heißt doch noch lange nicht, dass seine Meinung differenziert oder geschlussfolgert aus aufmerksamen Beobachtungen ist.

Jörg hat selbst mal ein Beispiel in die Richtung genannt: jemand, der in der virtuellen Welt blutigster, gorelüsternster Metzger ist, kann im Real Life pazifistischer Krankenpfleger sein, der seine Stimmen den Grünen gibt; und ich denke, dass genau das auf den größten Teil unserer Gesellschaft zutrifft.
Meine Güte.
Wir haben 80 Millionen Menschen in Deutschland. Ganz ehrlich: ich bin erstaunt, dass sowas wie Winnenden so verdammt selten passiert, wenn man bedenkt, wieviele Idioten es so oder so gibt.
Zuletzt geändert von No Cars Go am 19.09.2009 14:09, insgesamt 3-mal geändert.
Teufelsgreis
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Beitrag von Teufelsgreis »

"Wir wollen keine Gesellschaft, in der Gewalt zur Selbstverständlichkeit wird."

Hmmm, was sehen Kinder, wenn sie den Fernseher anmachen? Ich verweise nur auf den fehlgeschlagenen Bundeswehrluftangriff.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird ( siehe http://www.tagesschau.de/inland/armutsbericht4.html ), was einfach zu Konflikten führen muss. Unabhängig davon werden Kinder in Schulen immer noch aufgrund ihrer Hautfarbe, den finanziellen Mitteln ihrer Eltern oder ihren Lebensansichten / Religionen aus der Klassengemeinschaft traurigerweise vor den Augen der Lehrer ausgeschlossen! Schaut euch doch mal einfach das Attentäterprofil an:
a.) meist höhere Schulbildung ( mindestens Realschule oder Gymnasium )
b.) Ausgeschlossenheit aus der Klassengemeinschaft

Ein Mensch strebt immer nach Zugehörigkeit, nach Anerkennung und steht sicherlich nicht jeden Morgen auf, um sich neue Probleme zu machen. Wählt ein Ausgestoßener das "Martyrium" hat das nichts zu tun mit seiner Vorliebe für Computerspiele, sondern steht wohl eher im engen Zusammenhang mit einer von den Mitmenschen gestalteten Lebensumgebung, der es oft nicht gelingt, das Leben für ALLE gleichermaßen lebenswert zu machen.

In einem Wahlkampf sollte es nicht darum gehen, Computerspiele zu verbieten, sondern es sollten Wege aufgezeigt werden, wie man die Wurzel allen Übels unschädlich macht: Soziale Ungerechtigkeit, mangelnde Toleranz, Chancenungleichheit, etc. pp.

Ein Mensch, der sich angenommen fühlt und Zukunftsperspektiven hat, tötet sich nicht selbst und andere!!!!!
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tombola12
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Beitrag von tombola12 »

Das war sicherlich abzusehen, denn das ist im Prinzip die gängige Antwort der Union auf Fragen zum Thema Gewatspiele. Ich verstehe immernoch nicht, wie man in einem Land, wo Freiheit das höchste Gut ist einfach Dinge verbieten kann. Es ist sicherlich richtig, dass Kinder keinen Zugang zu spielen mit erhöhtem Brutalitätsanteil bekommen sollten, doch bei einem Erwachsenen sehe ich keinen Grund warum er sich nicht mit exessiverer Gewalt auseinandersetzen kann. In meinen Augen ist es sinnvoll eine konsequente Kontrolle an den Kassen durchzuführen, wie es bei Alkohol und Tabakwaren schon der Fall ist und Eltern den Umgang mit dem Medium zu vereinfachen, so dass schnell entschieden werden kann ob der eigene Zögling reif genug für ein bestimmtes Spiel ist.

Nebenbei bemerkt ist es aber doch schokierend, dass ein Verbot gewalthaltiger Spiele 90% der Produkte vom Markt nehmen würde. Auch die Videospielbranche hat noch einiges vor sich, vorallem dafür zu sorgen, dass Gewalt nicht der einzige Überbringer von Unterhaltung ist...
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Mindfre@k
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Beitrag von Mindfre@k »

AEV-Fan hat geschrieben:Sagtmal was hackt ihr denn auf dem Mann herum? Das ist eine sauber erläuterte Meinung, völlig in Ordnung!
Oder ist es wirklich so weit gekommen, dass man bei mehr als zwei Sätzen nicht mehr lesen will und lieber GTA einschaltet :roll: ?
Öhm...seine Meinung betrifft uns aber alle...und da kann man nicht sagen hey...ist doch seine meinung...lasst ihn machen was er will

Der kann ja auch nicht sagen (ja ich weiß schon :P) das er irgendein land nicht mag und deshalb das land zerbomben will...wäre ja auch seine meinung...und das kann man nicht akzeptieren...

P.S. ich hoffe man versteht was ich meine ^^
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Mindfre@k hat geschrieben:
AEV-Fan hat geschrieben:Sagtmal was hackt ihr denn auf dem Mann herum? Das ist eine sauber erläuterte Meinung, völlig in Ordnung!
Oder ist es wirklich so weit gekommen, dass man bei mehr als zwei Sätzen nicht mehr lesen will und lieber GTA einschaltet :roll: ?
Öhm...seine Meinung betrifft uns aber alle...und da kann man nicht sagen hey...ist doch seine meinung...lasst ihn machen was er will

Der kann ja auch nicht sagen (ja ich weiß schon :P) das er irgendein land nicht mag und deshalb das land zerbomben will...wäre ja auch seine meinung...und das kann man nicht akzeptieren...

P.S. ich hoffe man versteht was ich meine ^^
Bleib mal auf dem Teppich. Du musst ja nicht der gleichen Meinung wie der werte Bayrische Innenminister sein. Aber AEV-Fan hat doch völlig Recht das dies eine sauber erläuterte Meinung ist, die das Wort Killerspiele sogar einmal in Genres ausdifferenziert, etwas was ich von Politikern auch noch nicht oft lesen durfte.
Ganz davon abgesehen betrifft uns seine Meinung nur bedingt. Er ist der bayrische Innenminister nicht der König von Deutschland . CSU Leute poltern gerne ein bisschen rum, gerade im Wahlkampf.
Ihn aber mit Hitler oder einem Kriegstreiber zu vergleichen ist sehr viel unseriöser als dieser Mann jemals selber sein könnte und wenn er ein allgemeines Videospielverbot fordern würde. :wink:
Zuletzt geändert von Wulgaru am 19.09.2009 14:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Mindfre@k
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Beitrag von Mindfre@k »

Wulgaru hat geschrieben:
Mindfre@k hat geschrieben:
AEV-Fan hat geschrieben:Sagtmal was hackt ihr denn auf dem Mann herum? Das ist eine sauber erläuterte Meinung, völlig in Ordnung!
Oder ist es wirklich so weit gekommen, dass man bei mehr als zwei Sätzen nicht mehr lesen will und lieber GTA einschaltet :roll: ?
Öhm...seine Meinung betrifft uns aber alle...und da kann man nicht sagen hey...ist doch seine meinung...lasst ihn machen was er will

Der kann ja auch nicht sagen (ja ich weiß schon :P) das er irgendein land nicht mag und deshalb das land zerbomben will...wäre ja auch seine meinung...und das kann man nicht akzeptieren...

P.S. ich hoffe man versteht was ich meine ^^
Bleib mal auf dem Teppich. Du bist ja nicht der gleichen Meinung wie der werte Bayrische Innenminister sein. Aber AEV-Fan hat doch völlig Recht das dies eine sauber erläuterte Meinung ist, die das Wort Killerspiele sogar einmal in Genres ausdifferenziert, etwas was ich von Politikern auch noch nicht oft lesen durfte.
Ganz davon abgesehen betrifft uns seine Meinung nur bedingt. Er ist der bayrische Innenminister nicht der König von Deutschland . CSU Leute poltern gerne ein bisschen rum, gerade im Wahlkampf.
Ihn aber mit Hitler oder einem Kriegstreiber zu vergleichen ist sehr viel unseriöser als dieser Mann jemals selber sein könnte und wenn er ein allgemeines Videospielverbot fordern würde. :wink:
Aber das "bedingt" reicht auch schon aus...

und mit meinen in klammern gesetzen "ja ich weiß schon :P" wollte ich genau das sagen das er nicht der könig von deutschland ist...und das war ja nur ein übertriebenes beispiel :wink:
klar machen die das immer vor der wahl...aber was ist wenn die das wirklich durchbringen 8O
Määäx67
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Beitrag von Määäx67 »

Wieso erschießen junge Polizisten eigentlich nicht jeden, der sich einer Festnahme usw. wiedersetzt ? Geht doch in Computerspielen auch so einfach... (GTA)

Zu Winnenden:
Es ist nichtmal bewiesen, dass Tim K. der Täter ist. Die Leichen wurden nie obduziert...usw. Andere Geschichte.

Ist doch logisch, dass man auf den PC's der Amokläufer "Killerspiele" findet.. Fast jeder Jugendliche spielt ja heut zu Tage Ballerspiele.
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BetaSword
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Beitrag von BetaSword »

Hmm, also wenn ich mit einem Knopdfruck eine Virtuelle Figur in einer Virtuellen Welt das Virtuelle Dasein auslösche (mit oder ohne virtuellem Blut), werde ich also gewalttätig?
IIIIIIIIIIIIIIIJAAAAAAAAAAAAAAAAAA!

Naja, dies halte ich doch schon wieder für eine übertriebene Darstellung der Gewaltbereitschaft durch Spiele.
Auch ich hatte schon mindestens 2 Mortal Combat-Titel gespielt(Als letztes einen auf dem Gamecube), und dennoch gehe ich nicht zu einem Typen, und reisse ihm das Skelett beim Rücken aus dem Körper.

Im Gegenteil, ich bin ein eher ruhiger Mensch, der nichtso gewaltbereit ist, wie es in mehreren meiner Spiele normal rüberkommt(z.B. BioShock, oder mit Schwertern auf Monster/Tiere kloppt wie es in MMORPGs üblich ist).

Zu behaupten, dass man durch gewaltbeinhaltenden Spielen selber gewalttätig wird, halte ich für schlichtweg geistesgestört.
Desweiteren denke ich, dass diese, sich angeblich mit diesen Spielen befassenden Persohnen wohl wahrscheinlich nichtmal eines dieser Spiele ordentlich durchgespielt haben(PS: ich habe bei Bioshock immer die LittleSisters gerettet, und so das gute Ende bekommen).

Ich spiele in erster Linie diese Spiele, um nach möglichst langer Spielzeit letzendlich als siegreicher Held ein oder mehrere Personen(oder die Erde, das Universum ...) ingame zu retten.

Die Spieler müssen zwar meisstens ihre Gegner erledigen, jedoch nicht immer töten(z.B. sind in Batman Arkham Asylum die Gegner durch die Angriffe von Batman bewusstlos - Hab die Demo durchgespielt).

Offensichtlich sind sich diese Experten nicht bewusst, dass es in erster Linie in diesen sogenannten Killerspielen darum geht, virtuelle Gegner auszuschalten, die meisstens virtuelle killer sind, somit übernimmt der Spieler die Rolle von Actionhelden aus Filmen, wie sie sonst meisstens im Kino zu finden sind.
"Hasta la vista, Baby!": Es gibt so viele Fans der Terminator-Filme, dennoch läuft hier nirgendwo einer herum, der sich so aufführt, und nackt in eine Rockerbar geht, und ständig Leute gnadenlos erschiesst(und selber ebenfalls Kopftregffer einsteckt).
Es kommt halt darauf an, dass man den virtuellen Realismus der Spiele immernoch von der Realität unterscheiden kann, selbst, wenn man irgendwann einmal die Realitätsnähe eines Holodecks wie in StarTrek: Das nächste Jahrhundert erreicht. Picard erschiesst in "Der erste Kontakt"Borgs mit einer sogenannten Tommygun, und ignoriert dabei schlichtweg alle anderen virtuellen Figuren(auch wenn das alles in Wirklichkeit Schauspieler sind, die das darstellen), die da anwesend sind.
Jedoch würde dieser Darsteller deshalb nicht eine Echte Tommygun mit echter Munition mitten in einem Saal deshalb auf echte Personen abfeuern, da er den Unterschied kennt.

Was diese extreme Übertreibung dieser angeblichen Auswirkungen von Killerspielen angeht, halte ich dies für eine adult-kindische Form der Übertreibung.
Naja, aber diese Experten wollen wohl eher schlichtweg berühmt werden, als dass sie sich wirklich mit den Inhalten von den Spielen auseinandersetzen würden, denke ich.
Tja, angeblich soll es ja auch Bigfoot und den Jeti geben, was davon wahr ist, ist bisher noch nicht wirklich bewiesen worden.

Was mich allerdings gewaltbereiter macht, ist sowas, wie dedr Fall mit dem 9-jährigen Mädchen, bei dem ich am liebsten den Täter kaputtschlagen würde, was wohl aber auch jeder normale Mensch mit einem Beschützerinstinkt für Kinder gerne machen würde. Zitat:" Was für ein Schwein muss man sein, um ein 9-jähriges Mädchen..."
Das thema reizt mich weitaus mehr zur Gewalt, als es alle Spiele mit blutrünstiger Virtueller Gewalt zusammen jemals könnten, allerdings nur gegen die Person, die das Mädchen so zugerichtet, und in einem Gulli gestopft hat.
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AEV-Fan
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Beitrag von AEV-Fan »

Mindfre@k hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:
Mindfre@k hat geschrieben: Öhm...seine Meinung betrifft uns aber alle...und da kann man nicht sagen hey...ist doch seine meinung...lasst ihn machen was er will

Der kann ja auch nicht sagen (ja ich weiß schon :P) das er irgendein land nicht mag und deshalb das land zerbomben will...wäre ja auch seine meinung...und das kann man nicht akzeptieren...

P.S. ich hoffe man versteht was ich meine ^^
Bleib mal auf dem Teppich. Du bist ja nicht der gleichen Meinung wie der werte Bayrische Innenminister sein. Aber AEV-Fan hat doch völlig Recht das dies eine sauber erläuterte Meinung ist, die das Wort Killerspiele sogar einmal in Genres ausdifferenziert, etwas was ich von Politikern auch noch nicht oft lesen durfte.
Ganz davon abgesehen betrifft uns seine Meinung nur bedingt. Er ist der bayrische Innenminister nicht der König von Deutschland . CSU Leute poltern gerne ein bisschen rum, gerade im Wahlkampf.
Ihn aber mit Hitler oder einem Kriegstreiber zu vergleichen ist sehr viel unseriöser als dieser Mann jemals selber sein könnte und wenn er ein allgemeines Videospielverbot fordern würde. :wink:
Aber das "bedingt" reicht auch schon aus...

und mit meinen in klammern gesetzen "ja ich weiß schon :P" wollte ich genau das sagen das er nicht der könig von deutschland ist...und das war ja nur ein übertriebenes beispiel :wink:
klar machen die das immer vor der wahl...aber was ist wenn die das wirklich durchbringen 8O
Er fordert ja eben kein Verbot, sondern zeigt, dass man sich selbst in der Anti-Killerspiel-Partei mit Köpfchen damit auseinander setzt!
Versetzt euch einfach mal in die Lage eines Politikers, die sind nunmal Mitte 50 und keine Zocker... Mir geht einiges auch gegen den Strich, was nach Amokläufen abgezogen wird. Allerdings mache ich den Politikern weniger Vorwürfe, richtig schlimm sind die Medien. Und damit meine ich beide Seiten, sowohl "Taff" und "Brisant", die ohne Quellenangabe eigene Infos unters Volk mischen, als auch (!) die Spielemagazine, die zwar fleißig gegen Politiker hetzen, jedoch wenig bis nichts produktives hervorbringen :?
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Funfab
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Beitrag von Funfab »

Abando hat geschrieben:Ich kann dem Herrn Herrmann zwar auch nicht zustimmen, aber eine Frage stellt sich mir trotzdem:

Was fasziniert uns so an Gewalt? Auch wenn es nur virtuelle Gewalt ist, es bleibt Gewalt. Okay, "nur ein Spiel", aber iwie ziemlich krank ist ja schon, wenn man etwas länger drüber nachdenkt. :wink:
das ist ja der trick einfach drauf^^

jetzt mal im ernst wenn du z.b. in gta einen erschießt dann stellst du dich doch nicht neben die leiche und überlegst ne halbe stunde ob der kerl vorm abtretten schmerzen oder familie hatte
Rarehero
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Beitrag von Rarehero »

In einem Punkt hat der gute Mann meiner Meinung nach Recht: Die möglicherweise gewaltverherrlichende Wirkung von Gewaltmedien und die Fragen, wie viel Gewalt Medien darstellen sollten, wird viel zu wenig bis gar nicht diskutiert, weil die meisten Teilnehmer der öffentlichen Diskussion viel zu sehr damit beschäftigt sind, vehemment ein Verbot für Killerspiele zu fordern oder sich gegen ein Verbot einzusetzen.

Und ich bin auch der Meinung, dass Gewalt ein viel zu große Rolle in Spielen spielt. Viel zu viele Spiele reizen die Gewaltdarstellung über das für die Darstellung minimal notwendige Maß hinaus aus und viel zu wenige Spiele bieten auch Alternativen zur Gewalt an. Gerne wird die Interaktivität von Computerspielen als herausragendes Merkmal des Mediums angeführt, aber viel zu häufig wird in Computerspielen genau das Gleiche gemacht wie in Actionfilmen: Man stürmt das Gebäude und tötet alles, was sich bewegt außer vielleicht Geiseln und Zivilisten. Aber während Filme an der Stelle Gewaltdarstellungen meist so zurückhaltend wie möglich inszenieren, drehen Spiele häufig gezielt an der Gewaltschraube, um weitere Verkaufsargumente zu schaffen.

Allerdings sehe ich auch einen Entwicklungsprozess. Das Medium und dessen Wirkung wird langsam aber sich besser verstanden und ich sehe auch eine Entwicklung hin zu komplexeren Spielen oder Spielen, die sich zumindest nicht mehr auf Rag Doll-Physik, komplexen Trefferzonen und vielfältigen Tötungsanimationen verlassen sondern sich immer stärker auf auf die Story konzentrieren. Ich denke, in einigen Jahren werden wir kaum noch Ego-Shooter sehen, die nur aus Ballern bestehen, die das minimal notwendige Maß der Gewaltdarstellung überschreiten und die der Story keine besondere Bedeutung beimessen.
wagner115
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Beitrag von wagner115 »

Ist ohnehin nicht durchsetzbar und ausserdem stammt das geschriebene nichtmal aus seiner feder, sondern aus der pressestelle.
Termix
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Beitrag von Termix »

Egal an was ich denke, im Endeffekt failed doch die Politik und ein Killerspielverbot würde nichts ändern.

1. S-Bahn Mörder - 2 Jugendliche prügeln einen Mann zu Tode, weil er Kindern die erpresst und geschlagen wurden helfen wollte.
Hintergrund: Geldmangel/Arbeitslosigkeit/schlechtes soziales Umfeld
-> Politik failed

2. 80% aller Amokläufe finden auf Grund von verkackten Prüfungen / Leistungsdruck / Stress / Ärger statt.
Läuft jeder Amok, der schonmal solche Gedanken hatte? Wahrscheinlich nicht, denn nicht jeder hat einen schiesswütigen Papa zu Hause und durfte illegalerweise schon mit 14 üben.
-> Kontrolle failed -> Politik failed

3. Killerspiele erscheinen in Deutschland geschnitten, mit abartig hohen Alterseinstufungen - trotzdem kommen 12-jährige an solche Spiele.
-> Eltern failed -> Verkäufer failed -> eBay failed -> Kontrollen failed -> Politik failed


Und wenn niemand mehr "Killerspiele" im Laden bekommt heult die Videospiele-Industrie über das Land mit den meisten Raubkopierern - Deutschland. Und das zu Recht.
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AEV-Fan
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Beitrag von AEV-Fan »

Termix hat geschrieben: 1. S-Bahn Mörder - 2 Jugendliche prügeln einen Mann zu Tode, weil er Kindern die erpresst und geschlagen wurden helfen wollte.
Hintergrund: Geldmangel/Arbeitslosigkeit/schlechtes soziales Umfeld
-> Politik failed
Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll bei solchen Schlussfolgerungen...
"Die Politik" hat verdammt nochmal keine Schuld daran, wenn Gewalttäter Bürger niederschlagen! Ich hasse diese Einstellung "alle anderen sind Schuld, dass ich keinen Erfolg habe, also habe ich Narrenfreiheit." :Spucklinks:

Geldmangel :arrow: Ehrlich Geld verdienen
Arbeitslosigkeit :arrow: Sich um Arbeit bemühen
Schlechtes soziales Umfeld :arrow: Umfeld wechseln

Jeder ist für sein Tun und handeln voll zurechnungsfähig, wenn nicht, dann sitzt man recht schnell in einer Einrichtung. Der Staat gibt die Rahmenbedingungen vor und ja, vielleicht sieht es zZ nicht rosig aus für einige Leute. Aber "das Recht" zu sagen, dass andere Schuld sind am eigenen Misserfolg und dann auch noch kriminelle, bösartige und menschenverachtende Taten rechtfertigen geht garnicht.
LordvonMord
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Beitrag von LordvonMord »

Bei Spitzer hab ich dann aufgehört zu lesen...


SPITZER = NICHTWISSENSCHAFTLICH