Ich habe mehr oder weniger die ganze Diskussion gelesen und muss sagen, ich bin teilweise erstaunt, aber auch schockiert. Teilweise musste ich schmunzeln und manchmal konnte ich nur mit dem Kopf schütteln.
Erstaunt im positiven Sinne, weil doch manch konstruktive Kritik und Umgangsweise geschildert wurde. Schockiert nicht wegen des Themas an sich, sondern wie die Diskussion von manchen geführt wird: Es zählt nur meine Meinung, alles andere ist egal und die sind sowieso alle doof. Kein eingehen auf Argumente, kaum gegenseitiger Respekt. Aber das ist in Onlineforen ja nichts neues.
In mir pochen bei dieser Diskussion auch zwei Herzen: Das eine, ich nenne es mal das rationelle Herz: Ja, es sind nur Pixel, ja, es ist nur ein Computerspiel. Nein, nur weil ich in virtuellen Spielen manchmal/immer in Monster bin, bin ich es noch lange nicht im realen Leben.
Das andere nenne ich mal mein emotionales Herz: Es ist ja schön, dass manche ganz klar und [
strikt zwischen Computerspiel und Realität unterscheiden können (oder glauben es zu können?). Ich kann es nicht. Das soll folgendes bedeuten: Nur weil ich in eine virtuelle Welt eintauche, bedeutet das noch lange nicht, dass ich meine Verhaltensweisen und Normen aus dem realen Leben in einem Spind einschließe und nach dem Spielerlebnis wieder raushole.
Ja, ich habe auch schon Soldures of Fortune gespielt. Es hat mich irgendwie gereizt. Ja, ich habe da auch Körperteile von Leichen abgetrennt. Ja, das Spiel von ich nach 30 Minuten total langweilig und öde.
Ja, ich töte auch in diversen virtuellen Welten. Ich sehe das töten aber als Mittel zum Zweck. Unschuldige Pixelmenschen töten? Wieso sollte ich? Hilft mir ja im Spiel nicht weiter. Zumindest in den Spielen, die ich so spiele. :wink: Brauche ich eine möglichst gewalthaltige Visaulisierung? Nein, habe ich getestet und für mich als unwichtiges Kriterium angesehen.
Ich finde eine Moralbeschränkung, auch in Computerspielen, vollkommen legitim und begrüßenswert. Wieso? Nicht weil ich den Freunden gewaltvoller Medien die lange Nase zeigen will und "Ätsch!" rufen will, sondern weil ich Grenzen für wichtig erachte. Egal in welchem Kontext. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Tabu nicht zwischendurch mal gebrochen werden kann. Aber, was ja die Meinung des ein oder anderen ist, dass es zur Normalität wird. Denn ich bin der Überzeugung, dass auch weiterhin an einigen moralischen Grenzen festgehalten werden wird, die nur ab und zu gebrochen werden. Die anderen Medien scheinen mich da zu bestätigen. Natürlich haben sich diese Grenzen gewandelt, sind ein wenig dehnbarer geworden, aber der Wandel blieb bisher doch in Grenze. Außerdem gibt es einige "Tabus", die so gut wie noch gar nicht gebrochen wurden.
Und das wird auch nicht subjektiv festgelegt, sondern intersubjektiv durch eine Bande von Moralaposteln, called Politiker, was sich in Gesetzen wiederspiegelt. Wer also daran was ändern will, sollte sich politisch engagieren.
Sind die ganzen "Keine Gewalt gegen Kinder in Spielen"-Befürworter jetzt doppelmoralisch? Sicher nicht. Jeder zieht seine persönlichen Grenzen, auch in Hinsicht von Spielen. Dem einen ist alles egal, dem anderen eben nicht.
KleinerMrDerb hat geschrieben:Nanimonai hat geschrieben:die zweite gruppe sollte sich aber auch ernsthaft fragen, ob sie lieber ein spiel spielen möchten, in dem sie steine oder wohl texturierte dreiecke erschiessen müssen, als eins, in dem eben doch lebewesenähnliche texturen eine rolle spielen... und dann vielleicht das eigene argument überdenken, ob es denn tatsächlich keinen unterschied macht, weil ja alles "nur" pixel sind.
So einfach ist es aber auch nicht.
Atmosphere und Glaubwürdigket sind die magischen Worte!
Man kann in einem grunem Raum voller oranger Dreiceke keine packende Atmosphere erzeugen wie z.B. in der Postapokalytischen Welt von Fallout!
Warum liest man Bücher, guckt Filme oder zockt Spiele?
Man will sich von seinem eigenen Leben ablenken und an einer anderen Welt teilhaben!
Und die Kunden wollen durch immer aufwendigere Technik in diese Welt gezogen werden!
Warum ist es nicht so einfach? Im Prinzip ist es so einfach, weil es eben nur Pixel sind. Deine Argumentation hat meiner Meinung nach 2 große Lücken: 1. Du versuchst über etwas zu urteilen, was du noch nicht ausprobiert hast. 2. Du hintergehst dein eigenes Argument: es sind ja nur Pixel, aber wenn es nur Pixelhaufen sind (z. B. in Form von Steinen und Dreiecken, fehlt es an Atmosphäre?) Entweder es sind nur Pixel, oder es sind eben nicht nur Pixel. Wenn es ersteres ist, ist es egal. Wenn es zweiteres ist, was ist so atmosphäreerzeugend daran, z. B. virtuelle Pixelmännchen möglichst brutal nieder zu metzeln?
Und Spiele können auch ohne großartige Atmosphäre Spaß machen. Wie erklärst du dir sonst die Wertungen mancher Puzzle-/Geschicklichkeitsspiele?
Außerdem hat er das nicht in Bezug auf Fallout3 gebracht, sondern allgemein (zumindest hab ich es so verstanden

)