Super Wario hat geschrieben:nogg3r hat geschrieben:..aber trotz moralischer Bendenken in diesem Fall fand ich Soldier Of Fortune II, in dem man die Leichen seiner Gegner in bis dato ungesehener Detailtreue verstümmeln und aufschlitzen konnte, irgendwie ziemlich faszinierend.

Und da liegt das Problem, wie unser KleinerMrDerb ja schon gesagt hat: Genau diese Art von Spielen finden wir interessant und genau das Morden und Verstümmeln macht uns Spaß.
Durch die immer besser werdende Grafik steigert sich das noch und irgendwann ... ich will nicht weiter darüber denken - Wenn nicht irgendwann einmal jemand eingreift, dann könnten genau solche Killerspiele zu Risiken in der Gesellschaft werden ...
Sehe ich anders.
Irgendwann, wenn Realität und virtuelle Realität wirklich stark miteinander verschmelzen bzw. sich stark aneinander annähern sollten, werden die realen Bedürfnisse und Ansichten der Spieler entsprechend wichtiger - genauso wie der Ekel. Niemand hat - einen gesunden Geist vorausgesetzt - Spaß daran, virtuelle Personen realistisch und "mit Gefühl" auszuweiden, während dieser NPC sich realistisch verhält. Vielleicht einmal, um es einmal erlebt zu haben bzw. sich von der realistischen Darstellung zu überzeugen - aber dieses eine Mal wird bei praktisch allen auch das einzige Mal bleiben. Falls sie es überhaupt durchhalten.
Und derartige Techniken zu verbieten - effektiv gesehen ist es ja nichts anderes, wenn du "eingreifen" sagst - nur aus dem einen Grunde, weil es vielleicht ein paar psychisch nicht vollkommen Personen geben könnte, die Spaß daran haben könnten...nicht wirklich.
Vielleicht einmal kurz zu meiner eigenen Einstellung zur Gewalt: Ich bin in der Realität eine ziemlich gewaltlose Person - wofür ich mich manchmal selbst verwünschen könnte, da es tatsächlich Menschen zu scheinen gibt, die keine andere Sprache verstehen. Und auch im Spiel heiße ich nicht alles gut. Bestes Beispiel: Call of Duty 4. In der Szene, in der - ACHTUNG: Spoiler! - Captain Price den gefangenen Al Asad "verhört" (bzw. foltert) und ihn anschließend einfach erschießt und jeder so tut, als sei dies vollkommen normal und korrekt so - da hätte ich dem werten Captain auch mal gerne eine verpasst. Konnte ich aber leider nicht.
Allerdings gibt es zwischen diesem Beispiel und dem hier diskutierten einen gewaltigen Unterschied: In CoD4 wird die Situation einfach präsentiert und quasi durch die Hintertür als korrekt dargestellt - hier geht es um die Möglichkeiten, die der Spieler hat, der bei obiger Szene absolut nicht eingreifen konnte. Wäre ich als Spieler an Captain Price Stelle gewesen - ich hätte gerne die Möglichkeit gehabt, genauso wie er zu handeln. Aber ich hätte es nicht getan. Vielleicht ein anderes Mal, wenn sich dadurch ein anderer Spielverlauf ergeben hätte. Ansonsten jedoch nicht.
Und genau darum geht es hier: Der Spieler
muss die Wahl haben! Das gefiel mir gut an der Überschrift des Testes zu Fable 2: Lebe gut, lebe böse - aber lebe mit den Konsequenzen!
Nicht geringeres erwarte ich von einem guten Spiel.