konsolero hat geschrieben:
Es ändert sich erst dann etwas, wenn sich das Kaufverhalten der Spieler ändert, ganz einfach.
Das stimmt leider so nicht mehr. Auf der seite der Publisher ist man anscheinend mittlerweile so verblendet, das man allen anderen die Schuld gibt wenn die Verkaufszahlen nicht stimmen. Mal sind es die "Raubkopierer" (vollkommenes Unwort. Es könnte höchstens "Nutzer unlizensierter Kopien" heissen). Angebliche Downloads, deren Menge und Ermittlung der Zahl äusserst Zweifelhaft ist. Wenn man da nicht weiterkommt sind es plötzlich auch noch die Käufer LEGALER Gebrauchtware. Arroganter geht es nicht mehr. Solche Manager werden NIEMALS den Fehler bei sich selbst , beim Spiel oder ihrem Marketing / Geschäftsgebaren suchen. Ergo wird man noch weiter rumheulen wenn die Kunden keinen Bock mehr haben. EA hatte ja auch gesagt das das mit dem Protest gegen Securom in Spore nur eine "Von einer lauten Minderheit gesteuerte Kampagne war" . Noch Fragen?
Ausserdem macht die Spieleindustrie auch die gleichen Fehler wie die Musik- und Filmindustrie: Sie geht vom "unlimited Budget" beim Konsumenten aus. Das ist Falsch. Der Konsument wird immer sein festgelegtes Budget für unterhaltung nach oben Deckeln und unter den einzelnen Medien verschieben. Musik konkuriert mit Film , Film mit Spielen, Spiele mit Kino , Kino mit PayTV (oder auch bunt gemischt)
Das bedeutet das man mit solchen "Tricks" wie Wiederverkaufsschutz kurfristig vielleicht 5 oder 10 % mehr rausholen kann , das nimmt aber ab und es wird auch mindestens ein gleicher minusprozentsatz Genervter user NICHT mehr kaufen. Ein Euro ist ein Euro und wenn er ausgegeben wurde kann er nicht nochmal ausgegeben werden.
Es wird (leider) einen solchen Crash wie 1983 in der Videospieleindustrie nicht geben, denn zwei Dinge sind heute anders:
1. Damals war Videospielen zwar auch beliebt , aber ehr eine Randerscheinung. Heute ist es so in der Gesellschaft verankert wie Fernsehen. Damit wird es auch genutzt wenn nur noch minderwertiger Kram rauskommt.
2. Für die VIDEOspieleindustrie gab es damals einen "Totengräber" und der hiess COMPUTERspiel. Mit der Technischen Überlegenheit und dem "creativen Chaos" in dieser jungen Sparte wurde den grossen Konzernen (Warner/Atari , Mattel , Coleco) die Luft abgedreht. Sowas gibt es heute nicht. Im gegenteil der PC-Spielemarkt ist NOCH einfallsloser als der Konsolenmarkt.
Man könnte jetzt sagen das Nintendo mit DS und Wii eine passende Antwort hatte. Nun, zur Zeit Stimmt das auch in Sachen Umsatz und Gewinn. Aber Nintendo sitzt da auf einem Pulverfass: Sie stützen Ihren Erfolg überwiegend auf eine Zielgruppe die sehr unsicher ist. Heute noch begeistert von "Gehirnjogging" kann sie morgen schon auf Videospiele keinen bock mehr haben. Nintendo gab den Core-Gamern (die treue Mario , Zelda etc Fanbasis) einen Riesentritt in den Allerwertesten auf der letzen E3 und der Markt wird bei der Wii genauso wie bei DS mit minderwertige liebloser Ware beliefert. DAS sind paralellen zu 1983 und könnten Nintendo irgendwann das Genick brechen.
Ehrlich gesagt würde ich einen Crash begrüssen. Eine Reinigung und einen Reset "Alles auf Anfang". Nicht im technischen Sinne, aber so das die Karten im Markt neu vergeben werden.