mr archer hat geschrieben:Lex-kun hat geschrieben:
Als ob ein eingeworfener Grund zum töten von Leuten in anderen Spielen irgendwie das Töten "moralischer" machen würde ... da bleibt mir fast die Spucke weg.
Ich nehm mal das hier, stellvertretend für die restlichen Posts, die das gleiche Argument vorbringen. Ist auch nicht das erste Mal, dass ich das poste.
Also.
Die Grundprämisse dieses Argumentes ist ironischerweise, dass man sich als Videospieler den Killerspielvorwurf zu eigen macht. Wenn das so stimmt, haben Pfeiffer und all die anderen immer schon Recht gehabt und Leute spielen diese Spiele, weil sie "töten" wollen. Ich halte das aber für nicht richtig. Es geht im Actionspiel nicht um "Gewalt". Genauso wie es im Actionfilm nicht um "Gewalt" geht, oder im Western oder im Mantel-und-Degen-Film. Es geht darum, dass der Held/die Heldin gewinnt und das einem das möglichst spannend erzählt wird. Und dazu braucht die Geschichte einen Plot, einen Auslöser, der mich mit dem Protagonisten mit fiebern lässt. McLaine kämpft sich durchs Hochhaus nach oben zu Gruber. Der Marine kämpft sich durch die Marsbasis zum Spider-Mastermind. B.J.Blaskewicz kämpft sich aus dem KZ raus und zu Mech-Adolf durch. Die Übermacht ist erdrückend. Aber wir sind gewitzter als die KI, die uns sobald sie unser angesichtig wird, ans Leder will. Das macht Spaß und ist spannend. Die komplette Spielwelt ist aggressiv. Und wir besiegen sie Dank unseres Geschicks. Ein Hindernisparcour.
Sorry, aber da stellst du die meisten Gamer in einem sehr guten Licht dar.
Ich kann mich noch sehr gut an meine Abi/Studienzeiten erinnern, als Spiele wie Soldier of Fortune, Kingpin usw. angesagt waren. Zumindest in der Informatik Fakultät bei uns ging es dort der überwiegenden Mehrheit einfach nur um Gewaltdarstellung. Hype gab es um neue Shooter immer dann, wenn man dort möglichst detailiert Arme, Beine etc. abschießen konnte und möglichst viel Pixelblut geflossen ist. Als Soldier of Fortune rauskam wurde im Labor im Prinzip nur noch dieses Spiel gespielt und meistens standen roße Gruppen um diese PCs herum und staunten, "wie krass man da alles zerfetzen kann".
Ich kann mich auch an noch ältere Zeiten auf dem Amiga erinnern, als ich in meiner Kindheit war und da waren es eigentlich auch immer diese Sorte Spiele, die "cool", "krass" etc. hervorriefen.
Heute lockt mich sowas nicht mehr vor den Monitor, aber ich war selbst lange genug bei solchen Spielen am Start, weshalb ich es mir nicht anmaße jetzt plötzlich über andere Gamer wegen sowas zu urteilen.
Wer mir aber erzählt, dass es in Spielen wie Soldier of Fortune, Wolfenstein (Teil X - Y), Kingpin, Postal etc. nicht primär um Gewalt geht...
Ich finde diese Spiele aber nicht halb so schlimm, wie die "auf sauber" machenden politisch indoktrinierenden Militärshooter ala Call of Duty, Battlefield oder Medal of Honor, die das Moorhuhn-artige Fließbandtöten in meist amerikanischem Militärumfeld verherrlichen und gleichzeitig auch noch das gerade politisch gewünschte Feindbild (entweder die bösen Russen oder aktuell eben verstärkt bärtige Araber) pushen.
Wenn man meint, dass man in einem Spiel mit einem Sturmgewehr massenhaft Gegner zusammenschießen muss, dann sollte man die Folgen davon auch zeigen dürfen. Krieg ist nicht sauber und man erscheint nicht 5 Sekunden nach dem tot am anderen Ende des Schlachfeldes aufs Neue.